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Corona Schnelltest: Wie zuverlässig ist das Ergebnis?

von Martin Auerswald, M.Sc.
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Junge Frau hält Corona Schnelltest in der Hand

Seit Beginn der Pandemie vor etwa zwei Jahren gehören Corona Schnelltests zum alltäglichen Leben dazu. Am Arbeitsplatz ist die regelmäßige Durchführung von Tests oft verpflichtend. Selbst an Schulen testen sich die Kinder mit den Schnelltests auf eine mögliche Covid-19 Infektion. In öffentlichen Einrichtungen wird ebenfalls oftmals ein negatives Testergebnis als aussagekräftiger Nachweis verlangt.

Unspezifische Symptome wie Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen sind ein weiterer Anlass, um sich zu testen. In solchen Fällen werden verschiedene Antigen Schnelltests zu Hause durchgeführt, um zwischen Covid und einer Erkältung zu unterscheiden.

Frau mit Taschentuch und einer Tasse Tee auf heller Couch

Unspezifische Symptome schaffen noch keine Klarheit über die Ursachen (z.B. eine Virusinfektion). Ein Test kann Klarheit schaffen.

Das Stichwort ‘Validität’ oder ‘Zuverlässigkeit’ spielt bei der Verwendung von Corona Schnelltests eine grundlegende Rolle. Als Verbraucher möchte man sich auf das Ergebnis verlassen können. Stichproben haben jedoch ergeben, dass nicht alle Tests in gleichem Maße zuverlässig sind. Eine kurze Gegenüberstellung der verschiedenen Testvarianten soll Aufschluss über ihre Verlässlichkeit geben.

Erfahre in diesem Beitrag, wie Corona-Schnelltests funktionieren und wie zuverlässig deren Ergebnis ist.

 

Wie zuverlässig ist das Ergebnis? Schnelltests im Vergleich

Ende letzten Jahres wurden handelsübliche Corona Schnelltests auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüft. Die Kontrolle erfolgte stichprobenartig. Ausführende Instanz war das Paul-Ehrlich-Institut. Neben der Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen ist das Institut für die Zulassung von Medikamenten, medizinischen Geräten und Therapieformen verantwortlich.

In Deutschland sind unterschiedliche Schnelltests (Nasal-, Oral- und Spucktests) im Handel verfügbar. Sie werden in europäischen und asiatischen Ländern sowie in den USA hergestellt. Das entscheidende Kriterium für die Klassifizierung der Tests war ihre Sensitivität. Sie gibt an, bei welcher Viruslast die Tests ein positives Ergebnis anzeigen. Anstelle von Sensitivität eignet sich die Formulierung ‘Testfähigkeit’.

Bei der Qualitätskontrolle sollten die Tests eine Sensitivität von mindestens 75 % aufweisen. Dieser Richtwert wurde vom RKI bestimmt. Überdies wählten die Zuständigen Nasaltests als Testmaterial aus, um einheitliche Ergebnisse zu bekommen.

Junge Frau hält zwei Schnelltests in der Hand

Aufgepasst beim Schnelltest-Kauf – der Vergleich lohnt sich!

Insgesamt wurden 122 Schnelltests in die Stichprobe mit einbezogen. Die Auswertungen des Paul-Ehrlich-Instituts stuften nur 96 von ihnen als zuverlässig ein. Die Testsieger mit einer hohen Sensitivität schlugen bereits bei einer geringen Viruslast an, wenn sich die Erkrankung im Anfangsstadium befindet. Selbst symptomfreie Verläufe konnten mithilfe solcher Tests ermittelt werden.

Bei anderen Schnelltests wurden Infektionen nicht frühzeitig genug angezeigt. Besonders mangelhafte Produkte schlugen bei positiven Speichelproben überhaupt nicht an. Testpersonen erhielten trotz Erkrankung ein negatives Ergebnis und verbreiteten das Virus unbemerkt weiter.

 

Was wird gemessen und wie funktioniert ein Schnelltest?

Während PCR-Tests Genfragmente des Virus nachweisen und damit vor allem qualitativ sind (Viren da oder nicht), sind die Schnelltests qualitativer und quantitativer Natur. Das heißt, ein positives Ergebnis wird erst ab einer bestimmten Virenlast angezeigt. Das hat den Tests jetzt und in der Vergangenheit viel Kritik eingebracht, da die Sensitivität nur begrenzt ist.

Außerdem ist die Virenlast von vielen Faktoren abhängig – neben dem Vorhandensein auch von der Immunkompetenz der beteiligten Personen. So konnten Studien u.a. zeigen, dass die Einnahme von Vitamin D oder auch CBD-Öl die Viruslast drastisch reduziert.

