Ist Kaffee gesund? Alles Wichtige über Kaffee

Kaffee gesund - In der French Press zubereitet

Ob Kaffee gesund ist, scheint ein ewiges Streitthema zu sein. Aber beginnen wir mit folgendem Szenario:

Deine Lieblingstasse steht vor Dir auf dem Tisch. Verschlafen reibst Du Dir noch die Schläfen und denkst über die Träume der vergangenen Nacht nach. Die Tasse verströmt ein mildes und erdiges Aroma, das direkt über die Geschmacks- und Riechsensoren ins Belohnungszentrum des Gehirns geht und dort ein freudiges Feuerwerk zündet. Vorfreude auf die gleich eintretende Wirkung macht sich in Dir breit – jeder Morgen wird durch dieses aromatische und wundersame Getränk versüßt…

Du nimmst einen ersten Schluck und der erdige Geschmack breitet sich im gesamten Mund aus, wärmt den Körper von innen heraus und vertreibt die Überreste der kalten Dusche (Morgenroutine) aus den Knochen. Du schlürfst so vor Dich hin, und nach wenigen Minuten macht sich ein Gefühl der Wachheit und Klarheit Körper bereit.

Der Tag kann beginnen!

Eine kleine Geschichte des Kaffee’s – So kanntest Du Kaffee noch nicht!

Kaffee ist schon ein erstaunliches Produkt. Noch vor wenigen hundert Jahren kannte das kaum jemand. Tatsächlich wurde er zufällig entdeckt, als äthiopische Hirten beobachteten, wie ihre Ziegen wie aufgedreht durch die Gegend sprangen, und zwar immer, nachdem sie von den Kirschen des Kaffeebaums genascht hatten. Sie probierten einige der Kirschen selber und derselbe Effekt, der die Ziegen in wenigen Minuten in die Höhe schnellen ließ, machte sich auch bei ihnen bemerkbar. Allerdings schmeckten diese Kirschen bzw. die grünen Kirschkerne absolut fürchterlich. Also brachten sie sie mit nach Hause und ihre Frauen rösteten die Kerne über dem Feuer. Die Kaffeebohnen wurden braun und aromatisch. Die Wirkung war dieselbe, der Geschmack um einiges besser. Der große Durchbruch geschah dann, als man die Bohnen nicht mehr aß, sondern sie zerkleinerte und mit heißem Wasser überbrühte.

Wir spulen vor ins Jahr 2018: Kaffee ist nach Erdöl das wichtigste Exportprodukt auf der Erde und wird fast überall auf der Erde täglich genossen. Die Deutschen trinken jeden Tag etwa 100 Millionen Tassen. Coffee gehört heute so selbstverständlich in unsere Gesellschaft wie Bier und Bratwürste, obwohl es bis vor Kurzem nicht bekannt war. Heute kann es sich jeder leisten und jeder trinkt es auch.

Wenn Du Dich sehr für Herstellung und weitere interessante Fakten von Kaffee interessierst, kann ich Dir diesen kleinen NDR-Beitrag sehr empfehlen:

Aber mehr und mehr wird Kaffee auch zu einem polarisierenden Getränk. Gerade in Zeiten des Gesundheitswahns wird Kaffee entweder in den Himmel gelobt oder verteufelt. Die einen sagen, man werde damit gesund 100 Jahre alt, andere behaupten dagegen, er erhöht das Risiko für Herzinfarkt.

Was stimmt an diesen Gerüchten und Halbwahrheiten? Was sagt ein Experte zu Kaffee? Was sagt die Wissenschaft? Ist Kaffee gesund oder nicht? Und wie kann ich mit einfachen Tricks das Beste aus meinem Kaffee herausholen?

Der Kaffee-Leitfaden: Worauf ist bei gutem Kaffee zu achten?

Die einfache Frage, ob Kaffee gesund oder nicht ist, lässt sich leider nicht leicht beantworten. Unter manchen Umständen ist er ungesund, unter manchen Umständen ist Kaffee gesund – sehr gesund sogar.

