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Blut-Hirn-Schranke stärken und Leaky-Brain vermeiden – 9 Tipps

von Martin Krowicki, M.A.
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Hand hält schematisches Gehirn vor Sonnenuntergang

Als zentrale Schaltstelle für unsere Körperfunktionen genießt unser Gehirn einen besonders guten Schutz durch die Blut-Hirn-Schranke.

Durch diese Barriere kann unser Körper filtern, welche Stoffe in unser Gehirn eindringen dürfen und welche keinen Zutritt erhalten. So werden wichtige Energielieferanten und Botenstoffe sicher durchgeschleust und schädliche Toxine eliminiert.

Wird diese Barriere unseres Gehirns zu sehr geschwächt, kann ein sogenanntes Leaky-Brain entstehen. Konzentrationsprobleme, Nebel vor dem Kopf und Müdigkeit können die direkte Folge sein.

Was möchten wir Dir in diesem Beitrag mitgeben? Wenn Dir Deine mentale Gesundheit wichtig ist (Denken, Merken, Konzentrieren, Wohlbefinden und Wachheit), dann können Dir die folgenden Praxistipps helfen.

Entdecke, was die Blut-Hirn-Schranke ist, wie sie funktioniert und wie Du dafür sorgst, dass sie Dir mentale Höchstleistungen ermöglicht.

Wir haben passend dazu eine Episode in unserem Podcast – Du kannst sie Dir hier anhören:

 

Was ist die Blut-Hirn-Schranke

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine natürliche Schutzbarriere, die aus einer dünnen Schicht flacher Endothelzellen besteht.

Die Endothelzellen und Gehirnkapillare bilden enge Verbindungen (sogenannte Tight-Junctions), die den Durchgang von gelösten Stoffen physisch blockiert. Sie bildet eine Schutzwand um die Blut- und Lymphgefäße.

Die Aufgabe der Blut-Hirn-Schranke ist es, den Austausch von Stoffen zwischen Blut, Gehirn und der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) zu kontrollieren.

Dieser Prozess geschieht über drei Mechanismen:

  1. Aufbau einer physischen Barriere, welche die Schutzschicht zwischen Blut und Gehirn bilden.
  2. Transportmoleküle, welche den Austausch von Molekülen über die Schranke hinweg ermöglichen.
  3. Enzyme, die sich in den Endothelzellen befinden, die Neurotransmitter und Toxine entsprechend verstoffwechseln.

Einfach erklärt: Ganz vereinfacht kannst Du Dir das wie die Einfahrt zum Weißen Haus vorstellen. Als eine wichtige zentrale Schaltstelle der USA wird es durch eine Abgrenzung geschützt (physische Barriere). Der Zutritt ist nur über eine Schranke möglich und wird zusätzlich durch einen Pförtner und Sicherheitsprofis bewacht (analog für Transportmoleküle und Enzyme).

Schematische Darstellung der Blut-Hirn-Schranke

Schema der Blut-Hirn-Schranke aus Endothelzellen (türkis) und ihren Tight-Junctions (klein, in rot). Bildquelle: Wikipedia

 

Welche Stoffe dürfen durch die Blut-Hirn-Schranke?

Wie Du siehst, ist es gar nicht so einfach, eine Fahrkarte durch die Blut-Hirn-Schranke zu erhalten. Dies ist grundsätzlich nur sehr wichtigen Stoffen vorbehalten, die für das Gehirn notwendig sind.

Dazu zählen unter anderem:

  • Energiesubstrate (Glukose, Fettsäuren)
  • Mikronährstoffe (Aminosäuren, Eiweiße, Vitamine, Mineralien)
  • Neurotransmitter und Hormone
  • Sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien

Ungemütlich wird es für unerwünschte Stoffe, die unserem Gehirn schaden könnten. Diese werden durch entsprechende Enzyme direkt unschädlich gemacht und abtransportiert.

Geschlossene Schranke vor Bahnübergang

Manche Stoffe, wie z. B. Toxine, haben im Gehirn nichts verloren und aktivieren unsere Barriere.

Dazu zählen unter anderem:

  • Toxine wie Schwermetalle
  • Mikroplastik
  • Krankheitserreger
  • Antikörper

 

Leaky-Brain – wenn die Barriere durchlässig wird

Wenn Du Dich schon länger mit Gesundheitsthemen auseinandersetzt, dann ist Dir sicher das Leaky-Gut-Syndrom ein Begriff. Bei einem sogenannten löchrigen Darm ist die natürliche Schutzbarriere durchlässig geworden. Auch hier brechen die sogenannten Tight Junctions auf, wodurch nun auch Toxine, Allergene und Krankheitserreger unseren Blutkreislauf erreichen.

