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Alles, was Du über Vitamin A wissen musst!

von Martin Auerswald, M.Sc.
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Karotten mit viel Vitamin A auf Schneidebrett und Messer

Das Wissen, dass Vitamin D wichtig für die Knochen, den Stoffwechsel, den Darm und das Immunsystem ist, setzt sich langsam durch. Im Gegensatz dazu wird Vitamin A – bei dem es sich ebenfalls um ein fettlösliches Vitamin handelt – noch immer stark unterschätzt. Dabei wirkt es in den meisten Fällen mit Vitamin D zusammen und ergänzt es hinsichtlich seiner Wirkungen.

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute mit den Eigenschaften und Wirkungen von Vitamin A. Darüber hinaus klären wir, in welchen Lebensmitteln Vitamin A enthalten ist.

Was ist Vitamin A?

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das zu den Retinol-Derivaten (Nebenstrukturen) zählt. Also Stoffe, die die Grundstrukter “Retinol” besitzen und davon abgeleitet werden.

Es ist dem bekannten ß-Carotin gar nicht so unähnlich, jedoch sehr viel effektiver. (Tatsächlich ist ß-Carotin eine Vorstufe von Vitamin A.)

Retinol, Retinal, Retinsäure und Retinylester werden unter Vitamin A zusammengefasst. Je nach Gewebe wird eine dieser Formen verwendet; der Körper kann die Formen durch Oxidation, Reduktion und Veresterung beliebig ineinander umwandeln.

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören neben Vitamin A noch Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K2. Diese Vitamine lassen sich mithilfe einer einfachen Eselsbrücke merken: „EDEKA“ (E, D, K, A).

„Karotten sind gut für die Augen.“ – Diesen Spruch hast Du sicher schon einmal gehört, oder? Wahrscheinlich in jungen Jahren, denn nicht selten versucht man kleinen Kindern mit Aussagen dieser Art Gemüse schmackhaft zu machen. Zurecht! Hintergrund dieser Aussage ist nämlich der hohe Gehalt an ß-Carotin, den Karotten aufweisen. Der Körper kann ß-Carotin in geringen Mengen in Vitamin A umwandeln, was essenziell für unsere Augengesundheit ist.

Das Potential des Vitamins erschöpft sich jedoch nicht in seiner Bedeutung für unsere Augen. Wichtig ist es weiterhin für unsere Schilddrüse, Knochen, Fettverbrennung, Darmgesundheit sowie für unseren Stoffwechsel und unser Immunsystem. Auch bei der Testosteronbildung spielt es eine Rolle.

Leider wird es stark unterschätzt und Tatsache ist auch, dass viele Deutsche zu wenig Vitamin A aufnehmen. Also: Zeit, sich dieses Vitamin etwas näher anzusehen und über seine Bedeutung aufzuklären!

 

Aufnahme, Umwandlung und Physiologie

In diesem Abschnitt erkläre ich Dir, wie Vitamin A aufgenommen, umgewandelt und im Körper verarbeitet wird.

In der Nahrung liegt das Vitamin in der Regel als Retinylester vor. Retinylester aus der Nahrung (zur Erinnerung: eine der Formen von Vitamin A) werden für die Aufnahme im Dünndarm durch die Pankreas-Lipase (ein Enzym) in Retinol gespalten. Über das Retinol bindende Protein (RBP) wird Retinol im Blut transportiert. Als Ester wird es später wieder in der Leber gespeichert.

Die im Körper aktiven Stoffe sind 9-cis-Retinal, das an die Rezeptoren RAR und RXR bindet, sowie all-trans-Retinal, das ausschließlich an RAR bindet, und Retinsäure. Letztere wirkt teilweise auch ohne die klassischen Rezeptoren RAR und RXR.

Die Umwandlung von ß-Carotin und Lycopin (in Tomaten) in aktives Vitamin A können zwar die meisten Gewebetypen durchführen, doch es sind die Darmzellen, die die meiste Arbeit übernehmen. Die Umwandlung ist jedoch sehr ineffizient und aufwändig. Solange genug aktives Vitamin über die Nahrung aufgenommen wird, führt der Körper diesen Prozess nur mit geringer Effektivität durch – fertiges Vitamin A ist ihm aus Energie-Gründen lieber.

