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Alles, was Du über Vitamin A wissen musst!

von Martin Auerswald, M.Sc.
Karotten mit viel Vitamin A auf Schneidebrett und Messer

Zuletzt aktualisiert am 18. September 2020 um 8:56

Dass Vitamin D wichtig für Knochen, Stoffwechsel, Darm und Immunsystem ist, setzt sich langsam durch. Doch Vitamin A – auch ein fettlösliches Vitamin – wird noch zu sehr unterschätzt. Doch es wirkt in den meisten Fällen mit Vitamin D zusammen und ergänzt das Vitamin hinsichtlich seiner Wirkungen.

Daher wollen wir uns heute Vitamin A mal genauer ansehen: Seine Eigenschaften, Wirkungen und in welchen Lebensmitteln am meisten enthalten ist.

Was ist Vitamin A?

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin und gehört zu den Retinol-Derivaten. Es ist dem bekannten ß-Carotin gar nicht unähnlich, jedoch sehr viel effektiver. (Tatsächlich ist ß-Carotin eine Vorstufe).

Retinol, Retinal, Retinsäure und Retinylester werden unter Vitamin A zusammengefasst. Je nach Gewebe wird eine dieser Formen verwendet, der Körper kann die Formen durch Oxidation, Reduktion und Veresterung beliebig ineinander umwandeln.

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören neben Vitamin A noch Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K2 – um sich diese Vitamine zu merken, hilft die Eselsbrücke „EDEKA“ (E, D, K, A).

„Karotten sind gut für die Augen.“ Diesen Spruch hast Du sicher schon einmal gehört, oder? Hintergrund dafür ist der in Karotten hohe Gehalt an ß-Carotin, welches der Körper in geringen Mengen in Vitamin A umwandeln kann. Dieses ist essenziell für unsere Augengesundheit. So kann man kleinen Kindern Gemüse schmackhaft machen.

Doch neben der Sehkraft ist Vitamin A so vielseitig und so wichtig für unsere Gesundheit … für die Schilddrüse, Knochen, Fettverbrennung und Stoffwechsel, Darmgesundheit und Immunsystem bis hin zur Testosteronbildung.

Doch es wird auch sehr unterschätzt und viele Deutsche nehmen zu wenig Vitamin A auf. Daher sehen wir uns dieses wichtige Vitamin näher an:

 

Physiologie, Aufnahme und Umwandlung

Retinylester aus der Nahrung werden durch die Pankreas-Lipase in Retinol gespalten. Über das Retinol bindende Protein (RBP) wird Retinol im Blut transportiert. Als Ester wird es in der Leber gespeichert.

Die im Körper aktiven Stoffe sind 9-cis-Retinal, welches an die Rezeptoren RAR und RXR bindet, sowie all-trans-Retinal, welches ausschließlich an RAR bindet, und Retinsäure. Letzteres wirkt teilweise auch ohne die klassischen Rezeptoren RAR und RXR.

Die Umwandlung von ß-Carotin und Lycopin (in Tomaten) in aktives Vitamin A können zwar die meisten Gewebetypen durchführen, doch es sind die Darmzellen, die die meiste Arbeit übernehmen.

Dennoch muss gesagt sein, dass diese Umwandlung sehr ineffizient und aufwändig ist und der Körper es nur ungern macht, solange genug aktives Vitamin A über die Nahrung aufgenommen wird.

800px-Vitamin-A-Synthese Formen

Vitamin A-Formen im Überblick

 

Wie bemerke ich einen Vitamin A Mangel?

Das deutlichste Anzeichen eines Vitamin A-Mangels ist eine schlechte Anpassung der Augen zwischen Hell und Dunkel. Weitung und Verengung der Pupillen wird durch Vitamin A bewerkstelligt.

Solltest Du unter Nachtblindheit leiden oder Deiner Einschätzung nach mehr als 5 Sekunden brauchen, bis Du nach der Umstellung Hell-Dunkel gut sehen kannst, empfiehlt sich eine Messung im Blut, um einen Mangel abzuklären.

