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Luftreinigende Pflanzen – frische Luft Zuhause & im Homeoffice

von Martin Krowicki, M.A.
Luftreinigende Zimmerpflanzen

Luftreinigende Pflanzen können in Bezug auf die Luftqualität in Innenräumen wahre Wunder bewirken.

Da wir uns aufgrund von Büroarbeit im Homeoffice oder Betrieb immer mehr in geschlossenen Räumen aufhalten, hat die Luftqualität einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit.

Luftreinigende Pflanzen können besonders wirksam darin sein, schädliche Luftbestandteile und Gase von Benzolen, Formaldehyd, Trichlorethylen oder auch Kohlenmonoxid zu reduzieren.

In diesem Artikel lernst Du die drei wirksamsten Pflanzen kennen, deren Wirksamkeit auf die Luftqualität in Untersuchungen der NASA geprüft wurde.

 

Warum wir über unsere Luftqualität in Innenräumen nachdenken sollten

Neben den berechtigten Diskussionen über die Luftqualität in Innenstädten und Industriegebieten, welche sich vorwiegend auf Auto- und Industrieabgase beziehen, wird über die Luft in unseren eigenen vier Wänden weniger gesprochen.

Wir halten uns heutzutage die meiste Zeit in geschlossenen Räumen auf. Durch mangelnde Belüftung sind diese Räume mit unterschiedlichen Schadstoffen wie Chemikalien, Schimmelsporen, CO2 oder Allergenen belastet.

Untersuchungen zeigen, dass ein durchschnittlicher Haushalt etwa 63 synthetische Chemikalien enthält, die durch Möbel, Teppiche, Reinigungsmittel, Farben, Lacke, Pestizide und Luft-Erfrischer in die Raumluft gelangen.[1]

Einige Chemikalien wie VOCs (flüchtige organische Verbindungen) sind in Innenräumen zwei- bis fünfmal mehr vorhanden als in der Frischluft. Sie können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Leistungsschwäche, Schlafstörungen oder Augenreizungen nach sich ziehen.

Daneben erhöht sich auch der CO2-Gehalt durch mangelndes Lüften bei längerem Aufenthalt in Innenräumen, was die verfügbare Menge an Sauerstoff reduzieren kann.

Pflanzen luftreinigend

Pflanzen verschönern nicht nur Dein Zuhause – sie sorgen auch für gute Luft,

 

Was können luftreinigende Pflanzen bewirken?

Zimmerpflanzen können dem Problem ganz einfach entgegenwirken. Sie steigern nicht nur das Wohlbefinden, indem sie die Wohnung gemütlicher machen. Pflanzen erhöhen den Sauerstoffgehalt in der Raumluft, indem sie Kohlendioxid aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Außerdem nehmen sie über ihr Blattwerk und ihre Wurzeln Schadstoffe auf, neutralisieren diese und befeuchten gleichzeitig die Luft.

Es gibt zwei Untersuchungen, welche die Popularität von Zimmerpflanzen in Verbindung mit der Luftqualität erhöht haben.

Besonders für die Raumfahrt ist es interessant, Wege zur Reinigung der Luftqualität in Raumstationen zu erforschen. Daher stammen mehrere Forschungsergebnisse von der NASA. In einer Studie wurde untersucht, in welchen Mengen Benzol, Formaldehyd und Trichlorethylen durch verschiedene Zimmerpflanzen aus der Raumluft gefiltert werden kann. [3 – 5]

Laut der Ergebnisse wurden über 24 Stunden:

  • 9 bis 23 % des Trichlorethylens,
  • 50 bis 90 % des Benzens und
  • 50 bis 90 % des Formaldehyds reduziert.

Zu beachten ist, dass die Untersuchungen nicht in klassischen Innenräumen durchgeführt wurden.

Daher sind die Forschungsergebnisse von Kamal Maettle interessant, welche den Einfluss von Zimmerpflanzen auf die Luftqualität in einem Bürogebäude von Neu-Delhi analysiert hat.

Ich empfehle Dir, seinen 4-minütigen TED-Talk anzuschauen (deutscher Untertitel).

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von embed.ted.com zu laden.

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In seinem TED-Talk stellt er die Ergebnisse seiner Untersuchungen und die drei effektivsten Pflanzen vor.

Die Ergebnisse, die er nennt, sind folgende:

  • Mit 42-prozentiger Wahrscheinlichkeit erhöhte sich der Blutsauerstoffwert einer Person um 1 Prozent, wenn sie mehr als 10 Stunden im Inneren dieses Gebäudes bleibt.
  • Die Zahl von bestimmten Erkrankungssymptomen reduzierte sich:
    • bei Augenreizungen um 52 Prozent
    • bei Atemwegsproblemen um 34 Prozent
    • bei Kopfschmerzen um 24 Prozent
    • bei Lungenproblemen um 12
    • bei Asthma um 9 Prozent

Laut der Untersuchungen können Zimmerpflanzen ein effektiver Weg sein, Schadstoffe aus der Luft zu filtern und schadstoffbedingte gesundheitliche Risiken zu reduzieren. Auch die Erhöhung des Sauerstoffes und die Reduktion von CO2 in der Raumluft kann zu positiven Effekten führen. [6]

 

Die besten luftreinigenden Pflanzen für frische Luft

Im Folgenden möchte ich Dir die Pflanzen vorstellen, welche sich in den Untersuchungen am effektivsten gezeigt haben. Sie sind alle auch in unseren Pflanzenmärkten und Baumärkten verfügbar.