800px-Vitamin-A-Synthese Formen

Formen von Vitamin A im Überblick.

 

Wie bemerke ich einen Vitamin A Mangel?

Das deutlichste Anzeichen eines Mangels an Vitamin A ist eine schlechte Anpassung der Augen an Helligkeit und Dunkelheit, denn die Weitung und Verengung der Pupillen wird durch Vitamin A bewerkstelligt.

Solltest Du unter Nachtblindheit leiden oder Deiner Einschätzung nach mehr als 5 Sekunden benötigen, bis Du nach der Umstellung von Hell zu Dunkel gut sehen kannst, empfiehlt sich eine Messung im Blut, um das Vorliegen eines Mangels abzuklären.

Weitere Symptome eines Vitamin A Mangels sind:

  • langsamer Stoffwechsel,
  • schlechte Fettverbrennung,
  • Neigung zu Übergewicht,
  • schnelles Frieren,
  • ggf. Schilddrüsenunterfunktion,
  • anfälliges Immunsystem,
  • Autoimmunerkrankung,
  • Darmprobleme (schwache Schleimhaut), Leaky Gut Syndrom, Reizdarm,
  • Sehprobleme,
  • trockene Atemwege,
  • trockene Haut,
  • häufiger Schnupfen,
  • Testosteronmangel,
  • hohe Blutfettwerte.

Wenn Dir Symptome bekannt vorkommen, lies Dir am besten die noch folgenden Kapitel über Lebensmittel, die reich an Vitamin A sind, und Nahrungsergänzungsmittel durch. Im Rahmen dieser Kapitel erkläre ich Dir, wie Du einen Mangel beseitigen kannst.

 

Ursachen eines Vitamin A Mangels

Was könnte die Ursache einer unzureichenden Versorgung des Körpers mit Vitamin A sein? Bzw. was führt dazu, dass der Körper nur wenig Vitamin A aufnimmt oder es verstärkt abbaut?

  • chronische Entzündungen,
  • Operationen,
  • chronischer Stress,
  • Rauchen,
  • Leben und Arbeiten in einer Umwelt mit schlechter Luft,
  • Umweltgifte (wie z. B. die Schwermetalle Cadmium, Arsen, Blei),
  • starkes Sonnenlicht (führt zur Schädigung von Vitamin A in der Haut),
  • Störungen der Fettaufnahme durch zu wenige Lipasen,
  • Störungen der Galle oder Bauchspeicheldrüse,
  • zu geringe Aufnahme über die Nahrung,
  • Alkohol (beeinträchtigt Aufnahme und Speicherung),
  • Schlafmittel,
  • Statine und Abführmittel (beeinträchtigen die Aufnahme),
  • zu geringer Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Vitamin-A sind.
  • Diabetiker und Betroffene einer Schilddrüsenüberfunktion haben Probleme bei der Umwandlung von ß-Carotin in Vitamin A. Daher wird diesen Patienten aktives Vitamin A nahegelegt.

In Deutschland ist eine Hypovitaminose (Unterversorgung) selten. Viele Menschen sind zwar suboptimal versorgt und könnten von einer verbesserten Einnahme profitieren, doch ein klinischer Mangel kommt nur selten vor.

 

Goldener Reis und die Probleme in Entwicklungsländern

Etwa 250 Millionen Vorschulkinder weltweit (besonders in Afrika) leiden an einem Vitamin A Mangel. Jedes Jahr sterben ca. 1 Million Kinder daran. Ein Mangel schlägt sich nicht nur auf die Augen nieder, sondern auch auf die normale Entwicklung der Kinder.

Die Wissenschaftler Ingo Potrykus und Peter Beyer kamen daher auf eine Idee. Weil Reis in vielen armen Regionen Afrikas ein Grundnahrungsmittel ist, entwickelten sie eine genetisch modifizierte Variante: goldenen Reis, der jede Menge ß-Carotin enthielt.

Mit diesem „Golden Rice“ könnte die Versorgung mit Vitamin A in den entsprechenden Regionen sichergestellt werden, so dass jedes Jahr viele Tausend Kinderleben gerettet werden könnten.