Weitere Symptome eines Vitamin A-Mangels

  • Langsamer Stoffwechsel
  • Schlechte Fettverbrennung
  • Neigung zu Übergewicht
  • Schnelles Frieren
  • Ggf. Schilddrüsenunterfunktion
  • Anfälliges Immunsystem
  • Autoimmunerkrankung
  • Darmprobleme (schwache Schleimhaut), Leaky Gut Syndrom, Reizdarm
  • Sehprobleme
  • Trockene Atemwege
  • Trockene Haut
  • Häufiger Schnupfen
  • Testosteronmangel
  • Hohe Blutfettwerte

Wenn Du Dich hier angesprochen fühlst, schau am besten in die späteren Kapitel über Vitamin A-reiche Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel nach. Dort erkläre ich Dir, wie Du einen Mangel beseitigen kannst. Eine Messung im Blut wird außerdem empfohlen.

 

Ursachen eines Vitamin A-Mangels

Was könnte der Grund für eine unzureichende Versorgung des Körpers mit Vitamin A sein? Was führt dazu, dass der Körper weniger des Vitamins aufnimmt oder es verstärkt abbaut?

  • Chronische Entzündungen
  • Operationen
  • Chronischer Stress
  • Rauchen
  • Leben und Arbeiten in einer Umwelt mit schlechter Luft
  • Umweltgifte wie die Schwermetalle Cadmium, Arsen, Blei
  • Starkes Sonnenlicht (führt zur Schädigung von Vitamin A in der Haut)
  • Störungen der Fettaufnahme durch zu wenige Lipasen
  • Störungen der Galle oder Bauchspeicheldrüse
  • Zu geringe Aufnahme über die Nahrung
  • Alkohol – beeinträchtigt die Aufnahme und Speicherung
  • Diabetiker und Betroffene einer Schilddrüsenüberfunktion haben Probleme bei der Umwandlung von ß-Carotin in Vitamin A. Daher wird besonders jenen Patienten der Fokus auf aktives Vitamin A nahegelegt.
  • Schlafmittel
  • Statine und Abführmittel (verschlechterte Aufnahme)
  • Zu geringer Verzehr A-reicher Lebensmittel

In Deutschland ist eine Hypovitaminose (Unterversorgung) selten. Viele Menschen sind zwar suboptimal versorgt und könnten von einer verbesserten Einnahme profitieren, doch ein klinischer Mangel kommt nur selten vor.

 

Goldener Reis und die Probleme in Entwicklungsländern

Etwa 250 Millionen Vorschulkinder weltweit (besonders in Afrika) leiden an einem Vitamin A Mangel. Jedes Jahr stirbt daran ca. 1 Million Kinder. Der Mangel beeinträchtigt nicht nur die Augen, sondern auch die normale Entwicklung der Kinder.

Die Wissenschaftler Ingo Potrykus und Peter Beyer kamen daher auf eine Idee: Als Grundnahrungsmittel ist Reis für viele arme Regionen in Afrika substanziell wichtig. Sie entwickelten einen genetisch modifizierten Reis, der golden war und große Mengen ß-Carotin enthielt.

Mit diesem „Golden Rice“ könnte die Versorgung zumindest mit Vitamin A in diesen Regionen sichergestellt und jedes Jahr viele Tausend Kinderleben gerettet werden.

Vitamin A Golden Rice

Der “Golden Rice” (im Bild: Safran-Reis) hätte eine Revolution sein können…

Doch obwohl der Reis als Nahrungsmittel sicher war, ß-Carotin enthielt, gut wuchs und gedieh, wurde er nie als Nahrungsmittel zugelassen. Denn die zuständigen Kommissionen wollten kein gentechnisch verändertes Nahrungsmittel zulassen und als Grundnahrungsmittel einsetzen.

