Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Schilddrüsengewebe angreift. Dies führt zu einer chronischen Entzündung und oft auch dazu, dass weniger Schilddrüsenhormone produziert werden. Im Verlauf der Erkrankung kann es aufgrund der Schilddrüsenentzündung zu einer geringeren Hormonproduktion kommen, was Symptome wie Müdigkeit, Verstopfung und eine Gewichtszunahme zur Folge hat.

Die Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) entwickelt sich in der Regel schleichend, sodass die Beschwerden anfangs häufig nicht wahrgenommen oder nicht mit der Schilddrüse in Verbindung gebracht werden. In diesem Artikel erkläre ich Dir, welche Symptome und Ursachen mit dieser Erkrankung einhergehen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Müde Frau mit Schilddrüsenerkrankung Hashimoto


Ursachen dieser Erkrankung der Schilddrüse

Die genauen Ursachenfür Hashimoto sind noch nicht bekannt, jedoch gibt es einige Faktoren, die das Auftreten dieser Autoimmunerkrankung begünstigen können. Hierzu zählen:


Genetische Veranlagung

Eine familiäre Häufung von Autoimmunerkrankungen deutet darauf hin, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Menschen mit einer familiären Vorgeschichte von Hashimoto oder anderen Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow haben ein höheres Risiko, selbst zu erkranken. [1]


Hormonelle Umstellungen

Da Frauen häufiger von Hashimoto oder einer Schilddrüsenunterfunktion als Männer betroffen sind, lässt dies auf einen möglichen hormonellen Zusammenhang schließen. Hormone spielen in einigen Fällen wahrscheinlich eine Rolle bei der Entwicklung dieser Erkrankung, da hormonelle Störungen das Immunsystem und die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen können. Besonders in Zeiten hormoneller Veränderungen, wie während der Pubertät, Schwangerschaft, nach der Geburt oder in den Wechseljahren, steigt das Risiko.


Infektionen

In Untersuchungen von geschädigtem Schilddrüsengewebe wurde vermehrt das Epstein-Barr-Virus (EBV), ein Mitglied der Herpesvirus-Familie, nachgewiesen. Es ist jedoch noch unklar, ob und in welchem Ausmaß das Epstein-Barr-Virus an der Entstehung der Hashimoto-Thyreoiditis beteiligt ist oder den Krankheitsverlauf beeinflusst. Diese Frage wird derzeit weiterhin intensiv in der wissenschaftlichen Forschung untersucht. [2]

Auch Infektionen, wie eine Gürtelrose können wahrscheinlich eine Erkrankung der Schilddrüse auslösen. Bei einer Gürtelrose handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch das Varizella-Zoster-Virus verursacht wird und zu schmerzhaften Hautausschlägen führt. 


Stress

Es ist allgemein bekannt, dass Stress die Gesundheit gefährden kann. Weniger bekannt ist jedoch, dass Stress die Hormonfunktion beeinträchtigen kann, was wiederum zu einer Fehlfunktion des Immunsystems führen kann. Dies erhöht das Risiko für die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto. [3]


Nährstoffmangel

Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, wie Zink, Selen, Eisen und Vitamin D kann ebenfalls zur Entwicklung von Hashimoto beitragen. Diese Nährstoffe sind wichtig für die normale Funktion der Schilddrüse und des Immunsystems. Ein Mangel an Nährstoffen kann die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem beeinträchtigen, was das Risiko für die Entwicklung einer chronischen Autoimmunreaktion wie Hashimoto erhöhen kann. [4]


Jodmangel oder Überversorgung

Sowohl ein Mangel an Jod als auch eine übermäßige Jodaufnahme stehen in Verdacht das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto zu erhöhen. Zu einer sehr hohen Aufnahme von Jod, kann es im Rahmen einer Röntgenuntersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel kommen. Eine derart hohe Jodmenge kann jedoch im täglichen Leben über die Ernährung nicht aufgenommen werden.


