Während starke Migräneanfälle häufig medikamentös behandelt werden müssen, können bei leichteren Beschwerden und klassischen Kopfschmerzen oft auch natürliche Maßnahmen und Hausmittel gegen Kopfschmerzen spürbare Linderung verschaffen.
In diesem Beitrag zeige ich Dir, welche sich bewährt haben und wie Du sie gezielt einsetzen kannst.
Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören!
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Was sind Kopfschmerzen?
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Fast jeder Mensch kennt sie – mal als dumpfes Drücken, mal als ziehender Schmerz oder als pochendes Gefühl im Kopf.
Dabei ist Kopfschmerz nicht gleich Kopfschmerz: Hinter dem Begriff verbergen sich zahlreiche unterschiedliche Formen mit verschiedenen Ursachen und Ausprägungen. Die häufigsten sind sogenannte primäre Kopfschmerzen, zu denen vor allem Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen zählen.
Spannungskopfschmerzen sind dabei am weitesten verbreitet. Sie äußern sich meist als beidseitiger, dumpf-drückender Schmerz und sind oft mit Stress, Verspannungen oder Schlafmangel verbunden.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine besondere und deutlich intensivere Form von Kopfschmerz. Sie tritt meist anfallsartig auf und unterscheidet sich durch typische Merkmale von „gewöhnlichen“ Kopfschmerzen.
Charakteristisch sind:
- meist einseitige, pulsierende Schmerzen
- mittelstarke bis starke Intensität
- Verschlechterung bei körperlicher Aktivität
- Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen sind Migräneanfälle deutlich belastender und können den Alltag stark einschränken.
Migräne oder „normale“ Kopfschmerzen?
Der wichtigste Unterschied liegt in Intensität und Begleitsymptomen:
- Kopfschmerzen: eher dumpf, drückend, oft beidseitig, ohne starke Begleitsymptome
- Migräne: pulsierend, häufig einseitig, mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und deutlicher Einschränkung im Alltag
Schnelltest: Könnte es Migräne sein?
Beantworte für Dich die folgenden Fragen1:
- Werden alltägliche Aktivitäten wie Treppensteigen durch die Schmerzen deutlich erschwert?
- Beeinträchtigen die Beschwerden Deinen Alltag (Arbeit, Schule, Freizeit)?
- Treten Übelkeit oder sogar Erbrechen auf?
Wenn Du mindestens zwei dieser Fragen mit „Ja“ beantwortest, könnte eine Migräne vorliegen. In diesem Fall solltest Du die Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Wie lässt sich eine Migräne akut behandeln?
Wenn sich eine Migräneattacke oder starke Kopfschmerzen ankündigen, ist schnelles Handeln gefragt. Ziehe Dich möglichst an einen dunklen, ruhigen und kühlen Ort zurück, um zusätzliche Reize zu vermeiden. Halten die Beschwerden über mehrere Tage an oder verschlimmern sich, solltest Du ärztlichen Rat einholen.
Für die langfristige Prävention und Linderung von Migräne und Kopfschmerzen können Dir die folgenden Hausmittel eine wertvolle Unterstützung sein.
Bei einer akuten Migräne hilft eine reizarme Umgebung
Welche Hausmittel helfen gegen Kopfschmerzen?
