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Klein und gemein: Was Du über Hausstaubmilben wissen solltest

von Martin Auerswald, M.Sc.
Junger Mann niest in weißes Taschentuch

Zuletzt aktualisiert am 6. Mai 2020 um 14:33

Leidest Du an einer Allergie oder einer allergischen Erkrankung? Falls ja, weißt Du sicherlich, wie unangenehm das im Alltag sein kann. Stichworte: Niesen, Jucken & Co. Eine häufige Ursache, die gerne unterschätzt wird, sind Hausstaubmilben. Im heutigen Beitrag erfährst Du alles Wichtige, was Du über Hausstaubmilben wissen solltest, im Überblick.

Was ist überhaupt eine Allergie? Vereinfacht gesagt, kämpft der Körper bei einer Allergie gegen Substanzen aus der Umwelt an, die anderen Menschen wiederum überhaupt nichts ausmachen. Dabei handelt es sich oftmals um harmlose Stoffe. Der Kampf gegen diese Stoffe sorgt jedoch für heftige Reaktionen.

Den Nahrungsmittelallergien, die am häufigsten auftreten, haben wir einen eigenen Beitrag gewidmet. Über Neurodermitis (eine allergische Erkrankung) haben wir sogar ein eigenes E-Book verfasst.

Allergien können jedoch auch durch äußere Faktoren, wie z. B. Pollen oder Tierhaare, ausgelöst werden. Heute wollen wir insbesondere folgendes Phänomen unter die Lupe nehmen: Hausstaubmilben. Sie betreffen uns alle – und zwar das ganze Jahr.

 

Was sind Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben sind typische Verursacher für Allergien. Viele Menschen zeigen durch Hausstaubmilben ausgelöste Symptome, sind sich dessen aber nicht einmal bewusst.

Neben der Hausstaubmilbe gibt es noch weitere Arten, wie zum Beispiel die eher unbekannte Grasmilbe oder die Krätzmilbe. Die Hausstaubmilbe ist wohl die bekannteste Art, denn sie nistet sich besonders gern in Matratzen und Bettbezügen ein. Der Grund dafür besteht in den optimalen Lebensbedingungen, die dort herrschen. Das feuchtwarme Klima sowie die regelmäßigen Nahrungsrationen – bestehend aus abgestorbenen Hautschuppen, Hautzellen und Haaren – sorgen dafür, dass sich die Milben dort sehr heimisch fühlen.

 

Können Hausstaubmilben für Menschen gefährlich werden?

Die Hausstaubmilbe ist eine Milbenart und zählt zu den Spinnentieren. Hausstaubmilben sind so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop sehen kann.

Der ausgeschiedene Kot der Milbe ist als solcher eigentlich harmlos. Gefahr besteht erst durch die individuelle Reaktion bzw. die Stärke der Reaktion. Werden Tag für Tag sehr große Mengen der im Milbenkot enthaltenen Allergene eingeatmet, kann eine Hausstauballergie entstehen oder es können asthmatische Symptome folgen.

 

Wie kommen Symptome durch Hausstaubmilben zustande und wie sehen die Symptome aus?

Durch die Hausstaubmilbe kann eine Vielzahl an Symptomen auftreten. Auslöser dafür ist eine Überreaktion des menschlichen Körpers auf die Eiweiße, die sich im Milbenkot befinden. Ein Allergiker reagiert somit nicht auf die Hausstaubmilbe selbst, sondern auf das, was die Milbe ausscheidet. Milbenkot erscheint in Form von Hausstaub, der sich in der gesamten Wohnung absetzen kann.

Über folgende Symptome kann sich eine Hausstauballergie konkret äußern:

  • Niesreiz
  • Atemnot
  • gerötete Augen
  • Juckreiz
  • verstopfte Nase
  • Besserung nach dem Putzen, Staubsaugen und dem Aufziehen eines frischen Bettbezugs

Häufig werden diese Symptome jedoch auf andere Faktoren zurückgeführt und nur sehr selten mit Hausstaubmilben in Verbindung gebracht. Denn Hausstaub ist etwas Allgegenwärtiges, das normal für uns ist. Daher sollte diese Möglichkeit nicht außer Acht gelassen werden und besonders bei länger anhaltenden Beschwerden geprüft werden.

 

Was hilft im ersten Schritt gegen diese Allergie?

Um die Symptome zu lindern, hilft es im ersten Schritt, die Exposition gegenüber Hausstaub (und somit dem Milbenkot) zu reduzieren. Der naheliegende Gedanke, zum Staubwedel zu greifen und gründlich zu putzen, ist natürlich richtig und wichtig. Leider wird dieser Schritt nur kurzfristig Abhilfe schaffen. Außerdem rückst Du dabei dem Produzenten selbst – der Hausstaubmilbe – nicht zu Leibe.

Wie eingangs erwähnt, werden nicht nur Bettüberzüge, sondern auch Matrazen von Hausstaubmilben bewohnt. Beides sind Feuchtbiotope, in denen sich die Milben äußerst wohlfühlen. Da Du im Bett in besonders engen Kontakt mit Hausstaubmilben und ihren Ausscheidungen kommst, solltest Du spezielle Vorsorge treffen.

In dieser Hinsicht haben sich Milbenschutzbezüge als sehr effektiv erwiesen. Ein seriöser, bewährter Hersteller mit Prüfsiegeln, wie „Service Allergie Suisse“, „FKTEV“ und „TÜV Rheinland“, ist zum Beispiel Softsan.

