Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann Dein Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Trotz ständiger Müdigkeit versuchst Du Deinen Alltag zu meistern. Beim Blick in den Spiegel stellst Du traurig fest, dass Du noch immer an Haarausfall und trockener Haut leidest und der anhaltende Kampf mit Deinem Gewicht schlägt Dir zunehmend auf die Stimmung. Lass den Kopf nicht hängen. Denn in diesem Artikel erfährst Du, welche Ernährung bei einer Unterfunktion sinnvoll ist und wie Du besser mit Deinen Symptomen umgehen kannst, indem Du Deinen Körper mit ausreichend Nährstoffen versorgst. Es gibt immer einen Weg zur Besserung und Deine Ernährung kann hierbei ein wertvoller Schlüssel zu mehr Wohlbefinden sein.
Bei Erkrankungen der Schilddrüse spielt eine ausgewogene Ernährung eine zentrale Rolle. Damit die Schilddrüse richtig arbeiten kann, ist sie auf bestimmte Spurenelemente und Vitamine angewiesen – vor allem auf Jod und Selen, die für die Bildung der Schilddrüsenhormone unverzichtbar sind. Zusätzlich unterstützen Nährstoffe wie Calcium, Eisen, Vitamin A und Vitamin D die hormonelle Regulation und sollten daher gezielt in den Speiseplan integriert werden.
Welche Lebensmittel sollte man bei einer Schilddrüsenunterfunktion nicht essen
Neben all den Nährstoffen, die die Schilddrüse dringend braucht, gibt es auch einige Lebensmittel, die ihre Funktion stören oder verschlechtern können. Besonders bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und erst recht bei Hashimoto-Thyreoiditis ist es sinnvoll, bestimmte Nahrungsmittel einzuschränken oder ganz zu meiden, um die Schilddrüse zu entlasten, Entzündungen zu reduzieren und den Stoffwechsel nicht zusätzlich zu belasten.
Hier erfährst Du, welche Lebensmittel Du mit Vorsicht genießen solltest – und warum:
Stark verarbeitete Lebensmittel
Dazu zählen Fertiggerichte, Süßigkeiten, Wurstwaren und Fast Food. Sie enthalten häufig versteckte Zucker, minderwertige Fette, Konservierungsstoffe und Aromen. Diese können Entzündungen im Körper fördern, die Hormonregulation stören und die Schilddrüse belasten. Eine regelmäßige Zufuhr solcher Produkte steht im Verdacht, Autoimmunprozesse zu verstärken und den Stoffwechsel zusätzlich zu verlangsamen. [1,2]
Glutenhaltige Getreide (besonders bei Hashimoto relevant)
Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste enthalten Gluten. Dieses Eiweiß steht im Verdacht bei vielen Menschen die Darmbarriere zu schädigen und Entzündungsreaktionen auszulösen. [3] Auch ohne Zöliakie kann es sinnvoll sein, eine glutenfreie Phase zu testen, insbesondere bei erhöhten Antikörperwerten im Rahmen von Hashimoto.
Sojaprodukte (roh oder unfermentiert)
Sojamilch, Tofu, Sojajoghurt enthalten sogenannte Goitrogene, also Substanzen, die die Jodaufnahme hemmen können. [4] Bei Menschen mit ohnehin geschwächter Schilddrüsenfunktion kann Soja so zur weiteren Unterdrückung der Hormonbildung beitragen. Fermentierte Sojaprodukte wie Miso oder Tempeh gelten als besser verträglich. Jedoch sollten diese dennoch in Maßen genossen werden.
Rohe Kreuzblütler in großen Mengen
Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohl, Rosenkohl oder Rucola sind grundsätzlich gesund. Jedoch enthalten in rohem Zustand aber ebenfalls Goitrogene. Diese Stoffe können die Schilddrüse in ihrer Funktion hemmen, wenn nicht genügend Jod durch die Ernährung aufgenommen wird. Durch Erhitzen (z. B. Kochen oder Dünsten) wird die goitrogene Wirkung jedoch stark reduziert, sodass gedämpftes oder gekochtes Kohlgemüse in moderaten Mengen meist kein Problem darstellt.
Zucker und raffinierte Kohlenhydrate
Weißmehlprodukte, Süßigkeiten, Softdrinks und andere stark zuckerhaltige Lebensmittel führen zu Blutzuckerschwankungen, fördern chronische Entzündungen im Körper und begünstigen Übergewicht. Eine zuckerarme Ernährung mit stabilen Blutzuckerwerten entlastet die Schilddrüse und unterstützt den normalen Energiestoffwechsel.
