Rote Beete „en papillote“

Einfach und ursprünglich in Folie gebacken

von Felix Glaser
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Rote Beete auf Backpapier mit Alufolie

Die Zubereitung Lebensmittel in Folie zu backen, auf Französisch „en papillote“ genannt, ist eine Ableitung vom Backen im Ofen. Heute schauen wir uns diese sehr ursprüngliche, einfache, gesunde und schnell gemachte Zubereitungsart einmal mit Roter Beete an.

 

Wieso, weshalb und warum heute noch in Folie garen?

Garen in Folie (franz.: en papillote) ist eine Ableitung vom Backen im Ofen. Was kompliziert und auf Französisch auch gleich noch mal viel mehr nach „haute cuisine“ klingt, ist eigentlich eine sehr ursprüngliche und schonende Zubereitungsart. Ob es sich ums Erdlochgaren in Argentinien oder Australien handelt oder das Einpacken in Bananenblätter, bevor es in die Glut gelegt wird; das Einpacken mit einem Salz- oder Tonteig oder eben das Garen in Folien wie z. B. Aluminiumfolie, speziellen Backschläuchen oder Backpapier im Ofen – Diese Art der Zubereitung hat eine sehr lange und alte Kultur.

Obendrein schmeckt sie auch noch sehr gut, ist leicht auszuführen und nährstoffschonend, da sie mit wenig oder ohne zusätzliche Flüssigkeit auskommt. Mit etwas längerer Garzeit kann man die Lebensmittel auch erst nach der Zubereitung schälen und zerkleinern. Das schützt die Lebensmittel zusätzlich vor dem Auslaugen und erhält den Eigengeschmack des Produktes sehr gut. Außerdem brauchst Du weniger Kraft, um eine gegarte Rote Beete zu schälen und zu schneiden, als wenn Du sie roh verarbeitest.

Rote Beete auf Holz

Super Zubereitung für ein echtes Superfood 🙂

Diese Zubereitungsart ist genauso für Wurzelgemüse wie Rote Beete wie auch für ein zartes Fischfilet geeignet. Dazu musst Du einfach die Garzeit anpassen. In der Folie wird es nicht mehr als +/- 100 °C heiß, wodurch keine oder nur wenige AGE’s (Advanced Glycation Endproducts) entstehen können.

Ein weiterer schöner Aspekt dieser Zubereitung ist, dass Du die Lebensmittel sehr schön aromatisieren kannst, indem Du sie auf ein Kräuter- oder Gewürzbett legst, bevor Du es in Folie verschließt. Du kannst auch verschiedene Zutaten z. B. Gemüse, Pilze zusammen in Folie backen und diese im Anschluss in einem Gericht verarbeiten und so den Geschmack maßgeblich beeinflussen.

Auch verschiedene Alkoholika wie Weine, Biere oder auch hochprozentiges können sich hier geschmacklich sehr gut machen und verändern durch die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Alkohols und der darin gelösten Aromen den Garprozess.

Wusstest Du, dass Du die meisten Geschmackseindrücke über die Nase wahrnimmst und „nur“ süß, sauer, salzig, bitter und umami (Fleischigkeit) über die Zunge? Du wirst erstaunt sein, wie vielfältig, leichtfüßig, einfach und gezielt Du das Aroma mit dieser Zubereitung beeinflussen kannst.

 

Rote Beete auf Backpapier mit Alufolie

Rote Beete „en papillote“

Portionen: 2-4 Zubereitungszeit: Kochzeit:
Nährwert 55 Kalorien 20 grams Fett
Bewertung 4.6/5
( 9 bewertet )

ZUTATEN

500 g kleine bis mittlere Rote Beete - gut gewaschen und sauber gebürstet
3 – 6 EL Balsamico oder nach Geschmack
(Wer will, kann auch mit etwas Orangensaft, Zitronensaft, Malzbier, dunklem Bier oder Aquavit (Kümmelschnaps) experimentieren.)
3 – 6 EL Oliven-, Walnuss-, Haselnuss-, Hanf- oder ein anderes Öl Deiner Wahl
(Mit der Ölauswahl kannst Du ähnlich wie bei der Flüssigkeit den Geschmack beeinflussen und Abwechslung schaffen.)