Kann man nachvollziehen. Doch es handelte sich lediglich um Reis mit ß-Carotin handelte – und man könnte damit viele Menschenleben retten …

 

Vitamin A Tagesbedarf

Offizielle Tagesempfehlungen gehen von einem Tagesbedarf von 0,8-1,0 mg (2.600-3.300 IE) Vitamin A aus. Dosierungen von 1.000-4.000 IE täglich gelten als unbedenklich und werden zur Deckung des Tagesbedarfs empfohlen. Bei Schwangeren und Stillenden geht die Empfehlung bis 1,5 mg täglich.

Vitamin A Serumwert

Im Blut ist Vitamin A an das RBP-Protein gebunden (Retinol binding protein). Ein Plasmawert von weniger als 0,7 µmol/l wird als Mangel definiert. Damit es seine Wirkungen im Körper entfalten kann, sollte ein Serumwert von mindestens 1,1 µmol/l angestrebt werden. Mit 2.000-4.000 IE täglich erreichen die meisten Menschen diesen Wert.

 

Wie war das mit dem erhöhten Lungenkrebs-Risiko?

Eine Studie fand heraus, dass Raucher, die ein Multivitamin-Präparat mit ß-Carotin einnahmen, ein deutlich erhöhtes Lungenkrebs-Risiko aufwiesen.

Doch hier handelte es sich um isoliertes ß-Carotin, kein aktives Vitamin A – von letzterem sind keine negativen Auswirkungen auf das Krebsrisiko bekannt.

Im Gegenteil: Da das Vitamin wichtig für Darmgesundheit und Immunsystem ist, könnte es zu einer gesunden Krebsprävention beitragen.

 

Warum ist Vitamin A so wichtig? 10 Wirkungen im Überblick

Vitamin A hat an ähnlich vielen Stellen im Körper seine Finger im Spiel wie sein Artgenosse, Vitamin D. Über den Vitamin D-Rezeptor – ein sogenanntes Heterodimer mit RAR oder RXR, an dem A und  D beteiligt sind – treten beide Vitamine in Kontakt und unterstützen sich gegenseitig.

Im Überblick findest Du 10 wichtige Funktionen und Wirkungen von Vitamin A:

 

Schilddrüse

Ein Vitamin A-Mangel erhöht das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion und sogar Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Hashimoto und Morbus Basedow. Es scheint an der Bildung von Thyroxin (fT4) und der Selbst-Toleranz beteiligt zu sein.

Noch ist nicht alles in dieser Beziehung erforscht, aber es steht fest: Die Schilddrüse braucht dieses Vitamin.

 

Testosteron

Vitamin A stimuliert die Leydig Zellen in den Hoden des Mannes zur Testosteronbildung.

Ähnlich wie auch Magnesium, Vitamin D und Vitamin K2 – ein gemeinsamer Wirkmechanismus ist wahrscheinlich. Dafür spricht auch, dass Schilddrüsenhormone und Testosteron sich gegenseitig stimulieren, also macht es Sinn, dass Vitamin A an beiden Orten wirkt.

 

Braunes Fettgewebe und Abnehmen

Vitamin A unterstützt die Aktivität des braunen Fettgewebes und die Umwandlung von weißem in beiges Fettgewebe.

Lass mich kurz ausholen: Braunes Fettgewebe ist Fett, das Wärme produziert, damit unser Körper etwas gegen Kälte auszusetzen hat. Besonders bei Babys ist dieses Fettgewebe sehr aktiv, da Babys noch keine Muskeln zum Zittern haben. Wer als Erwachsener viel in der Kälte ist oder sich bewusst Kälte aussetzt (z.B. kalt duschen), trainiert so sein braunes Fettgewebe.

Weißes Fett kann teilweise in braunes Fett umgewandelt werden. Das nennen wir dann beiges Fettgewebe. Vitamin A kann nach einem Kältereiz die Bildung von beigem und braunem Fettgewebe anregen und unterstützt damit unsere Kälteresistenz und den Stoffwechsel.

Auch der Grundumsatz steigt – was beim Abnehmen sehr hilfreich ist – und Du frierst weniger.