Unordentliches Schlafzimmer

Schütze Dich vor Überlastung durch Hausstaub – besonders im Schlafzimmer.

Wie kann ein Befall durch Hausstaubmilben erkannt werden?

Einen Milbenbefall an sich gibt es nicht, denn Milben sind immer da. Du kannst Tage damit verbringen, Deine Wohnung zu reinigen – trotz aller Mühen wirst Du niemals alle Milben entfernen können. Aber Du kannst es den Hausstaubmilben so schwer wie möglich machen. Dies gelingt neben einer guten Hygiene vor allem durch Schutzbezüge.

Das Problem durch eine ausgiebige Reinigung zu beseitigen, ist schwierig, weil die Milben nicht mit bloßem Auge zu erkennen sind. Eine Hausstaubmilbe wird maximal einen halben Millimeter groß.

Übrigens: Du musst Dir keine Sorgen darüber machen, dass eine Hausstaubmilbe zubeißen könnte. Das ist – zumindest bei dieser Art – unmöglich.

 

Sind Stoffmöbel generell betroffen?

Milben fühlen sich vor allem in der Matratze und in der Bettwäsche wohl. Problematisch ist, dass sie sich genauso auf allen anderen Stoffmöbeln tummeln können. Folglich ist es empfehlenswert, einmal pro Woche alle aus Stoff gefertigten Möbel abzusaugen.

Stoffsofas stellen sich dabei als besonders kritisch heraus. Alternativen aus Leder oder Kunstleder sind für Allergiker deutlich besser geeignet. Stofftiere oder andere Textilien, wie z. B. Kissen, sollten regelmäßig für circa 48 Stunden in der Tiefkühltruhe aufbewahrt werden. Durch die Kälte werden die Milben abgetötet. Um die jeweiligen Textilien noch lange benutzen zu können, sollten Waschmaschinengänge bei über 60 Grad Celsius vermieden werden.

 

Was kannst Du auf lange Sicht gegen eine Hausstauballergie unternehmen?

Damit sich auf lange Sicht Besserung einstellt, ist im Fall einer ausgeprägten Hausstauballergie eine Hyposensibilisierung notwendig. Dabei handelt es sich um eine spezielle Immuntherapie. Sie stellt bisher die einzige schulmedizinisch zugelassene Behandlungsmöglichkeit dar, um heftige Reaktionen des Körpers auf eigentlich harmlose Allergene zu mildern. Im Rahmen dieser Therapie werden in steigender Dosis sämtliche Allergene gespritzt.

Das Ziel: die Gewöhnung des Immunsystems an die Auslöser der Allergie. Nach einer gewissen Zeit werden die Beschwerden immer erträglicher. Bei einigen Anwendern verschwinden die Symptome sogar gänzlich. Es hängt wohl davon ab, wie schwerwiegend die Allergie war.

Die Dauer der Behandlung kann jedoch viel Zeit in Anspruch nehmen – drei Jahre braucht es, bis die Behandlung abgeschlossen ist. Der positive Effekt: Das Asthma-Risiko wird erheblich gesenkt. Wird jedoch nichts gegen die Hausstaubmilben-Allergie unternommen, wirkt sich die Allergie auf die Lungen aus.

 

Ernährung und Lebensführung bei Problemen mit Hausstaubmilben

Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt besteht darin, Dich von innen heraus zu stärken. Erreichen kannst Du das durch gesunde Ernährung und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel.

Gesunde Ernährungsformen, die wir gerne empfehlen, sind die Paleo Ernährung, Ayurveda und Clean Eating. Jede dieser drei Ernährungsformen basiert auf unverarbeiteten, naturbelassenen und nährstoffreichen Lebensmitteln.

Wenn Dir das zu „technisch“ ist, gibt es zudem Nahrungsmittel, die auf Dauer das Immunsystem stärken und ausbalancieren, damit Du nicht mehr so stark auf harmlose Allergene reagierst.

Die folgende Auflistung deckt sich mit unseren Empfehlungen bei Nahrungsmittelallergien:

Die folgenden Nahrungsergänzungen helfen erwiesenermaßen, Allergien zu lindern und ergänzen darüber hinaus eine gesunde Ernährung:

Mithilfe der hier genannten Methoden – bezüglich Matratze, Bettbezug, Hygiene, Ernährung und Nahrungsergänzung – kannst Du Deiner Allergie gegen Hausstaubmilben den Kampf ansagen. Im Optimalfall stellt sich nachhaltige Besserung ein. Natürlich erfordert das etwas Geduld und Umdenken, aber es lohnt sich sehr. Gerne unterstützen wir Dich durch unsere Beiträge und unseren Newsletter auf diesem Weg!

 

Fazit – Hausstaubmilben sind klein und gemein

Die Themen Hausstaub und Hausstauballergie können verunsichern. Lass uns also noch einmal kurz zusammenfassen:

Allergiker reagieren nicht auf die Hausstaubmilbe selbst, sondern auf ihre Ausscheidungen. Der Kot der kleinen Biester manifestiert sich in Form von Hausstaub und kommt in jedem Zuhause vor. Du kannst den Übeltätern zwar nicht direkt zu Leibe rücken, aber mithilfe verschiedener Methoden für eine Linderung der allergischen Symptome sorgen. Beispielsweise kannst Du Dein Immunsystem von innen heraus stärken, sodass es besser mit allen anfallenden Belastungen – und somit auch allergischen Reaktionen – umgehen kann.

Wir freuen uns über Deine Rückfragen und hoffen, etwas Klarheit in die Hausstaub-Diskussion gebracht zu haben.

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