Belastung mit Schwermetallen

Schwermetalle wie Quecksilber, Arsen und Blei können eine Rolle bei der Entwicklung oder Verschlimmerung von Hashimoto spielen. Die Aufnahme bestimmter Schwermetalle kann das Immunsystem stören, Entzündungen im Körper auslösen und die Schilddrüse beeinflussen. Zudem kann die Belastung mit Schwermetallen zu einem Leaky Gut Syndrom führen. [5]


Leaky Gut Syndrom

Patienten mit Hashimoto zeigen häufig erhöhte Zonulin-Werte, ein Marker für gestörte Darmbarriere dem sogenannten Leaky Gut. Eine durchlässige Darmbarriere lässt Fremdbestandteile (LebensmittelFragmente, Toxine, Bakterien) in den Blutkreislauf. Die Immunabwehr erkennt diese als fremd und reagiert mit der Bildung von Antikörpern. [6]


Andere Autoimmunerkrankungen

Eine Hashimoto-Thyreoiditis tritt öfter im Zusammenhang mit anderen Autoimmunkrankheiten wie Diabetes Typ 1, rheumatoider Arthritis oder Zöliakie auf. [7]


Rauchen

Es gibt Hinweise darauf, dass Rauchen das Risiko für die Entwicklung von Hashimoto-Thyreoiditis erhöhen kann, besonders bei genetisch anfälligen Personen. [8]

 

Häufige Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis und der daraus resultierenden Schilddrüsenunterfunktion

Zu Beginn der Hashimoto-Thyreoiditis kann es zunächst zu einer vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen kommen, was zu einem vorübergehenden Überschuss im Körper führt. Diese Phase, in der eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftritt, wird als „Hashitoxikose“ bezeichnet. 

Dies kann Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion hervorrufen, wie etwa Gewichtsverlust, Zittern, Durchfall, vermehrtes Schwitzen, Schlaflosigkeit, Haarausfall und Herzklopfen. 

Schädigt die Entzündung die Schilddrüse weiterhin, dann wird die Schilddrüse mit der Zeit funktionsuntüchtig.

Typische Anzeichen für das Absinken des Schilddrüsenhormonspiegels sind:

  • Trockene Haut und mitunter Verdickungen
  • Trockenes Haar

  • Ausgeprägter Haarausfall

  • Kälteempfindlichkeit

  • Niedriger Puls

  • Heiserkeit

  • Verstopfung

  • geschwollene Augenlider, aufgedunsenes Gesicht

  • Schwellungen an Armen und Beinen

  • Gewichtszunahme

  • Antriebslosigkeit

  • depressive Verstimmungen

  • Müdigkeit und Schwäche

  • Muskel- und Gelenksschmerzen

  • Taubheitsgefühle und nächtliches Kribbeln/ Einschlafen der Hände

  • Schmerzen am Hals

Skizzierung von Symptomen bei Hashimoto

Die Hashimoto-Thyreoiditis kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern ähnliche Beschwerden verursachen, da es sich um eine Schilddrüsenerkrankung handelt, die zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führt. Schätzungen zufolge erkranken etwa 5 von 100 Frauen und 1 von 100 Männern an einer Hashimoto-Thyreoiditis. [9]


Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei Frauen

Frauen mit Hashimoto leiden oft zusätzlich zu den bereits genannten Symptomen an folgenden Beschwerden:

  • Ausbleibende Periode
  • Starke Regelblutung
  • Zyklusstörungen allgemein
  • Verringerte Libido
  • Geringere Fruchtbarkeit
  • erhöhtes Risiko für Fehlgeburten

  • Hitzewallungen

  • Stress und Angstzustände

Leider werden Beschwerden, wie Hitzewallungen und Schwitzen häufig fälschlicherweise als Anzeichen für die Wechseljahre interpretiert. Dabei kann es sich jedoch auch um Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung, wie der Hashimoto-Thyreoiditis, handeln.


Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei Männern

Bei Männern können die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis ebenfalls vielfältig sein, wenn auch oft weniger spezifisch als bei Frauen. Die Anzeichen ähneln denen einer Unterfunktion der Schilddrüse und treten oft schleichend auf. Zu den häufigsten Symptomen bei Männern zählen neben den oben genannten:

  • Erektile Dysfunktion
  • Libidoverlust

Da viele dieser Symptome allgemein sind und auch auf andere Krankheiten hinweisen können, wird Hashimoto bei Männern häufig später diagnostiziert. Eine genaue Untersuchung und regelmäßige Schilddrüsen-Checkups sind wichtig, um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.


Symptome einer Hashimoto bei Kindern

Leider ist auch bei Kindern und Jugendlichen diese Form der Schilddrüsenentzündung weiter auf dem Vormarsch. Es wird vermutet, dass die Veranlagung für eine Hashimoto-Thyreoiditis vererbt wird. Entsprechende Antikörper, die gegen das Schilddrüsengewebe gerichtet sind, können bei etwa 4 Prozent der Schulkinder nachgewiesen werden. Von diesen Kindern entwickeln etwa 2 Prozent eine Hashimoto-Thyreoiditis. Im Laufe der Jahre steigt die Zahl der betroffenen Kinder. Mädchen sind dabei etwa viermal häufiger betroffen als Jungen.

