Wir können uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz glücklich schätzen, sauberes und trinkbares Wasser aus der Leitung zu haben. Das ist ein Luxus, den die Mehrheit der Weltbevölkerung nicht hat. 

Doch wie sauber ist unser Trinkwasser wirklich?

 

Unser Lebensmittel Nr. 1: Die Bedeutung von sauberem Trinkwasser für uns Menschen

Wasser ist das Lebenselixier der Erde. Es ist für jedes Lebewesen, einschließlich des Menschen, unerlässlich. Unser Körper besteht zu 70 % aus Wasser. Das meiste davon ist Zellflüssigkeit (70 %) und Zwischenzellflüssigkeit (20 %). Wir haben einen täglichen Bedarf von zwei bis drei Litern Wasser, damit unser Körper seinen Bedarf für Zellprozesse und Entgiftung decken und den Wasserverlust (Atmen, Schwitzen) ausgleichen kann.

Sauberes Trinkwasser hat nicht nur den Zweck, unseren Durst zu stillen, sondern spielt also auch eine Schlüsselrolle für viele physiologische Prozesse in unserem Körper, von der Verdauung bis zum Stoffwechsel. Über die Geschichte hinweg siedelten sich Zivilisationen oft an Wasserquellen an, da diese ein Synonym für Leben und Prosperität waren. Ein Blick auf die Landkarte verrät Dir: Nahezu jede größere Stadt im In- und Ausland liegt an einem Fluss, See oder am Meer.

Allerdings waren diese Wasserquellen nicht immer sicher. Krankheiten, die durch kontaminiertes Wasser verbreitet wurden, forderten im Laufe der Geschichte zahlreiche Todesopfer. Mit der Entwicklung von Technologie und Medizin haben wir jedoch inzwischen Methoden, unser Wasser zu reinigen und dessen Qualität zu überwachen.

Wir müssen heute also keine Angst mehr vor einem vergifteten Brunnen haben oder verdünntes Bier oder verdünnten Wein trinken, wie es lange Zeit ein Muss war, um Wasser zu desinfizieren.

 

Wie wird Trinkwasser überprüft und gereinigt?

Die Reinheit unseres Trinkwassers ist das Ergebnis sorgfältiger wissenschaftlicher und technologischer Arbeit. Wasserwerke entnehmen regelmäßig Proben aus Quellen und überprüfen diese auf eine Vielzahl von Kontaminanten.

Das Rohwasser durchläuft dann verschiedene Reinigungsstufen. Zuerst wird es gefiltert, um größere Partikel zu entfernen. Sedimentationsbecken lassen kleinere Partikel zu Boden sinken. Desinfektionsprozesse, oft mit Chlor oder Ozon, töten Bakterien und Viren ab. In einigen Fällen werden auch chemische Prozesse eingesetzt, um bestimmte Kontaminanten zu neutralisieren oder zu entfernen. Diese Methoden zusammen sorgen dafür, dass unser Wasser sicher zum Trinken ist.

Wasser wird in ein Wasserglas abgefüllt

 

Häufige Verunreinigungen und ihre Auswirkungen

Trotz der Bemühungen, unser Wasser zu reinigen, gibt es immer noch viele potenzielle Verunreinigungen. Die Wasserwerke testen zwar auf Stoffe wie Schwermetalle, einzelne Pestizide und einzelne Medikamente, was vom Bundesamt für Gesundheit vorgeschrieben wird. Jedoch gibt es zahlreiche Stoffe, die sich im Leitungswasser befinden können und nicht gemessen werden.

Hinzu kommt, dass das Wasser „auf dem Weg zu uns“ durch alte oder ungeeignete Rohrleitungen sowie mangelhafte Hausinstallation mit Schwermetallen oder Mikroorganismen verunreinigt werden kann. Es kann also „sauber“ das Wasserwerk verlassen und kontaminiert aus der Leitung sprudeln.

Mikrobiologische Kontaminanten wie Bakterien und Viren können Krankheiten wie Cholera oder Typhus verursachen (in Ländern mit schlechter Trinkwasserhygiene). Chemische Kontaminanten, die aus industriellen Abfällen, Landwirtschaft oder natürlichen Quellen stammen können, beinhalten Stoffe wie Blei, Nitrate und Pestizide.

