Selten hat mich die Recherche zu einem Thema so gepackt wie im Fall von Chlorella. Die kleine grüne Mikroalge wird seit Jahren intensiv diskutiert – und das aus gutem Grund: Ihr werden Eigenschaften zugeschrieben wie die Bindung von Schwermetallen und Umweltgiften, eine unterstützende Wirkung auf das Immunsystem sowie ein hoher Gehalt an pflanzlichem Eiweiß.

Gleichzeitig gilt Chlorella als nachhaltiger Rohstoff mit großem Potenzial für die zukünftige Ernährung. Mikroalgen wachsen schnell, benötigen vergleichsweise wenig Ressourcen und könnten langfristig eine relevante Rolle in der Lebensmittelversorgung spielen.

Das Interesse an Chlorella nimmt weiter zu, und Begriffe wie „Superfood“ oder sogar „Wunderalge“ machen die Runde. In diesem Beitrag schauen wir uns Chlorella deshalb genauer an.

Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema zwei spannende Episoden – viel Spaß beim Reinhören in Teil 1!

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Was ist Chlorella?

Chlorella ist eine Süßwasser-Mikroalge und zählt zu den ältesten bekannten Lebensformen der Erde. Fossile Funde legen nahe, dass ihre Vorläufer bereits vor rund 2 Milliarden Jahren existierten. Verschiedene Chlorella-Arten kommen bis heute weltweit in Süßgewässern vor und haben sich als äußerst anpassungsfähig gegenüber Umweltveränderungen erwiesen.

In der Natur ist Chlorella auf nahezu allen Kontinenten verbreitet. In einigen Kulturen – insbesondere in Teilen Asiens – wird sie seit Jahrzehnten als Nahrungsergänzungsmittel genutzt.

So wird die Alge beispielsweise in China traditionell als stärkendes Lebensmittel geschätzt. In diesem Kontext wird ihr eine unterstützende Wirkung auf die Vitalität zugeschrieben.

Insgesamt sind 24 Chlorella-Arten bekannt. Für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln stehen vor allem Chlorella vulgaris und Chlorella pyrenoidosa im Fokus. Beide werden gezielt kultiviert und in Produkten verarbeitet.

Chlorella gehört zu den einzelligen Grünalgen. Ihre Zellen besitzen eine stabile Zellwand aus komplexen Polysacchariden, die für den menschlichen Verdauungstrakt schwer zugänglich ist. Deshalb werden viele Produkte so verarbeitet, dass die Zellwand mechanisch aufgebrochen wird, um die enthaltenen Nährstoffe besser verfügbar zu machen.

Der Name „Chlorella“ leitet sich vom grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ab, der für die Photosynthese notwendig ist. Tatsächlich gehört die Alge mit zu den chlorophyllhaltigsten Lebensmitteln (etwa 3 % ihrer Trockenmasse machen Chlorophyll aus).

 

Chlorella vulgaris

Chlorella vulgaris ist aus industrieller Perspektive die bedeutendste Art. Der niederländische Biologe Martinus Willem Beijerinck beschrieb die Mikroalge bereits im Jahr 1890. Seit den 1950er-Jahren wird sie gezielt kultiviert.

Seitdem sind mit Chlorella vulgaris große Hoffnungen verbunden, denn sie hat das Potenzial, künftig als alternatives Lebensmittel eine Rolle zu spielen – insbesondere vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung. Unter optimalen Bedingungen vermehrt sich die Alge sehr schnell: Aus einer einzelnen Zelle können innerhalb von 24 Stunden zahlreiche neue Zellen entstehen. Diese Eigenschaft trägt dazu bei, dass sie häufig als Nahrungsmittel der Zukunft gehandelt wird.

Auch ihr Nährstoffgehalt und ihr potenziell hoher Flächenertrag werden in diesem Zusammenhang häufig hervorgehoben. So enthält die getrocknete Biomasse von Chlorella vulgaris etwa 50 % Protein. Zudem können die Erträge pro Hektar – unter idealen Bedingungen – deutlich über denen klassischer Nutzpflanzen wie Weizen liegen.

