Startseite » Taurin – 8 Vorteile der unterschätzten Aminosäure!

Taurin – 8 Vorteile der unterschätzten Aminosäure!

von Martin Krowicki, M.A.
Taurin

Zuletzt aktualisiert am 21. Oktober 2020 um 16:19

Heute möchten wir Dir eine Aminosäure vorstellen, deren Wirkung lange Zeit zu wenig beachtet wurde: Taurin.

Die Beschreibungen zu Taurin könnten vielversprechender nicht sein: Multitalent, Superstar, Energiebooster … Aufgrund der vielfältigen Wirkungen für unseren Stoffwechsel, Gehirn, Herz und Muskeln sind diese Aussage durchaus berechtigt.

Was steckt wirklich hinter der Aminosäure und wie kannst Du davon profitieren?

In diesem Artikel stellen wir Dir die wichtigsten Wirkungen von Taurin vor und zeigen Dir, wie Du Deinen Körper versorgen kannst.

 

Was ist Taurin?

Taurin ist eine Aminosulfonsäure, die im Gegensatz zu den meisten anderen Aminosäuren, nicht zum Aufbau von Proteinen genutzt wird.

Der Tauringehalt im Körper eines gesunden Menschen von 70 kg Körpergewicht liegt zwischen 30 und 70 g.

Ein gesunder Körper kann etwa 125 mg Taurin pro Tag aus den Aminosäuren Cystein und Methionin selbst herstellen, welche jedoch sowieso schon bei vielen Menschen in zu geringen Mengen aufgenommen werden. Deshalb wird die körpereigene Synthese meist überbewertet.

Theoretisch wird die Aminosäure aus diesem Grund als nicht-essenziell klassifiziert. Praktisch möchten wir dennoch dazu motivieren, auf eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung zu achten.

Denn Taurin erfüllt wichtige Funktionen in unseren wichtigsten Organen: Gehirn, Herz, Augen und Muskeln [1,2].

Und glaube mir, wenn wir später noch in die Wirkungsmechanismen eintauchen, dann wirst Du verstehen, warum wir Dir diese Aminosäure so dringend vorstellen wollten – zu einer gesunden Lebensweise gehört Taurin dazu und kann die Gesundheit in einem Umfang unterstützen, wie nur wenige Vitalstoffe.

Übrigens: Energy Drinks enthalten Taurin – das heißt aber nicht, dass es aufputschend wirkt wie Koffein … sondern, dass es dem Koffein die “hippelige” Wirkung nimmt. Es fokussiert. Taurin alleine genommen wirkt nicht aufputschend. Das ist wichtig.

 

Worin ist Taurin enthalten?

Neben der körpereigenen Herstellung kann Taurin aus verschiedenen Lebensmitteln gewonnen werden. Die Spanne der täglichen Aufnahme von Taurin innerhalb der Bevölkerung liegt – je nach Ernährung – zwischen 40 und 400 mg pro Tag. [3]

In Lebensmitteln ist Taurin besonders in unverarbeiteten, tierischen Lebensmitteln enthalten: Hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Innereien, Fisch, Meeresfrüchte und Eiern. Bei der Verarbeitung dieser Produkte, z.B. bei der Wurstherstellung, geht es verloren. Daher plädieren wir in unseren Beiträgen auf eine natürliche, unverarbeitete Ernährung. Die ausreichende Versorgung mit Taurin ist dabei ein wichtiger Grund.

In den meisten Fällen kannst Du damit Deinen Bedarf überwiegend decken.

Taurin Meeresfrüchte

Fisch, Meeresfrüchte und rotes Fleisch (unverarbeitet) sind die wichtigsten Quellen für Taurin in unserer Ernährung.

Obst und Gemüse spielen bei der Versorgung mit der Aminosäure eine untergeordnete Rolle.

