10 Gründe für ständige Müdigkeit und wie sie sich vermeiden lässt

Ständige Müdigkeit

Ständige Müdigkeit ist im Alltag nicht nur nervig, sie kann auch wirklich problematisch werden: So kann sie etwa beim Autofahren Risiken bergen, da müde Fahrer sich nur schlecht konzentrieren können und ihre Aufmerksamkeitsspanne kurz ist. Im Büro kann nur halbseitig effizient und qualitativ gearbeitet werden.

Bei handwerklichen Tätigkeiten ist die Verletzungsgefahr deutlich höher, wenn dauernd mit der Erschöpfung gekämpft wird. Darüber hinaus ist ständige Müdigkeit aber vor allem auch ein Zeichen des Körpers, dass irgendetwas mit der Gesundheit nicht stimmt.

Woraus genau Müdigkeit resultiert und wie sie sich zugunsten der eigenen Gesundheit und Fitness vermeiden lässt, will ich Dir in diesem Artikel verraten.

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Lars Schürmann entstanden. Ich danke Lars an dieser Stelle ganz herzlich.

 

10 Gründe für ständige Müdigkeit

1. Ein Mangel an Schlaf

So naheliegend und simpel es vielleicht klingen mag: Schlafmangel ist der Hauptgrund für ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Und dabei geht es letztlich nicht nur um zu wenig Schlaf, sondern auch um Ein- und Durchschlafprobleme sowie um Schlafstörungen. Wer unter schlechtem Schlaf leidet, wird tagsüber nicht nur müde, sondern auch weniger leistungsfähig und unkonzentriert, nicht selten aber gleichzeitig auch angespannt und nervös sein.

Ein gestörter Nachtschlaf wiederum kann aus vielen seelischen und körperlichen Ursachen resultieren. Dazu gehören Angststörungen und Depressionen, genau wie Herzleiden, das Schlafapnoe-Syndrom und Probleme mit dem Stoffwechsel. Allerdings kann auch zu aufwühlender Medienkonsum kurz vor dem Schlafengehen für einen unruhigen Schlaf sorgen. Es muss also nicht gleich in Panik geraten werden.

Aber wie lange muss denn nun eigentlich geschlafen werden, um gesund und fit in den Tag starten zu können? Empfohlen werden ab 18 Jahren immer wieder 7-9 Stunden Schlaf. Manch einer braucht aber auch noch eine oder zwei Stunden mehr, weshalb solche konkreten Tipps kaum weiterhelfen; als Richtlinie können sie trotzdem dienen.

Letztlich sollte jeder für sich ausprobieren und herausfinden, wie viel Erholung er durch gesunden Schlaf braucht, um tagsüber nicht abgeschlagen zu sein.

Wer sich professionelle Hilfe suchen möchte, kann mit dem Hausarzt sprechen oder sich an ein Schlaflabor wenden, das dabei helfen kann, die Ursachen für Schlafstörungen aufzudecken.

2. Stress

Auch dauerhafter Stress sorgt für eine Müdigkeit, die einfach nicht verschwinden will. Denn wenn Körper und Geist immer unter Strom stehen, kann zwischendurch nicht einfach mal abgeschaltet werden. Vor allem der Körper arbeitet dann auf Maximalniveau, was einem die letzten Kräfte rauben kann;

Stresssituationen sorgen dafür, dass im Körper alle wichtigen Abläufe auf eine Herausforderung vorbereitet sind. Es werden Stresshormone ausgeschüttet, die Herzfrequenz erhöht sich, der Blutdruck steigt.

Zusätzlich ist der Geist vollkommen wach und versucht sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Bleibt diese Anspannung bestehen und die Hormonlage in dieses „Extrem“ verschoben, bleiben einige Körperfunktionen lange hochgefahren, während andere gedrosselt werden. Dadurch entstehen mitunter Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Schwindel, Unwohlsein, Niedergeschlagenheit und erhöhte Reizbarkeit und eben auch eine lähmende Müdigkeit.

Es ist daher wichtig, sich regelmäßig und gezielt auszuruhen, zu entspannen und abzuschalten. Meditation hilft dabei, meditieren lernen ist sehr einfach!

3. Unterforderung

Tatsächlich kann aber nicht nur Stress dafür sorgen, dass sich eine chronische Müdigkeit breit macht – auch eine Unterforderung kann die Energien lähmen. Verbringt jemand den ganzen Tag vor dem Fernseher oder sitzend am Schreibtisch, kann dies genauso erschöpfend wirken, wie wenn jemand über mehrere Stunden hinweg hart körperlich arbeitet oder Sport treibt.

Allerdings lassen sich meist Unterschiede in der Qualität der Müdigkeit beobachten: Wer wenig gefordert wird und sich vielleicht auch langweilt, fühlt sich häufig gereizt, antriebslos, abgeschlagen oder auch dumpf müde. Derjenige hingegen, der überfordert ist oder war, ist oft müde, dafür aber zumindest oft zufriedener. Dann werden auch häufiger bewusste und notwendige Erholungszeiten eingebaut.

