Sonnenschutz – Diese 17 Nahrungsmittel schützen vor Sonnenbrand!

Sonnenschutz durch gesunde Ernährung - (c) Depositphotos @Zoomteam

Sonnenschutz durch Ernährung – Diese Nahrungsmittel schützen Deine Haut!

Endlich Urlaubszeit! Wenn es Dir geht wie vielen anderen Entspannungs- suchenden, stellst Du Dir den Start Deiner Reise in etwa so vor:

  • Ankommen, ins Hotel einchecken, an den Strand und in die Sonne legen. Tief Luft holen und entspannen. Den Urlaub hast Du dir schließlich verdient und hart erarbeitet.

Während Du gemütlich am Strand liegst, beginnen Deine Sinne dem rhythmischen Rauschen des Meeres, dem Gesang der Möwen und den spielenden Kindern zu folgen – weitab in friedliche Gefilde. Und während Dich die harmonische Geräuschkulisse Deiner Umgebung in immer tiefere Entspannung fallen lässt, döst Du friedlich weg….

BIS Du Stunden später durch den versehentlichen Tritt eines anderen Urlaubers ruckartig wieder in die bittere Realität zurückgestoßen wirst.

Ist der Fremde blind? Nein. Er hat Dich schlichtweg übersehen.

Denn Deine vom grellen Sonnenlicht gerötete Haut ist nicht länger vom knallroten Badetuch zu unterscheiden, auf dem Du eher die Figur eines Hummers machst, als jene eines braungebräunten Strandhasen.

Autsch! Der Urlaub fängt ja gut an…

WIE DU SONNENBRÄNDE VERHINDERST UND IM NOTFALL BLITZSCHNELL ÜBERWINDEST

Die kleine Anekdote, die ich zu Beginn dieses Artikels mit Dir teilen wollte, zielt auf das altbekannte Thema Sonnenschutz ab.

Sonnenschutz ist eine kontroversere Angelegenheit, als manch einer denkt. Wenn wir auf die lauten Werbeversprechen der Medien hören, ist die Sache mit dem Auftragen (teils teurer) Sonnencremes gegessen – der gesunde Menschenverstand jedoch gleich mit.

Denn während wir uns unhinterfragt mit Mixturen zukleistern, die so künstlich sind wie der Lack auf unseren Autos, wird uns vorsätzlich vorenthalten, dass unser Körper über eigene Sonnenschutz-Mechanismen verfügt, welche die meisten Sonnenschutzmittel aus dem örtlichen Drogeriemarkt ganz schön alt aussehen lassen.

Der einzige Haken an der Sache ist, dass wir diesen hauseigenen Sonnenschutz erst einmal aktivieren müssen. Genau darum wird es im heutigen Artikel gehen.

Wenn Du die nächsten Zeilen aufmerksam gelesen hast, wirst Du wissen, mit welchen Tricks Du Deine Haut mit einer natürlichen Teflonschicht beschichtest UND wie Du Deinen Körper so umprogrammierst, dass Du etwaige Sonnenbrände in Windeseile abheilen kannst.

Klingt das gut? Dann mal los:

Hinweis: Wenn Du schon viel über Sonnenschutz und UV-Strahlung weißt, dann kannst Du direkt zum Kapitel „Den hauteigenen Sonnenschutz durch Nahrung verstärken“ springen, wo ich Dir einige unbekannte Tricks zeigen werde.

UV-STRAHLEN – DIE Grundlagen

Sonnenstrahlen ist einer der größten umweltbedingten Stressoren für Deine Haut und führt im Übermaß zu Sonnenbrand, vorzeitig alternder Haut – und Hautkrebs. Die relevanten Strahlen sind die UV-A, UV-B und UV-C. UV-C-Strahlen werden jedoch von der Erdatmosphäre abgefangen.

UV-Strahlen sind sehr kurzwellig, das bedeutet, sie wechselwirken nur mit Deiner Haut, nicht mit tiefer liegendem Gewebe.

Was machen UV-Strahlen auf Deiner Haut?

Sie wirken auf zwei Weisen:

  • Da UV-Strahlen sehr energiegeladen sind, erzeugen sie nach Auftreffen auf Deine Haut freie Radikale, die Deine Zellmembranen, Proteine und die DNA angreifen.
  • Die UV-Strahlen können auch direkt mit der DNA reagieren und sie beschädigen (so entsteht im schlimmsten Fall Hautkrebs)

Welcher Hauttyp bist Du?

