Eine Entzündung ist eine Schutzreaktion des Körpers: Das Immunsystem wird aktiviert und beginnt mit der Beseitigung von Schäden, Fremdkörpern oder Krankheitserregern. 

Werden Entzündungen im Körper chronisch, können Kollateralschäden folgen, weil Immunzellen Krankheitserreger nicht nur fressen, sondern auch mit scharfen Waffen schießen. Dabei kann körpereigenes Gewebe geschädigt werden.

Fallen Entzündungen zu schwach aus, drohen hingegen Infekte durch Bakterien und Viren.

Wichtig ist die richtige Balance. Dank moderner Lebensführung und ungesunder Ernährung kommt es sehr häufig zu chronischen Entzündungen im Körper. Erfahre hier, was dabei passiert und was Du dagegen unternehmen kannst.

 

Was sind Entzündungen im Körper und was löst sie aus?

Eine Entzündung ist eine Immunreaktion: Das Immunsystem erkennt einen Feind (Krankheitserreger, Giftstoffe, tote Zellen) oder einen Schaden, sendet Signalstoffe aus und sorgt so für eine lokale Entzündung.

Eine Entzündung charakterisiert sich dadurch, dass weitere Immunzellen angelockt werden, das Gewebe anschwillt und die Durchblutung gesteigert wird.

Entzündungsreaktion nach einem Schaden: Stell Dir vor, Du stößt Dir Dein Knie an einer Kante. Zuerst folgt Schmerz, dann wird das Knie dick, da die Durchblutung gesteigert wird und das Gewebe anschwillt.

Entzündung durch einen Infekt: Wenn sich ein Virus in Deinen Atemwegen breitmacht, erkennen Immunzellen ihn und sorgen durch Fieber, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen für eine Entzündungsreaktion, um den Feind schnellstmöglich zu beseitigen.

Das sind Entzündungen im eigentlichen Sinne: Abwehrreaktionen gegen Schäden und äußere Feinde.

Erkältete Frau mit roten Augen, Schal, Hustensaft und tröstendem Teddybär

Im Kampf gegen Grippeviren sind Entzündungen Gold wert

Entzündungen sind Stress für den Körper, aber lebensnotwendig. Ohne Entzündungen könnte unser Körper nicht angemessen auf Krankheitserreger reagieren und Verletzungen nur langsam reparieren.

Es ist wichtig, dass Entzündungen nur kurz andauern, damit Schäden und Feinde schnell repariert bzw. beseitigt werden. Denn wenn Entzündungen chronisch werden, gerät der Körper unter Druck.

 

Das Problem mit chronischen Entzündungen

Durch unsere unnatürliche und ungesunde Lebensführung kommt es auch ohne Stressor (Verletzung oder Krankheitserreger) zum dauerhaften Auftreten von Entzündungen im Körper.

Eine ungesunde Lebensführung und bestimmte Nährstoffmängel führen zu Schädigungen von Darm, Leber, Blutgefäßen, Muskeln, Gelenken und anderen Geweben. Diese Schäden lösen Entzündungsreaktionen aus.


Freie Radikale – so bekämpfen Immunzellen ihre Feinde

Wenn eine Immunzelle einen Feind (Krankheitserreger) erkennt, hat sie zwei Möglichkeiten:

  1. Sie frisst den Feind.
  2. Sie beschießt den Feind mit freien Radikalen, bis er besiegt ist.

Freie Radikale sind hochreaktive Sauerstoff- und Stickoxid-Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Sie benötigen dieses jedoch, um stabil zu sein. Um es zu bekommen, reagieren sie mit dem nächstbesten Stoff oder der nächstbesten Zelle. Ist das ein Krankheitserreger, wird dieser abgetötet.

Kurzzeitig stellen freie Radikale kein Problem dar. Im Fall chronischer Entzündungen werden sie jedoch ständig und im Übermaß produziert. Dadurch schädigen sie Gewebe und erhöhen das Risiko für die meisten chronischen Erkrankungen. Es gibt kaum eine Zivilisationserkrankung, die nicht mit chronischen Entzündungen im Zusammenhang steht.