Auch Mikroplastik, organische Umweltgifte wie Bisphenol A und Weichmacher, welche im Urin von 90 % aller Menschen nachweisbar sind, oder auch Medikamente und deren Abbauprodukte sind heute nicht mehr die Ausnahme im Leitungswasser, sondern die Regel. Antibiotikarückstände aus der Landwirtschaft kommen ebenfalls vor und belasten Boden- und Darmgesundheit.

Diese Chemikalien können chronische Gesundheitsprobleme verursachen, wenn sie über längere Zeiträume konsumiert werden. Es ist wichtig, sich über die häufigsten Verunreinigungen und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Gesundheit im Klaren zu sein, um sich effektiv zu schützen.

 

Wissenschaftliche Studien zum Thema

Immer mehr wissenschaftliche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass unser Leitungswasser bedenkliche Mengen verschiedenster Stoffe enthält, die nichts in unserem Körper verloren haben.

In einer Studie (Leusch et al., 2018) wurden Wasserproben aus Abwasserbehandlungsanlagen, Oberflächengewässern und Trinkwasser aus sechs Ländern (u. a. Deutschland und Spanien) untersucht. Dabei wurden sowohl chemische Analysen als auch biologische Tests durchgeführt. Die meisten Wasserproben wiesen eine endokrine Aktivität unterhalb der Nachweisgrenze auf. 

Einige Abwasser- und Oberflächenwasserproben überschritten jedoch die Grenzwerte für verschiedenste Medikamente und könnten somit ein Risiko für die Ökosystemgesundheit darstellen. Die Trinkwasserproben waren zwar alle unter dem Grenzwert, aber es waren in fast jeder Probe Aktivitäten nachweisbar.

Trinkbar ja - aber rein?

Jetzt und in der Zukunft wird Wasser knapper und die Qualität wird weiter nachlassen

 

Die Qualität des Trinkwassers in verschiedenen Regionen

Trinkwasserqualität variiert stark von Region zu Region. In vielen westlichen Ländern wird Trinkwasser streng reguliert, sodass die Bürger Zugang zu sicherem Wasser haben. Doch in vielen Teilen der Welt kämpfen Menschen immer noch um den täglichen Zugang zu sauberem Wasser. 

Umweltverschmutzung, Industrieabwässer und fehlende Infrastruktur sind nur einige der Gründe, die zu schlechter Wasserqualität führen können. Es ist von größter Bedeutung, sich über die Wasserqualität in der eigenen Region und mögliche Bedrohungen zu informieren.

Doch leider lässt die Trinkwasserqualität auch hierzulande immer mehr nach – es wird noch wenig darüber berichtet, aber es ist beobachtbar.

 

Nachlassende Trinkwasserqualität in Deutschland: Die Gründe

Woher kommt das Trinkwasser in Deutschland? Das Umweltbundesamt beschreibt es wie folgt:

Trinkwasser ist ein Naturprodukt und wird zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser gewonnen. Zu 13 Prozent wird See-, Talsperren- oder Flusswasser direkt genutzt. Die übrigen 17 Prozent sind ein Mittelding: ursprünglich Oberflächenwasser, aber durch eine Bodenpassage oder Uferfiltration fast wie Grundwasser.

Das klingt auf den ersten Blick sehr gut – und in Deutschland ist besonders die mikrobiologische Reinheit hervorragend. Doch die chemische Reinheit ist nicht überall gut, die Trinkwasserqualität lässt sogar vielerorts – jetzt und in der Zukunft – nach und gibt Grund zur Besorgnis.

Die Ursachen:

  • Sinkende Grundwasserspiegel: Exzessiver Wasserverbrauch, immer häufigere Dürren und Verdunstung – der Grundwasserstand in Deutschland sinkt. Die Fachzeitschrift Hydrologie und Wasserbewirtschaftung” schreibt, dass in den letzten 20 Jahren über 15 Milliarden Tonnen Wasser aus natürlichen Speichern verloren gingen. Wir werden in Deutschland in der Zukunft immer mehr Wassermangel haben – und die Qualität wird ebenfalls nicht besser.
  • Umweltverschmutzung: Immer mehr Chemikalien werden über die Pharma-, Agrar-, Futtermittel- und Nahrungsmittelindustrie in die Umwelt ausgebracht und gelangen auch ins Trinkwasser. Wir haben heute in unserem Körper über 100.000 Chemikalien nachweisbar, die vor 100 Jahren noch nicht da waren. Über unser Trinkwasser gelangt ein Großteil dieser Stoffe in unseren Körper.
  • Waldsterben: Durch Dürren, Hitze und Borkenkäferbefall kommt es aktuell zu einem Waldsterben in Deutschland. Bis zu 80 % der Bäume hierzulande (!) sind bedroht. Mit dem Wald geht ein wichtiger natürlicher Filter für Regenwasser verloren und es wird geschätzt, dass es bis zu 100 Jahre dauern wird, bis sich unsere Wälder erholt haben. Dies wird in den nächsten 20 Jahren immer dramatischere Ausmaße annehmen.

Beobachtung: Nachdem ein Großteil des Waldes im Harz durch Borkenkäferbefall abgeholzt werden musste, hat die Wasserqualität in benachbarten Talsperren bereits abgenommen. Das Wasser wird trüber. Ähnliches wird in der Ködeltalsperre in Oberfranken beobachtet, welche Wasser aus dem Frankenwald speichert. Ein Großteil des Frankenwaldes wurde schon oder wird aktuell aufgrund von Borkenkäferbefall abgeholzt.

 

Tipps für sauberes Trinkwasser zu Hause

Auch wenn die Wasserversorgung in Deiner Region allgemein als sicher gilt, können in Deinem Haushalt noch Verunreinigungen auftreten.

Zudem ist die Wasserqualität nicht überall gut – und wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht zum Besseren entwickeln.

Die Installation eines Wasserfilters kann helfen,  Kontaminanten zu entfernen. Es gibt eine Vielzahl von Filtern auf dem Markt: von einfachen Kannenfiltern bis hin zu umfassenden Umkehrosmosesystemen. Abhängig von den spezifischen Wasserproblemen Deiner Region solltest Du das am besten geeignete System wählen.

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Die Herausforderungen des sauberen Trinkwassers im 21. Jahrhundert

Mit der Fortsetzung des Klimawandels und der wachsenden globalen Bevölkerung werden die Herausforderungen in Bezug auf sauberes Trinkwasser in diesem Jahrhundert exponentiell zunehmen. Veränderte Niederschlagsmuster können Wasserknappheit in einigen Regionen und Überschwemmungen in anderen verursachen.

Dies kann sowohl die Verfügbarkeit als auch die Qualität des Wassers beeinflussen. Urbanisierung und Industrialisierung erhöhen den Bedarf an sauberem Wasser und gleichzeitig das Potenzial für Verschmutzung. Lösungen für diese Probleme zu finden, erfordert internationale Zusammenarbeit, Innovation und einen nachhaltigen Ansatz zur Wasserbewirtschaftung.

Wir werden in Zukunft mit Wasserknappheit in Mitteleuropa zu kämpfen haben. Es wird zukünftig Kriege um Trinkwasser geben. Und die Trinkwasserqualität in Deutschland wird nachlassen. Daher empfehlen wir – sofern Du nicht in einem gänzlich unbelasteten Gebiet mit ausreichend Trinkwasser wohnst oder über eine eigene Quelle verfügst –, die Trinkwasserqualität im Eigenheim in die eigene Hand zu nehmen.

Einfache Aktivkohlefilter sind dabei bereits ein guter Start – für die Premium-Lösung empfehlen wir Dir hochwertige Filtergeräte.



  1. Leusch FDL, Neale PA, Arnal C, Aneck-Hahn NH, Balaguer P, Bruchet A, Escher BI, Esperanza M, Grimaldi M, Leroy G, Scheurer M, Schlichting R, Schriks M, Hebert A. Analysis of endocrine activity in drinking water, surface water and treated wastewater from six countries. Water Res. 2018 Aug 1;139:10-18. doi: 10.1016/j.watres.2018.03.056. Epub 2018 Mar 27. PMID: 29621713.
  2. Wagner M, Oehlmann J. Endocrine disruptors in bottled mineral water: total estrogenic burden and migration from plastic bottles. Environ Sci Pollut Res Int. 2009 May;16(3):278-86. doi: 10.1007/s11356-009-0107-7. Epub 2009 Mar 10. PMID: 19274472.