Startseite RezepteBeilagen & Dips Schweizer Rösti von rohen Kartoffeln – von der Kartoffel zur Rösti in unter 20 Minuten

Schweizer Rösti von rohen Kartoffeln – von der Kartoffel zur Rösti in unter 20 Minuten

von Felix Glaser
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Kartoffelrösti in gusseiserner Pfanne auf Holztisch

Wahrscheinlich gibt es nach dem Käse nichts, was so sehr mit der Schweiz verbunden wird wie Rösti. Dieses Gericht wird heiß geliebt und ist von den Speisekarten der Restaurants nicht mehr wegzudenken. Aber auch hier im schönen Alpenstaat machen viele dieses einfache Gericht nicht mehr selbst.

Es gibt diverse, halbfertige Produkte, die nur noch gebraten werden müssen, um vermeintlich auch in kurzer Zeit leckere Rösti zu erhalten. Das muss mit diesem Rezept nicht mehr sein. Es dauert nur minimal länger als aus der Packung und mit etwas Fingerspitzengefühl und dem folgenden Rezept schmeckt es gleich viel besser!

 

Kleine Warenkunde rund um perfekte Rösti

Eine kleine Warenkunde, worauf zu achten ist und ein paar Geheimtipps von mir:

Die Kartoffel

Wir verwenden heute vorwiegend mehlig- oder festkochende Kartoffeln. Der Ursprung der Knolle liegt in den südamerikanischen Anden, wo sie auch heute noch in zahlreichen Formen wild vorkommt. Das «Gold der Inkas» kam im 16. Jahrhundert nach Europa, wurde aber erst ca. 200 Jahre später populär.

Die Kartoffel ist heute eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und wird in vielen Ländern der Erde angebaut. Botanisch gesehen handelt es sich bei den Knollen (bot. Solanum tuberosum) nicht um Früchte, sondern um die verdickten Teile von unterirdischen Sprossen der einjährigen Kartoffelpflanze. Sie speichert darin Reservestoffe.

 

Kleine Ernährungslehre

Kartoffeln sind mit 70 kcal auf 100 g figurfreundlich und enthalten mit 15 mg / pro 100 g relativ viel Vitamin C. Außerdem enthalten sie die Vitamine B1, B2 und K. Kartoffeln enthalten nur ca. 2 % Eiweiß, aber aufgrund des hohen Lysingehaltes hat es eine hohe biologische Wertigkeit von, je nach verwendeter literarischer Quelle, 76 % bis 98 %.

 

Was kannst Du beim Einkauf beachten?

Wer mich kennt, der ist jetzt schon auf dem Weg zum Bauern seines Vertrauens, denn dort kaufst Du Deine Kartoffeln am besten. Achte dabei darauf, dass die Kartoffel kühl und dunkel gelagert wurden, auf einen Fingerdruck kaum nachgeben, keine grünen Stellen und keine Sprossen haben. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten können groß sein, also merke Dir die Sorten, mit denen es am besten funktioniert hat und welche Dir am besten geschmeckt haben.

 

Wusstest Du das schon?
In Peru, Bolivien und Chile gelten gefriergetrocknete Kartoffeln, auch Chuño genannt, als Spezialität. Das sicherte schon den Inkas das Überleben bei Hungersnöten und auf langen Märschen.
Rösti in Metallpfanne auf Holzbrett mit Blüten

Schweizer Rösti – sowohl als Beilage als auch als Hauptgericht ein Klassiker!

 

Was zeichnet dieses Rezept aus?

Es geht schnell und durch die direkte Verarbeitung wird die Kartoffel nicht ausgelaugt, dadurch bleiben viele Nährstoffe besser erhalten. Je nach Sorte kann es sein, dass es zu dem ausgeprägtem Kartoffelaroma leicht säuerlich schmeckt, was an dem nicht ausgeschwemmten Vitamin C liegen kann. Eine Rösti aus rohen Kartoffeln wird kompakter und saftiger als eine aus am Vortag gekochten und geschälten Kartoffeln, aber beides kann seinen Reiz haben. Rösti aus rohen Kartoffeln saugen sich bei der Zubereitung weniger mit Fett voll.

 

Kartoffelrösti in gusseiserner Pfanne auf Holztisch

Schweizer Rösti von rohen Kartoffeln

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Portionen: 2-4 Zubereitungszeit: Kochzeit:
Nährstoffe 126 Kalorien 20 grams Fett
Bewertung 5.0/5
( 1 bewertet )

ZUTATEN

600 g geschälte, festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln mit kaltem Wasser bedeckt zwischengelagert