 

Zusammengefasst: Der Ablauf einer Entzündungsreaktion

  1. Eine Immunzelle erkennt einen Erreger (Bakterien, Viren, Schimmel, Toxin, Allergen) oder einen Schaden.
  2. Sie löst eine Entzündungsreaktion aus, durch die das betroffene Gewebe anschwillt, die Durchblutung gesteigert wird, die Temperatur ansteigt und mehr Immunzellen herbeigerufen werden.
  3. Der Feind wird mit freien Radikalen beschossen und vertilgt (gefressen).
  4. Falls ein Krankheitserreger vertilgt wurde, präsentieren Immunzellen Teile des Erregers auf der Außenmembran (im MHC-Komplex) und zeigen sie B- und T-Zellen.
  5. B-Zellen produzieren Antikörper (Abwehrproteine) gegen diesen Feind, sollte er wieder auftauchen.
  6. T-Zellen vermehren sich und werden auf den Feind geprägt.
  7. Das Gewebe schwillt ab, die Temperatur sinkt, die Entzüngung ebbt ab.
  8. Ist der Auslöser für die Entzündungsreaktion, etwa ein Erreger oder ungesunde Ernährung, jedoch chronisch, dann wird auch die Entzündungsreaktion chronisch – mit weitreichenden Konsequenzen für den Körper.

 

Entzündungen werden chronisch – Silent Inflammation

In der Wissenschaft spricht man bei chronischen Entzündungen von sogenannten stillen Entzündungen (silent inflammation oder low-grade inflammation). Denn sie sind meist nicht spürbar.

Durch die dauerhafte Immunaktivierung, den Verbrauch von Ressourcen und der Schädigung von gesundem Gewebe leidet die Gesundheit.

Stille Entzündungen sind die Ursache hinter vielen Zivilisationskrankheiten und chronischen Erkrankungen (Krebs, Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose, …).

Dabei gilt: Wird etwas gegen die Entzündungen im Körper getan, wird auch etwas gegen die Krankheit unternommen.

Im Folgenden wollen wir uns genauer ansehen, was diese Entzündungen auslöst, wie Du sie erkennst und beseitigst.

 

Schnelltest für Entzündungen im Körper

Jetzt fragst Du Dich sicher, ob auch Du von chronischen Entzündungen im Körper betroffen bist. Hier ein einfacher Schnelltest für Dich:

  • Fühlst Du Dich nach 7 bis 8 Stunden Schlaf wie gerädert?
  • Fällt es Dir schwer, aufzustehen?
  • Hast Du eine belegte Zunge?
  • Schmerzen Deine Gelenke?
  • Hast Du Kopfschmerzen?
  • Hast Du dunkle Ringe unter den Augen, trotz ausreichend Schlaf?

Je mehr dieser Fragen Du mit Ja beantwortest, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Du von chronischen Entzündungen betroffen bist. Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Der Test ist natürlich nur eine sehr grobe Näherung. Wesentlich genauere Antworten liefern Blutwerte.

 

Welche Blutwerte zeigen Entzündungen im Körper?

Immunzellen bilden Botenstoffe, um Entzündungen im Körper in Gang zu setzen. Diese Botenstoffe (und Folgestoffe) lassen sich im Blut messen.

Die wichtigsten Botenstoffe sind:

  • hs-CRP
  • TNF-α
  • Erhöhte Blutsenkegeschwindigkeit (BSG)
  • IL-6
  • IL-1ß
  • Histamin

Besonders hs-CRP sollte gemessen werden. Dieser Botenstoff sagt sehr viel über Entzündungen aus.

 

Was verursacht Entzündungen im Körper?

