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Unser Körper und seine natürlichen Abwehrkräfte

von Martin Auerswald, M.Sc.
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
T-Zelle natürliche Abwehrkräfte

Wir leben in einer komplexen Umwelt, in der wir jeden Tag mit unzähligen Stoffen, Makronährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen in Kontakt kommen. Manche wirken sich positiv aus, manche negativ. Frische, nährstoffreiche Nahrungsmittel unterstützen den Körper. Krankheitserreger, wie etwa bestimmte Bakterien, Viren und Pilze, greifen ihn hingegen an. Dank unserer körpereigenen Abwehrkräfte – einem ausgeklügelten Immunsystem mit komplexem Aufbau – sind wir gut geschützt. Vorausgesetzt, es ist intakt. Doch wie funktioniert es? Ein kurzer Überblick:

 

Abwehrkräfte: Unser Immunsystem und dessen Aufbau

Die sogenannten „Abwehrkräfte“ stehen synonym für unser Immunsystem, das in seinem Aufbau sehr komplex ist. Vereinfacht kannst Du Dir eine große Armee fleißiger Helfer vorstellen, die im gesamten Körper gegen unerwünschte Erreger kämpft – Deine körpereigene Verteidigungsarmee. Unsere Abwehrkräfte bestehen aus dem angeborenen (unspezifischen) [1] und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem [2]. „Angeborene Immunabwehr“, da diese bereits durch das Erbgut weitergegeben und festgelegt wurde und von Natur aus wissen, gegen welche Feinde sie kämpfen sollen. „Erworbene Immunabwehr“, da sich jenes erst mit der Zeit aufbaut und die Immunzellen erst lernen, gegen welche Feinde sie kämpfen müssen. Es versetzt den Körper in die Lage, sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Zum angeborenen (unspezifischen) Immunsystem zählen als natürliche Schutzbarriere unsere Haut und Schleimhäute (Mund, Nase und Magen-Darm-Trakt). Hinzu kommt die zelluläre Immunabwehr. Ist die erste Barriere, die menschliche Haut, erst einmal überwunden, kommen die Immunzellen ins Spiel: Immunzellen kennst Du vielleicht unter dem Namen Leukozyten (weiße Blutkörperchen), dazu gehören die Makrophagen (Fresszellen), B-Zellen, T-Zellen, Dendritenzellen, Granulozyten und die natürlichen Killerzellen. Sie entstehen überwiegend im Knochenmark und kommen in Blut und Gewebe vor.

Gut zu wissen: Der menschliche Darm ist das größte Immunorgan mit 70% aller Immunzellen. Gute körpereigene Abwehrkräfte stehen somit in direktem Zusammenhang mit einem gesunden Darm. Was in den Körper gelangt, hat einen großen Einfluss darauf, wie es uns geht.

Aber nicht nur die Nahrung, sondern ganz allgemein die Art und Weise, wie wir leben, wirkt sich auf unser Immunsystem aus. Die Lebensweise kann Abwehrkräfte unterstützen und eine Anfälligkeit für Krankheiten reduzieren. Wer sich viel bewegt, Stress reduziert und ausreichend schläft (siehe gesunder Schlaf), kann sein Immunsystem stärken.

Neben der angeborenen Abwehr rund um die Fresszellen gibt es noch einen weiteren Bestandteil unseres Immunsystems, der sich kontinuierlich im Aufbau befindet und fortwährend weiterentwickelt. Gemeint ist die erworbene (spezifische) Immunabwehr. Dieser Teil unseres Immunsystems hat die Aufgabe, neuartige oder veränderte Krankheitserreger zu erkennen und zu bekämpfen. Jeder neue Kontakt bleibt im immunologischen Gedächtnis gespeichert, wodurch das Immunsystem zukünftig schneller reagieren kann. Wichtige Zellen sind dabei die Lymphozyten (Untergruppe der Leukozyten). Zu ihnen zählen T-Zellen, B-Zellen und die sogenannten dendritischen Zellen. Doch wie läuft das Ganze eigentlich ab?

 

Unser Immunsystem: Ablauf der Immunantwort

Gute Abwehrkräfte zeichnen sich dadurch aus, dass alle Immunzellen miteinander zusammenarbeiten. Sowohl unsere angeborene als auch die später erworbene Immunabwehr greifen perfekt ineinander, um den Körper erfolgreich zu schützen. Doch wie läuft eine Immunreaktion in der Regel (vereinfacht dargestellt) ab?

  1. Das angeborene System erkennt Krankheitserreger und schlägt Alarm.
  2. Der Körper reagiert mit einer Entzündung (stärkere Durchblutung, Schwellung) [3].
  3. Weitere Immunzellen werden herbeigerufen; das erworbene System produziert Antikörper.
  4. Die Erreger werden bekämpft und gefressen.
  5. Spezielle Zellen bessern eventuelle Schäden aus.
  6. Sogenannte Gedächtniszellen speichern Informationen über Erreger für die Zukunft.

Dringen Erreger in unseren Körper ein, kommt zunächst die unspezifische Immunabwehr zum Einsatz. Dieser Teil unserer Abwehrkräfte erkennt Krankheitserreger, nimmt sie auf und zerstört sie. Manchmal reichen die angeborenen Kräfte allerdings nicht aus, sodass die spezifische Immunabwehr zur Beseitigung der Eindringlinge hinzugezogen wird. Eine Infektion dauert so vielleicht etwas länger, die Trefferquote ist aber größer – auch für die Zukunft. Durch das Ausbilden von Gedächtniszellen merkt sich das System die Angreifer und reagiert bei einem erneuten Kontakt noch schneller. So kann eine zweite Infektion mit einem bereits bekannten Erreger deutlich schwächer verlaufen oder sogar folgenlos bleiben (der Körper ist „immun“ geworden).

Fünf bunte Obstsäfte mit Obst im Hintergrund auf Holztisch

Die Ernährung – möglichst frisch, bunt und vielseitig – ist eine wichtige Säule für ein starkes Immunsystem.

Jeder Mensch hat ein anderes Immunsystem mit individuellen Gleichgewichten – bei dem einen kommen Mastzellen deutlich häufiger vor und damit auch Allergien. Ein anderer wird im Urlaub regelmäßig krank, ist aber zuhause immer kerngesund – hier ist das angeborene Immunsystem sehr stark, das erworbene eher nicht.

Jeder Mensch hat zudem zu einem Großteil selbst in der Hand, wie aktiv und wie stark das Immunsystem ist. Eine gesunde Ernährung (wie die Paleo Ernährung oder Clean Eating) kann wichtige Nährstoffe liefern und bestimmt, wie häufig es zu Entzündungen im Körper kommt. Zudem ist bekannt, dass ein Magnesiummangel, Vitamin D-Mangel und wenige Proteine in der Ernährung die Entstehung von Infektionskrankheiten begünstigen.

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