Bei Kindern kann die Hashimoto-Thyreoiditis ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen verursachen. 

Zu den häufigsten Beschwerden bei Kindern gehören:

  • Vergrößerung der Schilddrüse bei 42-90 Prozent
  • Verstopfung
  • Müdigkeit, Erschöpfung und Muskelschwäche
  • Probleme mit der Konzentration
  • Abnehmende Schulleistungen
  • Verlangsamte geistige Entwicklung
  • Depressionen
  • Wachstumsverzögerungen
  • Vermehrtes Kälteempfinden
  • Gewichtszunahme
  • Niedrige Herzfrequenz
  • Verzögerte Pubertätsentwicklung
  • Hohe Leberwerte und BlutfetteH
  • Trockene Haut und Haarausfall
  • Veränderte Menstruation bei Mädchen


Diagnose bei Hashimoto-Thyreoiditis

Für die Diagnose dieser Krankheit tasten Ärzte die Schilddrüse ab und untersuchen diese mit dem Ultraschallgerät. Ein typischer Befund im Ultraschall bei Hashimoto zeigt eine echoarme und inhomogene Schilddrüse. [10] Das Schilddrüsengewebe stellt sich also deutlich dunkler als bei einer gesunden Schilddrüse dar. In einigen Fällen kommt es aufgrund der Entzündung zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes. Hierdurch ist die Schilddrüse im Ultraschall deutlich verkleinert.

Zudem wird das Blut des Patienten auf folgende Schilddrüsenwerte untersucht.


Wichtige Blutwerte zur Diagnose von Hashimoto:

1. TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)

  • Erhöht: Hinweis auf eine latente oder manifeste Schilddrüsenunterfunktion.
  • Kann in Frühphasen noch normal sein.

2. fT3 und fT4 (freie Schilddrüsenhormone)

  • fT4 = Thyroxin
  • fT3 = Trijodthyronin
  • In der Hypothyreose: oft erniedrigt
  • In frühen Phasen evtl. noch normal

3. TPO-Antikörper (Anti-TPO, Thyreoperoxidase-Antikörper)

  • Erhöht bei > 90% der Hashimoto-Patient:innen
  • Einer der wichtigsten Marker für die Autoimmunreaktion

4. TG-Antikörper (Anti-Tg, Thyreoglobulin-Antikörper)

  • Können ebenfalls erhöht sein, aber weniger spezifisch

5. TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK)

  • In der Regel nicht erhöht bei Hashimoto, sondern eher bei Morbus Basedow

Detaillierte Informationen zu relevanten Blutwerten bei der Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen findest du in folgendem Artikel.


Therapie bei Hashimoto

Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis zielt sowohl auf die Linderung der Beschwerden als auch auf die Reduzierung oder idealerweise Vermeidung der auslösenden Faktoren. Diese sind entscheidend, da sie oft den späteren Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen können.


Therapie mit Hormonen

Die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis zielt in erster Linie darauf ab, die Schilddrüsenhormonspiegel auszugleichen und die Symptome zu lindern. Da es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung handelt, existiert derzeit keine ursächliche Heilung. Mit einer passenden medizinischen Therapie können Betroffene jedoch in der Regel lebenslang beschwerdefrei leben.

In der klassischen Schulmedizin wird bei einer Schilddrüsenunterfunktion das fehlende Speicherhormon T4 durch synthetisches Levothyroxin (LT4), auch L-Thyroxin genannt, in Tablettenform ersetzt. Wenn trotz ausgeglichener Schilddrüsenwerte im Blut weiterhin Symptome bestehen, kann ergänzend das stoffwechselaktive Schilddrüsenhormon T3 (Liothyronin) eingesetzt werden. [10]

