Ei Unverträglichkeit – Symptome und Tipps

von Martin Krowicki, Dr. rer. medic.
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Ein Korb gefüllt mit Eiern

Der Verzehr von Eiern war lange umstritten. Sie galten als ungesund und gefährlich – schuld sollte das Cholesterin sein. Zum Glück konnten sie ihren guten Ruf zurückgewinnen und wir wissen heute, dass sie Schatzkisten voller wertvoller Nährstoffe für uns sind und sogar das gute HDL-Cholesterin erhöhen können (s. Cholesterin senken).

Leider gibt es Menschen, die an einer Ei Unverträglichkeit leiden. Hier findest Du alles Wichtige, was Du dazu wissen solltest.

 

Eier sind gesund und lecker, aber …

Kaum ein Lebensmittel lässt sich so vielfältig verwenden. So zaubern beispielsweise saftig gebratene Spiegeleier am Sonntagmorgen vielen ein Lächeln ins Gesicht.

Allerdings reagieren Menschen unterschiedlich auf Lebensmittel. Deshalb kommt es bei einigen nach dem Verzehr von Eiern zu Problemen wie Blähungen oder Durchfall. Ist dies der Fall, könnte eine Lebensmittelunverträglichkeit vorliegen. Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren mit Klienten sammeln konnte, haben gezeigt, dass viele Menschen an einer Ei Unverträglichkeit leiden. Bewusst ist das nur den wenigsten.

Übrigens geht man davon aus, dass mindesten 50 % der europäischen Bevölkerung von Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln und deren Bestandteilen betroffen sind.

Kleine kreisförmige Spiegeleier auf Bratplatte

Eier sind lecker und gesund, werden aber nicht von allen vertragen

 

Der Unterschied: Ei-Unverträglichkeit vs. Ei-Allergie

Ob eine Eier Unverträglichkeit oder eine Allergie vorliegt, lässt sich anhand der Symptome bestimmen.

 

Eierallergie

Bei einer Allergie gegenüber Eiern kommt es zu einer Überreaktion unseres Immunsystems aufgrund spezieller Proteine im Ei. Typischerweise Ovoalbumin und Ovotransferrin, die beide vorwiegend im Eiklar vorkommen. Eier gehören übrigens zu den Lebensmitteln, die am häufigsten Allergien auslösen.

Allergiesymptome machen sich kurz nach dem Verzehr von Eiern bemerkbar. Hierzu zählen:

  • juckende Hautausschläge, Rötung
  • Schwellungen besonders im Gesicht- und Rachenbereich
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall

Eine allergische Reaktion kann allerdings auch sehr viel schwerwiegender ausfallen. Es besteht das Risiko eines lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schocks, der zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen kann. Bei einer Nussallergie kommt es häufig dazu, bei Eiern seltener.

 

Ei Unverträglichkeit

Eine Unverträglichkeit gegenüber Eiern ist nicht lebensbedrohlich und begrenzt sich symptomatisch hauptsächlich auf unseren Verdauungstrakt und das Immunsystem. Sie manifestiert sich durch eines oder mehrere der folgenden Symptome:

  • Bauchschmerzen oder Blähungen
  • Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen, besonders nach dem Eiverzehr
  • unreine Haut

Im Gegensatz zu einer allergischen Reaktion, die unmittelbar auftritt, kann sich eine Unverträglichkeit auch erst einige Stunden oder sogar Tage später bemerkbar machen. Das liegt daran, dass die Verdauung von Eiern 2 bis 3 Tage in Anspruch nehmen kann. Dies macht die Selbstdiagnose schwer bis unmöglich, da wir zahlreiche Lebensmittel konsumieren und nicht nachvollziehbar ist, welches Beschwerden verursacht.

 

Ursachen einer Eierunverträglichkeit

Es gibt verschiedene Ursachen, die eine Eier Unverträglichkeit auslösen können:

  •  genetische Faktoren
  • Umwelteinflüsse
  • die Qualität der Eier
  • Darmerkrankungen wie Reizdarmsyndrom oder Morbus Crohn

 

Ei Unverträglichkeit testen

Im Folgenden möchte ich Dir 3 Möglichkeiten vorstellen, mit denen Du herausfinden kannst, ob Eier Beschwerden bei Dir auslösen.