Industriefette mit hohem Omega-6-Anteil
Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder Sojaöl enthalten viele Omega-6-Fettsäuren, diese wirken im Übermaß entzündungsfördernd. Für eine gesunde Schilddrüsenfunktion ist es besser, hochwertige Fette wie Olivenöl, Kokosöl oder Butter aus Weidehaltung zu verwenden und das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 auszugleichen.
Koffein in zu großen Mengen
Kaffee auf nüchternen Magen oder in großen Mengen kann bei manchen Menschen die Aufnahme von Schilddrüsenmedikamenten stören oder Unruhe und Schlafprobleme fördern. Diese Symptome treten bei einer Schilddrüsenunterfunktion ohnehin häufig auf. Ein maßvoller Umgang mit Koffein ist daher empfehlenswert. Wer empfindlich reagiert, sollte Kaffee reduzieren oder auf koffeinfreie Alternativen umsteigen.
Alkohol
Alkohol belastet die Leber, ein zentrales Organ für die Umwandlung von T4 in das aktive Schilddrüsenhormon T3. Außerdem kann Alkohol entzündungsfördernd wirken und die körpereigene Hormonregulation durcheinanderbringen. Besonders bei einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto ist ein möglichst alkoholarmer oder -freier Lebensstil vorteilhaft. [5]
Bestimmte Lebensmittel direkt mit L-Thyroxin einnehmen
Milch, Joghurt, calciumreiches Mineralwasser sowie eisenreiche Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel können die Aufnahme von Schilddrüsenmedikamenten wie L-Thyroxin blockieren, wenn sie zu nah beieinander eingenommen werden. [6] Zwischen Einnahme des Medikaments und dem Frühstück sollte daher idealerweise ein Abstand von mindestens 30–60 Minuten eingehalten werden.
Welche Nährstoffe sind wichtig für die Schilddrüse?
Die Schilddrüse ist auf bestimmte Nährstoffe angewiesen, um Hormone wie T3 und T4 zu produzieren, zu aktivieren und im Körper wirksam zu machen. Eine Unterversorgung kann die Hormonbildung hemmen, Symptome verschlechtern oder sogar zur Entstehung einer Schilddrüsenerkrankung beitragen. Besonders bei einer Unterfunktion oder Hashimoto-Thyreoiditis ist es entscheidend, diese Nährstoffe gezielt über Ernährung oder Supplemente aufzunehmen.
Die 10 wichtigsten Nährstoffe für die Schilddrüse:
Tyrosin
- Aminosäure, Baustein von T3 und T4
- Vorkommen: Hühnchen, Lachs, Eier
Vitamin A
- Unterstützt TSH-Ausschüttung und Umwandlung von T4 zu T3
- Vorkommen: Leber, Eigelb, Leberwurst
B-Vitamine (B3, B6, B9, B12)
- Wichtig für Jodverwertung, Zellteilung, Nerven, Blutbildung
- Vorkommen: Leber, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte
Eisen
- Bestandteil des Enzyms TPO für Hormonbildung
- Vorkommen: Rotes Fleisch, Innereien, Hülsenfrüchte
Zink
- Reguliert Hormonproduktion und Umwandlung von T4 in T3
- Vorkommen: Fleisch, Fisch, Hirse, Meeresfrüchte
Selen
- Fördert Umwandlung von T4 in aktives T3, schützt vor Entzündungen
- Vorkommen: Paranüsse, Innereien, Eigelb
Jod
- Zentrale Substanz für die Bildung von Schilddrüsenhormonen
- Vorkommen: Meeresfisch, Algen, Meeresfrüchte
Antioxidantien (z. B. Curcumin, OPC, Reishi, Cordyceps)
- Schützen die Schilddrüse vor oxidativem Stress und Entzündungen
- Vorkommen: Beeren, Kräuter, Pilzextrakte
Omega-3-Fettsäuren
- Wirken entzündungshemmend und schützen vor Autoimmunreaktionen
- Vorkommen: Fisch, Meeresfrüchte, Algenöl
Vitamin D
- Reguliert das Immunsystem, wichtig bei Autoimmunerkrankungen
- Vorkommen: Sonnenlicht, Supplemente (mit K2 und Magnesium)
Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis
Eine Ernährungsform, die allen Hashimoto Patienten gleich gut hilft, gibt es leider nicht. Jeder Mensch ist so individuell und hiermit auch die Lebensmittel, die er gut verträgt oder auf die er sogar mit autoimmunen Prozessen reagiert. Wenn Du jedoch rausfinden möchtest, welche Lebensmittel Dir nicht guttun , dann kannst Du im ersten Schritt einzelne Lebensmittel weglassen und schauen, ob hierdurch einige Deiner Beschwerden verschwinden. Dann führst Du Lebensmittel langsam wieder ein und schaust, ob Du noch immer auf diese reagierst. Hierbei ist es jedoch sehr wichtig, dass Du ein gutes Körpergefühl hast und in Deinen Körper bewusst hineinhörst. Zudem solltest Du alle Beschwerden dokumentieren sowie die Lebensmittel, die Du weggelassen hast.
