Kastanien-Waschmittel selber machen – aus Rosskastanien, kostenlos & in 15 Minuten gekocht
Jeden Herbst liegen sie zu Tausenden unter den Bäumen: glänzende, braune Rosskastanien. Die meisten landen in Bastelkörben oder bleiben einfach liegen. Dabei steckt in ihnen ein natürliches Waschmittel, das Du kostenlos sammeln kannst.
Rosskastanien enthalten Saponine, pflanzliche Stoffe, die in Wasser schäumen und Schmutz lösen. Ein paar zerkleinerte Kastanien und etwas Wasser genügen für eine Ladung Wäsche, ohne Duftstoffe, ohne Plastikverpackung und ohne lange Zutatenliste. Ganz nebenbei eignet sich der Sud auch zum Reinigen von Holz.
Wichtig ist nur, Rosskastanien nicht mit essbaren Maronen zu verwechseln. Rosskastanien sind nicht zum Verzehr geeignet. Und so geht’s:
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Zutaten
Das brauchst Du:
8 Stück(e)Rosskastanien (keine Maronen bzw. Esskastanien)400 mlWasserDas brauchst Du:
scharfes Messer und Schneidebrettgroßer Topf (oder Schraubglas zum Einweichen)feines Sieb oder sauberes BaumwolltuchKrug oder Glas zum AuffangenZubereitung
Zubereitungsschritte:
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Die Kastanien kurz abwaschen. Für weiße Wäsche schälen, da die braune Schale abfärben kann. Für Buntwäsche darf sie dranbleiben.
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Die Kastanien vierteln oder noch kleiner hacken. Frische Kastanien lassen sich deutlich leichter schneiden als ältere, getrocknete.
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Die Stücke mit 400 ml Wasser in einen großen Topf geben und etwa 15 Minuten leicht köcheln lassen. Dabeibleiben, denn der Sud schäumt stark und kocht leicht über. Alternativ in einem Schraubglas mit 400 ml Wasser über Nacht einweichen.
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Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder ein Tuch abseihen und etwas abkühlen lassen. Sie ist leicht milchig und schäumt beim Schütteln, so soll es sein.
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Den Sud direkt ins Waschmittelfach oder in die Trommel geben und die Wäsche wie gewohnt bei 30 bis 60 °C waschen.
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Tipp: Flecken wie Fett, Gras oder Rotwein vorher mit Gallseife vorbehandeln. Neue oder empfindliche Textilien wie Wolle und Seide zuerst mit einem kleinen Teil testen. Die ausgekochten Kastanienstücke kommen in den Biomüll.
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Wie kann das Rezept variiert werden?
Das Grundrezept funktioniert für eine Maschinenladung. Mit ein paar Kniffen kommst Du auch über den Herbst hinaus.
Auf Vorrat: Der fertige Sud verdirbt schnell und hält im Kühlschrank nur etwa zwei bis drei Tage. Besser ist es, die Kastanien im Herbst klein zu hacken und auf einem Backblech oder an der Heizung vollständig zu trocknen. In einem Glas gelagert halten sie so mehrere Monate. Bei Bedarf die Stücke von etwa 8 Kastanien über Nacht in 400 ml Wasser einweichen. Alternativ lässt sich der Sud portionsweise einfrieren.
Für weiße Wäsche: Da Kastanien-Waschmittel nicht bleicht, kann Weißes mit der Zeit grau werden. Ab und zu einen Esslöffel Waschsoda oder Sauerstoffbleiche mit in die Trommel geben oder zwischendurch ein herkömmliches Vollwaschmittel verwenden.
Für frischen Duft: Kastanien-Waschmittel riecht neutral. Wer mag, gibt ein paar Tropfen ätherisches Öl, etwa Lavendel oder Zitrone, auf ein Baumwolltuch und legt es mit in die Trommel.
Als Holzpflege: Die doppelte Menge Kastanien und Wasser ansetzen und die Hälfte des abgeseihten Suds etwa 10 Minuten weiter einkochen lassen. Damit lassen sich Holzflächen wie Arbeitsplatten oder Tische mit Schwamm oder Lappen reinigen. Vorher an einer unauffälligen Stelle testen, vor allem bei geöltem oder lackiertem Holz.
Was gibt es über die Zutaten zu wissen?
Mehr als Kastanien und Wasser braucht es nicht, umso wichtiger ist es, die richtigen Kastanien zu erwischen.
Rosskastanien enthalten vor allem im weißen Inneren Saponine, die sich in Wasser lösen und dabei schäumen. Sie verringern die Oberflächenspannung des Wassers, sodass es besser in die Fasern eindringen und Schmutz lösen kann. Ähnlich wirken auch Waschnüsse, nur wachsen Rosskastanien direkt vor der Haustür. Rosskastanien sind nicht essbar und können beim Verzehr Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Kastanien und Sud deshalb außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.
Esskastanien (Maronen oder Edelkastanien) sind die essbaren Verwandten und eignen sich nicht zum Waschen. Du erkennst sie an der Hülle mit vielen dichten, feinen Stacheln und der kleinen Spitze an der Frucht. Rosskastanien sind runder, glatter und haben eine grüne Hülle mit wenigen, kurzen Stacheln.
Wasser löst die Saponine aus den Kastanien. Je kleiner die Stücke, desto mehr gehen in die Flüssigkeit über.
Gut zu wissen: Das Kastanien-Waschmittel kommt ohne Verpackung und ohne synthetische Zusätze aus. Wer im Alltag generell weniger Kunststoff in die Umwelt bringen möchte, findet im Artikel Mikroplastik weitere Anregungen.
Was lautet das Fazit?
Aus acht Rosskastanien und etwas Wasser entsteht in einer Viertelstunde ein Waschmittel für eine Ladung Wäsche, kostenlos und ohne Verpackung. Für leicht verschmutzte Alltagswäsche reicht das gut aus, bei hartnäckigen Flecken und weißer Wäsche braucht es etwas Unterstützung.
Wer im Herbst einen Vorrat trocknet, kann das ganze Jahr über mit Kastanien waschen.
Viel Spaß beim Selbermachen! Daniela
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