Vitamin A Golden Rice

Der „Golden Rice“ (im Bild: Safran-Reis) hätte eine Revolution sein können …

Obwohl der Reis ein sicheres Nahrungsmittel war, ß-Carotin enthielt, gut wuchs und gedieh, wurde er nie zugelassen, weil die zuständigen Kommissionen kein gentechnisch verändertes Grundnahrungsmittel einsetzen wollten. Ihre Entscheidung ist nachvollziehbar, aber dennoch fraglich, da es sich lediglich um Reis mit ß-Carotin handelt, mit dem Menschenleben gerettet werden könnten.

 

Vitamin A Tagesbedarf

Laut offiziellen Empfehlungen beträgt der Tagesbedarf Vitamin A 0,8 bis 1,0 mg (2.600 bis 3.300 IE). Dosierungen von 1.000 bis 4.000 IE täglich gelten als unbedenklich und werden zur Deckung des Tagesbedarfs empfohlen. Bei Schwangeren und Stillenden werden täglich bis zu 1,5 mg empfohlen.

Vitamin A Serumwert

Im Blut ist Vitamin A an das RBP-Protein gebunden (Retinol binding protein). Ein Serumwert von weniger als 0,7 µmol/l wird als Mangel definiert. Gemessen wird dabei das RBP-Protein und daraus errechent, wie viel des Vitamins im Blut tatsächlich vorliegt.

Damit das Vitamin seine Wirkungen im Körper entfalten kann, sollte ein Serumwert von mindestens 1,1 µmol/l angestrebt werden. Durch eine tägliche Zufuhr von 2.000 bis 4.000 IE erreichen die meisten Menschen diesen Wert.

 

Wie war das mit dem erhöhten Lungenkrebsrisiko?

Eine Studie fand heraus, dass Raucher, die ein Multivitaminpräparat mit ß-Carotin einnahmen, ein deutlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko aufwiesen. Hier handelte es sich jedoch um isoliertes ß-Carotin, nicht um aktives Vitamin A. Von letzterem sind keine negativen Auswirkungen auf das Krebsrisiko bekannt. Im Gegenteil: Da das Vitamin wichtig für die Darmgesundheit und das Immunsystem ist, könnte es zur Krebsprävention beitragen.

 

Warum ist Vitamin A so wichtig? 10 Wirkungen im Überblick

Vitamin A spielt in ähnlich vielen Regionen des Körpers eine wichtige Rolle wie sein Artgenosse Vitamin D. Beide Vitamine treten über ihre Rezeptoren (VDR und RXR) miteinander in Kontakt. Die beiden Rezeptoren bilden dabei Heterodimere (Komplexe aus zwei Proteinen). Das klingt kompliziert und Du musst Dir das nicht zwingend merken – aber es war mir wichtig, Dir zu zeigen, dass beide Vitamine zusammen agieren und ihre Wirkungen entfalten.

Im Folgenden kläre ich Dich über 10 wichtige Funktionen und Wirkungen von Vitamin A auf.

 

Schilddrüse

Vitamin A scheint an der Bildung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (fT4) und der Entwicklung der Selbsttoleranz beteiligt zu sein. Mit Selbsttoleranz ist gemeint, dass der Körper eigene und körperfremde Stoffe unterscheiden kann – das geht bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto verloren. Dabei ist das Vitamin so wichtig.

Ein Vitamin A Mangel erhöht das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion und sogar für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Hashimoto und Morbus Basedow.

Noch ist nicht alles in dieser Beziehung erforscht, aber fest steht: Die Schilddrüse braucht Vitamin A.

 

Testosteron

Vitamin A stimuliert die Leydig-Zellen in den Hoden des Mannes zur Testosteronbildung. Ähnlich wie auch Magnesium, Vitamin D und Vitamin K2 – ein gemeinsamer Wirkmechanismus ist nicht auszuschließen. Hierfür spricht auch, dass sich Schilddrüsenhormone und Testosteron gegenseitig stimulieren. Dass Vitamin A an beiden Orten wirkt, ergibt folglich Sinn.

 

Braunes Fettgewebe und Abnehmen

Vitamin A unterstützt die Aktivität des braunen Fettgewebes und die Umwandlung von weißem in beiges Fettgewebe.

