Das Wissen, dass Vitamin D wichtig für die Knochen, den Stoffwechsel, den Darm und das Immunsystem ist, setzt sich langsam durch. Im Gegensatz dazu wird das ebenfalls fettlösliche Vitamin A noch immer stark unterschätzt. Dabei wirkt es in den meisten Fällen mit Vitamin D zusammen und ergänzt es hinsichtlich seiner Wirkungen.

Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute mit den Eigenschaften und Wirkungen von Vitamin A.

Darüber hinaus klären wir, in welchen Lebensmitteln Vitamin A enthalten ist.

 

Was ist Vitamin A?

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das zu den Retinol-Derivaten (Nebenstrukturen) zählt. Also Stoffe, die die Grundstruktur Retinol besitzen und davon abgeleitet werden.

Es ist dem bekannten ß-Carotin gar nicht so unähnlich, jedoch sehr viel effektiver. (Tatsächlich ist ß-Carotin eine Vorstufe von Vitamin A.)

Retinol, Retinal, Retinsäure und Retinylester werden unter Vitamin A zusammengefasst. Je nach Gewebe wird eine dieser Formen verwendet; der Körper kann die Formen durch Oxidation, Reduktion und Veresterung beliebig ineinander umwandeln.

Zu den fettlöslichen Vitaminen gehören neben Vitamin A noch Vitamin D, Vitamin E und Vitamin K2. Diese Vitamine lassen sich mithilfe einer einfachen Eselsbrücke merken: „EDEKA“ (E, D, K, A).

„Karotten sind gut für die Augen.“ – Diesen Spruch hast Du sicher schon gehört, oder? Wahrscheinlich in jungen Jahren, denn nicht selten versucht man kleinen Kindern mit Aussagen dieser Art Gemüse schmackhaft zu machen. Zu Recht. Hintergrund dieser Aussage ist nämlich der hohe ß-Carotin-Gehalt in Karotten. Der Körper kann ß-Carotin in geringen Mengen in Vitamin A umwandeln, was essenziell für unsere Augengesundheit ist.

Das Potential des Vitamins erschöpft sich jedoch nicht in seiner Bedeutung für unsere Augen. Wichtig ist es weiterhin für die Schilddrüse, Knochen, Fettverbrennung, Darmgesundheit sowie für unseren Stoffwechsel und unser Immunsystem. Auch bei der Testosteronbildung spielt es eine Rolle.

Leider wird es stark unterschätzt und Tatsache ist auch, dass viele Deutsche zu wenig Vitamin A aufnehmen. Also: Zeit, sich dieses Vitamin etwas näher anzusehen und über seine Bedeutung aufzuklären!

 

Aufnahme, Umwandlung und Physiologie

In der Nahrung liegt das Vitamin meist als Retinylester vor. Diese werden durch das Enzym Pankreaslipase in Retinol gespalten, damit sie im Dünndarm aufgenommen werden können. Über das Retinol bindende Protein (RBP) wird Retinol im Blut transportiert. Später wird es wieder als Ester in der Leber gespeichert.

Die im Körper aktiven Stoffe sind 9-cis-Retinal, das an die Rezeptoren RAR und RXR bindet, sowie all-trans-Retinal, das ausschließlich an RAR bindet, und Retinsäure. Letztere wirkt teilweise auch ohne die klassischen Rezeptoren RAR und RXR.

Die Umwandlung von ß-Carotin und Lycopin (in Tomaten) in aktives Vitamin A können zwar die meisten Gewebetypen durchführen, doch die Darmzellen übernehmen hier den Löwenanteil. Die Umwandlung ist jedoch sehr ineffizient und aufwändig. Solange genug aktives Vitamin über die Nahrung aufgenommen wird, läuft dieser Prozess auf Sparflamme, denn fertiges Vitamin A ist dem Körper aus Energiesparmaßnahmen lieber.

800px-Vitamin-A-Synthese Formen

Formen von Vitamin A im Überblick

 

Wie bemerke ich einen Vitamin A Mangel?

Das deutlichste Anzeichen eines Mangels an Vitamin A ist eine schlechte Anpassung der Augen an Helligkeit und Dunkelheit, denn die Weitung und Verengung der Pupillen wird durch Vitamin A bewerkstelligt.