 

8 wichtige Wirkungen von Taurin

Taurin ist wirklich ein Multitalent und spielt eine wichtige Rolle für Deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Ein Mangel kann Dir sprichwörtlich die Lebensenergie rauben.

Die folgenden Wirkungen tragen hoffentlich dazu bei, dass Du näher über Deine Taurinversorgung nachdenken solltest.

Taurin Wirkungen

 

#1 – Taurin reguliert den Stoffwechsel

Erst seit einer Untersuchung im Jahr 2010 begann man Taurin als Stoffwechselbooster zunehmend ernst zu nehmen. Hansen et al. stellten fest, dass die Aminosäure eine Schlüsselrolle in unseren Mitochondrien übernimmt [4].

Du erinnerst Dich? Die Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen und das Zentrum eines gesunden Stoffwechsels.

Jedenfalls stellten die Forscher fest, dass Taurin als wichtiger Puffer in der Mitochondrienmembran wirkt! Es schützt die Mitochondrien vor Stress und stellt sicher, dass diese ihre Aufgaben übernehmen können. Über diese Funktion kann es dazu beitragen, unseren Körper vor metabolischen Entgleisungen wie Diabetes und Übergewicht oder auch Bluthochdruck und Entzündungen zu schützen.

 

#2 – Liefert Energie

Taurin sorgt dafür, dass unsere Mitochondrien effizienter werden. Die Aminosäure trägt dazu bei, dass unsere Kraftwerke mehr ATP produzieren können und wir entsprechend energetisch durchs Leben gehen.

 

#3 – Mehr Kraft und Ausdauer

Studien zeigen außerdem, dass Taurin unsere Ausdauer verbessern kann, indem es einer vorschnellen Ermüdung der Muskulatur entgegenwirkt [5].

Auch die Kraftleistung kann durch die Aminosäure verbessert werden, da mehr ATP zur Verfügung steht.

Was heißt das in der Praxis? Viele Menschen suchen nach Gründen, warum sie trotz Training wenig Ausdauer und Kraft haben … trainieren weiter und weiter und ruinieren ihren Stoffwechsel.

Schon einmal über Taurin nachgedacht? Woher soll Kraft und Ausdauer kommen, wenn ein wichtiger Schlüssel in unserem Stoffwechsel fehlt?

Das gilt besonders für Sportler, die sich eher ungesund und überwiegend verarbeitet – also taurinarm – ernähren.

 

#4 – Kann vor Diabetes schützen

Die Aminosäure verbessert die Insulinsensitivität im Körper und erhöht die Dichte unserer Insulinrezeptoren. Dadurch verbessert sich die Blutzuckerkontrolle unseres Körpers.

Es wurde gezeigt, dass Diabetiker häufig sehr niedrige Taurinspiegel im Blut aufweisen [6].

 

#5 – Verbessert die Fettverbrennung

Taurin kann weiterhin dafür sorgen, dass unser Fettstoffwechsel verbessert wird. Bei Sportlern wurde eine 16 % höhere Fettverbrennung nachgewiesen, wenn knapp 1,5 g supplementiert wurden [7].

Der Fetttransport ist ebenso verbessert wie die Verwertung in den Mitochondrien. Außerdem erhöht sich die Bildung von Wachstumshormon, dem wohl wichtigsten, Fett-verbrennenden Hormon in unserem Körper. Also kann man argumentieren, dass unser heutiger Star Taurin auch für jene relevant ist, die gerne abnehmen möchten, aber nicht weiter kommen.

Tipp: Kombiniere es mit Kreatin und Citrullin, um einen tatsächlichen Stoffwechsel-Turbo zu erhalten.

 

#6 – Stärkt die Psyche

Nicht nur unsere muskuläre Kraft verbessert sich durch die Aminosäure, sondern auch unsere psychische Widerstandsfähigkeit.

Taurin hat einige Funktionsmechanismen, die mit der GABA- und BDNF-Signalübertragung verbunden sind. Deshalb wird vermutet, dass die Aminosäure antidepressive Eigenschaften hat [8].