Etwas genauer erklärt: Braunes Fettgewebe ist Fett, das Wärme produziert, damit sich unser Körper vor Kälte schützen kann. Besonders bei Babys ist dieses Fettgewebe sehr aktiv, da sie noch keine Muskeln haben, die zittern könnten, um Wärme zu produzieren. Wer sich als Erwachsener in der Kälte aufhält oder sich ganz bewusst Kälte aussetzt (z. B. kalt duschen), trainiert so sein braunes Fettgewebe.

Weißes Fett kann teilweise in braunes Fett umgewandelt werden. Das Ergebnis wird als beiges Fettgewebe bezeichnet. Vitamin A kann nach einem Kältereiz die Bildung von beigem und braunem Fettgewebe anregen und unterstützt damit unsere Kälteresistenz und den Stoffwechsel.

Durch braunes Fettgewebe steigt der Grundumsatz – was beim Abnehmen sehr hilfreich ist –, und Du frierst weniger.

Übrigens: Auch Reishi und Cordyceps können die Bildung braunen Fettgewebes anregen.

 

Fettverbrennung

Vitamin A wird generell für die Fettverbrennung benötigt. Zum einen für den Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien und zum anderen für die „Verbrennung“ der Fette. Das ist nützlich für eine gute Stoffwechsel-Flexibilität, unterstützt das Abnehmen, Intervallfasten und die sportlichen Leistungen.

 

Darmgesundheit

Vitamin A und D sind wichtige Wachstumsfaktoren für Zellen in der Darmbarriere. Sie sorgen dafür, dass sich die Zellen dort stetig regenerieren und erneuern können. Somit bieten beide Vitamine wertvolle Unterstützung bei der Vorbeugung und Behandlung des Leaky Gut Syndroms.

 

Immunsystem

Vitamin A und D sind sogenannte Immunmodulatoren. Das heißt, sie helfen dabei, ein gesundes und kompetentes Immunsystem aufzubauen, indem sie das Wachstum bestimmter Arten von Immunzellen, wie T-Zellen, Monozyten und Regulatorischen T-Zellen, anregen.

Aus diesem Grund wird das Vitamin immer häufiger in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen und Allergien genannt. Denn in beiden Fällen kommt es zu Ungleichgewichten im Immunsystem.

Mango mit viel Beta Carotin auf weißem Tisch

Erstaunlich reich an ß-Carotin: Mango.

 

Sehkraft

Die bekannteste Funktion von Vitamin A betrifft die Augen: Dort bildet das Vitamin das aktive Zentrum in Proteinen (Opsine), die Licht absorbieren und in Informationen umwandeln. Deshalb droht ohne Vitamin A die völlige Erblindung.

Im Auge kommt nicht nur Retinal vor, sondern auch weitere Stoffe aus der Gruppe der Carotinoide sowie Omega-3-Fettsäuren. Für gesunde Augen und im Fall einer Makuladegeneration werden Omega-3-Fette, Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin empfohlen. Zusätzlich zu Vitamin A natürlich.

 

Fallbeispiel: Teenager ernährt sich nur von Pommes
Vor einer Weile wurde in den Medien über einen Teenager aus England berichtet, der sich aufgrund einer Essstörung über Monate hinweg nur von Pommes ernährt hat (ohne das Wissen seiner Eltern). Nach einigen Monaten wurde er mit schwerem Vitamin A Mangel ins Krankenhaus eingeliefert. Das einschlägigste Symptom war der Verlust seiner Sehkraft. An diesem Fallbeispiel zeigt sich deutlich: Bei einer einseitigen, ungesunden Ernährung ist Vitamin A einer der Nährstoffe, die zuerst „aufgebraucht“ sind.

 

Embryonal-Entwicklung

Vitamin A ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren bei der Entwicklung eines Embryos aus einer befruchteten Eizelle.

Wie wissen die Zellen, wie sie sich anordnen müssen, wo innen, außen, oben und unten ist? Welche Zellen bilden die Haut, welche den Darm, die Knochen, Muskeln und Nervenbahnen?

Hier ist Vitamin A ein zentraler Koordinator. Deswegen wird Schwangeren und Stillenden eine ausreichende Vitamin A Versorgung nahegelegt.

Außerdem kann mit der Beseitigung eines Mangels die Fruchtbarkeit gesteigert und das Risiko für Kindssterblichkeit verringert werden.