 

Anbau von Chlorella

Chorella benötigt zum Anbau optimale Bedingungen – liegen diese vor, vermehrt sie sich rasant: Aus einer Zelle entstehen 40 neue, und das in nur 24 Stunden! Die Alge bevorzugt warme, sonnige und möglichst konstante Bedingungen – deshalb zählen unter anderem Taiwan, Südfrankreich und Teneriffa zu den weltweit wichtigsten Produktionsstandorten für Chlorella.

Wird die Mikroalge unter freiem Himmel gezüchtet, ist eine ständige Kontrolle möglicher Schadstoffeinträge von außen wichtig, denn sie akkumuliert ansonsten Umweltgifte wie Schwermetalle.

Aus diesem Grund ist der Anbau in einem isolierten Röhrensystem am effektivsten, da hier keine Schadstoffe von außen eingebracht werden und die Anlage genau kontrolliert werden kann.

 

Die Chlorella-Produktion läuft in 4 Stufen ab [11]:

  1. Im Labor: Befüllen von nährstoffhaltigen Flaschen mit Chlorella-Kulturen.
  2. Im Zuchtbecken: Nach erfolgreicher Vermehrung in den Flaschen (Vorkultur) erfolgt das Aussetzen der Mikroalge in offene Rührbecken oder Röhrensysteme. Hier vermehrt sich die Alge unter freiem Himmel oder in einer Röhre für 7 bis 10 Tage.
  3. Ernte: Ableiten der Biomasse zur ersten Trocknung in Sammelbehälter, danach schonende Weiterverarbeitung zu Pulver.
  4. Qualitätskontrolle und Weiterverarbeitung z. B. zu Presslingen.

 

Chlorella Inhaltsstoffe

Eines vorweg: Die Inhaltsstoffe der Chlorella machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Sie enthält wichtige Vitamine,  Mineralstoffe und ist reich an Protein. Doch auf den zweiten Blick wird klar, dass die Inhaltsstoffe nur einen kleinen Beitrag zur täglichen Versorgung liefern und oft intensiver gehypt werden als eigentlich angemessen. Der Gehalt an Proteinen und bestimmten Nährstoffen ist dennoch beachtlich und ein großer Pluspunkt.

 

Vitamine

Die Mikroalge soll einer der wichtigsten Vitamin-B12-Lieferanten sein, der auch für vegan lebende Menschen geeignet ist. Der Gehalt und vor allem die Bioverfügbarkeit von Vitamin B12 in Chlorella schwanken jedoch je nach Produkt und Herstellungsverfahren.1

Zwar gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Chlorella-Produkte verwertbare Formen von Vitamin B12 enthalten können. Gleichzeitig zeigen andere Untersuchungen, dass auch inaktive B12-Analoga vorkommen, die vom menschlichen Körper nicht genutzt werden können. Entsprechend sollte Chlorella derzeit nicht als verlässliche alleinige Vitamin-B12-Quelle betrachtet werden.

Weiterhin enthält die sie folgende Vitamine:

 

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Mineralstoffe

Bezüglich der Mineralstoffe ist der Jod-Anteil umstritten. Salzwasseralgen, wie z. B. die Wakame, sind für die Jodversorgung besser geeignet. Chlorella eignet sich dennoch als zusätzliche Quelle für:

  • Selen
  • Eisen
  • Calcium
  • Zink
  • Mangan
  • Kupfer
  • Phosphat
  • Magnesium2

 

Proteine

Getrocknete Chlorella-Zellen bestehen zu einem hohen Anteil aus Protein – häufig werden Werte zwischen etwa 50 und 60 % der Trockenmasse angegeben. Dieser vergleichsweise hohe Proteingehalt ist einer der Gründe, warum die Alge als nährstoffreich gilt.

Besonders positiv ist außerdem, dass alle acht essentiellen Aminosäuren enthalten sind.2 Wird Chlorella in großen Mengen zugeführt, z. B. während einer Kur, kann sie einen Teil zur täglichen Proteinversorgung beisteuern. In dem Fall empfehlen wir die Kombination mit essentiellen Aminosäuren.

 

Ballaststoffe

Etwa 1 Gramm Ballaststoffe sind in einer Portion enthalten – kein Hauptargument für die Alge, aber immerhin ein kleiner Beitrag zur täglichen Versorgung für eine gesunde Darmflora.