Solltest Du unter Nachtblindheit leiden oder Deiner Einschätzung nach mehr als 5 Sekunden benötigen, bis Du nach der Umstellung von hell auf dunkel gut sehen kannst, empfiehlt sich eine Messung im Blut, um das Vorliegen eines Mangels abzuklären.

Weitere Symptome eines Vitamin A Mangels sind:

  • langsamer Stoffwechsel
  • schlechte Fettverbrennung
  • Neigung zu Übergewicht
  • schnelles Frieren
  • ggf. Schilddrüsenunterfunktion
  • anfälliges Immunsystem
  • Autoimmunerkrankung
  • Darmprobleme (schwache Schleimhaut), Leaky-Gut-Syndrom, Reizdarm
  • Sehprobleme
  • trockene Atemwege
  • trockene Haut
  • Blutarmut (Anämie)
  • ständige Müdigkeit
  • häufiger Schnupfen
  • Testosteronmangel
  • hohe Blutfettwerte

Wenn Dir Symptome bekannt vorkommen, lies Dir am besten die folgenden Kapitel über Vitamin-A-haltige Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel durch.

 

Ursachen eines Vitamin A Mangels

Was könnte die Ursache einer unzureichenden Versorgung mit Vitamin A sein? Bzw. was führt dazu, dass der Körper nur wenig Vitamin A aufnimmt oder es verstärkt abbaut? Hier eine Liste:

  • chronische Entzündungen
  • Operationen
  • chronischer Stress
  • Rauchen
  • Leben und Arbeiten in einer Umwelt mit schlechter Luft
  • Umweltgifte (wie z. B. die Schwermetalle Cadmium, Arsen, Blei)
  • starkes Sonnenlicht (führt zur Schädigung von Vitamin A in der Haut)
  • Störungen der Fettaufnahme durch zu wenige Lipasen
  • Störungen der Galle oder Bauchspeicheldrüse
  • zu geringe Aufnahme über die Nahrung
  • Alkohol (beeinträchtigt Aufnahme und Speicherung)
  • Schlafmittel
  • Statine und Abführmittel (beeinträchtigen die Aufnahme)
  • zu geringer Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind


Übrigens: Diabetiker und Betroffene einer Schilddrüsenüberfunktion haben Probleme bei der Umwandlung von ß-Carotin in Vitamin A. Daher wird diesen Patienten aktives Vitamin A nahegelegt.

    In Deutschland ist eine Hypovitaminose (Unterversorgung) selten. Viele Menschen sind zwar suboptimal versorgt und könnten von einer verbesserten Einnahme profitieren, doch ein klinischer Mangel kommt nur selten vor.

     

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    Goldener Reis und die Probleme in Entwicklungsländern

    Etwa 250 Millionen Vorschulkinder weltweit (besonders in Afrika) leiden an einem Vitamin A Mangel. Jedes Jahr sterben ca. 1 Million Kinder daran. Ein Mangel schlägt sich nicht nur auf die Augen nieder, sondern auch auf die gesunde Entwicklung der Kinder.

    Die Wissenschaftler Ingo Potrykus und Peter Beyer kamen daher auf eine Idee. Weil Reis in vielen armen Regionen Afrikas ein Grundnahrungsmittel ist, entwickelten sie eine genetisch modifizierte Variante: goldenen Reis, der jede Menge ß-Carotin enthielt.

    Mit diesem „Golden Rice“ könnte die Versorgung mit Vitamin A in den entsprechenden Regionen sichergestellt werden, so dass jedes Jahr viele Tausend Kinderleben gerettet werden könnten.

    Vitamin A Golden Rice

    Der „Golden Rice“ (im Bild: Safran-Reis) hätte eine Revolution sein können …

    Obwohl der Reis ein sicheres Nahrungsmittel war, ß-Carotin enthielt, gut wuchs und gedieh, wurde er nie zugelassen, weil die zuständigen Kommissionen kein gentechnisch verändertes Grundnahrungsmittel einsetzen wollten. Ihre Entscheidung ist nachvollziehbar, aber dennoch fraglich, da es sich lediglich um Reis mit ß-Carotin handelt, mit dem Menschenleben gerettet werden könnten.

