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Kann man mit Leinöl kochen?

von Martin Auerswald, M.Sc.
Mit leinöl kochen

Zuletzt aktualisiert am 10. März 2020 um 21:37

Leinöl ist ein gesundes, pflanzliches Öl, das sich für verschiedenste Anwendungen eignet. Neben der Möglichkeit als Naturkosmetik und zum Holzschutz ist die kalte Verwendung in der Küche sehr beliebt. Doch kann man mit Leinöl kochen? Das klären wir in diesem Beitrag.

 

Was ist Leinöl?

Leinöl entsteht aus Kaltpressung von Leinsamen. Wichtig ist eine Kaltpressung – keine industrielle Pressung unter Hitze und mit Lösungsmitteln. Warum gerade kalt? Das klären wir gleich.

Leinsamen geben schon wichtige Hinweise darauf, warum Leinöl als gesundes Öl geschätzt wird: Voller Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Vitamin E, wie es nur wenige Lebensmittel vermögen.

Leinsamen sind bei uns weniger bekannt und sind eine gute Alternative zu Chiasamen. Was die Nährstoffe angeht, sind beide Lebensmittel identisch – doch Leinsamen müssen nicht aus Südamerika importiert werden, da sie auch hierzulande wachsen. Leinöl zeigt keine Nennenswerten Nebenwirkungen und ist ein sicheres, gesundes Öl.

Die wichtigsten Anwendungen von Leinöl sind:

  • Kalte Verwendung in der Küche, etwa für Dressings und Dips (vergleichbar mit Hanföl und Olivenöl)
  • Als eine Art natürlicher Lack für den Holzschutz (Balken, Möbel, Zäune, Musikinstrumente)
  • Zum Ölziehen (wirkt dann antibakteriell, säubert den Mund, entzieht Giftstoffe und verbessert die Mundhygiene)
  • Für Naturkosmetik (im Vergleich zu Arganöl und Schwarzkümmelöl jedoch begrenzt haltbar

Nun: Wie sieht es mit der heißen Verwendung aus? Ist Leinöl zum Kochen geeignet?

 

Mit Leinöl kochen –  Eine gute Idee?

Mit Leinöl kochen ist leider keine gute Idee. Es ist eines der Öle, die ausschließlich kalt verwendet werden sollten. Auch keine Bio-Zertifizierung und kein Vitamin E dieser Welt ändert etwas an diesem Umstand.

 

Warum kann man nicht mit Leinöl kochen?

Klären wir das. Warum solltest Du nicht mit Leinöl kochen und es nicht anderweitig erhitzen?

 

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Leinöl ist kein hitzestabiles Öl. Grund dafür ist der hohe Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (80 – 90 %). Diese Fettsäuren macht aus, dass sie mehrere Doppelbindungen im Molekül enthalten. Je mehr Doppelbindungen, desto flüssiger das Öl, desto niedriger der Siedepunkt und desto anfälliger ist es für Oxidation.

Wenn das Öl erhitzt wird, ist es einem hohen Druck ausgesetzt: Die Moleküle bewegen sich dann sehr schnell – so schnell, dass es zu Knicks und Brüchen in den Molekülen kommen kann. So kann es sein, dass aus einer Cis-Doppelbindung (natürlich) eine Trans-Doppelbindung entsteht. Das Resultat ist eine Trans-Fettsäure, von der Du vielleicht schon gehört hast.

 

Transfette

Transfettsäuren sind auf diesem Entstehungsweg unnatürlich. Unser Körper kennt sie nicht, weswegen er nicht weiß, was er nun damit tun soll. In der Regel reagiert er darauf mit chronischen Entzündungen und möglicherweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu einer gesunden Ernährung gehört dazu, unnatürliche Transfette zu meiden.

 

Epoxide

Es kommt noch dicker: Wenn wir mit Leinöl kochen, ist das Öl mehr mit Sauerstoff in Kontakt (durch die Energie der Moleküle). Sauerstoff reagiert unheimlich gerne mit Doppelbindungen, dabei entstehen sogenannte Epoxide. Das Fett wird “ranzig” und schmeckt auch entsprechend.

Aus aromatischen und gesundheitlichen Gründen ist es allein schon deswegen Grund genug, nicht mit Leinöl zu kochen.

 

Vitamin E

Vitamin E ist ein natürlicher Oxidationsschutz von pflanzlichen Lebensmitteln. Einige Öle, wie Olivenöl, enthalten genug Vitamin E, um es ein wenig zu erhitzen. Doch Olivenöl enthält weitaus weniger mehrfach ungesättigte Fette, als es Leinöl tut. Und mehr Polyphenole, um das Vitamin E wiederum zu stärken.

Leider kann also auch das Vitamin E nichts daran ändern.

 

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  • ✅ Unbedingt kalt genießen | Leinöl sollte nicht erhitzt werden, um die wertvollen Inhaltsstoffe im Öl zu wahren

 

Fazit – Besser nicht mit Leinöl kochen

Nicht kochen, braten, marinieren oder gar frittieren: Leinöl ist ein Öl, das ausschließlich kalt verwendet werden sollte. Die vielen pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren sollten gehegt und gepflegt werden. Sie sind ein wichtiger Grund, warum Leinöl so gesund ist. Beim Erhitzen reagieren sie, mutieren sie, und können dann der Gesundheit schaden, als ihr zu nutzen.

Wenn Du ein gutes Öl für die heiße Küche benötigst, verwende lieber Olivenöl oder Kokosöl.

Habe ich etwas wichtiges vergessen? Möchtest Du etwas ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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4 Kommentare

Agathe 20. Februar 2020 - 7:36

Guten Morgen, wie verhält es sich wenn geschroteter Leinsamen in einen heißen Haferbrei gegeben wird?
Vielen Dank für Ihre Antwort

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 20. Februar 2020 - 9:17

Hallo Agathe,
Sehr gute Frage! Wenn die Leinsamen nicht mehr erhitzt werden und erst zum Ende zugegeben werden, ist es in Ordnung. Aber ich würde jetzt nicht unbedingt empfehlen, öfters mit Leinsamen ein Porridge oder eine Low-Carb-Pizza zu machen. Das sollte die Ausnahme sein.
Viele Grüße,
Martin

Antworten
Agathe 21. Februar 2020 - 18:47

Vielen Fank für die Antwort.
Es ist so, dass ich bisher ca 50% zarte Haferflocken, Chiasamen und Leinsamen (zusammen auch ca. 50%)in eine Schüssel gegeben habe uns anschließend heißes Wasser bzw. Tee darüber gegossen habe uns es so zum Brei verrührt.
Die Leinsamen werde ich zukünftig weglassen.
Viele Grüße
Agathe

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 22. Februar 2020 - 5:27

Hallo Agathe,
In dem Fall kannst Du es ruhig auch weiterhin so machen. Das ist kein Problem.
Die längere Erhitzung, das Kochen oder gar das Anbraten sollte unterbunden werden – übergießen mit heißem Wasser ist im Vergleich sehr schonend.

Viele Grüße,
Martin

Antworten

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