Ein Leaky-Gut kann durch zahlreiche Schadstoffe hervorgerufen werden: Herbizide, Pestizide, Alkohol, Zucker, Gluten und vieles mehr.

Ein Leaky-Brain kannst Du Dir prinzipiell genauso vorstellen, was bedeutet, dass die Blut-Hirn-Schranke nicht mehr vollumfänglich ihre Schutzfunktion erfüllt. Je größer der Schaden, umso mehr wird das Gehirn mit Schadstoffen geflutet – ein Umstand, den es zu vermeiden gilt.

Auslöser sind auch hier verschiedene Stressoren, wie die oben genannten Schadstoffe oder auch klassischer Stress und Entzündungen im Körper. Auch Stöße auf das Gehirn, wie Stürze oder ein Zusammenprall im Sport können die Blut-Hirn-Schranke schädigen (Gehirnerschütterung).

Kleines Mädchen mit Gehirnerschütterung soll Doktor die Anzahl an Fingern verraten

Mit Kopfverletzungen ist nicht zu spaßen…

Unsere Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke können sich zwar gut regenerieren, aber insbesondere chronische Stressoren sorgen für den Zusammenbruch der Barriere, der Bakterien, Toxinen und anderen schädlichen Stoffen die Tür öffnet!

Folgen eines Leaky-Brains sind zum Beispiel:

  • Chronische Entzündungen im Gehirn
  • Daraus resultierende neurodegenerative Folgeerkrankungen (Demenz, Alzheimer)
  • Brain fog („Nebel im Kopf“)
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlechter Schlaf
  • Heißhunger
  • Stimmungsschwankungen
  • Depression

 

Wie erkenne ich eine gestörte Blut-Hirn-Schranke und ein Leaky-Brain?

Eine spezielle Diagnostik ist schwierig und äußerst teuer. Ein Leaky-Brain lässt sich daher am besten über eine klassische Anamnese herausfinden, welche die gängigsten Symptome einbeziehen.

Folgende Fragen können einen Anhaltspunkt liefern:

  • Hast Du Veränderungen Deiner Hirnfunktion bemerkt?
  • Hast Du Probleme Dir Dinge zu merken oder Dich zu konzentrieren?
  • Hast Du andere neuro-psychologische Erkrankungen?
  • Leidest Du unter Brain fog, sogenanntem „Nebel im Kopf“?
  • Bist Du viel Stress ausgesetzt?
  • Hast Du erhöhte Entzündungswerte im Blut?
  • Leidest Du unter dem Leaky-Gut-Syndrom?
  • Hattest Du in letzter Zeit einen Unfall, der Deinen Kopf erschüttert hat?
Junge Frau sitzt vor Laptop und schaut abwesend zur Seite.

Leidest Du häufiger unter Konzentrationsstörungen?

Je häufiger Du diese Fragen mit Ja beantwortest, desto wahrscheinlicher ist es, dass Deine Blut-Hirn-Schranke geschädigt sein könnte.

 

Was schädigt die Blut-Hirn-Schranke?

Um eine optimale Funktion Deiner Blut-Hirn-Schranke zu erhalten, schauen wir zunächst auf die größten Stressoren, die ihr schaden. Diese sollten bestmöglich vermieden werden und nicht chronisch auftreten.

  • Schlechter Schlaf
  • Häufiger Suchtmittelkonsum (Alkohol, Tabak, Zucker)
  • Bluthochdruck
  • Chronische Entzündungen
  • Stress (akut, chronisch)
  • Parasitenbefall
  • Leaky-Gut-Syndrom
  • Häufige Blutzuckerschwankungen
  • Lebensmittelgifte (Pestizide, Herbizide, künstliche Zusatzstoffe)

Viele der schädlichen Einflussfaktoren werden durch ein Leaky-Gut begünstigt, da die Darmbarriere die erste Schutzschicht ist. Erfüllt diese nicht ihre Funktion, hat auch die Blut-Hirn-Schranke mehr zu leisten.

 

9 Wege, um die Funktion Deiner Blut-Hirn-Schranke zu stärken

Lass uns nun darauf schauen, wie wir die Blut-Hirn-Schranke auf natürlichem Wege stärken können, damit sie Dein Gehirn auch weiterhin optimal schützen kann.