AIP und Paleo-Ernährung bei Hashimoto-Thyreoiditis
Wenn Du an Hashimoto-Thyreoiditis leidest, hast Du vielleicht schon bemerkt, dass eine gesunde Ernährung einen großen Unterschied machen kann. Zwei vielversprechende Ansätze, die Hashimoto Betroffenen immer wieder empfohlen werden, sind die Paleo-Ernährung und das Autoimmunprotokoll (AIP).
Die Paleo-Ernährung orientiert sich an dem, was unsere Vorfahren vermutlich gegessen haben. Hierzu zählen unverarbeitete Lebensmittel, kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, keine Milchprodukte und kein raffinierter Zucker. Die Idee dahinter ist, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren, den Darm zu entlasten und das Immunsystem zu beruhigen. Das alles spielt eine wichtige Rolle bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto.
Das Autoimmunprotokoll (AIP) ist eine speziellere Form der Paleo-Diät. Es geht noch strenger vor und schließt zusätzlich auch Nachtschattengewächse (wie Tomaten und Paprika), Eier, Nüsse, Samen und verarbeitete Pflanzenöle aus. Das klingt erstmal einschränkend, aber viele Betroffene berichten von weniger Müdigkeit, weniger Schmerzen und einem allgemein besseren Wohlbefinden, wenn sie AIP für einige Wochen oder Monate ausprobieren. [7]
Du solltest AIP oder Paleo-Ernährung jedoch nicht einfach auf eigene Faust starten. Es ist sinnvoll, Dich dabei von einer Ernährungstherapeutin oder einem Arzt begleiten zu lassen. Vorab solltest Du im Blut schauen, ob Du an Nährstoffmängeln (z. B. bei Jod, Selen, Eisen oder Vitamin D) leidest und diese gezielt auffüllen. Wenn Du es richtig angehst, kann Ernährung ein echter Gamechanger für Dein Wohlbefinden sein.
Bluttests zur Erkennung von Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergie
Zusätzlich zur Ernährung kannst Du auch individuell im Blut testen lassen, worauf Dein Immunsystem reagiert. Dazu zählen z. B. IgE- und IgG-Antikörpertests, die Hinweise auf akute oder verzögerte Unverträglichkeiten geben können. Der bekannteste Bluttest ist der Typ-I-Allergie (IgE) Bluttest. Hierbei erfährst Du ob Du eine Typ I Allergie hast und Dein IgE im Blut erhöht ist. Diesen Test kannst Du zum Beispiel bei deinem Hausarzt durchführen lassen. Jedoch gibt es zudem auch Nicht-IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien (IgG). Hier treten die Beschwerden erst 24-48 Stunden nach Verzehr eines Lebensmittels auf. Dies erschwert es Dir Deine Symptome einem bestimmten Lebensmittel direkt zuordnen zu können.
Noch genauer ist der sogenannte Lymphozytentransformationstest (LTT) – er zeigt, wie Deine Immunzellen auf bestimmte Lebensmittel reagieren. Solche Tests können helfen, gezielter herauszufinden, welche Nahrungsmittel bei Dir persönlich Entzündungen oder Beschwerden auslösen.
Wenn Du mehr hierüber erfahren möchtest, dann kannst Du mich gerne direkt per E-Mail anschreiben:
saskia@schnelleinfachgesund.de
Dürfen Hashimoto Betroffene jodreich essen?