Vielleicht erkennst Du einige Ursachen bei Dir:

  • entzündliche Erkrankung
  • Übergewicht
  • schlechter Schlaf
  • ungesunde Ernährung
  • (Passiv-)Rauchen
  • Drogenmissbrauch
  • zu viel Stress im Alltag
  • Schäden in der Darmwand (Leaky-Gut-Syndrom)
  • eingeschränkte Entgiftung
  • Belastung mit Schwermetallen
  • zu hohe Belastung mit elektromagnetischen Feldern im Alltag (EMF; durch Handy, WLAN und Funkmasten)
  • zu viel oder zu wenig Sport
  • Infektion im Magen-Darm-Trakt
  • chronische, systemische Infektion wie EBV, CMV, HPV oder Borreliose
  • Nährstoffmangel wie z. B. Vitamin D, Magnesium, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren
  • Nahrungsmittelallergien
  • Im Mundraum: Karies, Parodontitis, Amalgam-Füllungen, wurzelbehandelte Zähne, NICOs (Kiefer-Osteonekrosen)

Die gute Nachricht: Gegen alle Punkte kannst Du etwas unternehmen. Besonders die Ernährung nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.

 

Welche Lebensmittel fördern Entzündungen?

Neben Stress und Barrierestörungen wie dem Leaky-Gut-Syndrom liegen die wichtigsten Ursachen für Entzündungen in der Ernährung. Ein Übermaß an ungesunden Lebensmitteln kann Dein Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen. So zum Beispiel:

  • glutenhaltiges Getreide
  • Rohrzucker
  • Alkohol
  • industrielle Speiseöle (reich an Omega-6-Fettsäuren)
  • Transfette und frittierte Nahrungsmittel
  • Fertiglebensmittel wie Erdnussflips, Tiefkühlpizza, Fruchtjoghurt, gezuckertes Müsli, Donuts
  • verarbeitetes Fleisch (Wurst, Fast Food)
  • Nahrungsmittel, auf die Du allergisch reagierst
  • unfermentiertes Soja
  • nicht-probiotische Milchprodukte (Milch, Quark, Frischkäse)

Diese Lebensmittel sind leider sehr verbreitet. Eine gesunde Ernährungsform schließt sie jedoch von Vornherein aus, so zum Beispiel Clean Eating oder die Paleo-Ernährung.

Verschiedenes buntes Gemüse Der beste Schutz vor chronischen Entzündungen: Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und Beeren


Wie bekämpft man Entzündungen im Körper?

Ernährung und Lebensführung nehmen eine zentrale Rolle ein, genauso wie die Beseitigung der oben genannten Ursachen. Eine gesunde Ernährung ist auch reich an Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren.

Diese Faktoren der Lebensführung sind wichtig:

  • eine gesunde, naturbelassene Ernährung mit vielen frischen, bunten und nährstoffreichen Lebensmitteln
  • oft mit frischen Kräutern und Gewürzen kochen
  • Antioxidantien über die Nahrung und über Nahrungsergänzung zuführen
  • Nährstoffmängel erkennen und beseitigen
  • Übergewicht reduzieren
  • gesunde Fette essen (wertvolle pflanzliche Fette und Omega-3-Fettsäuren)
  • auf ausreichend gesunden Schlaf und eine gute Schlafhygiene achten
  • aktive Stressreduktion z. B. durch Sport, Musik, Yoga, Waldbaden, Meditation
  • gesunde Darmflora aufbauen
  • gesunde Mundhygiene pflegen
  • regelmäßiger Sport an der frischen Luft
  • Zeit mit Menschen verbringen, die Dir wirklich am Herzen liegen
  • abends nicht zu viel fernsehen
  • Mailprogramme schließen und das Handy außer Reichweite legen, um nicht ständig erreichbar zu sein
  • Erdung durch regelmäßiges barfuß laufen
  • regelmäßig kalt duschen
  • Tee trinken

 

Welche Lebensmittel stoppen Entzündungen im Körper?

Die Auswahl der richtigen Lebensmittel ist wichtig. Achte auf Qualität, nicht auf Quantität.

