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Klein und Gemein: Was Du über Hausstaubmilben wissen solltest

von Martin Auerswald, M.Sc.
Hausstaubmilben

Zuletzt aktualisiert am 7. Februar 2020 um 5:37

Hast Du eine Allergie oder allergische Erkrankung? Wenn ja, weißt Du, wie unangenehm Dich diese durch den Alltag mit Niesen, Jucken & Co. begleitet. Eine häufige und unterschätzte Ursache sind Hausstaubmilben: Erfahre hier im Überblick alles Wichtige, was Du über Hausstaubmilben wissen solltest.

Was ist überhaupt eine Allergie? Vereinfacht gesagt kämpft der Körper bei einer Allergie gegen Substanzen aus der Umwelt an, die anderen Menschen überhaupt nichts ausmachen. Es handelt sich oftmals um harmlose Stoffe. Der Kampf gegen diese Stoffe sorgt jedoch für heftige Reaktionen.

Den häufigsten Nahrungsmittelallergien haben wir einen eigenen Beitrag gewidmet, Neurodermitis (eine allergische Erkrankung) sogar ein eigenes E-Book.

Doch Allergien können auch durch äußere Faktoren wie z. B. Pollen oder Tierhaare ausgelöst werden. Heute wollen wir insbesondere folgendes Phänomen, das uns alle ganzjährig betrifft, unter die Lupe nehmen: Hausstaubmilben.

 

Können Hausstaubmilben für Menschen gefährlich werden?

Hausstaubmilben sind ein häufiger Verursacher für Allergien. Viele Menschen zeigen durch Hausstaubmilben ausgelöste Symptome, sind sich dessen aber nicht bewusst.

Neben der Hausstaubmilbe gibt es noch weitere Arten, wie zum Beispiel die eher unbekanntere Grasmilbe oder die Krätzmilbe. Die Hausstaubmilbe ist wohl die bekannteste Art, denn diese nistet sich besonders gerne in Matratzen ein. Der Grund dafür ist, dass hier optimale Lebensbedingungen herrschen. Das feucht-warme-Klima sowie die ständigen Rationen an Nahrung machen es den Milben bequem.

 

Was sind Hausstaubmilben?

Die Hausstaubmilbe ist eine Milbenart und gehört zu den Spinnentieren. Nur, dass sie so klein ist, dass man sie eigentlich nur unter dem Mikroskop sehen kann.

Die Hausstaubmilbe ernährt sich insbesondere von abgestorbenen Hautschuppen, Hautzellen oder von Haaren. Der ausgeschiedene Kot der Milbe als solcher ist eigentlich harmlos. Gefährlich wird es durch die individuelle Reaktion, bzw. wie stark diese ausfällt. Besonders, wenn man sehr große Mengen der im Milbenkot enthaltenen Allergene Tag für Tag einatmet, können daraus eine Hausstauballergie oder asthmatische Symptome entstehen.

 

Wie und welche Symptome können durch Hausstaubmilben entstehen?

Durch die Hausstaubmilbe kann eine Vielzahl an Symptomen entstehen. Auslöser dafür ist eine Überreaktion des Körpers auf die Eiweiße, die sich im Milbenkot befinden. Ein Allergiker reagiert somit nicht auf die Hausstaubmilbe selbst, sondern auf das, was die Milbe ausscheidet. Milbenkot erscheint in Form von Hausstaub, der sich in der gesamten Wohnung absetzen kann.

In folgenden Formen kann sich eine Hausstauballergie konkret äußern:

  • Niesreiz
  • Atemnot
  • Gerötete Augen
  • Juckreiz
  • Verstopfte Nase
  • Besserung nach dem Putzen, Staubsaugen und frischem Bettbezug

Häufig werden diese Symptome aber auf andere Faktoren geschoben und beinahe nie auf Hausstaubmilben. Denn Hausstaub ist etwas allgegenwärtiges, das für uns normal ist. Daher sollte dieser Fall nicht außer Acht gelassen werden und besonders bei länger anhaltenden Beschwerden, geprüft werden.

 

Was hilft gegen diese Allergie im ersten Schritt?

Um die Symptome zu lindern, hilft es im ersten Schritt, die Exposition gegenüber Hausstaub (und somit dem Milbenkot) zu reduzieren. Der nahe liegende Gedanke, den Staubwedel auszupacken und gründlich zu putzen, ist natürlich richtig und wichtig. Leider wird dieser Schritt nur kurzfristig helfen und dem Produzenten Hausstaubmilbe nicht zu Leibe rücken.

Wie eingangs erwähnt, werden neben den Bettüberzügen die Matratzen gerne als Feucht-Biotop von Hausstaubmilben genutzt. Da Du hier in besonders engen Kontakt mit Hausstaubmilben und ihren Ausscheidungen kommst, solltest Du hier spezielle Vorsorge treffen:

Besonders Milbenschutzbezüge haben sich als sehr effektiv erwiesen. Ein seriöser und bewährter Hersteller mit Prüfsiegeln wie „Service Allergie Suisse“, „FKTEV“ und „TÜV Rheinland“ wäre zum Beispiel Softsan.

Hausstaubmilben - Schlafzimmer

Schütze Dich vor Überlastung durch Hausstaub – besonders im Schlafzimmer

Wie kann ein Befall durch Hausstaubmilben erkannt werden?