Die folgenden Hausmittel setzen gezielt an den Ursachen von Kopfschmerzen an. Ihre Wirkung beruht darauf, dass sie zentrale Auslöser beeinflussen und so zur Linderung beitragen. Hierzu zählen:
- Senkung des Blutdrucks im Gehirn
- Reduktion von Entzündungsvorgängen im Gehirn und an der Blut-Hirn-Schranke
- Beruhigung des Immunsystems, da es oft zu einer Immunreaktion oder allergischen Reaktion an der Blut-Hirn-Schranke kommt
- Hemmung von entzündlichen Botenstoffen im Gehirn
- Bereitstellung wichtiger Nährstoffe – Bausteine, die die Blut-Hirn-Schranke, die Nervenzellen und die Energieerzeugung im Gehirn unterstützen
Steigen wir also direkt ein und zeigen Dir eine Auflistung mit unseren besten Hausmitteln gegen Kopfschmerzen:
- Viel trinken
- Wechselduschen
- Entspannung und Meditation
- Nasendusche
- Frische Luft
- Chili
- CBD-Öl
- Vanille
- Ingwer
- Kaffee
- Tee
- Pfefferminzöl
- Eucalyptusöl
- Rote Beete Saft
- Reishi Extrakt
- Magnesium
- Vitamin D
- B-Vitamine
- Coenzym Q10
Viel trinken
Der wichtigste Schritt bei der Akuttherapie liegt in einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. An dieser Stelle solltest Du vor allem Wasser und Tee bevorzugen und zuckerhaltige Getränke meiden.
Kühlen und Wechselduschen
Viele Personen empfinden kühlende Auflagen auf der Stirn sowie im Nackenbereich zudem als sehr angenehm. Alternativ kannst Du auch Wechselduschen (oder eine kalte Dusche) durchführen oder Deine Hände in eine Schüssel mit Eiswasser tauchen.
Entspannungsverfahren wirken unterstützend
Wenn Dich die Kopfschmerzen von Deinem verdienten Schlaf abhalten, dann können Dir beispielsweise Atemmeditation sowie progressive Muskelrelaxation beim Entspannen helfen.
Meditation mit Fokus auf das Ein- und Ausatmen hat ebenso schon vielen Menschen geholfen.
Durch den sanften Ruhezustand wird die Reizverarbeitung im zentralen Nervensystem gedämpft, was wiederum die Schmerzepisoden einer Migräne verringern kann.
Nasendusche
Sehr häufig liegen die Kopfschmerzen an verstopften Nasennebenhöhlen. Eine Nasendusche mit Emser Salz oder Himalaya-Salz spült Schleim, Ablagerungen und Allergene aus der Nase.
Frische Luft
Ganz einfach ist auch der Gang an die frische Luft. Zum Beispiel in Form eines größeren (Wald-)Spaziergangs. Wer den Großteil des Tages in geschlossenen Räumen mit hohem CO2-Anteil verbringt, kann dadurch Kopfschmerzen bekämpfen oder besser noch vorbeugen.
Lebensmittel bei Migräneschmerz
Ein Migräneanfall ist nicht selten mit Übelkeit und Erbrechen verbunden, trotzdem ist es essenziell, dass Du im Akutfall einer Unterzuckerung entgegenwirkst.
Wir empfehlen Dir an dieser Stelle leicht verdauliche Speisen wie beispielsweise Reis, Kartoffeln, Joghurt oder Obst.
Doch die richtigen Lebensmittel erweisen sich nicht nur als stärkende Energielieferanten – vielmehr bietet Dir Deine Küche eine ganze Reihe an natürlichen Helfern gegen Migräne- und Kopfschmerzen.
Cayenne Pfeffer und Chili
Cayenne Pfeffer und Chili überzeugen nicht nur durch ihre anregende Schärfe, sondern gelten zudem als natürliches Schmerzmittel. Durch die besondere Schärfe der beiden Gewürze wird die Durchblutung angeregt, sodass die Symptome einer Migräne schneller abklingen können.
CBD-Öl
Die vielfältige Wirkweise von CBD-Öl ist hinlänglich bekannt. Auch bei Schmerzen sowie Migräne findet der Allrounder mittlerweile immer wieder Anwendung4.
„So konnte bei der Anwendung von Cannabisöl oftmals ein Verschwinden der ersten Symptome der Migräne innerhalb von Minuten beobachtet werden.“, so der CBD-Experte Cornelius de Luca in einem ausführlichen Bericht auf https://cbd360.de/.
