Startseite » Gute Haltung – Warum sie so wichtig ist und wie sie gelingt!

Gute Haltung – Warum sie so wichtig ist und wie sie gelingt!

von Martin Auerswald, M.Sc.
Published: Last Updated on
Arbeitskollegen am Konferenztisch im Meeting

Achte auf Deine Haltung – diesen Satz hast bestimmt auch Du als Kind von Deinen Eltern, Sportlehrern, Ärzten oder anderen Personen zu hören bekommen. Denn eine gute Haltung ist mehr als nur ein gerader Rücken. Sie ist pures Selbstbewusstsein, sie ist eine Lebenseinstellung!

 

Eine gute Haltung wird sehr unterschätzt

Menschen mit schlechter Haltung gibt es heutzutage viele, wenn man mal darauf achtet. Klar, sie sitzen den ganzen Arbeitstag vor dem Computer oder bewegen sich in ihrer Freizeit zu wenig. Hinzu kommen Verspannungen durch Stress oder chronische Schmerzen in Rücken und Gelenken als Zeichen eines nahenden Burnout-Syndroms. Diese Beispiele machen deutlich, dass eine gute Haltung auch mit psychischen Faktoren zusammenhängt.

Für Dich ist das eine gute Nachricht, denn sie bedeutet in der Schlussfolgerung: Wenn Du Deine Haltung verbesserst, wirst Du Dich auch psychisch besser fühlen – selbstbewusster, leistungsfähiger, glücklicher! Aber woher kommt dieser Zusammenhang? Und vor allem, wie gelingt eine gute Haltung?

Grundschulklasse mit junger Lehrerin

Eine gute Haltung sollte bereits in der Schule gelehrt werden.

 

Schlechte Haltung beginnt meist schon im Kindesalter

Unter einer schlechten Haltung verstehen viele Menschen einen “Rundrücken”. Die Schultern hängen nach vorne, der Hals streckt sich dadurch schildkrötenartig und die gesamte Statur wirkt gedrückt sowie kraftlos. Doch es gibt noch weitere Fehlhaltungen wie den Flachrücken, das Hohlkreuz oder den Hohlrundrücken. Diese können durch Erkrankungen wie Morbus Bechterew, Osteoporose, Spondylolisthese oder Morbus Scheuermann hervorgerufen werden. In den meisten Fällen resultieren solche Fehlhaltungen aber nur aus einer Muskel-Band-Schwäche.

Die Haltung ist nämlich nicht angeboren, sondern wird zu großen Teilen durch Deine Gewohnheiten geprägt. Wer sich also viel bewegt und über eine gute Rückenmuskulatur verfügt, nimmt in der Regel automatisch eine gute Haltung ein. Früher, als die Kinder ihre Freizeit noch beim Ballett oder Fußball verbracht haben, anstatt vor der Spielekonsole, hatten sie also direkt bessere Ausgangsvoraussetzungen.

Mittlerweile ist die Freizeitgestaltung aber meist schon in jungen Jahren passiv. Das viele Sitzen geht oft mit einem Hängenlassen der Schultern einher und schon werden erste Fehlhaltungen zur Gewohnheit.

Weiterhin kann eine schlechte Haltung im Kindesalter auch durch falsche Schuhe entstehen. Denn im Wachstum können dadurch Senk-, Spreiz- oder Plattfüße hervorgerufen werden, ebenso wie O- oder X-Beine. Solche Fehlstellungen im Bereich der Füße oder Beine ziehen dann eine Fehlhaltung im gesamten Körper nach sich: Eine schräge Hüfte zum Beispiel, einen Schiefhals oder die bereits erwähnten Rückenfehlhaltungen.

Wichtig ist daher, dass Du bereits bei Deinen Kindern darauf achtest, sie bei einer gesunden Haltung zu unterstützen – durch die Wahl der richtigen Schuhe in optimaler Passform sowie ausreichend Bewegung.

 

Eine Fehlhaltung ist (meistens) nicht endgültig

Entsteht eine solche Fehlhaltung bereits im Kindesalter, sollte mit Hilfe eines Kinderorthopäden frühzeitig gegengesteuert werden. Schließlich befindet sich das Kind noch im Wachstum und dementsprechend kann auch eine schlechte Haltung meistens noch „herauswachsen“.