In jedem Fall sind die Corona Schnelltests zweckmäßig, um einschätzen zu können, ob jemand Corona-positiv und damit unter Umständen ansteckend ist oder nicht.

Wie funktioniert so ein Schnelltest? Im Falle einer Infektion sind auch Viren oder Virusfragmente im Mund-Rachen-Raum nachweisbar, also auch in den Nasenschleimhäuten und im Speichel. Es wird also ein Abstrich von der Nase gemacht, oder mit Speichel gearbeitet. Im Schnelltest sind nun Antikörper (Proteine), die spezifisch gegen Proteine des Coronavirus binden. Sobald sie das tun, ändern sie ihre 3D-Struktur und aktivieren ein zweites Protein, das wiederum einen Farbstoff freisetzt. Ein Strich erscheint – der Test zeigt das Ergebnis “positiv” an.

 

Welche Schnelltests sind für Laien empfehlenswert?

Auf dem deutschen Markt sind die fehlerhaften Tests nicht mehr erhältlich, können jedoch noch online bestellt werden. Folglich müssen Verbraucher wissen, woran sie einwandfreie Tests erkennen.

Ab Frühjahr 2022 durchlaufen die Tests eine Kontrolle, um auf ihre Wirksamkeit hin geprüft zu werden. Vorher gelangen sie noch nicht in den Verkauf. Diese Regel soll europaweit eingeführt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sind allein die Hersteller für die Zertifizierung ihrer Produkte zuständig.

Beim Kauf sollten sich Kunden deshalb an den Vorgaben des RKI oder des Paul-Ehrlich-Instituts orientieren oder sich in der Apotheke oder auch beim Hausarzt professionell beraten lassen. Das Fachpersonal kann Auskunft darüber geben, welche Tests unbedenklich sind. Adäquate Laientests sollten ein anerkanntes Gütesiegel tragen und/oder von einem deutschen Hersteller stammen.

Von Tests aus chinesischen Produktionsstätten ist nicht grundsätzlich abzuraten. Das Paul-Ehrlich-Institut prüfte einen Schnelltest aus China, dessen Sensitivität als gut bis sehr gut eingeordnet wurde. Gleichzeitig befanden sich unter den mangelhaften Tests Produkte aus Europa. Das Herkunftsland ist somit nur ein Kriterium von vielen.

Weitere Infos rund um das Thema zuverlässige Selbsttests findest Du auch an anderer Stelle auf unserer Website. Mittlerweile wurden Corona Schnelltests für die Früherkennung von Infektionen mit der neuartigen Omikron-Variante konzipiert. Der Schwerpunkt des Angebots liegt auf Nasaltests. Mit einigen Ausführungen können Abstriche im Nasen- oder im Rachenraum gemacht werden.

Junger Mann lässt PCR-Test durch Fachpersonal an sich vornehmen

Wer hohe Zuverlässigkeit sicherstellen möchte, ist mit einem PCR-Test gut beraten.

Das verlässlichste Ergebnis erhalten Testpersonen bei einem PCR-Test. Für PCR-Tests musst Du in der Regel eine Apotheke oder Deine hausärztliche Praxis aufsuchen – oder in ein Test-Center gehen. Dort wird Dir aus dem Hals oder der Nase Schleimhautabstriche entnommen. Die medizinisch geschulten Mitarbeiter schicken die Proben ins Labor, wo sie auf Antigene gegen Covid-19 untersucht werden.

Aus diesem Grund gelten PCR-Tests als ‘Premiumvariante’. Dementsprechend teurer sind sie auch und werden nur kostenlos angeboten, wenn ein nachweislicher Grund vorliegt, wie z.B. bei Symptomen oder dem Kontakt mit infizierten Personen. PCR-Tests zur reinen Vorbeugung oder als Nachweis für Auslandsreisen werden nicht erstattet und die Kosten müssen von der getesteten Person selbst getragen werden.

 

Fazit

Der Schnelltest – ob als PCR-Test in einer Apotheke, bzw. einem Testzentrum oder als Laientest zu Hause durchgeführt – bietet eine solide Möglichkeit sich Vergewisserung über den eigenen Corona-Infektionsstatus zu verschaffen und, ob man potenziell ansteckend ist oder nicht.

Aktuell werden sie benötigt, um am sozialen oder beruflichen Leben teilzunehmen. Dieser Beitrag sollte einen Überblick verschaffen, wie diese Corona Schnelltests ablaufen und was es grob zu wissen gibt.

 

Was wir übrigens schon seit Beginn der Pandemie empfehlen, ist die Stärkung Deines Immunsystems!

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