 

#1 Schlafe ausreichend

Schlafstörungen können viele negative Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke haben. Durch eine schlechte Erholung kann das Immunsystem nicht ausreichend arbeiten und es kann zu chronischen Entzündungen kommen, welche die Blut-Hirn-Schranke schädigen.

Guter Schlaf sollte immer zu Deinen absoluten Prioritäten gehören – ohne Ausnahme. Schlafe 7 – 8 Stunden und sorge für eine gute Schlafqualität durch Schlafhygiene und bei Bedarf einige Supplements oder Superfoods (CBD-Öl, Magnesium, Melatonin, Lavendel, Hopfen).

 

#2 Reduziere Suchtmittel

Vor allem Tabak und Alkohol können die Blut-Hirn-Schranke nachhaltig schädigen. Auch Zucker zählt im weiteren Sinne zu den Suchtstoffen und kann bei zu hohen Mengen schädlich sein.

Suchtmittel auf Tisch verstreut

Diese Stoffe schädigen Deinen Körper und sollten auf ein Minimum reduziert werden.

 

#3 Reduziere oxidativen Stress und AGE‘s

Oxidativer Stress und AGE’s (Advanced Glycation Endproducts) können ebenfalls Schäden an den Endothelzellen hervorrufen und ihre Durchlässigkeit erhöhen.

Achte auf eine gesunde und vitale Ernährung und bereite Deine Speisen schonend zu (Clean Eating). Nutze Kräuter, Gewürze und andere Superfoods (z.B. Heilpilze), welche zahlreiche Antioxidantien enthalten und oxidativen Stress reduzieren.

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#4 Mache regelmäßigen Sport

Muskuläre Aktivität sorgt für die Ausschüttung von körpereigenen Botenstoffen, die sogenannten Myokine. Diese haben entzündungshemmende Wirkungen und stärken das Immunsystem.

Sport hat auch eine durchblutungsfördernde Wirkung, welche dazu führt, dass auch mehr gute Stoffe die Blut-Hirn-Schranke passieren können. So zum Beispiel L-Tryptophan, welches sonst mit anderen Aminosäuren um den Durchgang konkurriert. L-Tryptophan ist an der Bildung des Glückshormons Serotonin im Gehirn beteiligt – ein Grund, warum Sport glücklich macht.

Kinder rennen

Bewegung macht nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene glücklich 🙂

 

#5 Nutze koffeinhaltige Getränke (wohl dosiert)

Gemeint sind vor allem gesunde Getränke wie guter Kaffee und Grüntee. Koffein kann die Blut-Hirn-Schranke leicht passieren und hat schützende Wirkungen auf unser Gehirn. So sorgt es beispielsweise für die Ausschüttung von cAMP, welches Entzündungen reduziert und die Tight-Junctions stärken kann.

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#6 Nutze Magnesium

Magnesium kann helfen die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke zu regulieren und einem Leaky-Brain gegenzusteuern.

Für eine gute Grundversorgung sind ergänzend zur normalen Ernährung etwa 300 mg Magnesium pro Tag zu empfehlen. Bei Stress oder erhöhter körperlicher Aktivität kann auch mehr Magnesium nötig sein.

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#7 Stärke Deinen Darm

Die Darm-Hirn-Achse ist ein Kommunikationssystem (Nervengeflecht), welches den Austausch von Informationen zwischen Darm und Gehirn ermöglicht.

Dadurch ist es sehr sinnvoll, wenn Du Deinen Darm bestmöglich stärkst. Eine starke Darmbarriere und eine glückliche Darmflora begünstigen also direkt die Gesundheit Deines Gehirns.

Darmgesundheit - Bild von einem Darm auf einem weißen Tisch mit gesundem gelbem Essen

Die richtige Ernährung oder auch eine gute Darmkur können helfen, Deine Darmgesundheit wiederherzustellen.

Achte auf eine ballaststoffreiche Ernährung und baue probiotische Lebensmittel ein.

#8 Reduziere Entzündungen im Körper

Entzündungen können allerlei Schaden an verschiedenen Stellen im Körper anrichten. Deshalb solltest Du regelmäßig die wichtigsten Entzündungswerte im Blut nachmessen lassen, um eine Belastung auszuschließen.

Chronische Entzündungen sind eine der Hauptursachen für zahlreiche Erkrankungen, sowie Schäden an der Blut-Hirn-Schranke.