Leidest hingegen Du selbst unter einer Fehlhaltung, obwohl Du schon erwachsen bist, lautet die gute Nachricht: Es ist noch nicht zu spät! Auch im Erwachsenenalter kannst Du Deine Haltung jederzeit verbessern. Eine schlechte Haltung ist also niemals endgültig – einzige Ausnahme sind krankheitsbedingte Fehlhaltungen, welche sich nicht oder nur bedingt behandeln lassen.

Bist Du allerdings gesund, aber hast zum Beispiel einen Rundrücken, kannst und solltest Du unbedingt an Deiner Haltung arbeiten.

Warum? Dafür gibt es gleich mehrere gute Gründe: Einerseits ist eine Fehlhaltung ungesund und kann ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dazu gehören harmlosere Beschwerden wie Muskelverspannungen, Kopf- oder Rückenschmerzen, aber auch Bandscheibenvorfälle können durch Haltungsschäden entstehen. Chronische Entzündungen im Körper können auch dahinter stecken.

Je früher Du also gegensteuerst, desto eher kannst Du solche Folgeschäden abwenden und umso besser wirst Du Dich fühlen.

 

Zusammenhang zwischen Körperhaltung und Psyche

Besser fühlen wirst Du Dich mit einer guten Haltung zudem, weil sie sich – wie bereits erwähnt – auch psychisch auswirkt. Natürlich hängen Fehlhaltungen häufig auch oder alleinig mit einer zu schwachen Muskulatur zusammen. In vielen Fällen resultieren sie aber aus psychischen Faktoren. Sie können mit Depressionen einhergehen, Ängsten, falschen Glaubenssätzen, übermäßigem Stress, sozialen Phobien, Scham oder anderen negativen Gefühlen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen.

Vielleicht kennst Du das aus eigener Erfahrung: Wer sich krank, schwach oder unglücklich fühlt, lässt gerne die Schultern hängen. Wer sich schämt, versucht sich unwillkürlich klein und damit „unsichtbar“ zu machen. Wer Stress hat, zieht oft die Schultern hoch und hat Verspannungen im oberen Rückenbereich. Diese sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, inwiefern die Haltung auch mit der Psyche zusammenhängt.

Da diese Körpersprache aber unbewusst und vollautomatisch abläuft, merken viele Menschen nicht einmal, wie sich ihre Haltung verändert. Wirf daher regelmäßig einen Blick in den Spiegel und betrachte Dich selbst. Hast Du eine schlechte Haltung, solltest Du Dich fragen, ob dahinter vielleicht (auch) psychische Faktoren stecken. Eventuell ist es nämlich notwendig, die Fehlhaltung gemeinsam mit der Psyche zu behandeln, sprich orthopädische mit psychotherapeutischen Maßnahmen zu kombinieren.

Mit einer guten Haltung kannst Du zudem Dein Immunsystem stärken – interessant, oder?

Büro mit sechs Kollegen, die auf Gummibällen sitzen

Es muss nicht gleich der berühmt-berüchtigte Medizinball sein – ein wenig Sport, eine gute Matratze zum Schlafen, öfters beim Arbeiten aufstehen, Yoga … das hilft ungemein!

 

Die gute Haltung zur Lebenseinstellung machen

Glücklicherweise kannst Du diesen Zusammenhang auch umkehren: Verbesserst Du Deine Haltung, wirst Du unmittelbar merken, wie Du Dich auch psychisch (wieder) besser fühlst. Probier es aus, stellt Dich vor einen Spiegel und richte Dich auf. Fühlst Du Dich dadurch nicht direkt selbstbewusster, stärker, optimistischer, glücklicher – einfach besser?!

Körpersprache ist schließlich auch eine Form der Kommunikation und mit einer schlechten Haltung strahlst Du unbewusst Schwäche, Stress, Angst, Depression oder andere negative Emotionen aus. Kommst Du hingegen mit einer guten Haltung auf Dein Gegenüber zu, wirst Du sympathischer und selbstbewusster wirken. Du hinterlässt alles in allem ein deutlich positiveres Bild im Privat- sowie Berufsleben. Dadurch wirst Du beliebter sein, ein erfüllteres Liebesleben haben und mehr Erfolg im Beruf, um nur einige Beispiele von vielen zu nennen.