 

Sekundäre Pflanzenstoffe

Die Alge enthält weitere interessante Stoffe, die unserer Gesundheit zuträglich sein können. Einige davon wirken als starke Antioxidantien, während andere das Immunsystem unterstützen oder die zelleigene Energieproduktion anregen:

  • Chlorophyll ist der grüne Farbstoff in Pflanzen. Es regt die Energiebildung in unseren Mitochondrien an und wirkt energetisierend sowie entgiftend.
  • Chlorellan ist ein Bestandteil der Zellwand der Alge. Es wirkt selektiv antibakteriell, bekämpft schadhafte Keime und regt die körpereigene Immunabwehr an.
  • Algaimmunin scheint proapoptotische Eigenschaften zu besitzen und könnte bei der Krebsprävention helfen. Außerdem unterstützt es die Darmflora.
  • Zimtsäuren sind starke Antioxidantien aus der Gruppe der Polyphenole, die auch bei der Entgiftung von Schadstoffen helfen können.
  • Phytosterine sind Pflanzenstoffe mit cholesterinsenkenden Eigenschaften.
  • Sporopollenin ist ein in Chlorella pyrenoidosa enthaltener Stoff, der Schadstoffe im Darm bindet und ausleitet.
  • De-Nixilipidnin ist eine fettige, schadstoffbindende Substanz, die ausschließlich in Chlorella enthalten ist.
  • Protectoniene sind schwermetallbindende Substanzen, die im Magen-Darm-Trakt besonders aktiv sind.

 

Chlorella und Spirulina – ist Alge gleich Alge?

Chlorella und Spirulina wachsen unter verschiedenen Bedingungen, denn im Gegensatz zu Chlorella gedeiht Spirulina auch in mineralstoffhaltigen bzw. salzhaltigen Seen, wodurch sie weiter verbreitet ist.

Spirulina zählt zu den Cyanobakterien und ist mehrzellig. Im Vergleich zu Chlorella besitzt sie weniger stabile Zellwände, was ihre Verarbeitung und Verdaulichkeit erleichtert. Aufgrund des Gehalts an potenziell problematischen Stoffen wie Lipopolysacchariden (LPS), die Entzündungsprozesse im Körper begünstigen können, empfehlen wir eher Chlorella, da diese kein LPS enthält, statt Spirulina.

Ein weiterer Unterschied besteht in Bezug auf den Eiweißgehalt: Chlorella beinhaltet 50 bis 60 % Protein; Spirulina hat mit 60 bis 70 % Protein leicht die Nase vorn. Wenn es also rein um den Eiweißgehalt geht, ist Spirulina die bessere Wahl.

 

Chlorella Wirkung – 4 Vorteile im Check

Nun kommen wir zum kritischen Teil des Artikels. Die grüne Alge wird heiß diskutiert und je mehr man über die vermeintliche Wunderalge liest, desto widersprüchlicher sind die Ergebnisse. Nehmen wir die vier populärsten Chlorella Wirkungen einmal unter die Lupe.

 

#1 Chlorella ist besonders nahrhaft

Die Mikroalge enthält tatsächlich eine Reihe wichtiger Mineralstoffe, darunter Eisen, Magnesium und Calcium. Auch Jod kann enthalten sein, allerdings in stark variierenden Mengen. Insgesamt tragen diese Mikronährstoffe – abhängig von Produkt und Verzehrmenge – meist nur begrenzt zur täglichen Versorgung bei. Häufig liegen die Werte pro üblicher Tagesdosis im Bereich von unter 10 % der empfohlenen Zufuhr.

Hervorzuheben sind insbesondere die Gehalte an Chlorophyll, Eisen, Eiweiß sowie bestimmten Vitaminen, die in vergleichsweise höheren Mengen vorkommen können.

Über Vitamin B12 wird immer wieder diskutiert. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Chlorella bioaktive Formen von Vitamin B12 enthalten kann, während Spirulina überwiegend inaktive Analoga liefert. Dennoch schwankt der Gehalt je nach Produkt, sodass Chlorella nicht als alleinige, verlässliche Vitamin-B12-Quelle betrachtet werden sollte.

Chlorophyll gilt als gesundheitlich interessanter Inhaltsstoff und wird unter anderem mit antioxidativen und antibakteriellen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Chlorella kann zudem zur Eisenversorgung beitragen, wobei die Angaben – je nach Produkt und Dosierung – deutlich variieren.