 

#7 – Gesunde Augen

Taurin befindet sich in relevanten Mengen in unseren Augen und vor allem der Netzhaut. Geringe Konzentrationen an Taurin in den Augen stehen in Verbindung mit einem schlechten Sehvermögen [9].

 

#8 – Die Aminosäure beruhigt und stärkt den Fokus

Ich nutze Taurin selbst gern, wenn ich Kaffee trinke und gleichzeitig konzentriert arbeiten möchte. Taurin wirkt den stark aufputschenden Wirkungen von Koffein entgegen und puffert die Reaktion, sodass die negativen Effekte wie Unruhe und Nervosität reduziert werden.

Die Wirkung entsteht, indem die Aminosäure an den GABA-Rezeptoren des Gehirns andockt, welche eine Schlüsselrolle bei der Kontrolle und Beruhigung des Nervensystems spielen [10].

In Redbull ist genau aus diesem Grund circa 1 g Taurin enthalten. Es unterstützt das Koffein, indem es ihm die Spitze nimmt – es resultiert eher langanhaltender Fokus statt Überdreht-Sein, ähnlich wie bei Grüntee.

Dies soll jedoch keine Empfehlung sein, Deinen Bedarf mit einem zuckersüßen Energydrink zu decken ?

 

Wer profitiert von Taurin?

… natürlich jeder! Wie Du siehst, ist Taurin an unseren wichtigsten Stoffwechselvorgängen beteiligt. Eine ausreichende Versorgung mit der Aminosäure sollte also für jedermann wichtig sein.

Alle Menschen mit erhöhten Ansprüchen an ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit (wer hat die nicht?) profitieren von ausreichend Taurin.

Einige Zielgruppen sollten besonders auf ihre Zufuhr achten.

Veganer und Vegetarier nehmen meist weniger Taurin auf, da die Aminosäure hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist. Auch wenn Du „nur“ ein- bis zweimal pro Woche eine kleine Portion Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte isst, kann längerfristig ein Mangel entstehen.

Wer sich nicht so gesund ernährt, wie er könnte, sollte über eine Ernährungsumstellung oder eine Taurin-Ergänzung nachdenken.

Weiterhin gibt es Gendefekte, welche zu einer geringeren Aufnahme der Aminosäure führen.

In vielen Fällen kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein.

 

Taurin als Nahrungsergänzung

Taurin Nahrungsergänzun

Taurin kann ein sinnvolles Nahrungsergänzungsmittel sein, wenn Du Deine Gesundheit und Leistungsfähigkeit optimieren möchtest.

Die Empfehlungen für eine zusätzliche Versorgung liegen zwischen 250 mg und 3000 mg.

Eine Überdosierung ist schwer möglich. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ermittelt, dass es auch bei einer täglichen Einnahme von 1.000 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zu keinen negativen Effekten kommt (bei einem 70 kg schweren Menschen wären dies 70 g).

Entscheidend ist wie immer auf eine bestmögliche Qualität des Supplements zu achten. Wenn Du es als Nahrungsergänzung nimmst, dann sollte in dem Produkt ausschließlich Taurin enthalten sein – nicht anderes (kein Magnesium-Stearat oder Titan-Dioxid usw.).

Auch hier empfehlen gern unseren Partner edubily. Taurin ist Teil der edubily Pure-Serie und ein absolut hochwertiges Produkt.

Für eine gute Grundversorgung reichen ein bis zwei Kapseln pro Tag aus, welche jeweils satte 250 mg Taurin enthalten.

 

Fazit

Was haben wir uns gedacht, als wir uns vor einigen Jahren intensiver mit Taurin beschäftigt haben: Wow, wieso haben wir die Wirkungen so lange unterschätzt? Geht es Dir auch so?

