Damit unser Immunsystem gezielt gegen Viren, Bakterien, Pilze und chronische Entzündungen vorgehen kann, ist es von Mineralstoffen wie Zink, Magnesium oder Eisen sowie Vitaminen wie Vitamin A oder D abhängig. Sie agieren als wichtige Schalter für unsere Immunzellen – ohne sie kann keine effektive Immunabwehr stattfinden.

Doch selbst, wenn wir auf eine entsprechende Zufuhr achten, bleibt eine gewisse Unsicherheit bestehen, ob unser Körper ausreichend versorgt ist.

Wir empfehlen regelmäßige Blutuntersuchungen beim Arzt oder als Bluttest für zuhause. Denn Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren fallen bei Routineuntersuchungen meist unter den Tisch.

Aus diesem Grund zeigen wir Dir in diesem Artikel die 9 wichtigsten Blutwerte für ein kompetentes Immunsystem.

 

Welche Rolle spielen Mikronährstoffe für unser Immunsystem?

Man fand schon frühzeitig heraus, dass Mikronährstoffe für eine funktionierende Immunabwehr essenziell sind. So hatten Seefahrer während der Entdeckerzeiten von Vasco da Gama und James Cook mit Skorbut zu kämpfen. Der Vitamin-C-Mangel der Seefahrer führte zu einer chronischen Schwächung des Immunsystems und Folgeerkrankungen.

Noch heute gibt es verschiedene Mangelerscheinungen – selbst in der westlichen Kultur:

  • 85 % der Bevölkerung leiden unter einem Vitamin-D-Mangel
  • > 80 % der Bevölkerung haben ein schlechtes Verhältnis der Omega-3-Fettsäuren
  • 80 % der Bevölkerung haben einen Magnesiummangel
  • 45 % der Bevölkerung haben Defizite in der Versorgung mit Aminosäuren

Mehrere Studien (siehe aktuelles Studienreview aus 2020) haben inzwischen gezeigt, dass unser Immunsystem mehrere spezifische Mikronährstoffe benötigt. Darunter die Vitamine A, D, C, E, B6 und B12, Folsäure, Zink, Eisen, Kupfer und Selen, die in jeder Phase der Immunantwort eine wichtige, oft synergistische Rolle spielen. [1]

Wir sollten deshalb unsere Blutwerte im Blick behalten, um die Funktion des Immunsystems zu gewährleisten:

  • Stärkung der physischen Barrieren (Schleimhäute)
  • Funktion der Immunzellen (z. B. Leukozyten inkl. Monozyten, Lymphozyten, Neutrophile)
  • Regulation von Antikörpern (z. B. IgA, IgE, IgM)

Die Studien deuten auch darauf hin, dass die tägliche Zufuhr von Mikronährstoffen, die zur Unterstützung der Immunfunktion notwendig ist, höher sein kann als die derzeit empfohlene Zufuhr über die Nahrung.

Ein Mehrverbrauch an Mikronährstoffen ist u. a. durch Stress, chronische Infektionen und Umweltgifte in den meisten Bevölkerungsgruppen anzunehmen.

Um es etwas einfacher zu formulieren: Nährstoffmängel tragen dazu bei, dass Viren oder Bakterien offene Türen einrennen und unser Körper nicht entsprechend auf die Krankheitserreger reagieren kann.

Häufige Anzeichen für Immunschwäche sind:

  • Ständiges „Kränkeln“ (Husten, Schnupfen, Heiserkeit)
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Autoimmunerkrankungen

Die gute Nachricht ist, dass wir die nötigen Nährstoffe einfach messen, Mängel sichtbar machen und beheben können.

Nährstoffe Immunsystem

 

Wichtige Blutwerte für ein kompetentes Immunsystem

Im Folgenden erhältst Du einen ausführlichen Überblick, welche Nährstoffe für unser Immunsystem besonders wichtig sind – und welche Blutmarker anzeigen, wie es um unser Immunsystem bestellt ist.

 

hs-CRP

Hs-CRP oder das C-reaktive Protein ist ein Entzündungsmarker, der von unserer Leber als Reaktion auf Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen gebildet wird.

CRP hat die Aufgabe, geschädigtes Gewebe oder Feindstoffe zu erkennen und Immunzellen auf diese aufmerksam zu machen. Der Blutwert zeigt also an, ob unser Immunsystem momentan auf solche Belastungen reagiert. Liegt keine Aktivierung vor, normalisiert sich der Wert wieder und fällt auf unter 1 mg/l. Bei chronischen Entzündungen liegen häufig leicht erhöhte Werte vor (> 3 mg/l).