 

Nutze unseren Selbsttest

Wir haben Dir hier einen Schnelltest auf Lebensmittelunverträglichkeiten erstellt. Nutze unseren Fragebogen und erfahre anhand von 17 Fragen, wie wahrscheinlich eine Unverträglichkeit bei Dir ist:

 

Führe ein Ernährungstagebuch

Dokumentiere die Nahrungsmittel, die Du zu Dir nimmst, und Dein Befinden über den Tagesverlauf. Hierbei sind Aufmerksamkeit und Beständigkeit gefragt, da sich die Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit nicht immer unmittelbar nach dem Verzehr bemerkbar machen. Leider sind die Reaktionen auf einzelne Lebensmittel schwer voneinander abzugrenzen. Diese Methode ist also nicht die genaueste.

 

Mache einen Bluttest auf Lebensmittelunverträglichkeit

Zuverlässiger ist ein Bluttest. Hierbei wird auf spezielle IgG4-Antikörper getestet. Reagierst Du empfindlich auf Eier, lässt sich das durch erhöhte IgG4-Antikörperwerte nachweisen.

Biobalance bietet in diesem Zusammenhang den „Select 72“* an, bei dem Du auf Eier und insgesamt 72 andere frei wählbare Lebensmittel testen kannst, darunter Weizen, Haselnuss, Knoblauch, Tomate, Paprika, Soja, Milch, Fleisch, Fisch und mehr.

Du erhältst außerdem einen individuellen Ernährungsplan, der Deine Unverträglichkeiten berücksichtigt.

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Tipps zur Ei Unverträglichkeit

Stellst Du fest, dass bei Dir eine Eierunverträglichkeit vorliegt, fragst Du Dich sicher, was Du dagegen tun kannst.

 

Verzichte zunächst auf Eier

Die beste Möglichkeit ist es, auf den Verzehr von Eiern zu verzichten. Anfangs wird Dir das vielleicht schwerfallen, doch wenn Du feststellst, dass es Dir und Deiner Verdauung deutlich besser damit geht, wirst Du Dir dankbar dafür sein, dass Du stark geblieben bist.

Wie lange solltest Du verzichten? Versuche es für 30 Tage.

 

Suche Alternativen für die wertvollen Nährstoffe

Eier enthalten viele wichtige Stoffe wie Cholin, Omega-3-Fettsäuren, Proteine und Vitamin A. Bei einem Verzicht auf Eier ist es deshalb ratsam, alternative Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel in Deine Ernährung einzubauen, die diese Stoffe enthalten, um ihre Zufuhr zu gewährleisten.

Cholin ist zum Beispiel in Fisch, Fleisch (z. B. Innereien) und Gemüse (z. B. Artischocken) enthalten. Omega-3-Fettsäuren findest Du in Fisch und anderen Meeresfrüchten sowie in Weidefleisch.

Wer die Bindeeigenschaften von Eiern beim Backen zu schätzen weiß, kann auf Alternativen wie Leinsamen oder Kichererbsen zurückgreifen.

 

Einige Zeit vergangen? Integriere BIO-Eier langsam wieder in die Ernährung

Eine Ei Unverträglichkeit kann sich nach einiger Zeit zurückbilden, je nachdem, was der Auslöser dafür war. Wenn sich Dein Verdauungssystem erholen konnte und Du keine astronomischen Mengen konsumierst, kannst Du Dir möglicherweise wieder ein Frühstücksei zubereiten (s. Frühstücksideen).

Wir empfehlen Dir, ausschließlich Bio-Eier zu verzehren. Sie liefern mehr Omega-3-Fettsäuren. Gleichzeitig enthalten sie deutlich weniger Umweltgifte, die die Ei Unverträglichkeit auslösen oder verschlimmern können. Außerdem wird durch den Kauf von Bio-Produkten nachhaltige Landwirtschaft unterstützt. Auch aus tierethischer Sicht ist Bio die bessere Wahl.

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  •  Caubet, J. & Wang, J. (2011) Current understanding of egg allergy. Pediatr Clin North Am. 2011 Apr 1; 58(2): 427–443. 10.1016/j.pcl.2011.02.014

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