Diese entzündungslindernden Lebensmittel enthalten reichlich Antioxidantien, Nährstoffe und entzündungslindernde Signalstoffe, die das Immunsystem beruhigen:

  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Leinsamen, Chia-Samen
  • Zwiebelgewächse und Knoblauch
  • probiotische Buttermilch und Joghurt
  • Beeren
  • Apfelessig
  • Aloe Vera
  • Innereien
  • Knochenbrühe
  • frische Kräuter und Gewürze (Ingwer, Kurkuma, Zimt)
  • Tomaten
  • grünes Gemüse
  • Wildkräuter wie Löwenzahn, Brennnessel, Giersch
  • bestimmte Öle wie Olivenöl, Leinöl, Hanföl, Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl
  • Heilpilze wie Cordyceps, Chaga, Reishi & Löwenmähne

Reishi-Extrakt ist aus verschiedenen Gründen effektiv: Er ist nicht nur eines der Lebensmittel mit den meisten Antioxidantien, er regt auch die Entgiftung und Verdauung an und bekämpft damit Ursachen für Entzündungen.

Neben den aufgelisteten Nahrungsmitteln leisten auch Antioxidantien einen wertvollen Beitrag, wenn es um die Beseitigung von Entzündungen im Körper geht.


Welche Teesorten helfen bei Entzündungen? 

Gibt es so etwas wie entzündungshemmenden Tee? Oh, ja! Guter Tee enthält nicht nur eine Fülle an Antioxidantien, sondern auch entzündungslindernde Signalstoffe. Die folgenden Teesorten können Abhilfe schaffen und schmecken sehr lecker: 

  • Earl Grey Pu-Erh-Tee (roter Tee) 
  • Sencha Grüntee 
  • Guayusa Tee 
  • Kamillentee 
  • Pfefferminztee 
  • Echinacea-Tee 
  • Hagebuttentee 
  • Ingwertee


Welche Antioxidantien gegen Entzündungen im Körper?

In stressigen Phasen nehme ich gern Antioxidantien in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Die folgenden bieten wichtige Unterstützung:

  • Vitamin C (2 bis 3 g täglich)
  • N-Acetyl-Cystein (2 g täglich)
  • Curcumin/OPC (500 mg täglich)
  • Reishi-Extrakt
  • Chaga-Extrakt
  • Vitamin D (mehr dazu im Beitrag über Vitamin D-Mangel und Vitamin-D-Überdosierung)
  • Olivenblatt-Extrakt
  • Weihrauch-Extrakt
  • CBD-Öl
  • Grüntee-Extrakt
  • Ashwagandha-Extrakt

Diese Nahrungsergänzungsmittel sollten eine gesunde Ernährung nur ergänzen, nicht ersetzen. Bei chronischen Entzündungen können sie entscheidend zur Besserung beitragen.

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Entzündungen bekämpfen – Natur hat Vorrang

Es gibt Naturstoffe, Pflanzen & Pilze, die bei der Prävention von Erkrankungen helfen können. Was Naturvölker und uralte Kulturen seit Jahrtausenden wissen und anwenden, wird nun nach und nach von der Wissenschaft untersucht. Auffällig ist, dass manche dieser Naturstoffe hinsichtlich ihrer Wirksamkeit mit Medikamenten verglichen werden können.

Beispiele:

  • Ingwer wirkt so gut wie Metformin im Rahmen der Diabetesbehandlung
  • Knoblauch und Vitamin C wirken gegen virale Infekte
  • Kombucha ist bei Leberkrankheiten ratsam
  • Omega-3-Fettsäuren helfen bei der Senkung von Blutfettwerten
  • Rote Beete und andere Detox Lebensmittel sind empfehlenswert bei Atherosklerose

So interpretiere ich das, was Hippokrates vor 2000 Jahren schon wusste: Nahrung ist Medizin. Oder: Wer die richtige Nahrung isst, braucht keine Medizin.

 

Fazit – chronische Entzündungen müssen nicht chronisch bleiben

Chronische Entzündungen im Körper sind eine zentrale Ursache hinter vielen chronischen Krankheiten. Bekommst Du die Entzündungen in den Griff, verbessert sich in der Regel auch das Krankheitsbild.

Besonderen Stellenwert hat dabei eine gesunde Ernährung. Sie kann helfen, Krankheiten zu beseitigen und vorzubeugen. 

 


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