Viele Vorteile!

Übrigens: Reishi und Cordyceps können das auch.

 

Fettverbrennung

Vitamin A wird generell für die Fettverbrennung benötigt. Für den Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien und für die „Verbrennung“ der Fette.

Dies ist nützlich für eine gute Stoffwechsel-Flexibilität, unterstützt das Abnehmen, Intervallfasten und die sportlichen Leistungen.

 

Darmgesundheit

Vitamin A und D sind wichtige Wachstumsfaktoren für Zellen in der Darmbarriere. Beide Nährstoffe sind wichtig, damit die Zellen sich dort stetig regenerieren und erneuern können, und bieten wertvolle Unterstützung bei der Vorbeugung und Behandlung des Leaky Gut Syndroms.

 

Immunsystem

Vitamin A und D sind sogenannte Immunmodulatoren. Das heißt, sie helfen dabei, ein gesundes und kompetentes Immunsystem aufzubauen, indem sie das Wachstum bestimmter Immunzell-Arten, wie T-Zellen, Monozyten und T.-reg.-Zellen, anregen.

Aus diesem Grund wird das Vitamin immer häufiger in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen und Allergien genannt. Denn hierbei komm es zu Ungleichgewichten im Immunsystem.

Mango mit viel Beta Carotin auf weißem Tisch

Erstaunlich reich an ß-Carotin: Die Mango.

 

Sehkraft

Natürlich, die bekannteste Funktion von A ist in den Augen: Hier bildet das Vitamin das aktive Zentrum in Proteinen (Opsine), welche Licht absorbieren und in Informationen umwandeln. Ohne Vitamin A droht daher die völlige Erblindung.

Im Auge haben wir nicht nur Retinal, sondern weitere Stoffe aus der Gruppe der Carotinoide und Omega 3-Fettsäuren. Daher wird für gesunde Augen und bei Makuladegeneration neben Omega 3-Fetten auch Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin empfohlen. Neben Vitamin A natürlich.

 

Fallbeispiel: Teenager ernährt sich nur von Pommes
2018 oder 2019 wurde in den Medien über einen Teenager aus England berichtet, der sich über Monate hinweg aufgrund einer Essstörung nur von Pommes ernährt hat.

Seine Eltern bekamen das nicht mit. Nach einigen Monaten wurde er mit schwerem Vitamin A-Mangel ins Krankenhaus eingeliefert. Die wichtigsten Symptome waren der Verlust seiner Sehkraft, nebst anderen Symptomen. Doch hier zeigt sich: Bei einer einseitigen und ungesunden Ernährung ist Vitamin A einer der Nährstoffe, der zuerst „aufgebraucht“ ist.

 

Embryonal-Entwicklung

Vitamin A ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren bei der Entwicklung eines Embryos aus einer befruchteten Eizelle.

Wie wissen die Zellen, wie sie sich anordnen müssen, wo innen/außen/oben/unten ist? Wer bildet die Haut, wer den Darm, wer Knochen, Muskeln, Nervenbahnen?

Hier ist Vitamin A ein zentraler Koordinator – deswegen wird Schwangeren und Stillenden eine ausreichend Vitamin A-Versorgung nahegelegt.

Außerdem kann mit der Beseitigung eines Mangels die Fruchtbarkeit gesteigert und das Risiko für Kindssterblichkeit verringert werden.

ß-Carotin sollte in der Schwangerschaft übrigens nicht als Nahrungsergänzungsmittel genommen werden, da es teratogen (fruchtschädigend) wirkt – für Vitamin A in jeglicher Form oder ß-Carotin in Nahrungsmitteln gilt dies jedoch nicht.

 

Blutbildung

Vitamin A ist für die Bildung von Hämoglobin, unserem roten Blutfarbstoff, genauso wichtig wie Eisen. Das wird gerne vergessen. Bei Anämie (Blutarmut) ist es eine gute Empfehlung, die gerne vergessen wird.