ß-Carotin sollte in der Schwangerschaft übrigens nicht als Nahrungsergänzungsmittel genommen werden, da es teratogen (fruchtschädigend) wirkt. Für Vitamin A in jeglicher Form oder ß-Carotin in Nahrungsmitteln gilt dies hingegen nicht.

 

Blutbildung

Schon gewusst? Vitamin A ist für die Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, genauso wichtig wie Eisen. Bei Anämie (Blutarmut) ist Vitamin A eine gute Empfehlung, die allerdings gerne vergessen wird.

 

Haut

Nicht nur für den Darm, sondern auch für die Haut ist Vitamin A ein bedeutender Faktor für die Erneuerung, Regeneration und – wenn man so will – für das Anti-Aging.

Hinsichtlich seiner vielen Nährstoffe sollte Rinderleber eigentlich als Anti-Aging-Food bezeichnet werden.

 

Vitamin A und Autoimmunerkrankungen

Die Recherche hat ergeben, dass die meisten Menschen mit Autoimmunerkrankungen von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin A (und D) profitieren. Denn einige wichtige Ursachen, wie ein dereguliertes Immunsystem, Leaky gut Syndrom und Mukus-Mangel, hängen mit Vitamin A zusammen.

Der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind, ist daher besonders für Autoimmunerkrankte bedeutsam, denn er hängt häufig mit einer Verbesserung des Krankheitsbildes zusammen.

Besonders wichtig ist Vitamin A im Fall folgender Erkrankungen:

  • Lupus Erythematodes,
  • Morbus Crohn,
  • Colitis ulcerosa,
  • Multiple Sklerose,
  • Diabetes Typ 1,
  • Hashimoto Thyreoiditis,
  • Morbus Basedow,
  • Schuppenflechte.

 

Lebensmittel mit viel Vitamin A

Vitamin A ist unabdingbar für unsere Gesundheit. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt je nach Gewicht 2.600 bis 4.000 IE oder 0,8 bis 1,2 mg. Bei Schwangeren und Männern mit mehr als 80 kg Körpergewicht werden täglich bis zu 1,5 mg empfohlen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin A und helfen folglich dabei, den Tagesbedarf zu decken und sicherzustellen, dass Du von den Vorteilen des Vitamins profitierst?

 

Lebensmittelliste Vitamin A (Quelle: Wikipedia). Teile durch 1000, wenn Du das Retinoäquivalent in mg umrechnen möchtest.

Nahrungsmittel Herkunft Retinoläquivalent

µg/100 g

 

Lebertran tierisch 30000
Rinderleber tierisch 7744
Leberwurst tierisch 4220
Hühnerleber tierisch 3980
Süßkartoffel pflanzlich 0–1000
Karottensaft pflanzlich 950
Karotten, roh pflanzlich 800–850
Karotten, gekocht pflanzlich 500–800
Kürbis in Dosen pflanzlich 780
Grünkohl, gekocht/gefroren pflanzlich 730
Butter tierisch 680
Frühstücksflocken pflanzlich 300–500
Spinat, roh pflanzlich 470
Markstammkohlblätter, gekocht pflanzlich 400
Eigelb tierisch 380
Löwenzahnblätter, gekocht pflanzlich 300
Kürbis, gekocht pflanzlich 250
Aprikosen, roh/getrocknet pflanzlich 100–200
Mais, roh pflanzlich 185
Cantaloupe-Melone, roh pflanzlich 170
Ei, ganz tierisch 140
Aprikose, in Dosen pflanzlich 60–80
Kondensmilch tierisch 74
Lachs, je nach Zubereitung tierisch 17–64
Milch tierisch 46
Mango, roh pflanzlich 40
Hühnerfleisch tierisch 5–25
Pfirsich, roh pflanzlich 15–20
Buttermilch, fettarm tierisch 14
Dorsch, roh tierisch 14
Dorsch, gebraten tierisch 10
Schweinefleisch nach Zub. tierisch 0–10

 

Wichtig: Vitamin A nur mit Fett!