Fangen wir an bei der Auswahl des richtigen Kaffees: Hier liegt schon ein entscheidender Punkt.

  • Achte auf Qualität und ziehe etablierten Markenprodukten den billigen Hausmarken für drei Euro pro Kilogramm vor. Bei Kaffee bekommt man in den meisten Fällen das, wofür man zahlt. Billiger Kaffee ist nicht nur geschmacklich eine Zumutung, sondern enthält auch sehr oft Rückstände von Schimmelpilzen und deren Toxine. Diese Toxine behindern den Energiefluss im Körper, lösen allergische Reaktionen aus, begünstigen Entzündungen im Körper und gelten als eine Ursache von Migräne.
  • Achte auf milden, schonend gerösteten Kaffee. Wenn möglich Fair-Trade und aus biologischem Anbau. So weißt Du sicher, dass keine chemischen Zusatzstoffe enthalten sind.
  • Der meiner Meinung nach beste, verträglichste und leckerste Kaffee auf dem Markt ist der von 360° Ehrlich Kaffee*. Die paar € mehr für den Kaffee sind es mir auch wert 🙂

Diese drei Punkte mochte ich zu Beginn loswerden. Sie bilden die Grundlage. Denn die Auswahl des richtigen Kaffee‘s sollten erster Stelle stehen, bevor wir mit der Argumentation anfangen, ob Kaffee gesund ist oder nicht. Kaffee mit Schimmelrückständen kann gar keine gesundheitlichen Vorteile bringen, und soll aus dieser Gleichung rausgelassen werden.

Meide daher diese Billigprodukte um jeden Preis und meide auch die Kaffeesorten, die Du auf irgendeine Art und Weise nicht verträgst. Gleich dazu mehr.

Nach diesen Grundlagen möchte ich Dir ein interessantes und anschauliches Fallbeispiel nennen, mit dem gerne argumentiert wird. Der Mythos der Hundertjährigen:

Ist Kaffee gesund? Hundertjährige geben erste Hinweise

Dan Buettner ist Journalist und arbeitet für National Geographic. In seinem Bestseller The Blue Zones* hat er sich Gegenden mit der weltweit höchsten Dichte an Hundertjährigen angeschaut – er suchte nach Gemeinsamkeiten und damit auch nach Ursachen, wie man gesund und glücklich 100 Jahre alt wird.

Die fünf wichtigsten Blue Zones, die in dem Buch genannt werden, finden sich in Loma Linda (USA), Sardinien, Okinawa, Griechenland und Costa Rica.

Er fand eines sehr schnell heraus: Die Hundertjährigen tranken fast alle reichlich Kaffee. Und mit reichlich meine ich 3 – 5 Tassen täglich. Interessanterweise hatten sie diesen Kaffee entweder selbst angebaut, oder zumindest selbst geröstet und gemahlen. In keinem Fall tranken sie günstige Hausmarken aus Rewe oder Aldi, sondern biologisch angebauten und schonend gerösteten Hochland-Kaffee.

Und mit diesem Punkt im Hintergrund überrascht es nicht, wenn wissenschaftliche Studien immer wieder betonen, dass guter Kaffee die Langlebigkeit unterstützt und, wenn richtig verwendet wird, ein durchaus gesundes Getränk sein kann. All dies werde ich gleich noch näher besprechen und in einem Leitfaden am Ende zusammenfassen.

Nach diesem interessanten Fallbeispiel möchte ich Dir nun alle Vorteile und Nachteile von Kaffee einmal zusammenfassen – nach aktuellem Stand der Wissenschaft:

Alle Vor- und Nachteile von Kaffee auf einen Blick

Nachteile von Kaffee:

Suchtpotential

Besonders im Zusammenhang mit Stress sorgt Kaffee für eine hohe Ausschüttung des Glückshormons Dopamin im Gehirn. Der gleiche Prozess, der auch bei Personen mit Computer- und Glücksspiel-Sucht beobachtet wird. In dem Sinn verwundert es nicht, dass Kaffee, im Übermaß genossen, abhängig macht.