 

Haut

Nicht nur für den Darm, auch für die Haut ist Vitamin A ein wertvoller Wachstumsfaktor für Erneuerung, Regeneration und – wenn man so will – Anti-Aging.

Hinsichtlich seiner vielen Nährstoffe sollte Rinderleber eigentlich als Anti-Aging-Food bezeichnet werden – wenn es nur mehr Menschen mögen würden.

 

Vitamin A und Autoimmunerkrankungen

Die Recherche hat ergeben, dass die meisten Menschen mit Autoimmunerkrankungen von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin A (und D) profitieren. Denn einige wichtige Ursachen wie ein dereguliertes Immunsystem, Leaky gut Syndrom und Mukus-Mangel hängen mit dem Vitamin zusammen.

Ein ausreichender Verzehr A-reicher Lebensmittel ist daher besonders bei Autoimmunerkrankten sehr wichtig und hängen häufig mit einer Besserung des Krankheitsgeschehens zusammen.

Bei den folgenden Erkrankungen ist bekannt, dass Vitamin A besonders wichtig ist:

  • Lupus Erythematodes
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Multiple Sklerose
  • Diabetes Typ 1
  • Hashimoto Thyreoiditis
  • Morbus Basedow
  • Schuppenflechte

 

Lebensmittel mit viel Vitamin A

Es ist wichtig, vielseitig und unabdingbar für unsere Gesundheit – doch in welchen Lebensmitteln ist am meisten Vitamin A enthalten?

Der übliche Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt 2.600-4.000 IE oder 0,8-1,2 mg je nach Gewicht. Bei Schwangeren und Männern mit mehr als 80 kg Körpergewicht geht die Empfehlung bis 1,5 mg täglich.

Welche Lebensmittel enthalten also am meisten und helfen dabei, den Tagesbedarf zu decken und sicher zu stellen, dass Du von den Vorteilen von Vitamin A profitierst?

 

Lebensmittelliste Vitamin A (Quelle: Wikipedia) – Zur Umrechnung in mg einfach Retinoläquivalent durch 1000 teilen

Nahrungsmittel Herkunft Retinoläquivalent

µg/100 g

 

Lebertran tierisch 30000
Rindsleber tierisch 7744
Leberwurst tierisch 4220
Hühnerleber tierisch 3980
Süßkartoffel pflanzlich 0–1000
Karottensaft pflanzlich 950
Karotten, roh pflanzlich 800–850
Karotten, gekocht pflanzlich 500–800
Kürbis in Dosen pflanzlich 780
Grünkohl, gekocht/gefroren pflanzlich 730
Butter tierisch 680
Frühstücksflocken pflanzlich 300–500
Spinat, roh pflanzlich 470
Markstammkohlblätter, gekocht pflanzlich 400
Eigelb tierisch 380
Löwenzahnblätter, gekocht pflanzlich 300
Kürbis, gekocht pflanzlich 250
Aprikosen, roh/getrocknet pflanzlich 100–200
Mais, roh pflanzlich 185
Cantaloupe-Melone, roh pflanzlich 170
Ei, ganz tierisch 140
Aprikose, in Dosen pflanzlich 60–80
Kondensmilch tierisch 74
Lachs, je nach Zubereitung tierisch 17–64
Milch tierisch 46
Mango, roh pflanzlich 40
Hühnerfleisch tierisch 5–25
Pfirsich, roh  pflanzlich tierisch 15–20
Buttermilch, fettarm tierisch 14
Dorsch, roh tierisch 14
Dorsch, gebraten tierisch 10
Schweinefleisch nach Zub. tierisch 0–10

 

Wichtig: Vitamin A nur mit Fett!

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, unser Körper kann es nur effektiv aufnehmen, wenn wir es mit etwas Fett konsumieren. Süßkartoffeln oder Möhren ohne Öl oder sonstiges Dressing, Rinderleber pur – so kommt der Körper zwar an viele Nährstoffe, aber nicht an Vitamin A und ß-Carotin heran.