Hinsichtlich des Proteins besteht ein Vorteil darin, dass alle essentiellen Aminosäuren enthalten sind, darunter auch die verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) Leucin, Isoleucin und Valin, die eine wichtige Rolle für den Muskelstoffwechsel spielen.

Die Aussage, dass Chlorella nährstoffreich ist, lässt sich somit teilweise bestätigen. Wie sinnvoll der Einsatz ist, hängt jedoch stark vom individuellen Ziel ab:

  • Zum gezielten Auffüllen von Mineralstoffen: eher ungeeignet
  • Zur Ergänzung der täglichen Proteinaufnahme: bedingt sinnvoll, insbesondere bei pflanzenbasierter Ernährung
  • Zur Aufnahme ausgewählter Nährstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe: sinnvoll


#2 Chlorella und Entgiftung

Die grüne Mikroalge ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel zur Entgiftung. Sie soll Schwermetalle binden und ausleiten sowie gegen Xenobiotika, wie z. B. Pestizide, im Körper wirken. Darunter fallen auch östrogenähnliche Substanzen, die wir über Kosmetika aufnehmen. 

In der Applied Kinesiology wird Chlorella, neben Spirulina und Zeolith, als Hilfe zur Ausscheidung von Toxinen verwendet. Ebenfalls wird sie zur Ausleitung von Quecksilber nach Amalgam-Entfernungen genutzt.⁵

Ein Review hat sich mit den Metallbindungseigenschaften der Süßwasseralge befasst und Mechanismen von intakten Chlorella-Zellen untersucht. Dem Review folgend existieren zwei Mechanismen, die Metalle binden können.⁶ 

In Tierstudien wurde nachgewiesen, dass Chlorella Schwermetalle wie Cadmium oder Blei in der Leber, den Nieren und dem Gehirn von Tieren binden kann⁷: „Algae such as Spirulina and Chlorella can attenuate Cd or Pb toxicity in the liver, kidneys and brain of animals.“ 

Im Gegensatz dazu konnte eine Studie an Ratten keine signifikanten Effekte auf die Cadmium-Belastung feststellen.⁸

Diese teilweise widersprüchlichen Ergebnisse zeigen, dass die wissenschaftliche Datenlage insgesamt noch inkonsistent ist. Da es für die umfassende Entgiftung des gesamten Gewebes noch zu wenige eindeutige Nachweise gibt, ist Chlorella nicht zwingend das erste Mittel der Wahl für eine systemische Kur. 

Dennoch gibt es vielversprechende Ansätze: In einer großangelegten Humanstudie führte die Einnahme bei Amalgam-Trägern innerhalb von 90 Tagen zu einer Senkung der Quecksilber- und Zinnwerte.¹² 

Weitere Studien werden aktuell durchgeführt, da sich immer deutlicher abzeichnet, dass viele der traditionell zugeschriebenen Eigenschaften nun schrittweise wissenschaftlich untermauert werden.

Ergänzung: Bindung von Schwermetallen im Alltag

Ein besonders plausibles Einsatzgebiet ergibt sich aus der Fähigkeit der Alge, Schwermetalle bereits im Verdauungstrakt abzufangen. Viele Menschen suchen nach Wegen, die tägliche Aufnahme von Schadstoffen zu verhindern oder vorzubeugen. Hier kann Chlorella als "Bindemittel" für Metalle dienen, die wir über die Nahrung aufnehmen, und deren Absorption durch den Körper minimieren.

Dies gilt insbesondere für Fisch und Meeresfrüchte, die zwar wertvolle Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Jod, Zink und Selen liefern, aber oft mit Schwermetallen belastet sind. 

Um diesen Belastungen entgegenzuwirken, kann es sinnvoll sein, mit jeder Fisch-Mahlzeit 5–10 g Chlorella aufzunehmen, damit die Schadstoffe im Idealfall direkt im Darm gebunden und ausgeschieden werden.

 

#3 Chlorella unterstützt das Immunsystem

Chlorella wird häufig auch als Immunbooster vermarktet. Der Mikroalge wird zugeschrieben, die Immunantwort zu verbessern und so zur Abwehr von Bakterien und Viren beizutragen.