Diese zahlreichen kleinen Erfolgserlebnisse machen Dich wiederum stolz und selbstbewusst, was Dich aufrechter gehen lässt und immer so weiter. Wenn Du die gute Haltung zu deiner Lebenseinstellung machst, begibst Du Dich also in eine Art Aufwärtsspirale zu einem glücklicheren, gesünderen und erfolgreicheren Leben.

Junge Frau beim Yoga in Brückenposition

Yoga, Turnen, Gymnastik, Wandern, Schwimmen, Joggen … es gibt viele Möglichkeiten, die Haltung aktiv und nachhaltig zu verbessern.

 

Tipps und Übungen für eine gute Haltung

Zu einem gesunden und „attraktiven“ Erscheinungsbild gehört also auch eine gute Haltung. Vor allem aber gehört sie zu einem erfolgreichen und glücklichen Leben. Die Frage, welche Dich deshalb gewiss interessiert, lautet: Wie kann eine gute Haltung auch im Erwachsenenalter noch gelingen? Vorausgesetzt, es liegt keine Erkrankung oder Fehlstellung zugrunde, welche anderweitig behandlungsbedürftig ist, lautet die Devise dabei vor allem: Training, Training, Training!

  1. Yoga ist eine tolle Methode, um Deine Haltung auf sanfte Art und Weise zu verbessern. Gleichzeitig dienen die Übungen dem Stressabbau und optimieren Dein Wohlbefinden ganzheitlich. Yoga wirkt somit sowohl auf der körperlichen als auch der psychischen Ebene für eine bessere Haltung.
  2. Dehnübungen für den oberen oder unteren Rücken sind unverzichtbar, wenn Deine schlechte Haltung aus Verspannungen resultiert. Dann musst Du die Muskulatur nämlich erst einmal lockern, damit Du überhaupt wieder eine „normale“ Haltung einnehmen kannst.
  3. Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht oder Geräten hilft Dir anschließend dabei, die Muskulatur an den richtigen Stellen zu stärken.
  4. Ein Stehtisch auf der Arbeit sorgt automatisch für eine bessere Haltung – ideal sind Stehtische, die sich flexibel hoch- und herunterstellen lassen, wenn Du auch mal sitzen möchtest.
  5. Eine kalte Dusche setzt schon am Morgen (Morgenroutine) den gesamten Körper unter Spannung, steigert die Durchblutung, und gibt die Initialzündung für einen energetischen Tag. Und für eine gute Haltung.

Damit Du möglichst schnelle Erfolge siehst und Deine neue, bessere Haltung langfristig bewahren kannst, helfen Dir zusätzlich folgende Tipps für eine gute Haltung im Alltag:

  • Richte Dich bewusst immer wieder gerade auf, um die gute Haltung zu Deiner neuen Gewohnheit zu machen.
  • Sitzt Du im Job für mehrere Stunden pro Tag, nutzt Du am besten ein Sitzkissen. Dieses trainiert die Rückenmuskulatur und zwingen Dich dazu, auf Deine Haltung zu achten – anstatt Dich mit Rundrücken in die Lehne sacken zu lassen.
  • Du kannst spezielle Tapes auf den Rücken kleben oder Haltungsverbesserer für den Rücken kaufen, damit diese Dich bei Deinem Training unterstützen und immer wieder daran erinnern, auf eine gerade und aufgerichtete Haltung zu achten.
  • Bequeme, gut sitzende und richtig passende Schuhe sind auch im Erwachsenenalter noch wichtig, damit Du keine Fehlhaltungen provozierst.
  • Zuletzt solltest Du (wieder) mehr Bewegung in Deinen Alltag integrieren. Neben dem gezielten Rückentraining helfen dabei schon simple Maßnahmen wie das Treppensteigen statt dem Aufzug oder das Fahrradfahren zur Arbeit.

Beachtest Du diese Tipps und machst dreimal wöchentlich Deine Übungen, wirst Du schnell merken, wie sich Deine Haltung optimiert und Du Dich auch psychisch besser fühlst – garantiert!

 

Mehr Beiträge, die Dich interessieren könnten

Quellen

Bildquellen: Fotolia.com

(c) Andrey Popov #270898525

(c) drubig-photo #84722048

(c) fizkes #232441653

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar ¹

¹ Durch Benutzung dieser Kommentarfunktion stimmst Du unseren Kommentar-Bedingungen zu.
² Durch Benutzung dieser Kommentarfunktion stimmst Du der Speicherung einiger Deiner Daten zu. Wir behandeln sie selbstverständlich vertraulich.