Gleiches gilt auch für Nahrungsergänzungen. Bitte achte immer auf ein wenig Fett, damit Dein Körper von diesem Vitamin profitieren kann. Ein Teelöffel Leinöl, Olivenöl oder Butter reicht bereits aus.

 

Rinderleber ist DIE Vitamin A-Bombe!

Rinderleber ist tatsächlich eines der gesündesten Lebensmittel auf dem Planeten. Neben reichlich Vitamin A enthält sie auch alle B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin E, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kreatin, Carnitin und hochwertige Proteine.

Und nein, die Leber ist kein Speicherort für Giftstoffe – Rinderleber enthält nicht mehr Giftstoffe als Hackfleisch, Gulasch oder anderes Muskelfleisch.

Zur Deckung des Vitamin A-Bedarfs (und vieler anderer Nährstoffe) empfehle ich eine Portion Leber pro Woche. Wenn Dir Leber nicht schmeckt, probiere mal, sie über Nacht in Milch einzulegen – das reduziert den Geschmack. Anschließend schön in der Pfanne ausbraten oder in passierten Tomaten ein Sugo machen, scharf gewürzt und mit frischen Kräutern eine wahre Gesundheits-Bombe!

Oder drehe Leber und Gulasch gemeinsam (Verhältnis 1/2 – 1/3) durch den Fleischwolf – das resultierende Hackfleisch schmeckt nicht mehr nach Leber und kann so ganz nebenbei der Familie untergemischt werden. Aber nicht verraten!

Leber mit Zwiebeln in einer Pfanne

Lecker Leber … mit Dorschleber die beste Vitamin A Quelle

 

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A

Wer wöchentlich Leber, Fischöl und Bio-Eier isst, muss sich eigentlich keine Sorge um Vitamin A machen. Doch wer nicht jede Woche seine Portion Leber bekommt oder aus diversen Gründen zu wenig Vitamin aufnimmt, könnte von einer Nahrungsergänzung profitieren.

Diese schmeckt neutral und ist ein Thema für Vegetarier, Veganer und all jene mit Aversion gegen Leber, Fischöl, Eier und andere Vitamin A-reiche Lebensmittel.

Ich persönlich greife auch regelmäßig zu Vitamin A-Ergänzungen, da ich nicht jede Woche Leber „schaffe“ und merke, dass es mir mit Ergänzung besser geht.

Im Zuge eines guten Multivitamin-Präparats ist aktives Vitamin A (als Retinol oder Retinylpalmitat) Teil einer guten Grundversorgung für die Gesundheit. Ich kann „Das Multi“ von Edubily sehr empfehlen, hier sind 600 IE pro Tagesdosis enthalten:

Das multi

Ein reines Vitamin A-Produkt ist empfehlenswert für alle, die ihren Bedarf ergänzend damit decken und die Dosis flexibel je nach Körpergewicht anpassen möchten. Auch hier empfehle ich die Marke Edubily – in den Vitamin A-Tropfen (gelöst in MCT-Öl) finden sich pro Tropfen 400 IE als Retinyl-Palmitat. Ich nehme davon an den meisten Tagen 5 Tropfen:

Vitamin A Tropfen Edubily

 

Vitamin A Überdosierung

Alles kann überdosiert werden und schädlich sein, auch Vitamin A. Bei längerer Überdosierung wird zunächst der Überschuss in der Leber gespeichert, anschließend steigt der Blutspiegel stark an.

Dann bewirkt das Vitamin die Freisetzung von Calcium aus den Knochen – und die Knochendichte sinkt. Die Knochen werden spröde.

Bei Schwangeren steigt das Risiko für Fehlbildungen – genau wie bei einem Mangel ist ein Zuviel auch nicht gut.

Ein teratogenes Risiko besteht ebenfalls – also Stammzellen-Tumoren, die sehr unschön sind und bei starken Überdosierungen vorkommen können.

Übliche Symptome einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kreislaufprobleme und eine ungesunde Hautfarbe im Gesicht.