Einige Studien – insbesondere an Menschen mit geschwächtem Immunsystem – zeigen Hinweise darauf, dass Chlorella bestimmte Parameter des Immunsystems beeinflussen kann. Beobachtet wurden unter anderem eine erhöhte Aktivität des angeborenen Immunsystems, insbesondere der natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), sowie Veränderungen in der Ausschüttung von Botenstoffen.

Diese Effekte wurden sowohl in Tier- als auch in Humanstudien beschrieben. Allerdings ist die Studienlage insgesamt noch begrenzt: Die Anzahl der Studien ist relativ gering, und die Stichprobengrößen sind oft klein.

Mögliche Einflüsse von Chlorella auf das Immunsystem werden unter anderem auf enthaltene Stoffe wie Chlorophyll, Eisen und bestimmte Glykoproteine zurückgeführt, die immunologische Prozesse unterstützen können.

Die Aussage, dass die Süßwasseralge das Immunsystem stärken kann, lässt sich daher teilweise nachvollziehen.

 

#4 Chorella wirkt energetisierend

Viele Anwender berichten von einer Energetisierung und verbesserten Lebensqualität. Dies lässt sich neben der besseren Entgiftung von Schadstoffen besonders durch den hohen Chlorophyll-Gehalt erklären: der grüne Farbstoff aus Pflanzen hat auch in Menschen Wirkungen, die wir immer besser verstehen.

Unter anderem regt Chlorophyll im Körper die Bildung von Mikrostrom und Biophotonen an – und unterstützt damit die Kommunikation und Vermehrung von Mitochondrien. Außerdem scheint Chlorphyll in den Mitochondrien als ein Antioxidans zu fungieren und unterstützt damit die Produktion von ATP.

Ja, wir sind keine Pflanzen – doch auch im menschlichen Körper scheint Chlorophyll die Absorption von Infrarotlicht zu unterstützen, was wiederum die Mitochondrien anregt.10

Chlorella in Tablettenform Chlorella in der üblichen Aufnahmeform

 

Für wen ist Chlorella geeignet?

Als Zwischenfazit lässt sich festhalten, dass Chlorella differenziert betrachtet werden sollte.

In einer Zeit, in der ständig neue „Superfoods“ beworben werden, hat sich die Mikroalge einen festen Platz erarbeitet. Einige ihrer Eigenschaften sind gut begründet – etwa ihr Nährstoffgehalt und ihr Potenzial als nachhaltige Ressource. 

Die Alge kann vor allem für diejenigen interessant sein, die nach alternativen pflanzlichen Proteinquellen suchen. Da wir eine proteinreiche Ernährung empfehlen, lässt sich Chlorella grundsätzlich gut in ein entsprechendes Ernährungskonzept integrieren – ergänzend zu Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Nüssen oder Eiern.

Wer bestimmte Proteinquellen meidet, etwa im Rahmen einer vegetarischen oder veganen Ernährung, kann Chlorella ebenfalls in Betracht ziehen. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die üblichen Verzehrmengen nur einen begrenzten Beitrag zur Gesamtproteinaufnahme leisten.

Hinsichtlich ihrer Rolle bei der Entgiftung bietet die Alge interessante Ansätze: Sie kann dabei unterstützen, Schadstoffe im Alltag zu binden und auszuleiten, und wird daher auch gerne begleitend bei Entgiftungskuren eingesetzt. Solche Kuren sollten jedoch idealerweise in Absprache mit einem erfahrenen Arzt oder Therapeuten durchgeführt werden.

Ebenfalls erwähnenswert ist, dass viele Anwender von einer gesteigerten Energie berichten. Die vorübergehende oder dauerhafte Einnahme der Alge kann hier einen wertvollen Beitrag zur Vitalität leisten. Ein besonderes Merkmal ist dabei der hohe Chlorophyll-Gehalt – kaum ein anderes Lebensmittel, mit Ausnahme von Wildkräutern, weist eine ähnlich hohe Konzentration dieses grünen Pflanzenfarbstoffs auf wie Chlorella.


Wie wird Chlorella eingenommen?

Ich hatte bereits angesprochen, dass die Zellen der Alge von mehrschichtigen Zellwänden umgebend sind. Wenn Du die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe erhöhen möchtest, dann solltest Du auf Produkte mit gebrochenen Zellwänden zurückgreifen.