4. Vitaminmangel

Eine einseitige Ernährung kann zu einem Mangel an Nährstoffen führen. Zu jenen gehören Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die Körper und Psyche Energie geben. Wem beispielsweise Magnesium, Vitamin D oder B-Vitamine fehlen, der leidet oft an Problemen mit den Muskeln und mit dem Nervensystem, was wiederum die Leistungsfähigkeit und die Fitness beeinflusst und müde macht.

Vor allem ein Mangel an Vitamin B12 ist häufig Auslöser für plötzliche und anhaltende Müdigkeit. Nicht selten tritt dieser Mangel bei Vegetariern und vor allem auch bei Veganern auf, da sich Vitamin B12 ausschließlich in tierischen Eiweißen sowie in Algen findet. Wer also auf tierische Produkte verzichtet, sollte sich regelmäßig auf einen potenziellen B12-Mangel untersuchen lassen und bei Bedarf supplementieren.

Ständige Müdigkeit Spirulina Vitamin B12
Spirulina enthalten als eines der wenigen pflanzlichen Lebensmittel Vitamin B12. fotolia.de © dusk (#195199939)

Auch ein Kaliummangel, wie er beispielsweise bei chronischem Erbrechen oder bei Durchfall auftritt, kann zu ständiger Müdigkeit führen. Es sollte daher immer auf eine vielseitige Ernährung (z.B. Paleo-Ernährung) geachtet werden, mit der Mangelerscheinungen so gut wie möglich vermieden werden können.

5. Flüssigkeitsmangel

Etwa zwei Drittel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt; und etwa zwei Drittel des Körpers bestehen ebenfalls aus Wasser. Dieses findet sich außerhalb und innerhalb der Zellen im Blutkreislauf. Um den Wasserhaushalt des Körpers ausgeglichen zu halten, muss täglich eine ausreichende Menge Flüssigkeit zugeführt werden.

Wer mehr Flüssigkeit ausscheidet, als er zu sich nimmt, schadet der Gesundheit: Die Körperzellen können eine Vielzahl erforderlicher Funktionen nicht mehr erfüllen und wesentliche Salze und Nahrungsbausteine gehen verloren. Das Blut wird dickflüssiger und die Durchblutung wird schlechter. Weiterhin sinkt der Blutdruck, wodurch das Gehirn zu wenig Sauerstoff erhält. Die Folgen sind nicht nur eine enorme Müdigkeit, sondern auch:

  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Gedächtnisprobleme
  • Schwindelgefühle
  • trockene und „knittrige“ Haut

Es wird empfohlen, dass gesunde Menschen und jene, die ihre Konzentration steigern möchten, mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag trinken; jedoch ist die optimale Trinkmenge von Person zu Person unterschiedlich.

Natürlich sollten beispielsweise Sportler, weil sie mehr Flüssigkeit verlieren, auch mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Mineralwasser, Saftschorle, Kaffee und Kräutertee gelten als die gesündesten Getränke. Wer an Herzproblemen oder einer Nierenerkrankung leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, wie viel er täglich trinken kann und muss.

6. Übergewicht

Wer zu viel auf die Waage bringt, sorgt mit mehreren Faktoren dafür, dass selbst bei geringen Anstrengungen Schläfrigkeit und Erschöpfung auftreten. Zusätzlich kommt es dann nicht selten zu Kurzatmigkeit und zu vermehrtem Schwitzen. Außerdem belastet deutliches Übergewicht das Herz und den Kreislauf, die Gelenke, die Gefäße, die Blutzusammensetzung sowie das Stoffwechsel- und das Hormonsystem.

Langfristige Folgen wie Bluthochdruck, Diabetes, koronare Herzkrankheit, Gelenkerkrankungen und psychische Probleme können hinzukommen und das Symptom Müdigkeit wiederum weiter verstärken.

Wer unter Übergewicht leidet, sollte sich zunächst (eventuell zusammen mit einem Arzt) darüber im Klaren sein, welche Ursachen die Problematik hat. Oft reicht es schon aus, die Ernährungsgewohnheiten zu verändern und sich häufiger und regelmäßiger zu bewegen. Auch mit den Themen Diäten, Fasten & Co. sollten Betroffene sich auseinandersetzen.

Es gibt diverse auch unbekanntere und ambitionierte Methoden, wie etwa das Alternate Day Fasting (ADF), mit denen versucht werden kann, Übergewicht in relativ kurzer Zeit zu bekämpfen. Derlei Methoden eignen sich für alle, die mit konventionellen Reduktionsdiäten nicht zurechtkommen und verschiedene Methoden ausprobieren möchten.

7. Untergewicht

Genau wie Übergewicht kann auch Untergewicht zu einer ständigen Müdigkeit führen. Denn wer zu wenig Nahrung aufnimmt, verliert nach und nach geistige und körperliche Energie. Schlagen etwa gesunde Diäten in radikale Schlankheitskuren um und wird das Abnehmen zur Sucht, schlittern manche Betroffene vom einen in‘s andere Extrem und finden keine gesunde Mitte.