     

    Vitamin A Tagesbedarf

    Laut offiziellen Empfehlungen beträgt der Tagesbedarf an Vitamin A 0,8 bis 1,0 mg (2.600 bis 3.300 IE). Dosierungen von 1.000 bis 4.000 IE täglich gelten als unbedenklich und werden zur Deckung des Tagesbedarfs empfohlen. Bei Schwangeren und Stillenden werden täglich bis zu 1,5 mg empfohlen.

    Bei Vitamin A hört man häufig, dass es teratogen wirkt, also eine schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind haben kann. Hierzu sei gesagt, dass sowohl zu viel als auch zu wenig des Vitamins teratogen wirken. Ein Mangel ist also mindestens genauso schädlich.

    Wie viel Vitamin A ist zu viel? Mindestens 10.000 IE täglich über einen längeren Zeitraum, wahrscheinlich eher 30.000 bis 50.000 IE täglich und höher. Also ein Vielfaches mehr als wir hier empfehlen oder in gesunden Lebensmitteln enthalten ist.

     

    Vitamin A Serumwert

    Im Blut ist Vitamin A an das RBP-Protein gebunden (Retinol binding protein). Ein Serumwert von weniger als 0,7 µmol/l wird als Mangel definiert. Gemessen wird das RBP-Protein und daraus wird errechnet, wie viel des Vitamins im Blut tatsächlich vorliegt. Nur wenige Ärzte und Labore messen diese Werte im Blut. Wenn Du das machen möchtest, empfehlen wir nicht nur das Vitamin, sondern auch RBP zu messen. Bei Blutarmut auch Zink, Eisen und Ferritin.

    Damit das Vitamin seine Wirkungen im Körper entfalten kann, sollte ein Serumwert von mindestens 1,1 µmol/l angestrebt werden. Durch eine tägliche Zufuhr von 3.000 bis 5.000 IE erreichen die meisten Menschen diesen Wert.

    Wie war das mit dem erhöhten Lungenkrebsrisiko?

    Eine Studie fand heraus, dass Raucher, die ein Multivitaminpräparat mit ß-Carotin einnahmen, ein deutlich erhöhtes Lungenkrebsrisiko aufwiesen. Hier handelte es sich jedoch um isoliertes ß-Carotin, nicht um aktives Vitamin A.

    Von letzterem sind keine negativen Auswirkungen auf das Krebsrisiko bekannt. Im Gegenteil: Da das Vitamin wichtig für die Darmgesundheit und das Immunsystem ist, könnte es zur Krebsprävention beitragen.

     

    Warum ist Vitamin A so wichtig? 10 Wirkungen im Überblick

    Vitamin A spielt in ähnlich vielen Regionen des Körpers eine wichtige Rolle wie sein Artgenosse Vitamin D. Beide Vitamine treten über ihre Rezeptoren (VDR und RXR) miteinander in Kontakt. Die beiden Rezeptoren bilden dabei Heterodimere (Komplexe aus zwei Proteinen). 

    Du musst Dir das nicht merken. Ich möchte Dir nur aufzeigen, dass beide Vitamine zusammen agieren und ihre Wirkungen entfalten.

    Im Folgenden kläre ich Dich über 10 wichtige Funktionen und Wirkungen von Vitamin A auf.

     

    Schilddrüse

    Vitamin A scheint an der Bildung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (fT4) und der Entwicklung der Selbsttoleranz beteiligt zu sein. Hier arbeitet das Vitamin zusammen mit Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Selen.

    Mit Selbsttoleranz ist gemeint, dass der Körper die eigenen Zellen und Strukturen als solche erkennt und nicht angreift. Diese Fähigkeit geht ihm bei Autoimmunerkrankungen verloren; hier richtet sich unser Immunsystem gegen uns selbst.

    Ein Vitamin A Mangel erhöht das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion und sogar für Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, wie Hashimoto und Morbus Basedow.

    Noch ist nicht alles in dieser Beziehung erforscht, aber fest steht: Die Schilddrüse braucht Vitamin A.

     

    Testosteron

    Vitamin A stimuliert die Leydig-Zellen in den Hoden zur Testosteronbildung, ähnlich wie auch Magnesium, Vitamin D und Vitamin K2. Ein gemeinsamer Wirkmechanismus ist nicht auszuschließen. Hierfür spricht auch, dass sich Schilddrüsenhormone und Testosteron gegenseitig stimulieren. Dass Vitamin A an beiden Orten wirkt, ergibt folglich Sinn.