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, unser Körper kann es nur effektiv aufnehmen, wenn wir es zusammen mit etwas Fett konsumieren. Isst Du Süßkartoffeln oder Möhren ohne Öl oder ein anderes Dressing, kommt der Körper zwar an viele Nährstoffe heran, nicht jedoch an Vitamin A und ß-Carotin. Dasselbe gilt für Nahrungsergänzungen.

Bitte achte immer auf eine gleichzeitige Fettzufuhr, damit Dein Körper von diesem Vitamin profitieren kann. Ein Teelöffel Leinöl, Olivenöl oder Butter reicht bereits aus.

 

Rinderleber ist DIE Vitamin A Bombe!

Rinderleber ist eines der gesündesten Lebensmittel auf dem Planeten. Neben reichlich Vitamin A enthält sie auch alle B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin E, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kreatin, Carnitin und hochwertige Proteine.

Und nein, die Leber ist kein Speicherort für Giftstoffe – Rinderleber enthält nicht mehr Giftstoffe als Hackfleisch, Gulasch oder anderes Muskelfleisch.

Zur Deckung des Bedarfs an Vitamin A (und vieler anderer Nährstoffe) empfehle ich eine Portion Leber pro Woche. Wenn Dir Leber nicht schmeckt, lege sie über Nacht in Milch ein – dieser Trick sorgt für einen milderen Geschmack. Anschließend kannst Du sie in der Pfanne ausbraten oder zusammen mit passierten Tomaten ein Sugo daraus zubereiten. Scharf gewürzt und mit frischen Kräutern vermengt ist das Resultat eine wahre Gesundheitsbombe!

Alternativ kannst Du die Leber zusammen mit Gulasch (Verhältnis 1:2 oder 1:3) durch den Fleischwolf drehen. Das resultierende Hackfleisch schmeckt nicht mehr nach Leber und kann so klammheimlich Leuten serviert werden, die sich andernfalls davor scheuen würden – aber pst, nicht verraten!

Leber mit Zwiebeln in einer Pfanne

Lecker Leber … zusammen mit Dorschleber die beste Vitamin A Quelle.

 

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A

Wer wöchentlich Leber, Fischöl und Bio-Eier isst, muss sich eigentlich keine Sorgen um seinen Vitamin A Haushalt machen. Wer nicht jede Woche eine Portion Leber isst oder aus anderen Gründen zu wenig Vitamin A aufnimmt, könnte von einer Nahrungsergänzung profitieren.

Ergänzungen schmecken neutral und sind für Vegetarier, Veganer und all jene geeignet, die mit Leber, Fischöl, Eiern und anderen Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind, nichts anfangen können.

Ich persönlich greife regelmäßig zu Vitamin A Ergänzungen, da ich nicht jede Woche Leber esse, aber merke, dass es mir mit der Ergänzung besser geht.

In guten Multivitamin-Präparaten ist aktives Vitamin A (als Retinol oder Retinylpalmitat) enthalten. Ich kann „Das Multi“ von Edubily sehr empfehlen (600 IE Vitamin A pro Tagesdosis):

Das multi

Ein reines Vitamin A Produkt ist für diejenigen empfehlenswert, die ihren Bedarf ergänzend decken und die Dosis flexibel ans Körpergewicht anpassen möchten. Auch hier empfehle ich die Marke Edubily. In den Vitamin A Tropfen (gelöst in MCT-Öl) finden sich pro Tropfen 400 IE in Form von Retinyl-Palmitat:

Vitamin A Tropfen Edubily

 

Vitamin A Überdosierung

Alles kann überdosiert und somit schädlich werden – auch Vitamin A.

Bei einer langanhaltenden Überdosierung werden zunächst Überschüsse in der Leber gespeichert, anschließend steigt der Blutspiegel stark an. Dann bewirkt das Vitamin die Freisetzung von Calcium aus den Knochen, wodurch die Knochendichte sinkt und die Knochen spröde werden.

Bei Schwangeren steigt das Risiko für Fehlbildungen. Weiterhin besteht ein teratogenes Risiko – also Stammzellentumore, die bei starken Überdosierungen vorkommen können.

Zu den üblichen Symptomen einer Überdosierung zählen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kreislaufprobleme und eine ungesunde Gesichtsfarbe.

Es wird empfohlen, den Wert im Blut jährlich zu messen.