Besonders wirksam für den Schutz unserer natürlichen Barrieren im Darm und Hirn ist Kurkuma-Extrakt. Studien zeigen, dass es die Tight Junctions – die kräftigen Verbindungen innerhalb der Barrieren – wirksam stärken.

Ein gutes Kurkuma-Extrakt gehört auf jeden Fall zu den Grundergänzungen, die wir hier empfehlen. Bei Viktilabs erhältst Du ein hochreines und natürliches Kurkuma-Extrakt* (spare 10 % mit dem Code MARTIN)

 

#9 Bonus: Nutze Biohacking

Für viele mag der Begriff neu sein, doch Biohacking kann Dir helfen, Deine Darmbarriere zu steigern. Hierbei machst Du Dir gezielt wirksame natürliche Reize zunutze, die Deinen Körper stärken können. Viele positive Effekte dieser Biohacks wirken sich auch auf die Blut-Hirn-Schranke aus.

Dazu zählen:

  • Kalte Duschen oder Eisbaden (fördert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem)
  • Infrarotlicht oder Infrarotsauna (stärt das Immunsystem, regeneriert Gewebe)
  • Erdung (reduziert elektromagnetische Belastungen, wirkt antioxidativ)
  • Superfoods (Wildkräuter, Heilpilze, Adaptogene)
  • Wasser filtern und mineralisieren (reduziert Toxine, sorgt für eine bessere Hydration)

20 weitere Biohacking-Tipps findest Du hier: Alles über Biohacking

Nährstoffprotokoll für starke Schutzbarrieren

Eine wirksames Nährstoffprotokoll, um die wichtigen Barrieren unseres Körpers zu stärken möchte ich Dir an dieser Stelle auch noch mitgeben. Es ist ein Mix aus Baustoffen, Co-Faktoren und schützenden Pflanzenstoffen:

Die Vitalstoffe erhältst Du jeweils unter den Verlinkungen (Dosierungsempfehlungen pro Tag)

  • Vitamin A* (3.000 i.E.)und Vitamin D* (3.000 – 5.000 i.E.) stärkt die Darmschleimhaut und das intestinale Immunsystem
  • Zink* (15 mg) stärk die Tight-Junctions (das sind druckknopfartige Verbindungen zwischen den Zellen, welche die Barriere bilden)
  • Omega-3* (2 g pro Tag) reduziert Entzündungen und schützt vor Schäden
  • Kollagen* (15 g pro Tag) enthält wichtige Aminosäuren, welche die Barrieren schützen (z.B. Glycin)
  • Curcumin* (300 – 600 mg pro Tag) – der Pflanzenstoff aus der Kurkuma-Wurzel kann insbesondere im Darm die Stabilität der Timt Junctions fördern und bereits schwache Verbindungen zur Neuordnung anstoßen

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Fazit

Wie Du siehst, ist die Blut-Hirn-Schranke ein besonders wichtiges Schutzsystem für unseren Körper und kann bei einer Schädigung zu ernsthaften Folgen führen, welche viele Krankheiten und Symptome erklären können.

Deutlich wird aber auch, dass Krankheitsgeschehen immer sehr komplex ist und sich aus verschiedenen Faktoren zusammensetzt. In diesem Falle gilt es einen Teufelskreislauf aus Leaky-Gut, chronischen Entzündungen und Leaky-Brain zu durchbrechen.

Ein ganzheitlicher Ansatz durch Bewegung, Ernährung, Stressreduktion und einen gesunden Lebensstil ist und bleibt der Königsweg für einen gesunden Körper und glücklichen Geist.

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      • Vernon, H., Clark, K., & Bressler, J. P. (2011). In vitro models to study the blood brain barrier. Methods in molecular biology (Clifton, N.J.), 758, 153–168. https://doi.org/10.1007/978-1-61779-170-3_10
      • Daneman, R., & Prat, A. (2015). The blood-brain barrier. Cold Spring Harbor perspectives in biology, 7(1), a020412. https://doi.org/10.1101/cshperspect.a020412
      • Villabona-Rueda, A., Erice, C., Pardo, C. A., & Stins, M. F. (2019). The Evolving Concept of the Blood Brain Barrier (BBB): From a Single Static Barrier to a Heterogeneous and Dynamic Relay Center. Frontiers in cellular neuroscience, 13, 405. https://doi.org/10.3389/fncel.2019.00405
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