     

    Braunes Fettgewebe und Abnehmen

    Vitamin A unterstützt die Aktivität des braunen Fettgewebes und die Umwandlung von weißem in beiges Fettgewebe, in dem es die Bildung und Aktivierung des wichtigen Signalstoffs PPARγ und der UCP-Proteine (uncoupling proteins) erhöht.

    Braunes Fettgewebe ist Fett, das Wärme produziert, damit sich unser Körper vor Kälte schützen kann. Besonders bei Babys ist dieses Fettgewebe sehr aktiv, da sie noch keine Muskeln haben, die zittern könnten, um Wärme zu produzieren. Wer sich als Erwachsener in der Kälte aufhält oder sich ganz bewusst Kälte aussetzt (z. B. durch kalt duschen), trainiert so sein braunes Fettgewebe.

    Weißes Fett kann teilweise in braunes Fett umgewandelt werden. Das Ergebnis wird als beiges Fettgewebe bezeichnet. Vitamin A kann nach einem Kältereiz die Bildung von beigem und braunem Fettgewebe anregen und unterstützt damit unsere Kälteresistenz und den Stoffwechsel.

    Durch braunes Fettgewebe steigt der Grundumsatz – was beim Abnehmen sehr hilfreich ist –, und Du frierst weniger.

    Übrigens: Auch Reishi und Cordyceps können die Bildung braunen Fettgewebes anregen.

     

    Fettverbrennung

    Vitamin A wird generell für die Fettverbrennung benötigt. Zum einen für den Transport der Fettsäuren in die Mitochondrien und zum anderen für die „Verbrennung“ der Fette. Das ist nützlich für eine gute Stoffwechselflexibilität, unterstützt das Abnehmen, Intervallfasten und die sportlichen Leistungen. Ohne Vitamin A läuft der Fettstoffwechsel nur sehr schleppend.

     

    Darmgesundheit

    Vitamin A und D sind wichtige Wachstumsfaktoren für Zellen in der Darmbarriere und für das Immunsystem. Sie sorgen dafür, dass sich die Zellen dort stetig regenerieren und erneuern können. Somit bieten beide Vitamine wertvolle Unterstützung bei der Vorbeugung und Behandlung des Leaky-Gut-Syndroms.

     

    Immunsystem

    Vitamin A und D sind sogenannte Immunmodulatoren. Sie helfen dabei, ein gesundes und kompetentes Immunsystem aufzubauen, indem sie das Wachstum und die Balance bestimmter Arten von Immunzellen, wie T-Zellen, Monozyten und regulatorischen T-Zellen, anregen.

    Aus diesem Grund wird das Vitamin immer häufiger in Verbindung mit Autoimmunerkrankungen, Allergien und wiederkehrenden Infekten genannt. Denn in allen Fällen kommt es zu Ungleichgewichten und einer zu geringen Aktivität im Immunsystem.

    Mango mit viel Beta Carotin auf weißem Tisch

    Erstaunlich reich an ß-Carotin: Mango

     

    Sehkraft

    Die bekannteste Funktion von Vitamin A betrifft die Augen: Dort bildet das Vitamin das aktive Zentrum in Proteinen (Opsine), die Licht absorbieren und in Informationen umwandeln. Deshalb droht ohne Vitamin A die völlige Erblindung.

    Im Auge kommt nicht nur Retinal vor, sondern auch weitere Stoffe aus der Gruppe der Carotinoide sowie Omega-3-Fettsäuren. Für gesunde Augen und im Fall einer Makuladegeneration werden Omega-3-Fette, Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin empfohlen. Zusätzlich zu Vitamin A natürlich.

     

    Fallbeispiel: Teenager ernährt sich nur von Pommes
    Vor einer Weile wurde in den Medien über einen Teenager aus England berichtet, der sich aufgrund einer Essstörung über Monate hinweg nur von Pommes ernährte (ohne das Wissen seiner Eltern). Nach einigen Monaten wurde er mit schwerem Vitamin-A-Mangel ins Krankenhaus eingeliefert. Das einschlägigste Symptom war der Verlust seiner Sehkraft. An diesem Fallbeispiel zeigt sich deutlich: Bei einer einseitigen, ungesunden Ernährung ist Vitamin A einer der Nährstoffe, die zuerst „aufgebraucht“ sind.

