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Risikofaktoren für Stoffwechselerkrankungen

von Martin Auerswald, M.Sc.
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Fast Food mit einem Maßband

Der menschliche Organismus arbeitet Tag und Nacht. In den Zellen laufen ständig lebensnotwendige Stoffwechselprozesse ab. Bestimmte Einflüsse können diese Vorgänge behindern, sodass der gesamte Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht gerät. Dann spricht man von einer Stoffwechselstörung.

Dauern die Beschwerden über einen längeren Zeitraum an, wird eine Stoffwechselerkrankung diagnostiziert. In diesem Beitrag möchte ich Dir einige wichtige Risikofaktoren für Stoffwechselerkrankungen zeigen, so dass Du diese frühzeitig erkennen und reagieren kannst, ehe es zu einer manifesten Erkrankung kommt.

Übrigens: In unserem Podcast findest Du passend zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören!

 

Was ist unser Stoffwechsel eigentlich?

Im Biochemie-Studium habe ich gelernt, dass der Stoffwechsel die Summe aller chemischen Reaktionen in unserem Körper ist. Unser Körper ist wie ein Chemiekraftwerk, in dem ständig unzählige Reaktionen ablaufen. Durch die Summe der chemischen Reaktionen und „schlauen Makromolekülen“ wie Proteinen (darunter Enzyme), Hormonen, DNA und RNA kommt Leben zustande. Schließen sich verschiedene Zellen zusammen, kooperieren und teilen ihre Arbeit auf (wie in einer Stadt), kommt komplexes Leben – wie unser menschlicher Körper – zustande. Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk!

Ein gut laufender Stoffwechsel hat einen hohen Umsatz, wie ein gut laufender Motor, bei gleichzeitig wenig Verschleiß und Flaschenhälsen. Kommt es zu Verschleiß und Flaschenhälsen, nimmt die Stoffwechselleistung mit der Zeit ab – dann kommt es zu Problemen, da sich bestimmte Stoffe, die eigentlich verarbeitet werden sollten, ansammeln. Typ 2 Diabetes ist so ein Beispiel, bei dem Zucker sich ansammelt und nicht verarbeitet werden kann – oder Adipositas.

 

Was genau ist eine Stoffwechselerkrankung?

Der Stoffwechsel bzw. Metabolismus ist die Basis aller vitalen Körperfunktionen und verantwortlich für die Energiegewinnung und -verarbeitung des menschlichen Körpers. Er ist ein komplexes System von Prozessen, die Nährstoffe und chemische Substanzen, die über die Nahrung aufgenommen werden, in die Zellen leiten.

Dort werden sie umgesetzt und wieder abgebaut und für die Ausscheidung vorbereitet. Wenn diese Prozesse gestört werden, kommt es zu Stoffwechselerkrankungen.

Einige Beispiele:

  • Typ 2 Diabetes
  • Gicht
  • Schilddrüsenüber- und -unterfunktion
  • Hypercholesterinämie
  • Metabolisches Syndrom bestehen aus
    • Bluthochdruck
    • Hyperlipidämie
    • Adipositas
    • Hyperglykämie

Die Ursachen können genetisch bedingt und angeboren sein. Sie können sich allerdings auch durch Umwelteinflüsse wie eine falsche Ernährung und eine ungesunde Lebensweise einstellen. Oft liegt eine Kombination der Ursachen vor, wenn der Stoffwechsel nicht richtig arbeitet.

 

Was kann eine Stoffwechselerkrankung beeinflussen? Risikofaktoren im Überblick

Bei einer Stoffwechselerkrankung werden die Nährstoffe, welche der Körper durch die Nahrung aufnimmt, nicht richtig verarbeitet. Dadurch kommt es zu Mangelerscheinungen oder es reichern sich die nicht verarbeiteten Nähr- und Energiestoffe im Körper an.

Die häufigsten Stoffwechselerkrankungen sind Diabetes, Gicht und die Schilddrüsenüber- bzw. -unterfunktion. Diese Krankheitsbilder entstehen teilweise durch genetische Vorbelastungen – falsche Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie akute Situationen (z.B. Trauma, Verletzung, Infektion, Stress) können die Erscheinungen verstärken.

 

Ernährung

Dabei sind vor allem der Verzehr von übermäßig viel Zucker und entzündungsfördernden Omega 6-Fettsäuren zu nennen. Auch eine Ernährungsweise, welche sich hauptsächlich aus verarbeiteten Lebensmitteln (Stichwort Fast Food) zusammensetzt, sind einem regulierten Stoffwechselprozess abträglich. Dabei tritt in der Regel die Fettsucht (Adipositas) in Erscheinung.

 

Schadstoffe

Neben der falschen Ernährungsweise beeinflussen Rauchen und Alkoholmissbrauch den Stoffwechsel negativ. Unter den vielen Schadstoffen, welcher der Tabakrauch enthält, scheinen etliche zu sein, welche sich auf den Stoffwechsel auswirken. Zwar sind hierzu die Hintergründe noch nicht eindeutig geklärt, aber es wurde festgestellt, dass Raucher doppelt so oft an Diabetes leiden, wie Nichtraucher.

Bei übermäßigem Alkoholgenuss lagert sich verstärkt Fett in der Leber an. Zudem wird die Produktion von Glukose vermindert und es bildet sich verstärkt Harnsäure aus, wodurch Gichtanfällen Vorschub geleistet wird.