Magenreizend

Nicht jeder verträgt Kaffee und Vielen schlägt er auf den Magen. Betroffenen möchte ich raten, auf schonend gerösteten Kaffee zurückzugreifen und, wenn trotzdem noch Magenbeschwerden vorliegen, auf Kaffee zu verzichten. Aber Reizstoffe enthält er in der Tat.

Talgfördernd

Inhaltsstoffe des Kaffees oder die infolge des Konsums gebildeten Hormone erhöhen bei einigen Betroffenen die Produktion von Talg in der Haut und fördern so Mitesser und Pickel. Der genaue Mechanismus ist noch nicht bekannt, aber wer hier empfindlich reagiert und einen Zusammenhang sieht, ist mit einem Verzicht auf Kaffee besser beraten.

Chronobiologisch riskant

Kaffee im Übermaß, direkt nach dem Aufstehen und am Abend unterbricht den sogenannten Tag-Nacht-Rhythmus  (Chronobiologie) unseres Körpers [17]. Die Folge können Müdigkeit am Nachmittag sowie Einschlaf- und Durchschlafprobleme in der Nacht bedeuten. Gesunder Schlaf wird so erschwert. Halte Dich daher bitte einen Leitfaden am Ende dieses Artikels.

Stressfördernd

Durch den hohen Koffein-Spiegel bildet die Nebennierenrinde die Stresshormone (Nor-)Adrenalin und Cortisol [6]. Diese sind mit für die wachmachende Wirkung des Kaffees verantwortlich und einige Leute reagieren empfindlich darauf, besonders in stressigen Zeiten, in denen auch so schon genug Stresshormone im Blut vorlegen.

Behindert die Energieproduktion

Wenn auf qualitativ minderwertigen Kaffee zurückgegriffen wird, besteht die Chance von Schimmelrückständen und sogenannten Mykotoxinen. Diese behindern in jeder einzelnen Zelle im Körper die Energiegewinnung – die Folgen können Trägheit, Müdigkeit, Autoimmunerkrankungen, allergische Reaktionen, Entzündungen im Körper und auch Migräne sein.

Migränefördernd

Entweder durch Mykotoxine oder durch die hormonelle Beeinflussung des Körpers durch das Koffein wird bei weiblichen Kaffeetrinkern immer häufiger eine Zunahme von Migräneanfällen beobachtet.

CO2-Verbrauch

Der Transport von Kaffee um die halbe Welt und dessen Verarbeitung verbraucht selbstverständlich eine ganze Menge fossiler Brennstoffe. Wer Wert auf seinen ökologischen Fußabdruck legt, sollte seinen Kaffee-Konsum überdenken (Ähnliches gilt für Äpfel aus Neuseeland).

Schwangerschaftsrisiko

Es wird Schwangeren geraten, auf Kaffee zu verzichten, um eine optimale Entwicklung des Embryos nicht zu behindern, aber auch, um das Suchtpotenzial nicht an das Baby weiterzugeben.

Dies sind die aktuell gültigen und anerkannten Nachteile eines (hohen) Kaffee-Konsums. Sie werden aufgewogen durch die zahlreichen Vorteile von Kaffee, sollten aber immer auch berücksichtigt werden:

Vorteile von Kaffee:

Cholesterinsenkend

Die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe im Kaffee, allen voran Chlorogensäure [9] und andere Polyphenole, senken erwiesenermaßen erhöhte Cholesterinspiegel.

Blutzuckersenkend

Durch verschiedene biochemische Prozesse im Körper (AMPK, Adrenalinbildung, Wärmebildung, [8]) kann Kaffee, besonders hochwertiger und schwarzer Kaffee, hohe Blutzuckerwerte senken.

Verbessert Insulinspiegel

Über die gleichen Mechanismen, über die Kaffee hohe Blutzuckerwerte senkt, werden auch die hohen Insulinspiegel bei Diabetikern positiv beeinflusst [16].