Die funktionelle Medizin verfolgt darüber hinaus einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Hierbei wird neben der Gabe von Hormonen auch auf potenzielle Ursachen wie chronische Entzündungen, Nährstoffmängel, Darmgesundheit und Lebensstilfaktoren geachtet. Ziel ist es, die individuelle Ursache der Autoimmunreaktion zu identifizieren und gezielt zu behandeln, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Alternative Therapieansätze in der funktionellen Medizin nutzen zum Beispiel natürliche Schilddrüsenextrakte (NDT/DTE). Diese werden aus getrocknetem Schweineschilddrüsengewebe hergestellt und enthalten sowohl T4 als auch T3 im Verhältnis von etwa 4:1. Diese Therapie wird häufig von den Patienten besser vertragen. [11] Man führt die bessere Verträglichkeit bei manchen Betroffenen auf die eiweißgebundene Form des natürlichen Schilddrüsenhormons zurück. Diese biologisch ähnliche Variante soll im MagenDarmTrakt leichter absorbiert werden, da die natürliche Bindung an Eiweißproteine die Aufnahme fördern kann. Bei Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig Magen-Darm-Beschwerden wie Reizdarm, verlangsamte Verdauung oder eine verminderte Magensäureproduktion auf. Diese Beschwerden werden häufig begleitend behandelt, um die Nährstoffresorption gezielt zu unterstützen.

 

Behandlung mit Nährstoffen

Im Rahmen einer Autoimmunerkrankung leiden viele Betroffene an einem erhöhten Nährstoffbedarf. In vielen Fällen führen die sich hieraus ergebenden Nährstoffmängel wiederum zu weiteren Beschwerden. Der erhöhte Nährstoffbedarf wird oft durch das anhaltende Entzündungsgeschehen im Körper begünstigt. Zudem kann ein Leaky Gut Syndrom dazu führen, dass der Darm nur noch begrenzt Nährstoffe aufnehmen kann. Zusätzlich leiden viele Patienten an einer Hypothyreose. Dies führt zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen und zu einem Nährstoffdefizit. Ursache hierfür ist, dass die Nährstoffgewinnung aus Lebensmitteln durch zu wenige Hormone der Schilddrüse ineffizienter ist.

Mit folgenden Nährstoffen kannst Du Deine Schilddrüse optimal unterstützen:


Selen:

  • Senkt Entzündungen
  • Kann die Anzahl der TPO-Antikörper reduzieren
  • Unterstützt die Umwandlung der inaktiven Schilddrüsenhormone T4 in T3


Jod:

  • Essenziell für die Produktion von Schilddrüsenhormonen
  • Nicht mehr als 200 µg pro Tag


Zink:

  • Unterstützt bei der Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in die aktive Form T3
  • Wird für die Bildung von TSH (thyroidea-stimulierendes Hormon) benötigt


Omega-3-Fettsäuren:

  • Reduktion von Entzündungen (gesundes Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren)
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verbesserte Aufnahme von Nährstoffen in die Zelle


Vitamin D:

  • Reduzierung von Entzündungen
  • Regulatorischer Einfluss auf das Immunsystem
  • Unterstützung der Darmgesundheit - bremst Wachstum pathogener Bakterien


Kurkuma:

  • Stark entzündungshemmend
  • Wirkung wird durch Piperin (Pfeffer) noch verstärkt
  • Senkung von freien Radikalen durch antioxidative Eigenschaften


Magnesium:

  • Reduziert Stress und entspannt Muskeln und den gesamten Körper
  • Verringerung von Müdigkeit, da Magnesium Energiestoffwechsel unterstützt
  • Aufrechterhaltung des Glukosestoffwechsels


B-Vitamine:

  • Unterstützen die körpereigene Energieproduktion
  • Verringerung von Stress
  • Regulierung des Cortisolspiegels

 

Anpassung der Ernährung:

Auffällig häufig geht eine Schilddrüsenunterfunktion bzw. Hashimoto mit einer Glutenunverträglichkeit einher. [12] Deshalb ist es ratsam Getreide wie Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste zu meiden und zu beobachten, wie sich die Symptome verändern. Glutenhaltiges Getreide kann die Darmschleimhaut schädigen (Leaky Gut) und dadurch autoimmune Reaktionen des Körpers hervorrufen. Behandelt man das Leaky Gut Syndrom bei den Patienten und die Darmschleimhaut kann ausheilen, dann wird die Autoimmunerkrankung abgeschwächt. [13]

Hierfür gibt es Ernährungsformen wie Paleo oder AIP (Autoimmunprotokoll). Diese helfen den Betroffenen, den Darm zu heilen und die Symptome zu mindern.

Die Paleo-Diät, auch als Steinzeit- Diät bekannt, orientiert sich an der Ernährung unserer Vorfahren. Im Fokus stehen ungesüßte, unverarbeitete Lebensmittel und nährstoffreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen. Verbotene Lebensmittel sind hingegen Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Zucker und industriell verarbeitete Nahrungsmittel.