Daher wird empfohlen, jährlich den Wert im Blut nachzulesen.

Mit den in diesem Beitrag geteilten Ratschlägen, wöchentlicher Rinderleber und Ergänzung im Bereich 2.000-4.000 IE täglich ist eine Überdosierung nicht zu erwarten. Erst ab dauerhaft 50.000-100.000 Einheiten täglich (also jeden Tag Leber, viel Sahne und zu viel Nahrungsergänzung) wird es problematisch – so viel zu erreichen, ist sehr schwer.

Doch gelegentliches Messen und Überprüfen macht dennoch Sinn.

 

Fun Fact: Warum Eskimos selten Leber essen
Die Inuit auf Grönland essen niemals die Leber von Eisbären (Muskelfleisch hingegen schon), weil die Leber toxische Mengen an Vitamin A enthält. Davon zu kosten, würde einen Menschen umbringen, so viel ist da enthalten.
Vitamin A Grünkohl

Auch Kohlgemüse und Spinat enthalten viel ß-Carotin, das der Körper umwandeln kann

 

Zum Schluss: Wo der Spruch „Karotten sind gut für die Augen“ eigentlich herkommt

Klar, Karotten sind gesund und dank ß-Carotin wirklich gut für die Augen. Doch es steckt eine historische Anekdote dahinter:

Im zweiten Weltkrieg waren die deutschen Piloten der britischen Luftwaffe unterlegen. Ein Grund war die bessere Nachtsicht der Briten – durch neu entwickelte Nachtsichtgeräte, die die Deutschen nicht hatten.

Codewort für „Hast Du Dein Nachtsichtgerät dabei?“ bei den Briten war der Satz „Hast Du Deine Karotten gegessen?“ – wenn die Deutschen also die Funksprüche der Briten abhörten, dachten sie wirklich, dass die gute Nachtsicht der Briten auf die Karotten zurückzuführen war.

So leiteten die Briten uns damals in die Irre – und machten „Karotten für die Augen“ berühmt.

 

Fazit

Vitamin A ist ein essenzieller Nährstoff, ohne den unser Körper nicht überleben kann. Das Vitamin hat zahlreiche Funktionen im Körper und Vorteile für unsere Gesundheit, von denen wir profitieren können.

In Deutschland kommt ein klinischer Mangel nur selten vor, ein leichter (subklinisch) jedoch häufiger – und optimal versorgt sind nur die wenigsten.

Doch bereits bei einer suboptimalen Versorgung kann es zu Einschnitten in der Darmgesundheit, Schilddrüse, Immunsystem und Fettverbrennung kommen.

Daher empfehle ich, regelmäßig an gutes Fischöl, Bio-Eier und Rinderleber zu denken, um ausreichend versorgt zu sein. Um sicher zu gehen, hilft auch eine Blutanalyse.

Nahrungsergänzungen bieten sich auch an, um einen Mangel auszugleichen – ich empfehle „Das Multi“ als Multivitamin-Grundversorgung sowie die Vitamin A-Tropfen von Edubily.*

Hast Du Fragen oder Feedback? Würdest Du gerne etwas ergänzen oder von Deinen Erfahrungen berichten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

 

Quellenverzeichnis

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2 Kommentare

Koller Lucia 17. September 2020 - 18:29

Hallo Martin
Es war wieder sehr spannend!!!
Herzlichen Dank!!
Was hälst Du davon die Leber roh zu essen?

Danke für Dein Feedback!

Sonnige Grüsse aus der Schweiz

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 18. September 2020 - 8:53

Hallo Lucia,

Danke Dir 🙂
Leber roh – da sollte die Grundvoraussetzung Bio sein, um das Risiko einer Verunreinigung/Infektion zu minimieren, da Tiere aus Massentierhaltung oft belastet sind. Wem es schmeckt und das manchmal machen möchte, spricht nicht viel dagegen.
Ich persönlich habe mit roher Leber keine Erfahrung 🙂

Liebe Grüße,
Martin

Antworten

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