2 – 3 EL Bratbutter

Salz, schwarzer Pfeffer, Muskat, Thymian

ZUBEREITUNG

  1. Eine dicke Bratpfanne mit ca. 24 cm Durchmesser auf mittlerer Hitze (bei einer Skala von 1 – 10 auf ca. 7 - 8) ca. 5 Minuten vorheizen lassen.
  2. Währenddessen die Kartoffeln mit einer groben Raffel –«Röstiraffel»- in möglichst lange Späne raffeln und mit den Händen oder in einem Passiertuch die überschüssige Flüssigkeit ausdrücken.
  3. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und ein wenig Thymian würzen und gut vermengen.
  4. Die heiße Pfanne (ca. +220 °C, Leidenfrosteffekt, Du weißt Bescheid 😉) mit einem öl-feuchtem Tuch ausreiben, soviel Bratbutter beigeben, dass der Boden knapp bedeckt ist, und die Kartoffelmasse in die Pfanne geben.
  5. Jetzt mit einem Spachtel sofort die Masse von der Pfannenwand entfernen und die Rösti formen und etwas andrücken, sodass alles gut zusammenhält.
  6. Für 2 – 4 Minuten einen Deckel aufsetzten. Durch die gestaute Feuchtigkeit garen die zerkleinerten Kartoffeln sehr schnell.
  7. Wenn die Kartoffeln weich sind, was Du durch das Einstechen mit einem spitzen Messer erfühlen kannst, den Deckel abnehmen, die Rösti vorsichtig vom Boden lösen und nochmals etwas Fett am Rand entlang beigeben.
  8. Nach ca. 6 – 8 Minuten bei mittlerer Hitze die Rösti drehen. Dazu mit dem Spachtel kontrollieren, dass sich die Rösti vom Pfannenboden gelöst hat und aus dem Handgelenk die Rösti mit einem Schwung um 180° drehen.
    Wer sich das noch nicht zutraut, 😉 nimmt die Kartoffelmasse mit einem trockenen mehrlagigen Tuch über dem Arm auf den Deckel aus der Pfanne, gibt wieder etwas Fett bei und lässt die Rösti vom Deckel vorsichtig zurück in die Pfanne rutschen.
    Achtung: Verbrennungsgefahr, heißes Fett kann sofortige Verbrennungen 3. Grades verursachen. Also schütze Deinen Arm gut.

    Röstimasse in einer schwarzen Pfanne

    Ein Traum 🙂

  9. Die andere Seite weitere 5 – 8 Minuten goldbraun ausbacken und auf einen vorgewärmten Teller anrichten.

 

Wie kannst Du dieses Rezept variieren?

Du kannst die Rösti als Beilage oder als Hauptdarsteller servieren. Als vegetarischer Hauptgang wird Rösti gerne mit Gemüse und Raclettekäse überbacken oder mit Spiegeleiern serviert. Natürlich kann man die Kartoffelmasse mit gebratenem Speck ergänzen oder Gemüse einbauen. In der Schweiz ist es abhängig von der Region und den Familientraditionen, ob eine Rösti aus rohen oder vorgekochten Kartoffeln gebraten wird.

Röstimasse mit Speckwürfelchen

Speck passt immer dazu 😉

 

Mein Geheimtipp

Serviere die Rösti direkt oder lass sie unbedeckt bei Raumtemperatur stehen, um danach beispielsweise mehrere Rösti zusammen nochmals im Ofen bei Heißluft kross und heiß zu backen. Wenn Du den Deckel wegnimmst, bevor die Kartoffeln gar sind oder Du zu viel Masse auf einmal herstellst, kann sich die Kartoffel braun verfärben. Das passiert auch, wenn Du zu viel rohe Masse herumstehen hast, deshalb werden Kartoffeln nach dem Schälen auch mit kaltem Wasser bedeckt gelagert.

 

Trainingstipps für alle Wagemutigen

Pancakes oder Rösti wie im Comic mit einem Wurf in der Luft zu drehen, macht unglaublich viel Freude – wenn es klappt :-). Gleichzeitig kann es aber auch gefährlich werden oder schiefgehen. Für mich gehört das dazu und ich freue mich auch heute noch jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn wieder einmal alles gut gegangen ist, auch nachdem ich es lange nicht mehr gemacht habe.

Falls Du es gerne lernen möchtest, fang mit einem kleinen Pfannendurchmesser an und verwende z. B. einen passenden Pfannenuntersetzer als Testobjekt. Damit kannst Du den Bewegungsablauf gefahrlos üben. Die häufigsten Fehler und Gründe, warum es gefährlich wird, sind:

  • Die Rösti klebt noch in der Pfanne, deshalb vorher mit dem Spachtel oder durch Rütteln an der Pfanne kontrollieren, dass sie sich komplett gelöst hat.
  • Zu viel Fett in der Pfanne ist extrem gefährlich bei diesem Manöver, deshalb nur machen, wenn die Pfanne gerade «trocken» wirkt.
  • Die Masse wurde vorher nicht gut angedrückt und löst sich durch die wirkenden Kräfte beim Wurf und der Drehung.
  • Die Bewegung beim Drehen in der Luft und beim Schwenken von Lebensmitteln in der Pfanne wird verwechselt.

Trockenübungen mit einem ungefährlichen Testobjekt machen also Sinn. In diesem Sinn viel Spaß und möge der Kochlöffel mit Dir sein. Deine Gäste werden sicherlich beeindruckt sein.

Viel Spaß beim Nachkochen. Schreib mir doch, wie es Dir gelungen ist und ob Du Deine erste „Rösti-Wende“ geschafft hast.

Dein Felix

 

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