Mit den in diesem Beitrag geteilten Ratschlägen – dem wöchentlichen Konsum von Rinderleber und einer Ergänzung im Bereich von 2.000 bis 4.000 IE täglich – ist eine Überdosierung nicht zu erwarten. Erst eine dauerhafte Zufuhr von 50.000 bis 100.000 Einheiten täglich (also jeden Tag Leber, viel Sahne und zu viel Nahrungsergänzung) erweist sich als problematisch. Solche Mengen an Vitamin A zu sich zu nehmen, ist jedoch sehr schwer.

Gelegentliches Messen und Überprüfen ist dennoch angeraten.

 

Fun Fact: Warum Eskimos selten Leber essen
Die Inuit auf Grönland essen niemals die Leber von Eisbären (Muskelfleisch hingegen schon), weil die Leber toxische Mengen an Vitamin A enthält. In Eisbärenleber ist so viel Vitamin A enthalten, dass es einen Menschen umbringen würde, davon zu kosten.
Vitamin A Grünkohl

Auch Kohlgemüse und Spinat enthalten viel ß-Carotin, das der Körper umwandeln kann.

 

Zum Schluss: Wo der Spruch „Karotten sind gut für die Augen“ eigentlich herkommt

Jeder weiß, dass Karotten gesund und dank des ß-Carotins gut für die Augen sind. Dahinter steckt eine historische Anekdote.

Im zweiten Weltkrieg waren die deutschen Piloten der britischen Luftwaffe unterlegen. Ein Grund war die bessere Nachtsicht der Briten, die durch neu entwickelte Nachtsichtgeräte gewährleistet wurde, die die Deutschen nicht besaßen.

Der britische Code für „Hast Du Dein Nachtsichtgerät dabei?“ war der Satz „Hast Du Deine Karotten gegessen?“. Als die Deutschen die Funksprüche der Briten abhörten, wurde angenommen, dass die gute Nachtsicht der Briten durch den Konsum von Karotten zustande kam.

So leiteten die Briten die Deutschen damals in die Irre – und machten „Karotten für die Augen“ berühmt.

 

Fazit

Vitamin A ist ein essenzieller Nährstoff, ohne den unser Körper nicht überleben kann. Das Vitamin hat zahlreiche Funktionen im Körper und Vorteile für unsere Gesundheit.

In Deutschland kommt ein klinischer Mangel nur selten vor, ein leichter (subklinisch) jedoch häufiger – und optimal versorgt sind nur die wenigsten. Doch bereits bei einer suboptimalen Versorgung kann es zu Einschnitten in der Darmgesundheit, Schilddrüse, im Immunsystem und in der Fettverbrennung kommen.

Daher empfehle ich den regelmäßigen Konsum von gutem Fischöl, Bio-Eiern und Rinderleber. Um wirklich sicherzugehen, hilft eine Blutanalyse.

Nahrungsergänzungen bieten sich auch an, um einen Mangel zu beseitigen. Ich empfehle „Das Multi“, um eine Multivitamingrundversorgung zu gewährleisten, sowie die A Tropfen von Edubily.*

Hast Du Fragen oder Feedback? Würdest Du gerne etwas ergänzen oder von Deinen Erfahrungen berichten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

 

Quellenverzeichnis

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3 Kommentare

Koller Lucia 17. September 2020 - 18:29

Hallo Martin
Es war wieder sehr spannend!!!
Herzlichen Dank!!
Was hälst Du davon die Leber roh zu essen?

Danke für Dein Feedback!

Sonnige Grüsse aus der Schweiz

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 18. September 2020 - 8:53

Hallo Lucia,

Danke Dir 🙂
Leber roh – da sollte die Grundvoraussetzung Bio sein, um das Risiko einer Verunreinigung/Infektion zu minimieren, da Tiere aus Massentierhaltung oft belastet sind. Wem es schmeckt und das manchmal machen möchte, spricht nicht viel dagegen.
Ich persönlich habe mit roher Leber keine Erfahrung 🙂

Liebe Grüße,
Martin

Antworten
Daniele 29. September 2020 - 13:14

Hi Martin,

wie steht es mit der genetischen Disposition bei einigen Menschen aus,dass sie nicht N Carotin umwandeln können? Oder lässt diese Fähigkeit im Körper bei allen nach?
Lg
Daniele

Antworten

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