     

    Embryonal-Entwicklung

    Vitamin A ist einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren bei der Entwicklung eines Embryos aus einer befruchteten Eizelle.

    Woher wissen die Zellen, wie sie sich anordnen müssen? Wo innen, außen, oben und unten ist? Welche Zellen bilden die Haut, welche den Darm, die Knochen, Muskeln und Nervenbahnen?

    Hier ist Vitamin A ein zentraler Koordinator. Deswegen wird Schwangeren und Stillenden eine ausreichende Vitamin-A-Versorgung nahegelegt.

    Außerdem kann mit der Beseitigung eines Mangels die Fruchtbarkeit gesteigert und das Risiko für Kindersterblichkeit verringert werden.

    ß-Carotin sollte in der Schwangerschaft übrigens nicht als Nahrungsergänzungsmittel genommen werden, da es teratogen (fruchtschädigend) wirkt. Für Vitamin A in jeglicher Form oder ß-Carotin in Nahrungsmitteln gilt dies hingegen nicht.


    Blutbildung

    Schon gewusst? Vitamin A ist für die Bildung von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, genauso wichtig wie Eisen, Zink und B-Vitamine. Bei Blutarmut ist Vitamin A eine gute Empfehlung, die allerdings gerne vergessen wird.

     

    Haut

    Nicht nur für den Darm, sondern auch für die Haut ist Vitamin A ein bedeutender Faktor. Es dient der Erneuerung, Regeneration und – wenn man so will – dem Anti-Aging.

    Übrigens: Hinsichtlich seiner vielen Nährstoffe (darunter Vitamin A) sollte Rinderleber eigentlich als Anti-Aging-Food bezeichnet werden.

     

    Vitamin A und Autoimmunerkrankungen

    Die Recherche hat ergeben, dass die meisten Menschen mit Autoimmunerkrankungen von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin A (und D) profitieren. Denn einige wichtige Ursachen, wie ein dereguliertes Immunsystem, Leaky-Gut-Syndrom und eine verminderte Schleimproduktion, hängen mit Vitamin A zusammen.

    Der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind, ist daher besonders für Autoimmunerkrankte bedeutsam, denn er hängt häufig mit einer Verbesserung des Krankheitsbildes zusammen.

    Besonders wichtig ist Vitamin A im Fall folgender Erkrankungen:

    • Lupus Erythematodes
    • Morbus Crohn
    • Colitis ulcerosa
    • Multiple Sklerose
    • Diabetes Typ 1
    • Hashimoto Thyreoiditis
    • Morbus Basedow
    • Schuppenflechte

     

    Weitere interessante und wichtige Fakten zu Vitamin A

    • Ein Mangel ist sehr verbreitet – eine Überdosierung sehr selten bis unmöglich. Diese erkennst Du an Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.
    • Durch Beseitigung eines Vitamin-A-Mangels erhöht sich der Blutspiegel von Vitamin D um 6 ng/ml, da Vitamin A an der Aktivierung und Metabolisierung von Vitamin D beteiligt ist.
    • Zur Zeit der spanischen Grippe war das Vitamin als Geheimwaffe zur Unterstützung des Immunsystems bekannt. Heute ist dieses Wissen kaum noch verbreitet.

     

    Lebensmittel mit viel Vitamin A

    Vitamin A ist unabdingbar für unsere Gesundheit. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen beträgt je nach Gewicht 2.600 bis 4.000 IE oder 0,8 bis 1,2 mg. Bei Schwangeren und Männern mit mehr als 80 kg Körpergewicht werden täglich bis zu 1,5 mg empfohlen.

    Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin A und helfen folglich dabei, den Tagesbedarf zu decken und sicherzustellen, dass Du von den Vorteilen des Vitamins profitierst?

     

    Lebensmittelliste Vitamin A (Quelle: Wikipedia). Teile durch 1000, wenn Du das Retinoäquivalent in mg umrechnen möchtest.