Falls Du Dich dafür entscheidest, dann kannst Du Chlorella als Kapsel, Presslinge oder in Pulverform zu Dir nehmen. Ich selbst bevorzuge Kapseln und Presslinge, weil sie sich leichter einnehmen lassen. Willst Du die Alge mit in Deinen Smoothie mixen, dann empfiehlt sich natürlich das Pulver.

Als Tagesdosis werden Mengen zwischen 3 und 30 g täglich empfohlen. Während einer Kur sind es 10 bis 30 g täglich für die Dauer weniger Wochen. Für die längerfristige Einnahme im Alltag empfehlen sich 3 bis 10 g täglich mit einem Schluck Wasser.

Das Pulver ist Geschmackssache – Chlorella gehört nicht gerade zu den aromatischsten Nahrungsmitteln. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sich die Presslinge besser verkaufen als das Pulver. Unter uns: Das Pulver schmeckt furchtbar. Nimm lieber die praktischen Tabletten, wenn Du möchtest.


Chlorella – Fazit

Chlorella ist ein beliebtes Nahrungsergänzungsmittel. Um die kleine grüne Süßwasseralge ranken sich dabei viele Mythen. Auch wenn die Studienlage überhaupt nicht klar ist, finde ich den Gedanken cool, dass Algen als zukünftiges Nahrungsmittel zunehmend in den Fokus rücken. Die Chlorella Alge vermehrt sich schnell und kann auch künstlich kultiviert werden, ohne die natürlichen Gewässer zu plündern.

Solange Du die Alge nicht als Wundermittel betrachtest, sondern als protein- und Vitamin B-reiche Ergänzung mit Zukunftspotential, kannst Du nichts verkehrt machen. Algen sind als Teil unserer Ernährung durchaus sinnvoll: Die bereits erwähnte Spirulina liefert ebenfalls viel Eiweiß. Ein hervorragender Jod-Lieferant, den wir sehr schätzen, ist die Wakame-Alge.

    Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema zwei spannende Episoden – viel Spaß beim Reinhören in Teil 2! 

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    • 1 Watanabe, Fumio; Yabuta, Yukinori; Bito, Tomohiro; Teng, Fei (2014): Vitamin B(1)(2)-containing plant food sources for vegetarians. In: Nutrients 6 (5), S. 1861–1873. DOI: 10.3390/nu6051861.
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    • 7 Zhai, Q., Narbad, A., & Chen, W. (2014). Dietary strategies for the treatment of cadmium and lead toxicity. Nutrients, 7(1), 552-71. doi:10.3390/nu7010552
    • 8 Kim, Y. J., Kwon, S., & Kim, M. K. (2009). Effect of Chlorella vulgaris intake on cadmium detoxification in rats fed cadmium. Nutrition research and practice, 3(2), 89-94.
    • 9 Kwak JH, Baek SH, Woo Y, et al. Beneficial immunostimulatory effect of short-term Chlorella supplementation: enhancement of natural killer cell activity and early inflammatory response (randomized, double-blinded, placebo-controlled trial). Nutr J. 2012;11:53. Published 2012 Jul 31. doi:10.1186/1475-2891-11-53
    • 10 Xu C, Zhang J, Mihai DM, Washington I. Light-harvesting chlorophyll pigments enable mammalian mitochondria to capture photonic energy and produce ATP. J Cell Sci. 2014;127(Pt 2):388-399. doi:10.1242/jcs.134262
    • Kumar RM, Frankilin J, Raj SP.Accumulation of heavy metals (Cu, Cr, Pb and Cd) in freshwater micro algae (Chlorella sp.). J Environ Sci Eng. 2013 Jul;55(3):371-6.
    • 11: Dr. Frank Liebke: Algenapotheke, 2010
    • Merino JJ, Parmigiani-Izquierdo JM, Toledano Gasca A, Cabaña-Muñoz ME. The Long-Term Algae Extract (Chlorella and Fucus sp) and Aminosulphurate Supplementation Modulate SOD-1 Activity and Decrease Heavy Metals (Hg++, Sn) Levels in Patients with Long-Term Dental Titanium Implants and Amalgam Fillings Restorations. Antioxidants (Basel). 2019;8(4):101. Published 2019 Apr 16. doi:10.3390/antiox8040101