Du hast sicher schon einmal von Hauttypen gehört. Diese sind genetisch bedingt. Skandinavische Hauttypen haben helle Haut und vertragen weniger Sonne, südlandische Hauttypen hingegen haben von Natur aus eine höhere Sonnen-Toleranz.

Um herauszufinden, welcher Hauttyp Du bist, google einfach mal „Hauttyp Sonne“.

Das Interessante: Jeder Hauttyp hat eine ungefähre Zeitspanne, die er ohne Sonnencreme in der Sonne bleiben kann, bevor die Haut Schaden nimmt. Diese Zeit multiplizierst Du dann mit dem Sonnenschutzfaktor Deiner Sonnencreme. Nun weißt Du, wie lange Du mit Sonnencreme, abhängig von Deinem Hauttyp, in der Sonne bleiben kannst.

Danach solltest Du Dich erneut eincremen. Daher ist Menschen mit einem hellen Hauttyp auch ein hoher Lichtschutzfaktor (30-50) zu empfehlen.

Funfact: Vor 40 Jahren war der höchstmögliche Sonnenschutzfaktor 6-8. Heute ist es schwer, noch eine Sonnencreme unter 30 zu bekommen.

Welche Inhaltsstoffe sollten Pflegeprodukte enthalten, welche nicht?

  • Achte darauf, dass Deine Sonnencreme Titandioxid enthält, kein Aluminium. Entgegen vieler Meinungen wird Titandioxid nicht vom Körper aufgenommen, es reflektiert lediglich die Sonnenstrahlen
  • Achte darauf, dass Deine After-Sun-Lotion/Bodylotion (für nach-der-Sonne) Vitamin E/Tocopherol und Vitamin B3/Niacin enthält, beides beschleunigt die Hautregeneration beträchtlich
  • Glycolsäure ist in vielen Pflegeprodukten enthalten (engl. Glycolic acid), es macht Deine Haut empfindlicher gegen UV-Licht. Besser meiden30.

Was gilt es in der Sonne zu beachten? Ein paar Tricks für natürlichen Sonnenschutz

  1. Wenn Du noch nicht an die Sonne gewöhnt bist, arbeite Dich langsam heran: Geh vormittags 30-60 Minuten mit Deinem ganzen Körper in die Sonne und creme Dich danach erst ein. Das hat auch den Hintergrund, dass Sonnencreme die Bildung von Vitamin D fast komplett verhindert. Auf diese Weise deckst Du Deinen Vitamin D-Bedarf, riskierst keinen Vitamin D-Mangel und gewöhnst Dich an die Sonne. Diese 30-60 Minuten verlegst Du im Laufe des Sommers/Urlaubs immer mehr Richtung Mittag/Nachmittag.
  2. Auch an bewölkten Tagen eincremen! UV-A und UV-B-Strahlen gelangen auch durch die Wolkendecke und können Dir schaden
  3. Im Wasser oder mit Schweiß auf der Haut wirken die Sonnenstrahlen stärker: Wasser reflektiert Sonnenstrahlen und im Wasser wirst Du quasi von oben und unten gegrillt. Außerdem wirkt Schweiß/Wasser auf Deiner Haut wie tausend kleine Lupen, die Sonnenstrahlen auf der Haut bündeln. Wenn Du schon einmal mit einer Lupe und der Sonne ein Blatt Papier zum Brennen gebracht hast, weißt Du, was ich meine. Der Sonnenschutzfaktor sinkt dadurch und Du solltest Dich früher wieder eincremen.
  4. Viel Trinken! Sonnenstiche entstehen durch zu viel Sonne, die den Kopf „aufheizt“, plus zu wenig Wasser als interne Kühlflüssigkeit für den Kopf
  5. Manche Medikamente machen die Haut UV-sensitiver, also sprich Dich bitte mit deinem Arzt vorher ab : Tetrazykline, Sulfonamide, Thiazide und andere Diuretika, orale Kontrazeptiva, manche Diabetes-Medikamente;

Bis hierher war das Meiste für Dich wahrscheinlich nichts Neues. Wenn Du jetzt gelangweilt bist, entschuldige bitte. Aber es wäre von uns grob fahrlässig, diese „Grundlagen“ nicht anzusprechen. Ich verspreche Dir, in den nächsten Minuten wirst du viel Nützliches lernen.

DEN HAUTEIGENEN SONNENSCHUTZ DURCH NAHRUNG VERSTÄRKEN: SO GEHT’S!