50 bis 100 mg CBD-Öl können für eine deutliche Linderung und Besserung sorgen – die Wirkung verstärkt sich, wenn Du es zusammen mit Omega-3-Fettsäuren und Magnesium einnimmst.
Vanille
Vanille ist nicht nur eine beliebte Backzutat, sondern kann auch eine angenehm beruhigende und entspannende Wirkung entfalten. Besonders ihr Duft wird oft als stresslindernd wahrgenommen.
Einige Studien deuten darauf hin, dass Inhaltsstoffe wie Vanillin entzündungshemmende und potenziell schmerzlindernde Eigenschaften besitzen – bislang jedoch vor allem in experimentellen Modellen. Eine direkte Wirkung gegen Kopfschmerzen beim Menschen ist nicht eindeutig belegt.
Dennoch kann Vanille indirekt helfen: Durch ihre entspannenden Eigenschaften kann sie gerade bei stressbedingten Kopfschmerzen das Wohlbefinden verbessern.
Du kannst eine Prise Vanilleextrakt in Wasser oder Hafermilch geben und nach Belieben mit Kakao, Gewürzen oder etwas Honig ergänzen.
Achte dabei auf reines, naturbelassenes Vanilleextrakt.
Ingwer
Ingwer ist ein wahrer Allrounder in Sachen Gesundheit und wird auch bei Kopfschmerzen gerne angewendet2. Ebenso wie Chili besitzt auch die kleine Wunderknolle eine gesunde Schärfe, die die Durchblutung anregt und die Schmerzsymptome einer Migräne lindert.
Schneide den Ingwer zunächst in kleine Stücke und gieße diesen mit heißem Wasser auf. Auch hier kannst Du nach Belieben noch Honig oder andere leichte Süßungsmittel einsetzen, um die Schärfe etwas zu mildern. Wenn Du den scharfen Geschmack der Knolle jedoch magst, dann kannst Du die kleinen Ingwerstücke auch roh verzehren.
Kaffee und Espresso
Auch Kaffee oder Espresso können bei Kopfschmerzen helfen. Das enthaltene Koffein wirkt gefäßverengend und kann so – insbesondere bei beginnenden Beschwerden – lindernd wirken.
Allerdings reagiert jeder Körper unterschiedlich: Während manche Menschen von einer Tasse Kaffee profitieren, kann Koffein bei anderen Kopfschmerzen sogar verstärken – vor allem bei regelmäßig hohem Konsum oder Koffein-Entzug.
Wenn Du Kaffee gezielt einsetzen möchtest, achte auf eine moderate Menge und beobachte, wie Dein Körper darauf reagiert.
Tee
Grüner Tee und Kräutertees werden bei verschiedensten Beschwerden eingesetzt und gelten in der Regel als gut verträglich. Daher kann es sinnvoll sein, ausgewählte Teesorten regelmäßig zu trinken, um Kopfschmerzen und Migräne vorzubeugen.
Die folgenden Teesorten können dabei unterstützend wirken:
- Pfefferminztee
- Ingwertee
- Eucalyptustee (auch „Atem Tee“ von Yogi Tea)
- Lindenblütentee
- Mädesüßtee
- Rotbuschtee
- Weidenrindentee
- Hibiskusblütentee
- Pestwurztee
- Oreganotee
- Rosmarintee
- Silberweidentee
- Zitronenmelissentee
Wir empfehlen Dir, vorzugsweise Teesorten aus der Apotheke oder bestenfalls sogar frische Kräuter zum Aufbrühen zu verwenden, um von einer optimalen Wirksamkeit zu profitieren.
Tees können bei Kopfschmerzen etwas Abhilfe schaffen
Sanfte Druckmassage mit Pfefferminzöl oder Eucalyptusöl
Ätherisches Pfefferminzöl ist ein bewährtes Hausmittel bei Kopfschmerzen und im Handel leicht erhältlich. Gib 1–2 Tropfen auf Deine Fingerspitzen und massiere das Öl sanft in kreisenden Bewegungen auf Schläfen und Stirn ein.