 

Areca-Palme (Chrysalidocarpus lutescens)

Die sogenannte Goldfruchtpalme wird besonders für den Wohn- und Arbeitsbereich empfohlen, da sie tagsüber aktiv ist.

Um ihre luftreinigende Wirkung zu erhalten wird empfohlen, die Blätter der Palme mindestens einmal pro Woche abzuwischen und sie alle drei bis vier Monate für einen Tag ins Freie zu stellen.

Am besten wächst die Pflanze mit Vermi-Dünger (Wurmkompost).

Areca Palme

Ein Luftreiniger wächst heran.

Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)

Der Bogenhanf wird besonders für das Schlafzimmer empfohlen, da er nachts aktiv ist und effektiv CO2 in Sauerstoff umwandelt.

Es wird empfohlen mehrere hüfthohe Pflanzen im Raum aufzustellen, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Auch der Bogenhanf benötigt Vermi-Dünger und seine Blätter sollten wöchentlich abgewischt werden.

Bogenhanf

Die Pflanze für gute Luft im Schlafzimmer.

Efeutute (Epipremnum aureum)

Die Efeutute ist besonders effektiv in der Reduktion des Formaldehyd-Gehaltes in der Raumluft.

Die Pflanze wächst am besten in Hydrokulturen, also ohne Erde. Dafür gibt es spezielle Nährflüssigkeiten und Blähton, um die Pflanze zu befestigen.

Efeu Makramee

Efeu ist pflegeleicht und daher auch zu empfehlen, wenn Du keinen „grünen Daumen“ hast.

Weitere Klassiker für gute Raumluft

Den heutigen Beitrag halten wir ein wenig kürzer und übersichtlicher. Dennoch möchte ich Dir gerne noch diese bewährten Klassiker für gute und angenehme Zimmerluft mitgeben, die sehr beliebt sind:

  • Gemeiner Efeu
  • Elefantenbaum
  • Lavendel
  • Farn
  • Drachenbaum
  • Moos

 

Weitere gesundheitliche Effekte von Zimmerpflanzen

Neben der Verbesserung der Luftqualität haben Zimmerpflanzen viele weitere positive Effekte auf Deine Gesundheit:

  • sie reduzieren Stress und seine Folgeerscheinungen [7]
  • können die Konzentration und Merkfähigkeit verbessern (z.B. Rosmarin) [8, 9]
  • können das psychische Wohlbefinden steigern [10]
  • können die Produktivität unterstützen [11]

 

Fazit

Wir halten uns heutzutage die meiste Zeit in geschlossenen Räumen auf. Durch mangelnde Belüftung sind diese Räume mit unterschiedlichen Schadstoffen wie Chemikalien, Schimmelsporen, CO2 oder Allergenen belastet.

Schadstoffe befinden sich insbesondere an unseren Möbeln, Teppichen, Bodenbelägen, Wandfarben aber auch Reinigungsmittel und Abgase von außen, beeinflussen das Raumklima Folgen können Kopfschmerzen und Reizungen der Augen und Atemwege sein.

Luftreinigende Pflanzen können sehr gute Effekte für die Luftqualität in Deiner Wohnung, Deinem Homeoffice oder Büro erzielen. Außerdem sind sie gut für Dein Wohlbefinden, Dein Stresslevel und Deine Produktivität.

 

 

Quellenverzeichnis
  • [1] Nancy Conner (2009). Living Green: The Missing Manual. USA, Sebastopol: O’Reilly Media Inc.
  • [2] EPA – United States Environmental Protection Agency. Veröffentlicht am 18.08.2014 unter https://www.epa.gov/indoor-air-quality-iaq/volatile-organic-compounds-impact-indoor-air-quality
  • [3] https://ntrs.nasa.gov/citations/19930072972
  • [4] https://ntrs.nasa.gov/citations/19930073077
  • [5] http://www.wolvertonenvironmental.com/MsAcad-93.pdf
  • [6] Kamal Maettle (2009) Ted-Talk: How to grow fresh air? https://www.ted.com/talks/kamal_meattle_how_to_grow_fresh_air?utm_campaign=tedspread&utm_medium=referral&utm_source=tedcomshare
  • [7] Lee, M. S., Lee, J., Park, B. J., & Miyazaki, Y. (2015). Interaction with indoor plants may reduce psychological and physiological stress by suppressing autonomic nervous system activity in young adults: a randomized crossover study. Journal of physiological anthropology, 34(1), 21. https://doi.org/10.1186/s40101-015-0060-8
  • [8] O.V. Filiptsova, L.V. Gazzavi-Rogozina, I.A. Timoshyna, O.I. Naboka, Ye.V. Dyomina, A.V. Ochkur, The essential oil of rosemary and its effect on the human image and numerical short-term memory, Egyptian Journal of Basic and Applied Sciences, Volume 4, Issue 2, 2017, Pages 107-111
  • [9] Shibata, S., & Suzuki, N. (2004). Effects of an indoor plant on creative task performance and mood. Scandinavian journal of psychology, 45(5), 373–381. https://doi.org/10.1111/j.1467-9450.2004.00419.x
  • [10] de Seixas, M., Williamson, D., Barker, G., & Vickerstaff, R. (2017). Horticultural therapy in a psychiatric in-patient setting. BJPsych international, 14(4), 87–89. https://doi.org/10.1192/s2056474000002087
  • [11] Tina Bringslimark, Terry Hartig, Grete Grindal Patil (2007) Psychological Benefits of Indoor Plants in Workplaces: Putting Experimental Results into Context. HortScience, Volume 42: Issue 3, 581–587

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