Verdauungsfördernd

Das weiß jeder, der schon einmal drei Tassen Kaffee auf nüchternen Magen getrunken hat. Im Darm kommt Einiges in Schwung [11]. Tatsächlich aktiviert er die Zellen im Dünndarm, die für die Darmmotilität (Darmbewegung) zuständig sind (Interstitielle Cajal-Zellen). So kommt, etwa durch einen Espresso nach dem Essen, die Verdauung in Gang, was auch beim Reizdarmsyndrom sehr hilft. Der Begriff „Detox Lebensmittel“ trifft auf guten Kaffee zu 🙂

Kann Verstopfungen beseitigen

Über denselben Weg kann auch eine Verstopfung (z.B. bei Reizdarmsyndrom) beseitigt werden, da die Darmträgheit beseitigt wird. Durch die leicht abführende Wirkung des Kaffees wird dieser Effekt noch verstärkt.

Konzentrationsfördernd

Besonders, wer nicht so häufig und nicht viel davon trinkt, wird diese Wirkung spüren: Kaffee macht wach, munter und klar im Kopf. Wer also gerade eine anstrengende Arbeit vor sich hat, die Konzentration steigern will und ein paar Stunden guten Fokus benötigt, greift gut und gerne auf Kaffee zurück.

Antioxidativ

Polyphenole aus der Pflanze zeigen in Studien allerlei positive Wirkungen auf den Blutdruck, die Darmgesundheit und ein starkes Immunsystem. Studien zufolge ist sogar Kaffee einer der, wenn nicht sogar die wichtigste Quelle von Polyphenolen in der westlichen Gesellschaft [12,5,7]. Die spricht einerseits für den Kaffee gesund, da wirklich viele Polyphenole enthalten sind, allerdings spricht dies auch gegen die normale westliche Ernährung. Denn sie enthält zu wenig Obst und Gemüse.

Beugt Alzheimer und Demenz vor

Dies wurde schon bei den Hundertjährigen in den The Blue Zones* beobachtet. Kaffee scheint über seine vielfältigen Wirkstoffe im Gehirn besonders bei älteren Menschen einem Verfall von Nervenzellen entgegenzuwirken und aktiv Alzheimer vorzubeugen [10]. Wie das genau geschieht, ist noch nicht vollständig geklärt.

Fettverbrennend

Wer seine Fettverbrennung ankurbeln möchte, seine sportliche Leistungsfähigkeit steigern oder einfach nur schnell abnehmen möchte, der greift auch gern auf Kaffee zurück. Denn durch Koffein und Adrenalin wird vermehrt Fett aus dem Fettgewebe freigesetzt und verbrannt [1-2,4 ,14].

Beugt Leberzirrhose vor

Kaffee aktiviert die Fettverbrennung, Durchblutung und bekämpft freie Radikale und Entzündungen im Körper. Dies führt dazu, dass sich in der Leber weniger Fett ansammeln kann. Das Risiko einer Fettleber sinkt ebenso wie das Risiko für Leberzirrhose [3]. Kaffee scheint also auch die Entgiftungsfähigkeit der Leber zu verbessern.

Appeithemmend

Ob das nun ein Vorteil oder Nachteil ist, sei mal dahingestellt. Aber Kaffee unterdrückt Hunger und Appetit und kann somit in einer Diät (Abnehmen ohne Diät) Hilfestellung leisten [15].

Das waren alle Vorteile und Nachteile von Kaffee auf einen Blick. Natürlich kann sich jeder damit selbst eine Meinung bilden, aber guter Journalismus erfordert immer die Betrachtung von beiden Blickwinkeln.

Wie genau macht Kaffee eigentlich wach? Was steckt da dahinter?