Das Thema Jod und Hashimoto-Thyreoiditis ist komplex und sorgt immer wieder für Verunsicherung. Grundsätzlich braucht Deine Schilddrüse Jod, um Hormone zu produzieren. Doch bei einer autoimmunen Erkrankung wie Hashimoto ist sie besonders empfindlich gegenüber Über- oder Unterversorgung mit diesem Nährstoff.
In der frühen Phase der Erkrankung, wenn Entzündungen aktiv sind und viele Antikörper im Blut zirkulieren, kann eine zu hohe Jodzufuhr (z. B. durch Algen, stark jodiertes Salz oder Kontrastmittel) die Immunreaktion verstärken. Deshalb wird hier oft geraten, Jod zunächst zu meiden oder nur moderat zuzuführen.
Langfristig betrachtet braucht Dein Körper aber dennoch täglich Jod in ausgewogener, abgestimmter Dosis und nur dann, wenn auch andere Nährstoffe wie Selen, Eisen und Zink ausreichend vorhanden sind. Diese schützen Deine Schilddrüse und sorgen dafür, dass Jod richtig verarbeitet wird, ohne neue Entzündungen auszulösen.
Besprich die Einnahme jodreicher Nahrung oder Jodpräparate mit Deinem Arzt oder Therapeuten ab, vor allem bei Hashimoto. Eine gezielte, sanfte Wiedereinschleusung von Jod kann unter professioneller Begleitung sinnvoll sein aber eben nicht pauschal oder unkontrolliert.
Fazit – Nährstoffe für die Schilddrüse
Wir verstehen die Schilddrüse heute immer besser – ihre Bedürfnisse, was sie braucht, was sie mag – und was nicht. Die richtigen Bausteine sollten vorhanden sein, damit die Schilddrüse richtig
funktionieren und arbeiten kann. Sehr häufig liegen Eisen- und Jodmangel vor und zählen zu den häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion.
Zeigt ein Schilddrüsentest eine Unterfunktion an, können weitere Nachforschungen angestellt werden: Sind alle wichtigen Nährstoffe vorhanden? Wo könnten die Ursachen liegen?
Eine zufriedene Schilddrüse wirkt sich bereichernd auf Gesundheit und Lebensqualität aus – denn sie beeinflusst nicht nur unser Energielevel, sondern viele weitere, wichtige Hormone wie Testosteron.
Hast Du Fragen oder Ergänzungen? Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!
- Maki, K. A., Sack, M. N. & Hall, K. D. (2024). Ultra-processed foods: increasing the risk of inflammation and immune dysregulation? Nature Reviews. Immunology, 24(7), 453–454. https://doi.org/10.1038/s41577-024-01049-x
- Preston, J. M., Iversen, J., Hufnagel, A., Hjort, L., Taylor, J., Sanchez, C., George, V., Hansen, A. N., Ängquist, L., Hermann, S., Craig, J. M., Torekov, S., Lindh, C., Hougaard, K. S., Nóbrega, M. A., Simpson, S. J. & Barrès, R. (2025). Effect of ultra-processed food consumption on male reproductive and metabolic health. Cell Metabolism. https://doi.org/10.1016/j.cmet.2025.08.004
- Philip, A. & White, N. D. (2022). Gluten, Inflammation, and Neurodegeneration. American Journal Of Lifestyle Medicine, 16(1), 32–35. https://doi.org/10.1177/15598276211049345
- Doerge, D. R. & Sheehan, D. M. (2002). Goitrogenic and estrogenic activity of soy isoflavones. Environmental Health Perspectives, 110(suppl 3), 349–353. https://doi.org/10.1289/ehp.02110s3349
- Balhara, Y. S. & Deb, K. (2013). Impact of alcohol use on thyroid function. Indian Journal Of Endocrinology And Metabolism, 17(4), 580. https://doi.org/10.4103/2230-8210.113724
- Wiesner, A., Gajewska, D. & Paśko, P. (2021). Levothyroxine Interactions with Food and Dietary Supplements–A Systematic Review. Pharmaceuticals, 14(3), 206. https://doi.org/10.3390/ph14030206
- Ihnatowicz, P., Gębski, J. & Drywień, M. E. (2023). Effects of Autoimmune Protocol (AIP) diet on changes in thyroid parameters in Hashimoto’s disease. Annals Of Agricultural And Environmental Medicine, 30(3), 513–521. https://doi.org/10.26444/aaem/166263










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