Wenn nicht, dann findest Du hier noch einmal alle Wirkungen auf einen Blick:

  • Taurin verschafft Dir Lebensenergie, Kraft und Ausdauer (es optimiert Deine Mitochondrien)
  • die Aminosäure verhilft Dir zu einem funktionierenden Stoffwechsel (Blutzuckerkontrolle und bessere Fettverbrennung)
  • es stärkt Deine Psyche und hilft Dir Dich zu fokussieren und zu entspannen
  • unsere wichtigsten Organe profitieren von der Aminosäure: Herz, Gehirn, Muskeln und Augen

Was willst Du mehr? ?

Falls Du über eine Nahrungsergänzung nachdenkst:

 

 

Quellenverzeichnis
[1] Beyranvand, M. R., Khalafi, M. K., Roshan, V. D., Choobineh, S., Parsa, S. A., & Piranfar, M. A. (2011). Effect of taurine supplementation on exercise capacity of patients with heart failure. Journal of cardiology57(3), 333–337. https://doi.org/10.1016/j.jjcc.2011.01.007 [2] Schuller-Levis, G. B., & Park, E. (2003). Taurine: new implications for an old amino acid. FEMS microbiology letters226(2), 195–202. https://doi.org/10.1016/S0378-1097(03)00611-6 [3] Birdsall T. C. (1998). Therapeutic applications of taurine. Alternative medicine review : a journal of clinical therapeutic3(2), 128–136. [4] Hansen, Svend Hoime; Andersen, Mogens Larsen; Cornett, Claus; Gradinaru, Robert; Grunnet, Niels (2010): A role for taurine in mitochondrial function. In: Journal of biomedical science 17 Suppl 1, S23. DOI: 10.1186/1423-0127-17-S1-S23 [5] Balshaw, T. G., Bampouras, T. M., Barry, T. J., & Sparks, S. A. (2013). The effect of acute taurine ingestion on 3-km running performance in trained middle-distance runners. Amino acids, 44(2), 555–561. https://doi.org/10.1007/s00726-012-1372-1 [6] Franconi, F., Bennardini, F., Mattana, A., Miceli, M., Ciuti, M., Mian, M., Gironi, A., Anichini, R., & Seghieri, G. (1995). Plasma and platelet taurine are reduced in subjects with insulin-dependent diabetes mellitus: effects of taurine supplementation. The American journal of clinical nutrition61(5), 1115–1119. https://doi.org/10.1093/ajcn/61.4.1115 [7] Rutherford, J. A., Spriet, L. L., & Stellingwerff, T. (2010). The effect of acute taurine ingestion on endurance performance and metabolism in well-trained cyclists. International journal of sport nutrition and exercise metabolism20(4), 322–329. https://doi.org/10.1123/ijsnem.20.4.322 [8] Caletti, G., Almeida, F. B., Agnes, G., Nin, M. S., Barros, H. M., & Gomez, R. (2015). Antidepressant dose of taurine increases mRNA expression of GABAA receptor α2 subunit and BDNF in the hippocampus of diabetic rats. Behavioural brain research283, 11–15. https://doi.org/10.1016/j.bbr.2015.01.018 [9] Militante, J. D., & Lombardini, J. B. (2002). Taurine: evidence of physiological function in the retina. Nutritional neuroscience5(2), 75–90. https://doi.org/10.1080/10284150290018991 [10] L’Amoreaux, W. J., Marsillo, A., & El Idrissi, A. (2010). Pharmacological characterization of GABAA receptors in taurine-fed mice. Journal of biomedical science17 Suppl 1(Suppl 1), S14. https://doi.org/10.1186/1423-0127-17-S1-S14

 

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar ¹

¹ Durch Benutzung dieser Kommentarfunktion stimmst Du unseren Kommentar-Bedingungen zu.
² Durch Benutzung dieser Kommentarfunktion stimmst Du der Speicherung einiger Deiner Daten zu. Wir behandeln sie selbstverständlich vertraulich.