Wie bereits beschrieben, wirken UV-Strahlen über freie Radikale und DNA-Schäden. Erster Ansatzpunkt ist daher, die sogenannte antioxidative Kapazität Deiner Haut und die DNA-Reparatur zu verstärken6:

Carotinoide

Diese chemische Nährstoff-Klasse wird vom Körper bevorzugt in die Haut eingelagert und neutralisiert freie Radikale. Die wichtigsten Carotinoide in abnehmender Effektivität:

Astaxanthin* (als Kapsel 12mg täglich)1-2

Lycopen (enthalten in Tomaten, die Bioverfügbarkeit steigt, wenn die Tomaten erhitzt wurden). Lycopen ist ein Grund, warum Du im Sommer so Lust auf Tomaten bekommst. Dein Körper möchte Dir etwas mitteilen  🙂 3-4

beta-Carotin (enthalten in Karotten, Kürbis, Kohl, Spinat, Süßkartoffeln)1-2

Lutein und Zeaxanthin (enthalten in Eiern und Innereien)

Vitamine (werden auch bevorzugt in die Haut eingelagert)

Vitamin E (Tocopherol), enthalten in Pflanzenöl, Nüssen (Mandeln!), Avocados und Eiern7,13

Vitamin C (Ascorbinsäure), enthalten in Obst und Gemüse. Bereits 180mg Vitamin C pro Tag erhöht Deinen hauteigenen UV-Schutz um 37%8

Vitamin B3 (Niacin) aktiviert die DNA-Reparatur und wird schon seit langem in der Dermatologie dafür eingesetzt. Enthalten in Pilzen und allen Arten von Fleisch und Fisch9-12

Polyphenole17: Die besten Quellen

  • Kakao (dunkle Schokolade und roher Kakao konnten in einer Studie die UV-Toleranz der Haut verdoppeln!)14-15
  • Beeren (je dunkler und je mehr, desto besser)16
  • Grüntee18-19
  • Kaffee (s. Ist Kaffee gesund?)
  • Granatapfel21

Körpereigenes Sonnenschutz: Glutathion

Glutathion ist Dein hauseigener Radikalfänger und unglaublich effektiv. Mehr Glutathion bekommst Du durch folgende Nährstoffe:

  • Cystein (reichlich enthalten in Whey-Protein)
  • Selen (enthalten in Innereien, Eiern und Paranüssen, wichtiger Mineralstoff)
  • Kupfer (enthalten in Leber und Kakao)
  • sowie Vitamin A&E22

Neben der Unterstützung körperinnerer Schutzmechanismen ist der zweite Ansatzpunkt natürlich eine stärkere Reflexion der UV-Strahlen durch die Haut durch externe Hilfe (Sonnencreme, enthält Titandioxid).

Die in Punkt 1 aufgeführten Carotinoide wirken in der Haut auch dadurch, dass sie UV-Strahlen einfach reflektieren.

SONNENBRAND – WAS PASSIERT DABEI IM KÖRPER?

Ein Sonnenbrand ist nichts anderes als eine Entzündungsreaktion, bei der geschädigte Zellen abgestoßen werden (die Haut schält sich) und die Haut sich regeneriert.

Außerdem bildet der Körper als zukünftigen Schutz das Pigment Melanin (das ist der Grund, warum Du im Laufe des Sommers braun wirst).

Wenn wir also wissen, dass bei einem Sonnenbrand Entzündungsprozesse ablaufen, ist die logische Reaktion darauf, genau diesen Prozess abzudämpfen und schnell abklingen zu lassen. Wie stark eine Entzündungsreaktion ausfällt, ist vom Verhältnis Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren im Körper abhängig.

Dieses Verhältnis ist in der heutigen Bevölkerung viel zu hoch (ca. 20:1 im Vergleich zum natürlichen Verhältnis 3:1). Daher kann das Ausmaß der Entzündung/Sonnenbrand vermindert werden, indem dieses Gleichgewicht wieder ins Lot gerückt wird.  Es gilt:

Weniger Omega-6-Fette essen

Reduziere fettes Fleisch aus Massentierhaltung sowie die folgenden pflanzlichen Öle und daraus hergestellte Lebensmittel: Sojaöl, Sonnenblumenöl, Distelöl. Iss lieber mehr gesunde Fette.

Mehr Omega-3-Fette essen23-25

Wichtige tierische Omega-3-Fettsäuren Lebensmittel sind Fisch sowie Eier und Fleisch aus Bio-Haltung. Aus dem Bereich der Öle empfiehlt sich hochwertiges natives Olivenöl oder Kokosöl*.