 

Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für Knochengesundheit und gute Laune. Außerdem hat es einen positiven Einfluss auf unser angeborenes und erworbenes Immunsystem [2].

Ein Mangel an Vitamin D erhöht nicht nur das Risiko für bakterielle und virale Infektionen sowie Autoimmunerkrankungen, sondern erschwert es dem Körper auch, mit bestehenden Entzündungen umzugehen [3].

Laut einer Studie weisen etwa 85 % der Deutschen einen Vitamin-D-Mangel auf, deshalb ist dieser Blutwert einer der wichtigsten [4].

 

Zink

Zink ist für die normale Entwicklung und Funktion vieler Immunzellen unerlässlich und selbst ein leichter Mangel kann die Immunfunktion beeinträchtigen und das Risiko bakterieller und viraler Infektionen erhöhen. Im Fall einer Infektion fallen die Zinkwerte schnell.

Studien schätzen, dass Zinkmangel weltweit für sage und schreibe 16 % der Infektionen der unteren Atemwege verantwortlich ist [5].

Zink sollte jedoch sorgfältig dosiert werden, da ein Übermaß die Immunität unterdrücken kann [6]. Ein Bluttest hilft, die richtige Dosierung zu ermitteln.

 

Eisen

Eisen ist an der Produktion von Immunzellen beteiligt (Leukozyten und Zytokine) und stärkt damit ebenfalls unsere Immunabwehr.

Bei Eisenmangel kann sich die Immunantwort verschieben: Statt Abwehrzellen gegen Viren und Bakterien zu stärken (TH1), wird eher die allergiebezogene Abwehr (TH2) aktiviert. Das kann Allergien und Autoimmunerkrankungen fördern [7].

 

Magnesium

Magnesium ist der vierthäufigste Mineralstoff im Körper und wird für mehr als 300 Körperprozesse benötigt, darunter auch als Nährstoff für unser Immunsystem.

Zusätzlich aktiviert Magnesium Vitamin D und stärkt damit dessen Rolle in unserem Immunsystem.

Studien belegen, dass ein Magnesiummangel die Anfälligkeit für Virusinfektionen erhöhen kann [8].

 

Selen

Selen ist wichtig für die Immunstärkung und Immunmodulation.

Außerdem hilft das Spurenelement bei der Entgiftung von Schwermetallen und Umweltgiften, welche die Immunabwehr hemmen können.

 

Infographik zu Blutwerten

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Vitamin A

Vitamin A wird wie Eisen für die Produktion unserer Leukozyten benötigt.

Außerdem stärkt es die natürlichen Schutzbarrieren unseres Körpers – etwa die Schleimhäute von Haut, Mund und Darm –, die die erste Abwehrlinie gegen Bakterien und Viren bilden [9].

 

Omega-3-Fettsäuren

Das Immunsystem ist auf Omega-3-Fettsäuren angewiesen. Sie helfen, Krankheitserreger und Giftstoffe abzuwehren und verhindern gleichzeitig, dass Abwehrreaktionen außer Kontrolle geraten. 

Fehlen Omega-3 und Antioxidantien, reagiert das Immunsystem entweder zu schwach (Immunschwäche) oder zu stark – mit der Folge von chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen [10]. Deshalb sind Omega-3-Fettsäuren entscheidend, damit das Immunsystem im Gleichgewicht bleibt: aktiv, wenn es gebraucht wird, und ruhig, wenn nicht.

 

Aminosäuren

Aminosäuren werden gern unterschätzt, dabei spielen sie eine wichtige Rolle für unser Immunsystem. Beispielsweise so [11]:

  • Threonin stärkt unseren Darm, der 80 % unseres Immunsystems beherbergt, und ist an der Bildung von Immunglobulinen und Antikörpern beteiligt.
  • Tryptophan unterstützt bestimmte Enzyme bei der Regulierung von Entzündungen und Immunreaktionen.
  • Methionin senkt unseren Histaminspiegel und kann so Allergie- und Unverträglichkeitsreaktionen mildern, die durch eine TH2 Immunantwort getriggert werden.

 

Teste Dein Immunsystem

Natürlich ist unser Immunsystem sehr komplex und von einer Reihe weiterer Faktoren abhängig. Dennoch deckt die obige Liste 80 % der häufigsten Mangelnährstoffe ab. Für eine bessere Immunabwehr kann es entscheidend sein, wenn diese Blutwerte im „grünen Bereich“ liegen.

Mithilfe spezieller Bluttests für zuhause kannst Du Blutwerte für das Immunsystem bestimmen lassen.