    NahrungsmittelHerkunftRetinoläquivalent

    µg/100 g

     

    Lebertrantierisch30000
    Rinderlebertierisch7744
    Leberwursttierisch4220
    Hühnerlebertierisch3980
    Süßkartoffelpflanzlich0–1000
    Karottensaftpflanzlich950
    Karotten, rohpflanzlich800–850
    Karotten, gekochtpflanzlich500–800
    Kürbis in Dosenpflanzlich780
    Grünkohl, gekocht/gefrorenpflanzlich730
    Buttertierisch680
    Frühstücksflockenpflanzlich300–500
    Spinat, rohpflanzlich470
    Markstammkohlblätter, gekochtpflanzlich400
    Eigelbtierisch380
    Löwenzahnblätter, gekochtpflanzlich300
    Kürbis, gekochtpflanzlich250
    Aprikosen, roh/getrocknetpflanzlich100–200
    Mais, rohpflanzlich185
    Cantaloupe-Melone, rohpflanzlich170
    Ei, ganztierisch140
    Aprikose, in Dosenpflanzlich60–80
    Kondensmilchtierisch74
    Lachs, je nach Zubereitungtierisch17–64
    Milchtierisch46
    Mango, rohpflanzlich40
    Hühnerfleischtierisch5–25
    Pfirsich, rohpflanzlich15–20
    Buttermilch, fettarmtierisch14
    Dorsch, rohtierisch14
    Dorsch, gebratentierisch10
    Schweinefleisch nach Zub.tierisch0–10

     

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    Wichtig: Vitamin A nur mit Fett!

    Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Unser Körper kann es nur effektiv aufnehmen, wenn wir es zusammen mit etwas Fett konsumieren. Isst Du Süßkartoffeln oder Möhren ohne Öl oder ein anderes Dressing, kommt der Körper zwar an viele Nährstoffe heran, nicht jedoch an Vitamin A und ß-Carotin. Dasselbe gilt für Nahrungsergänzungen.

    Bitte achte immer auf eine gleichzeitige Fettzufuhr, damit Dein Körper von diesem Vitamin profitieren kann. Ein Teelöffel Leinöl, Olivenöl oder Butter reicht bereits aus.

     

    Rinderleber ist DIE Vitamin A Bombe

    Rinderleber ist eines der gesündesten Lebensmittel auf dem Planeten. Neben reichlich Vitamin A enthält sie auch alle B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin E, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Kreatin, Carnitin und hochwertige Proteine.

    Und nein, die Leber ist kein Speicherort für Giftstoffe – Rinderleber enthält nicht mehr Giftstoffe als Hackfleisch, Gulasch oder anderes Muskelfleisch.

    Zur Deckung des Bedarfs an Vitamin A (und vieler anderer Nährstoffe) empfehle ich eine Portion Leber pro Woche. Wenn Dir Leber nicht schmeckt, lege sie über Nacht in Milch ein – das sorgt für einen milderen Geschmack. Anschließend kannst Du sie in der Pfanne ausbraten oder zusammen mit passierten Tomaten eine Pastasauce daraus zubereiten. Scharf gewürzt und mit frischen Kräutern vermengt ist das Resultat eine wahre Gesundheitsbombe!

    Alternativ kannst Du die Leber zusammen mit Gulasch (Verhältnis 1:2 oder 1:3) durch den Fleischwolf drehen. Das resultierende Hackfleisch schmeckt nicht mehr nach Leber und kann so klammheimlich Leuten serviert werden, die sich andernfalls davor scheuen würden – aber pst, nicht verraten.

    Leber mit Zwiebeln in einer Pfanne

    Lecker Leber – zusammen mit Dorschleber die beste Vitamin-A-Quelle

     

    Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A

    Wer wöchentlich Leber, Fischöl und Bio-Eier isst, muss sich eigentlich keine Sorgen um seinen Vitamin-A-Haushalt machen. Wer nicht jede Woche eine Portion Leber isst oder aus anderen Gründen zu wenig Vitamin A aufnimmt, könnte von einer Nahrungsergänzung profitieren.

    Ergänzungen schmecken neutral und sind für Vegetarier, Veganer und all jene geeignet, die mit Leber, Fischöl, Eiern und anderen Lebensmitteln, die reich an Vitamin A sind, nichts anfangen können.