Häufig ist es allerdings nicht einfach, selbst zu erkennen, wann das Wenig-Essen zur Manie wird, die das Leben zu beherrschen droht. Denn es handelt sich dabei dann nicht nur um eine körperliche, sondern auch um eine psychische Erkrankung. Magersucht und Bulimie führen in letzter Konsequenz außerdem sogar zu lebensbedrohlichen Mangelzuständen – eine schleichende Erschöpfung und Müdigkeit sind nur ein Zeichen davon. Hilfe finden Betroffene meistens erst, wenn sie von außerhalb mehrmals auf ihre Lebensweise angesprochen werden und bereit sind, sich helfen zu lassen.

8. Bewegungsmangel

Von Unterforderung war schon einmal die Rede, genau wie von Übergewicht. Bewegungsmangel ist allerdings noch einmal ein eigenes, wichtiges Thema. Denn zu wenig Bewegung kann die Hauptursache nicht nur für ständige Müdigkeit, sondern für eine Vielzahl unterschiedlicher Leiden sein.

Denn wenn Kreislauf, Durchblutung und Stoffwechsel nicht angeregt und Gelenke und Muskeln nicht gefordert werden, erlahmen mitunter zahlreiche Körperfunktionen.

Die größte Gefahr bei vielfältig ineinandergreifenden Störungen, die bei Bewegungsmangel zu verstärkter Müdigkeit führen können ist dann auch noch ein gewisser Teufelskreis: Die Einsicht „Ich bin zu müde“ wird plötzlich zum Vorwand, sich noch weniger zu bewegen. Infolgedessen nehmen die Probleme zu.

Es ist daher wichtig, sich regelmäßig sportlich zu betätigen. Dies ist für gesunde, genau wie für kranke Menschen eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Bestreiten des Alltags.

9. Witterungseinflüsse

Auch die Witterung und die Temperaturen haben Einfluss auf die Wachheit, Müdigkeit und den Schlaf. So ist die Körpertemperatur beispielsweise ein selbstständiger Taktgeber:

Sobald es Zeit wird zu schlafen, sinkt sie am Abend ab. Dadurch wird man müde. Morgens wiederum steigt sie, damit man wach wird. An dunklen und grauen Tagen steigt somit bei vielen Menschen das Schlafbedürfnis. Wird diesem Bedürfnis nicht nachgegangen, führt das mitunter zu ständiger Müdigkeit.

Auch zu hohe Temperaturen beeinflussen die Fitness: Sie verlangsamen das Tempo und rufen Schwitzen hervor, wodurch der Körper Flüssigkeit verliert.

Ständige Müdigkeit Wetter Melancholie
Schlechtes Wetter schlägt ebenfalls aufs Gemüt und auf den Körper und macht abgeschlagen und müde. fotolia.de © Africa Studio (#141715171)

 

Auch das schwächt den Körper und macht ihn müde. Die sogenannte Wetterfühligkeit kann bei einigen Betroffenen sogar dazu führen, dass sie sich nicht dazu in der Lage fühlen, zu arbeiten. Als Maßnahmen dagegen raten viele Ärzte zu noch mehr Bewegung im Freien auch an vermeintlich „schlechten“ Tagen.

Ansonsten können die konkreten äußeren Schlafbedingungen, also etwa ein besseres Kopfkissen usw. einen guten Schlaf unterstützen.

10. Andere Umwelteinflüsse

  • Frische Luft ist wichtig, wenn es darum geht, gesund und munter zu bleiben. In geschlossenen Räumen ist es aber nicht etwa ein Mangel an Sauerstoff, der für Müdigkeit sorgt, sondern ein Überschuss an Kohlendioxid in der Luft. Dieses atmet der Mensch als Endprodukt des Sauerstoffwechsels ab. In ungelüfteten Räumen sammelt sich dieses natürlich vermehrt an und kann bei den sich in diesen Räumen aufhaltenden Personen zu anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit führen
  • Auch die Luftfeuchtigkeit ist wichtig, um vital zu bleiben. Zu trockene Luft kann zum Austrocknen der Schleimhäute der Atemwegsorgane führen, wodurch Krankheitserreger nicht mehr wirksam abgehalten werden können. Solch eine geschwächte Abwehr im Körper macht ihn müder und kann zu Infekten führen
  • Im Haus und an vielen Arbeitsplätzen kommen manche Menschen, die mit starken Reinigungs- und Lösungsmitteln arbeiten, nicht selten in Kontakt mit giftigen Kohlenwasserstoffen. Werden zum Beispiel Lösungsmitteldämpfe eingeatmet, können sie für Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit und auch für starke Müdigkeit sorgen.
  • Ebenso wie zu wenig kann auch zu viel Sport eine Belastung für den Körper darstellen, da der Körper nicht genug Zeit zum Regenerieren bekommt, ehe die nächste Sporteinheit startet.

 

Fallen Dir noch weitere Gründe für ständige Müdigkeit ein? Wie sind Deine Erfahrungen diesbezüglich? Hast Du Fragen? Ich freue mich über Deinen Kommentar!

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