Derartige Bluttests funktionieren meistens so:

  1. In dem Testkit sind alle Utensilien für den Bluttest enthalten (Lanzette, Blutröhrchen, Pflaster, Desinfektion, frankierter Umschlag zur Einsendung in ein Fachlabor).
  2. Über einen kleinen Piecks in den Finger wird etwas Blut abgenommen.
  3. Die Probe wird per Post in ein zertifiziertes Labor gesendet und innerhalb von 5 bis 10 Tagen ausgewertet.
  4. Du erhältst Deine Ergebnisse online mit individuellen Verbesserungsvorschlägen, welche von Ärzten und Ernährungsfachkräften erarbeitet wurden.


Hier ein Einblick in meine Testergebnisse:

Blutwerte Immunsystem

Zink und Selen sind zwei wichtige Mikronährstoffe für unser Immunsystem. Wie Du siehst ist mein Selenspiegel gut (drei Paranüsse pro Tag sind eine gute Quelle). An meinem Zinkspiegel muss ich noch arbeiten (Meeresfrüchte oder eine Supplementierung von 10 mg/Tag werden mir empfohlen).


Fazit

Ein gesundes Immunsystem braucht die richtige Basis an Nährstoffen. Blutwerte wie CRP, Vitamin D, Eisen, Zink, Magnesium, Selen, Vitamin A, Omega-3 und Aminosäuren zeigen, ob Dein Körper gut versorgt ist oder ob Defizite bestehen. Mit gezielten Tests und einer bewussten Ernährung kannst Du Mängel rechtzeitig ausgleichen und so dafür sorgen, dass Dein Immunsystem zuverlässig arbeitet: aktiv, wenn es gebraucht wird, und ausgeglichen in Ruhephasen.

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  1. Gombart, A. F., Pierre, A., & Maggini, S. (2020). A Review of Micronutrients and the Immune System-Working in Harmony to Reduce the Risk of Infection. Nutrients, 12(1), 236. https://doi.org/10.3390/nu12010236
  2. Adams, J. S., & Hewison, M. (2008). Unexpected actions of vitamin D: new perspectives on the regulation of innate and adaptive immunity. Nature clinical practice. Endocrinology & metabolism, 4(2), 80–90. https://doi.org/10.1038/ncpendmet0716
  3. Yamshchikov, A. V., Desai, N. S., Blumberg, H. M., Ziegler, T. R., & Tangpricha, V. (2009). Vitamin D for treatment and prevention of infectious diseases: a systematic review of randomized controlled trials. Endocrine practice : official journal of the American College of Endocrinology and the American Association of Clinical Endocrinologists, 15(5), 438–449. https://doi.org/10.4158/EP09101.ORR
  4. Kunz C, Hower J, Knoll A, Ritzenthaler KL, Lamberti T. No improvement in vitamin D status in German infants and adolescents between 2009 and 2014 despite public recommendations to increase vitamin D intake in 2012. Eur J Nutr. 2019;58(4):1711–1722. doi:10.1007/s00394-018-1717-y
  5. Gammoh, N. Z., & Rink, L. (2017). Zinc in Infection and Inflammation. Nutrients, 9(6), 624. https://doi.org/10.3390/nu9060624
  6. Tang, A. M., Graham, N. M., & Saah, A. J. (1996). Effects of micronutrient intake on survival in human immunodeficiency virus type 1 infection. American journal of epidemiology, 143(12), 1244–1256. https://doi.org/10.1093/oxfordjournals.aje.a008712
  7. Bhaskaram P. (2001). Immunobiology of mild micronutrient deficiencies. The British journal of nutrition, 85 Suppl 2, S75–S80. https://doi.org/10.1079/bjn2000297
  8. Galland L. (1988). Magnesium and immune function: an overview. Magnesium, 7(5-6), 290–299.
  9. Mora, J. R., Iwata, M., & von Andrian, U. H. (2008). Vitamin effects on the immune system: vitamins A and D take centre stage. Nature reviews. Immunology, 8(9), 685–698. https://doi.org/10.1038/nri2378
  10. A.P.Simopoulos (2006): Evolutionary aspects of diet, the omega-6/omega-3 ratio and genetic variation: nutritional implications for chronic diseases, Biomedicine & Pharmacotherapy, Volume 60, Issue 9, November 2006, Pages 502-507
  11. Li, P., Yin, Y. L., Li, D., Kim, S. W., & Wu, G. (2007). Amino acids and immune function. The British journal of nutrition, 98(2), 237–252. https://doi.org/10.1017/S000711450769936X
  12. Hoffmann, P. R., & Berry, M. J. (2008). The influence of selenium on immune responses. Molecular nutrition & food research, 52(11), 1273–1280. https://doi.org/10.1002/mnfr.200700330