    Ich persönlich greife regelmäßig zu Vitamin-A-Ergänzungen, da ich nicht jede Woche Leber esse, aber merke, dass es mir mit der Ergänzung besser geht.

    In guten Multivitamin-Präparaten ist aktives Vitamin A (als Retinol oder Retinylpalmitat) enthalten. 

    Ein reines Vitamin A Produkt ist für diejenigen empfehlenswert, die ihren Bedarf ergänzend decken und die Dosis flexibel ans Körpergewicht anpassen möchten. 

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    Vitamin A Überdosierung

    Alles kann überdosiert und somit schädlich werden – auch Vitamin A.

    Bei einer langanhaltenden Überdosierung werden zunächst Überschüsse in der Leber gespeichert, anschließend steigt der Blutspiegel stark an. Dann bewirkt das Vitamin die Freisetzung von Calcium aus den Knochen, wodurch die Knochendichte sinkt und die Knochen spröde werden.

    Bei Schwangeren steigt das Risiko für Fehlbildungen. Weiterhin besteht ein teratogenes Risiko – also Stammzellentumore, die bei starken Überdosierungen vorkommen können.

    Zu den üblichen Symptomen einer Überdosierung zählen Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kreislaufprobleme und eine ungesunde Gesichtsfarbe.

    Es wird empfohlen, den Wert im Blut jährlich zu messen.

    Mit den in diesem Beitrag geteilten Ratschlägen – dem wöchentlichen Konsum von Rinderleber und einer Ergänzung im Bereich von 2.000 bis 4.000 IE täglich – ist eine Überdosierung nicht zu erwarten. Erst eine dauerhafte Zufuhr von 50.000 bis 100.000 Einheiten täglich (also jeden Tag Leber, viel Sahne und zu viel Nahrungsergänzung) erweist sich als problematisch. Solche Mengen an Vitamin A aufzunehmen, ist jedoch sehr schwer.

    Gelegentliches Messen und Überprüfen ist dennoch angeraten.

     

    Warum Inuit selten Leber essen
    Die Inuit auf Grönland essen niemals die Leber von Eisbären (Muskelfleisch hingegen schon), weil die Leber toxische Mengen an Vitamin A enthält. In Eisbärenleber ist so viel Vitamin A enthalten, dass es einen Menschen umbringen würde, davon zu kosten.

     

    Woher kommt der Spruch „Karotten sind gut für die Augen“?

    Jeder weiß, dass Karotten gesund und dank des ß-Carotins gut für die Augen sind. Dahinter steckt eine historische Anekdote.

    Im zweiten Weltkrieg waren die deutschen Piloten der britischen Luftwaffe unterlegen. Ein Grund war die bessere Nachtsicht der Briten, die durch neu entwickelte Nachtsichtgeräte gewährleistet wurde, die die Deutschen nicht besaßen.

    Der britische Code für „Hast Du Dein Nachtsichtgerät dabei?“ war der Satz „Hast Du Deine Karotten gegessen?“. Als die Deutschen die Funksprüche der Briten abhörten, wurde angenommen, dass die gute Nachtsicht der Briten durch den Konsum von Karotten zustande kam.

    So leiteten die Briten die Deutschen damals in die Irre – und machten „Karotten für die Augen“ berühmt.

     

    Fazit – das unterschätzte Vitamin

    Vitamin A ist ein essenzieller Nährstoff, ohne den wir nicht überleben können. Das Vitamin hat zahlreiche Funktionen im Körper und Vorteile für unsere Gesundheit.

    In Deutschland kommt ein klinischer Mangel nur selten vor, ein leichter (subklinisch) jedoch häufiger und optimal versorgt sind nur die wenigsten. Doch bereits bei einer suboptimalen Versorgung kann es zu Einschnitten in der Darm- und Schilddrüsengesundheit, im Immunsystem und in der Fettverbrennung kommen.

    Daher empfehle ich den regelmäßigen Konsum von gutem Fischöl, Bio-Eiern und Rinderleber. Um wirklich sicherzugehen, hilft eine Blutanalyse.

    Nahrungsergänzungen bieten sich auch an, um einen Mangel zu beseitigen.

    Hast Du Fragen oder Feedback? Würdest Du gerne etwas ergänzen oder von Deinen Erfahrungen berichten? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!