Gewürze
Salz, Lorbeerblätter, Zitronen- und Orangenschale von unbehandelten Zitronen nur das Gelbe bzw. das Orange, frischer Ingwer, wenig Zimt, Vanille, Nelke, Chili, Wacholderbeeren

Außerdem
Etwas Alufolie oder Backpapier und einen Tacker

ZUBEREITUNG

  1. Den Ofen auf 220 °C Umluft vorheizen.
  2. Ein Stück Alufolie oder Backpapier auslegen, das ausreicht, um die Rote Beete mit einem Stück dicht zu verschließen. Du kannst einzelne Päckchen machen oder auch ein oder mehrere Größere. Wenn Du genügend Platz hast, lege direkt das Papier für alle Knollen aus.
  3. Auf die Folie legst Du nun die Gewürze wie Lorbeer, Zitronenschale, Ingwer und gibst direkt etwas Salz darauf.
  4. Auf die Gewürze wird dann die ungeschälte Rote Beete gelegt und diese mit etwas Öl und Essig angefeuchtet.
  5. Nun wird gesalzen, gepfeffert und etwas Chili beigegeben.
  6. Jetzt die Päckchen dicht verschließen, wenn Du mit Alufolie arbeitest, zu einem “Bonbon” gedreht, welches Du in eine Backform aus Metall legst oder, wenn Du mit wasserfestem Backpapier arbeitest, ein paar Mal ungefaltet und mit einem Tacker verschlossen.
    Tipp: Alternativ kannst Du auch, wenn es genug ist, um ein kleines Backblech zu füllen, alles auf ein Blech legen und dieses dicht mit Alufolie verschließen, so machst Du weniger Müll. 😉
  7. Die Form wandert je nach Größe der Roten Beete für ca. 45 bis 90 Minuten in den auf 220 °C Umluft vorgeheizten Ofen und werden gegart, bis sie weich sind.
    Tipp: Einzeln mit Alufolie eingepackt kannst Du sie auch direkt auf den Grill oder in die Glut legen.
  8. Danach für ca. 20 - 30 Minuten als geschlossenes Bonbon abstehen lassen.
  9. Anschließend öffnest Du die Pakete, schälst und zerkleinerst die Rote Beete und servierst sie mit dem gesiebten Bratsaft auf vorgewärmten Tellern.
    Tipp: Du kannst den gefilterten Bratsaft in einen kleinen Topf abpassieren, aufkochen und in die Flüssigkeit ein paar Stücke kalte frische Weidebutter einrühren und damit die Rote Beete nappieren (mit Soße begießen).
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Wie kannst Du das Rezept variieren?

Das Rezept funktioniert auch mit z. B. Sellerie, Weißkraut, Rotkraut, geschälten Zwiebeln, Pastinaken, Pfälzer Rüben, Karotten und anderen robusten Gemüsesorten. Dazu einfach die Garzeit je nach Größe und Durchmesser nach oben oder unten anpassen.

Du kannst auch z. B. ein Bett aus vorgegartem Gemüse machen und darauf ein Stück Fischfilet oder einen ganzen kleineren Fisch z. B. Forelle garen. Das braucht deutlich weniger Zeit im Ofen und sollte dann direkt heiß aus dem Ofen in der Folie serviert und am Tisch geöffnet werden. So schaffst Du ein einzigartiges Erlebnis für alle Sinne für Dich und Deine Lieben.

 

Nur so am Rande

Einige der besten Restaurants der Welt arbeiten auch außerhalb dieses Garverfahrens mit Düften und verdampfen Aromen z. B. von Zimt, um das Esserlebnis am Tisch um eine weitere Dimension zu erweitern.

Viel Spaß beim Nachkochen und schreib und doch, wie es Dir gefallen hat

Felix & Caroline

 

 

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