Zudem wird beobachtet, dass Schichtarbeiter anfällig für Stoffwechselerkrankungen sind. Es wird angenommen, dass die Störungen des Biorhythmus und der “inneren Uhr” den Stoffwechsel, Hormonproduktion und Immunsystem negativ beeinflussen.

Medikamente weiße Pillen auf einem blauen Tisch und eine rote Leber

Medikamente können eine vorübergehende Hilfstellung geben, sollten längerfristig aber nicht die einzige Behandlungs-Intervention sein.

 

Umweltgifte

Umweltgifte wie Schwermetalle, synthetische Hormone oder Mikroplastik können sich ebenso im Körper anreichern und körpereigene Prozesse behindern.

Etwa, indem sie Enzyme blockieren und das Enzym so ihrer Funktion berauben. Immer mehr Menschen sind heute mit Umweltgiften belastet, aufgrund der Anreicherung derselben in der Nahrungskette (Stichwort Quecksilber im Fisch), durch Rauchen und Feinstaub, Trinkwasserbelastung, Nahrungszusatzstoffe oder die Einnahme von Medikamenten.

 

Stress und Schlafprobleme

Alles, was unsere Regeneration stört, beeinträchtigt am Ende auch den Stoffwechsel. Stress und Schlafprobleme/zu wenig Schlaf gehören auf jeden Fall auch dazu. Studien zufolge erhöht chronischer Schlafentzug (weniger als 7 Stunden pro Nacht) oder Schlafprobleme wie Schlafapnoe das Risiko für Stoffwechselerkrankungen ebenso wie für Immunerkrankungen.

Bei Stress ist es ähnlich: Stress ist für unseren Körper eine Überlebenssituation und sollte nicht chronisch sein, da es unseren Körper auslaugt und dafür sorgt, dass Ressourcen (Nährstoffe, Energie, Konzentration) anders verteilt werden. Auch das bringt unseren Stoffwechsel durcheinander.

 

Bewegungsmangel

Dass sich etwas anreichert, kann auch daran liegen, dass der Verbrauch zu gering ist. Bei Bewegungsmangel kann es daher zur Anreicherung von Energie-Stoffen kommen, was sich in Übergewicht niederschlägt. Auch eine geringe Durchblutung der Gelenk-Schleimhäute durch Bewegungsmangel kann Probleme wie Gicht begünstigen.

Regelmäßige und natürliche Bewegung ist daher für jeden relevant und wichtig.

Ungesundes Fast Food auf einem Tisch

Die Ernährung nimmt eine zentrale Rolle ein und sollte bei der Prävention und Behandlung im Vordergrund stehen.

 

Nährstoff-Defizite

Nährstoffe sind die Motoren in unserem Stoffwechsel, ohne die Enzyme nicht arbeiten, Hormone nicht gebildet und chemische Reaktionen nicht stattfinen können. Die Mikronährstoff-Therapie wird in der Medizin sträflich missachtet, obwohl die wissenschaftliche Evidenz und die Erfahrung fast schon erdrückend ist. Nahezu jede Stoffwechselerkrankung hängt auch mit Nährstoffmangel zusammen.

Häufige Nährstoffe, die in Deutschland im Defizit liegen und so zu Problemen führen können, sind:

Kommen diese Nährstoffe in Deiner Ernährung ausreichend vor?

 

Symptome einer Stoffwechselerkrankung

Stoffwechselprozesse sind für viele Körperfunktionen verantwortlich. Dementsprechend sind auch die Symptome, die bei Erkrankungen des Stoffwechselsystems auftreten können, vielfältig. Die Erscheinungen reichen von einer Gewichtszu- und -abnahme über Bauchschmerzen, Erschöpfungszuständen und Übelkeit bis hin zu Hautproblemen. Auch chronische Entzündungen im Körper können auftreten und sich über Jahre ziehen.

Von ihrem Erscheinungsbild her sind die Symptome vieler Stoffwechselkrankheiten eher unspezifisch. Das heißt, sie werden auch bei anderen Krankheiten beobachtet. Daher steht bei der Diagnose das Ausschlussverfahren anderer Krankheiten im Vordergrund. Danach werden anhand von Blutuntersuchungen die Hormonwerte bestimmt und die Blutzuckerwerte im Urin sowie der Harnsäurewert gemessen.

 

Behandlungsmöglichkeiten für Stoffwechselerkrankungen

Die Behandlung der diversen Krankheitsbilder hängt stark von der Art und Ausprägung derselben ab. Bei seltenen Stoffwechselkrankheiten ist der heutige Wissensstand eher noch begrenzt. Die bekannteren und vor allem genetisch bedingten lassen sich meist durch eine entsprechende Medikation behandeln. Dies gilt für die Gicht und den Diabetes ebenso wie für Fettstoffwechselstörungen und Fehlfunktionen der Schilddrüse.

Eine Behandlung der Ursachen, welche in der Lebensführung liegen, sollte an erster Stelle liegen – dem haben wir uns bei SchnellEinfachGesund verschrieben.

Dazu wird eine Umstellung des Ernährungsplanes empfohlen sowie regelmäßige Bewegung verordnet. Die Patienten profitieren vor allem von der damit einhergehenden Gewichtsreduktion. Zudem kann einigen Krankheiten wie etwa der Mukoviszidose mit physiotherapeutischen Maßnahmen begegnet werden.

 

 


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