Exkurs: Warum Kaffee wach und munter macht
Einerseits wird durch die Inhaltsstoffe des Kaffees in der Nebennierenrinde, einer Drüse, die viele Hormone produziert, Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Beide sind aktivierende Stresshormone, die auf natürliche Weise besonders am Morgen gebildet werden, um uns wach werden aus dem Bett springen zu lassen. Das Adrenalin wird dann sehr schnell in Noradrenalin umgewandelt, ein Hormon, das für Fokus und klaren Kopf sorgt. Auf der anderen Seite ist da das Koffein:

Der Kaffeebaum bildet diesen Stoff eigentlich, um sich vor schädlichen Insekten und Bakterien zu schützen. Wir aber profitieren von diesem Stoff: Denn Koffein vertreibt aktiv Müdigkeit. Wie das? Müdigkeit hängt immer an einem Stoff namens Adenosin, der frei im Gehirn herumschwimmt. Je mehr Adenosin, desto müder sind wir. Im Laufe des Tages werden die Spiegel höher, am Abend erreicht es sein Maximum, und wir werden müde und gehen ins Bett. Nachts über wird es in Deinem Gehirn abgebaut und Du wachst morgens wieder erholt auf. Koffein sieht auf Molekülebene fast genauso aus wie Adenosin und verdrängt es so quasi von seinen Wirkorten.

Es verhindert so den Müdigkeits-Effekt von Adenosin. Dazu kommen Adrenalin und Noradrenalin mit – und Zack sind wir wieder wach! Nach diesem kleinen biochemischen Exkurs und nachdem alle Vorteile und Nachteile von Kaffee dargelegt wurden, muss die große und entscheidende Frage noch abschließend geklärt werden.

Ist Kaffee gesund?

Kaffeeleitfaden: Die 11 goldenen Regeln des gesunden Kaffeekonsums

Findige Leser haben dies schon herausgelesen: Kaffee ist gesund (nicht ungesund), unter gewissen Umständen, für gewisse Sorten Mensch, in gewissen Mengen und in gewisser Qualität.

Um daher das Beste aus Deinem Kaffee herauszuholen, die meisten Vorteile zu nutzen und die meisten Nachteile zu umgehen, möchte ich Dir nun einen Leitfaden mit einigen Faustregeln mit an die Hand geben. Denn mir geht es in diesem Blog nicht nur um Information, sondern auch um Praxis-Tipps, um Deinen Alltag zu erleichtern und gesünder zu gestalten:

  1. Weniger ist mehr: Lege Wert auf qualitativ hochwertigen Kaffee, der ein paar Euro mehr kostet, und trinke lieber weniger davon. Genieße ihn mit allen Sinnen.
  2. Die richtige Menge: Achte darauf, nicht mehr als zwei Tassen Kaffee täglich zu trinken. So minimierst Du die Ausschüttung von Stresshormonen und das Risiko, abhängig zu werden. Mit dem richtigen Kaffee sind zwei Tassen täglich absolut ausreichend und werden trotzdem nicht zu teuer.
  3. Zubereitung: French Press oder Kolbenmaschine. Ein klassischer Kaffeefilter aus Papier filtert viele gesunde Stoffe, zum Beispiel Chlorogensäure, aus dem Kaffeeextrakt heraus. Um also die meisten gesunden Stoffe in Deinem Kaffee später wiederzufinden, greife auch auf eine gute French Press oder eine Kolbenmaschine zurück.
  4. Mahlen nach Zahlen: Wenn möglich, kaufe den Kaffee in ganzen Bohnen und mahle ihn mit einer mechanischen oder elektrischen Mühle selber. So bleibt Dir das meiste und beste Aroma und Du minimiert das Risiko von Schimmelrückständen.
  5. Gesunder Schlaf: Schlafe gut und ausreichend* (mindestens 7 Stunden gesunder Schlaf pro Nacht), und versuche nicht, schlechten oder zu wenig Schlaf mit mehr Kaffee zu kompensieren. Dein Körper wird das nicht lange mitmachen.
  6. Morgenstund‘ hat Gold im Mund: Warte direkt nach dem Aufstehen am Morgen (Morgenroutine) im Idealfall eine Stunde, bis Du die erste Kaffeetasse trinkst. Der Hintergrund ist der, dass Dein Körper selbstständig lernen sollte, früh wach zu werden, ohne Kaffee. Mehr dazu findest Du in diesem Buch*.
  7. Regelmäßige Kaffee-Entwöhnung: Dieser Punkt liegt mir besonders am Herzen. Denn er macht nun einmal abhängig, nicht jeder verträgt ihn gut und Viele übertreiben es einfach nur. Die Lösung ist, eine Woche pro Monat komplett zu verzichten. Wenn Dir der Geschmack fehlt, dann greife auf koffeinfreien Kaffee zurück. So verhinderst Du, dass Du Dich zu sehr an Kaffee gewöhnst und ihn nicht mehr so sehr zu schätzen weißt. Es ist ein Luxusprodukt, für das Du dankbar sein solltest!
  8. Bei Reizmagen, Leaky Gut Syndrom, Durchfall, Migräne, Schwangerschaft oder starker Akne: Finger weg von Kaffee und lieber einen guten Tee trinken! Mein Lieblingstee am Morgen ist dieser Pu-Erh-Tee*.
  9. Kalte Dusche und gutes Frühstück: Dies hilft, damit Dein Körper auch ohne Kaffee früh in die Gänge kommt. Eine schöne kalte Dusche (Morgenroutine) und danach ein gesundes Frühstück mit ausreichend Proteinquellen kann Wunder wirken.
  10. Uhrzeit: Meide Kaffee besonders nach 14:00 Uhr und greife ab dieser Uhrzeit lieber auf guten Tee zurück, und einem Tag-Nacht-Rhythmus nicht zu sehr zu gefährden.
  11. Der gesündeste Kaffee: Schwarz, ohne Zucker und ohne Süßstoffe. Dass Zucker nicht gesund ist, muss ich hier nicht sagen. Süßstoff ist es allerdings auch nicht, da auch er negative Effekte im Körper nach sich zieht. Außerdem enthält der ideale Kaffee keine Milch, denn Milch verhindert, dass einige wichtige Vitalstoffe aus dem Kaffee im Darm aufgenommen werden können.