Leinsamen und Chiasamen enthalten ebenfalls sehr viel Omega-3-Fettsäuren, die zwar nicht in den Körper eingebaut werden können wie tierische Omega-3-Fette, aber immerhin gegen Entzündungen wirken.

Wichtig: Rapsöl ist zwar auch ein gutes Omega-3-Fettsäuren Lebensmittel, aber von Rapsöl halte ich auch aus anderen Gründen nicht viel: Es ist nicht hitzestabil (beim Kochen) sowie hochgradig gezüchtet und verarbeitet. In der Natur ist Raps sogar hochgradig giftig.

Weitere Nahrungsmittel mit entzündungshemmenden Eigenschaften:

    • Curcuma* (Curcumin)
    • Olivenblattextrakt (Oleuropein)26

Reparatur der Haut

Das wichtigste Eiweiß in Deiner Haut, einem Bindegewebe, ist das Kollagen*. Dieses wird durch Sonne genauso geschädigt und muss repariert werden.

Ein Grund für Falten ist nachlassende Elastizität von Kollagen*. Eine effektive Möglichkeit dem vorzubeugen ist, Kollagen* aus Fleisch-/Knochenbrühe oder einfach als Nahrungsergänzung in Verbindung mit Antioxidantien5.

Milchprodukte – gut oder schlecht für die Haut?

Der Vollständigkeit halber ein paar Sätze zu Milchprodukten, da Viele behaupten, es wäre schlecht für die Haut. Andere hingegen schwören auf Milchprodukte für gute Haut.

In der wissenschaftlichen Literatur bin ich nicht fündig geworden, jedoch vertrete ich die Meinung, dass fermentierte Milchprodukte (Joghurt, Kefir, Buttermilch) in geringen Mengen ok sind, wenn sie gut vertragen werden. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Verträgt Dein Körper Milchprodukte nicht, d.h. reagierst Du allergisch darauf – Entzündungsreaktion – oder verdaust sie nicht anständig, dann richten sie Schaden im Körper an – Entzündungsreaktion – was sich wiederum im Hautbild zeigt. In dem Fall würde ich Dir von Milchprodukten abraten.

NOTFALLPLAN – SO BEKÄMPFST DU sofort STARKEN SONNENBRAND!

    • Zuerst lauwarm duschen! Das entzieht der Haut überschüssige Wärme.
    • Aspirin (da ein Medikament, bitte nur in schlimmen Fällen verwenden. Jedoch in seiner entzündungshemmenden Wirkung sehr zuverlässig)27-28
    • Ibuprofen
    • Joghurt-Gurken-Püree (wirksame Mischung, um der Haut überschüssige Wärme zu entziehen und beruhigt die Haut)29
    • Aloe Vera (reines Aloe-Vera-Gel ist sehr wirkungsvoll, als Bestandteil in Cremes jedoch nicht)31-32
    • Apfelessig (als Handtuch-Kompresse)

Ausführliche Reviews zum Thema Sonne und Haut findest Du in englischer Sprache unter [33] und [34].

 

Zusammenfassend: Diese Nahrungsmittel und Ergänzungen erhöhen Deinen körpereigenen Sonnenschutz

Ergänzungen:

  1. Astaxanthin*
  2. Kollagen*
  3. Curcumin*

FAZIT – DEIN KÖRPER ENTFALTET BEEINDRUCKENDE SCHUTZMECHANISMEN, WENN…

…Du ihm gibst, was er braucht. Unverarbeitete Lebensmittel in ihrer natürlichen, buntgemischten Vielfalt.

Das Thema Sonnenschutz ist mal wieder ein super Beispiel dafür, dass gar nicht so viel Hokuspokus hinter vielen hier genannten Tricks steckt. Im optimalen Zustand verfügt unser Körper über überraschende und teils mächtige Werkzeuge gegen alltägliche Probleme wie z.B. Sonnenbrand.

Eine gesunde Ernährung als Basis ist daher der wertvollste Sonnenschutz überhaupt.

Ein sehr einfaches und bewährtes System, um eine gesunde Ernährung umzusetzen, ist die Paleo Ernährung, bestehend aus Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Kräuter, Samen, Nüsse. Wenn Du dieses Online-Magazin schon ein wenig länger liest, hast Du bestimmt schon einmal davon gehört.  😉

Bis dahin viel Spaß beim nächsten Sonnenbad!

 

PS: Diese Beiträge könnten Dich ebenfalls interessieren:

Quellenverzeichnis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.