Ein Milbenbefall an sich gibt es nicht, denn Milben sind immer da. Man kann die Wohnung über Tage hinweg reinigen, aber dennoch wird man niemals jede Milbe entfernen können. Man kann es den Hausstaubmilben aber so schwer wie möglich machen. Dies gelingt neben einer guten Hygiene vor allem durch Schutzbezüge.

Das Reinigen fällt besonders deshalb schwer, weil die Milben nicht mit bloßem Auge erkannt werden können. Eine Hausstaubmilbe wird maximal einen halben Millimeter groß. Jedoch muss man sich keine Sorgen darüber machen, dass eine Milbe zubeißt. Das ist — zumindest bei dieser Art — unmöglich.

 

Sind Stoffmöbel generell betroffen?

Milben fühlen sich vor allem in der Matratze und in der Bettwäsche wohl. Somit fühlen Sie sich aber auch gleichzeitig in allen Stoffmöbeln wohl und dies ist oftmals ein Problem. Es ist empfehlenswert, dass einmal pro Woche alle Möbel aus Stoff abgesaugt werden.

Besonders kritisch kann ein Stoffsofa sein. Eine Alternative aus Leder oder Kunstleder ist vor allem für Allergiker deutlich besser geeignet. Stofftiere oder andere Textilien wie Kissen sollen regelmäßig in der Tiefkühltruhe für circa 48 Stunden aufbewahrt werden. So werden die Milben abgetötet. Um sie noch lange benutzen zu können, sollte diesen Textilien ein Waschmaschinengang bei über 60 Grad Celsius nicht zugemutet werden.

 

Wie kannst Du längerfristig im Falle einer Hausstauballergie reagieren?

Damit es langfristig zu einer Besserung kommt, ist im Falle einer ausgeprägten Hausstauballergie vor allem eine Hyposensibilisierung notwendig. Das ist eine spezielle Immuntherapie und bisher auch die einzige schulmedizinisch zugelassene Behandlungsmöglichkeit, um eine heftige Reaktion auf eigentlich für den Körper harmlose Allergene zu mildern. Bei dieser Therapie werden in steigender Dosis sämtliche Allergene gespritzt.

Das Ziel ist es, dass sich das Immunsystem an die Auslöser der Allergie gewöhnt. Nach einer gewissen Zeit werden die Beschwerden aufgrund der Allergie immer erträglicher. Bei einigen Anwendern verschwinden die Symptome sogar gänzlich. Es ist wohl davon abhängig, wie schwerwiegend die Allergie war.

Die Dauer der Behandlung ist jedoch beachtlich. Es dauert drei Jahre, bis diese Behandlung abgeschlossen werden kann. Der positive Effekt: das Asthma-Risiko wird erheblich gesenkt. Sollte nichts gegen die Hausstaubmilben-Allergie unternommen werden, wirkt sich die Allergie, nämlich auf die Lungen aus.

 

Ernährung und Lebensführung bei Problemen mit Hausstaubmilben

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt ist, Dich von innen heraus zu stärken. Dies kannst Du durch eine gesunde Ernährung und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel.

Gesunde Ernährungsformen, die wir gerne empfehlen, sind die Paleo Ernährung, Ayurveda und Clean Eating. Diesen Ernährungsformen ist gemein, dass sie aus unverarbeiteten, naturbelassenen und nährstoffreichen Lebensmitteln bestehen.

Wenn Dir das zu „technisch“ ist, gibt es zudem Nahrungsmittel, die auf Dauer das Immunsystem stärken und ausbalancieren, so dass Du weniger auf harmlose Allergene wie aus Hausstaubmilben reagierst.

Die folgende Auflistung deckt sich mit unseren Empfehlungen bei Nahrungsmittelallergien:

Diese folgenden Nahrungsergänzungen helfen erwiesenermaßen, Allergien zu lindern und ergänzen eine gesunde Ernährung sehr gut:

Mit den hier genannten Methoden – Matratze, Bettbezug, Hygiene, Ernährung und Nahrungsergänzung – kannst Du nachhaltig einer Allergie gegen Hausstaubmilben auf die Pelle rücken. Dies erfordert ein wenig Geduld und Umdenken, aber lohnt sich sehr. Gerne unterstützen wir Dich durch unsere Beiträge und unseren Newsletter auf diesem Weg!

 

Fazit – Hausstaubmilben sind klein und gemein

Das Thema Hausstaub und Hausstauballergie kann einen verunsichern. Lass uns nochmal kurz zusammenfassen:

Du weißt nun, dass der Kot aus Hausstaubmilben in Form von Hausstaub in wohl jedem Zuhause auftritt. Du kannst dem kleinen Produzenten zwar nicht direkt zu Leibe rücken, wohl aber das Ausmaß, in dem Du seinen Ausscheidungen ausgesetzt bist Außerdem kannst Du Dein Immunsystem von innen heraus so stärken, dass es besser mit allen anfallenden Belastungen – und somit auch allergischen Reaktionen – umgehen kann.

Wir freuen uns über Deine Rückfragen und hoffen etwas Klarheit in die Hausstaub-Diskussion gebracht zu haben.

 

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