Um eines klarzustellen: Das sind keine Regeln, die ich Dir auferlegen möchte. Tu dies, lass das. Nein, so soll es nicht sein!

Aber die jahrelange Erfahrung, die Betreuung zahlreicher Klienten und die Wissenschaft haben mit der Zeit ein eindeutiges Bild ergeben, für wen Kaffee eine schlechte Idee ist und wie er am besten genutzt wird. Denn, wie gesagt, unter diesen Umständen ist Kaffee gesund – er ist in der Tat ein gesundes und tolles Produkt und auch ich genieße meine gelegentliche Tasse sehr.

Fazit – Ja, Kaffee gesund, aber Du solltest ihn optimal nutzen

Ist Kaffee gesund? Dieser Frage bin ich heute eingehend nachgegangen und habe dabei sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse, biochemische Grundlagen als auch die jahrelange Erfahrung mit zahlreichen Klienten einfließen lassen. Das alles ist im Leitfaden am Ende dieses Artikels zusammengefasst. Mit ihm kannst Du jeden Tag Kaffee gesund und optimal nutzen.

Hast Du noch weitere Fragen? Hast Du eine interessante Erfahrung gemacht, die Du gerne teilen möchtest? Teile sie mir doch unten in den Kommentaren mit!

Mein Lieblingskaffee aktuell ist der von Lebensbaum in Bio-Qualität und Fairtrade*. Diesen kann ich Dir sehr empfehlen 🙂

 

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Quellenverzeichnis

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6 Idee über “Ist Kaffee gesund? Alles Wichtige über Kaffee

  1. Antje sagt:

    Hallo Martin Auerwald,
    du bist Biochemiker: Mich interessiert EM s = effektive Mikroorganismen. Hast du diese in ihrer Wirkung schon näher betrachtet? Und sie sind fermentiert. Und sie sind auch zum Einnehmen für die Darmflora außer Nutzung im Garten und Haushalt. Mich interessiert wie wirken sie auf die Darmflora? Sind diese für jeden gut ? Wozu sind sie in der Darmgesundheit fähig ? Und Können die EM s auch Gifte wie Bleichmittel, Arsen, Glyphosat umwandeln? im Wasser oder im Boden??Ich würde mich über eine Antwort über kurz oder lang freuen Lieben Gruß Antje Scholze