Das enthaltene Menthol erzeugt einen kühlenden Effekt und kann die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen. Studien zeigen, dass Pfefferminzöl insbesondere bei Spannungskopfschmerzen lindernd wirken kann.
Auch Eukalyptusöl kann durch seine erfrischende Wirkung unterstützend eingesetzt werden, ist jedoch weniger gut untersucht.
Alternativ kannst Du die Öle auch in einem Diffuser im Raum verteilen – das wirkt entspannend und kann das allgemeine Wohlbefinden fördern.
Rote-Beete-Saft
Rote-Beete-Saft enthält reichlich Nitrat, das im Körper schnell in NO (Stickoxid) reduziert wird. NO ist ein Hormon, das die Blutgefäße weitet und den Blutdruck senkt. Bei Kopfschmerzen und Migräne kann es sich deshalb als hilfreich erweisen. Der hohe Anteil an Antioxidantien wirkt unterstützend.
Reishi-Extrakt
Reishi ist ein Heilpilz, der auch in Deutschland wächst. Hier heißt er „Glänzender Lackporling“. Er wirkt stark antioxidativ und reguliert das Immunsystem. Bei chronischen Entzündungen und allergischen Symptomen kann er indirekt auch Kopfschmerzen reduzieren.
Magnesium
Magnesium ist ähnlich wie Rote Beete ein Hausmittel, das die Energieverwertung im Kopf verbessert und den Blutdruck lokal senken kann. Das kann bei Kopfschmerzen eine nachhaltige Hilfe sein, wenn Du öfters daran leidest.
400 bis 500 mg Magnesium täglich, idealerweise als Citrat oder Bisglycinat, wirken besonders gut.
Vitamin D
Ein ausreichend hoher Vitamin D-Spiegel im Blut wirkt prophylaktisch vor Kopfschmerzen und Migräne3. Darüber wurden bereits einige wissenschaftliche Studien durchgeführt, und die Ergebnisse sind klar: Besonders in Herbst und Winter, wenn die Sonne nicht zur Deckung des Vitamin D-Haushalts ausreicht, empfiehlt sich eine Ergänzung. Das beugt auch einem Vitamin-D-Mangel vor.
B-Vitamine
Ein Mangel an B-Vitaminen, besonders an Vitamin B2, geht häufig mit Kopfschmerzen und Migräne einher. Hier hat sich der Fokus auf eine gute B-Versorgung wie auch Vitamin B2 hochdosiert (200 bis 300 mg) in der Praxis sehr bewährt.
Was Lebensmittel angeht, findest Du Vitamin B2 reichlich in:
- Sprossen und Keimlingen,
- Innereien wie Leber
- und rotem Fleisch.
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Coenzym Q10
Auch ein Mangel an Coenzym Q10 steht eng mit Kopfschmerzen in Verbindung. Dies gilt besonders für Personen ab 40 Jahren und alle, die Statine einnehmen, da es hier zu einer eingeschränkten Bildung von Q10 im Körper kommt.
Die Folge: Probleme bei der Energiebereitstellung in den Mitochondrien, oxidativer Stress sowie Entzündungen und Schmerzen.
200 mg Coenzym Q10 sind dabei eine gute Dosis (als Ubiquinon, oder 50 mg Ubiquinol).
Fazit: Mit den richtigen Hausmitteln gegen Kopfschmerzen vorgehen
Migräne und Kopfschmerzen erzeugen einen enormen Leidensdruck und macht Betroffene nicht selten gänzlich handlungsunfähig. Dennoch können vor allem bei dem Auftreten leichter Migräneattacken bereits einfache Hausmittel helfen. Ich empfehle Dir, schon früh vorzubeugen, sodass Du lästige Schmerzen künftig umgehen kannst.
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