    • Martin Auerswald sagt:

      Hey Antje,
      eine sehr interessante Frage. Mit EM’s habe ich mich im Zuge von Kompost und Abbau von Biomasse beschäftigt, noch nicht hinsichtlich Einnahme als Probiotika. Dafür sind sie aber auch nicht gedacht: Sie werden zum Kompostieren verwendet (um 60°C, also zu warm für den Menschen), zur Bodenaufbereitung (0-20°C, zu kalt für den Menschen), und in der Lebensmittelindustrie zum Fermentieren von Nahrungsmitteln. Ich finde, probiotische Nahrungsmittel wie fermentiertes Gemüse, Apfelessig, Joghurt, Kombucha, Kefir etc., diese Probiotika sind für den Menschen ideal und gut erforscht. Diese sind für die Darmgesundheit unerlässlich, und können Giftstoffe binden und ausleiten 🙂
      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage.
      Gruß Martin

  2. Fabian Dittrich sagt:

    Hallo Martin,

    im Artikel schreibst Du: „Kaffee im Übermaß, direkt nach dem Aufstehen und am Abend unterbricht den sogenannten Tag-Nacht-Rhythmus (Chronobiologie) unseres Körpers.“

    In der verlinkten Studie [17] kann ich dazu jedoch nichts finden. Mir steht leider nur das Abstract zur Verfügung. Dort wird im Ergebnis von Koffein am Abend abgeraten. Das ist ja nichts Neues. Steht das mit der Unterbrechung des Tag-Nacht-Rhythmus im full text? Mir geht es vor allem darum, dass ich in deinem Text das zum ersten Mal gelesen habe und ich bisher morgens gerne Koffein und Kaffee zu mir genommen habe.

    Liebe Grüße
    Fabian von Schlafonaut

    • Martin Auerswald sagt:

      Hallo Fabian,
      ich gebe zu, „unterbrechen“ ist hart formuliert 🙂 Aber Kaffee am Morgen und am Abend wirkt sich auf Cortisol und Melatonin aus, und diese zwei Hormone sind maßgeblich für die Chronobiologie. So gesund und lecker Kaffee auch ist, muss man sich darüber im Klaren sein, dass er zur Ausschüttung von Cortisol führt und im Übermaß (und wer sensibel reagiert) den Schlaf negativ beeinflusst. Das steht so auch in der Studie, die aber leider nicht mehr für Jedermann zugänglich ist. Elsevier hat da leider umgestellt. Optimal wäre, früh nach dem Aufwachen ohne Koffein als Stimulanz wach und fit zu werden – nur durch natürliche chronobiologische Stimulanzien wie die Sonne, Kälte, körperliche Bewegung, und soziale Interaktion. Das schreibe ich auch deswegen so überspitzt, weil ich genügend Menschen und Klienten kenne, die früh ohne ihre 1-2 Tassen Kaffee nicht wach werden. Hier hat sich (neben eines Magnesiummangels und einer Nebennierenschwäche bei den meisten) der chronobiologische Rhythmus komplett ver-rückt und der einfachste Weg, das wieder gerade zu biegen ist ein harter Kaffee-Entzug für eine Woche.
      Ich hoffe, das beantwortet Deine Frage 🙂
      Viele Grüße,
      Martin

    • Martin Auerswald sagt:

      Hallo Erwin,
      Der Kaffee- und Koffeinkonsum hängt invers mit der Sterblichkeit bei Nierenerkrankungen zusammen – Kaffee wirkt hier also vorbeugend. Sollte also prinzipiell in Ordnung sein, und schonend gerösteter Bio-Kaffee ist eigentlich ein gesundes Nahrungsmittel, auch für die Niere. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30215779)
      Aber eine definitive Empfehlung möchte ich hier aus rechtlichen Gründen nicht geben, da bei Stadium 3 mein medizinisches Wissen aufhört 🙂 laut Wissenschaft sollte genannter Kaffee in moderaten Mengen kein Problem sein.

      Viele Grüße,
      Martin

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