Ziel dieser Ernährung ist es, Entzündungen zu reduzieren und die Stoffwechselbalance zu unterstützen. Bei Hashimoto und Hypothyreose wurden dadurch teilweise eine Senkung der Autoantikörper sowie eine Verbesserung der Hormonwerte beobachtet.

Das Autoimmunprotokoll (AIP) geht über die Paleo Ernährung hinaus. Es handelt sich hierbei um eine eliminierende Behandlungsdiät, die zusätzliche potenzielle Trigger-Lebensmittel wie Nachtschattengewächse (z. B. Tomaten, Paprika), Eier, Nüsse, Samen, Kaffee und Alkohol ausschließt. Ziel ist es, Entzündungen zu senken und die Darmgesundheit zu fördern.

Das Autoimmunprotokoll besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase werden alle potenziellen Trigger-Lebensmittel weglassen, darunter Gluten, Milch, Eier, Hülsenfrüchte, Nachtschattengewächse, Nüsse/Samen, Kaffee, Alkohol, raffinierte Zucker und Zusatzstoffe.

Hingegen sollen nährstoffreiche, unverarbeitete Lebensmittel, z. B. Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Knochenbrühe, fermentierte Kost gegessen werden. Zudem werden Stressmanagement, Schlaf und Bewegung gefördert. Diese Phase dauert zwischen 30-90 Tage.

Anschließend werden einzelne Lebensmittel getestet und dem Diätplan zugeführt. Die zweite Phase beginnt nach Symptomverbesserung → üblicherweise nach 4 – 12 Wochen. In dieser Phase ist es besonders wichtig ein Symptomtagebuch zu führen.

Ziel dieser Phase ist es eigene Trigger, die zu Entzündungen und Beschwerden führen, zu erkennen und diese dauerhaft zu meiden.

Die letzte Phase wird als Erhaltungsphase bezeichnet. Hier werden alle Erkenntnisse aus der Eliminations- und Wiedereinführungsphase für die Dauerernährung angewendet. Ziel ist es dauerhaft beschwerdefrei leben zu können.



  1. Zaletel, K. & Gaberscek, S. (2011). Hashimotos Thyroiditis: From Genes to the Disease. Current Genomics, 12(8), 576–588. https://doi.org/10.2174/138920211798120763
  2. Janegova, A., Janega, P., Rychly, B., Kuracinova, K. & Babal, P. (2015). Rola infekcji wirusem Epstein-Barr’a w rozwoju autoimmunologicznych chorób tarczycy. Endokrynologia Polska, 66(2), 132–136. https://doi.org/10.5603/ep.2015.0020
  3. Stojanovich, L. & Marisavljevich, D. (2007). Stress as a trigger of autoimmune disease. Autoimmunity Reviews, 7(3), 209–213. https://doi.org/10.1016/j.autrev.2007.11.007
  4. Mazur, M., Szymańska, M., Malik, A., Szlasa, W. & Popiołek-Kalisz, J. (2025). Nutrition and Micronutrient Interactions in Autoimmune Thyroid Disorders: Implications for Cardiovascular Health. Pathophysiology, 32(3), 37. https://doi.org/10.3390/pathophysiology32030037
  5. Stojsavljević, A., Rovčanin, B., Jagodić, J., Radojković, D. D., Paunović, I., Gavrović-Jankulović, M. & Manojlović, D. (2020). Significance of arsenic and lead in Hashimoto’s thyroiditis demonstrated on thyroid tissue, blood, and urine samples. Environmental Research, 186, 109538. https://doi.org/10.1016/j.envres.2020.109538
  6. Halawa, M. R., Ahmed, I. Z., Eid, Y. M., Ashour, Z. A. Y., Anwar, M. A. & Nesim, M. M. (2024). Study of Leaky Gut syndrome and its Correlation to Hashimoto’s Thyroid Disease with Respect to Antibodies Titre. QJM, 117(Supplement_2). https://doi.org/10.1093/qjmed/hcae175.424
  7. Mikosch, P., Aistleitner, A., Oehrlein, M. & Trifina-Mikosch, E. (2021). Hashimoto’s thyroiditis and coexisting disorders in correlation with HLA status—an overview. Wiener Medizinische Wochenschrift, 173(1–2), 41–53. https://doi.org/10.1007/s10354-021-00879-x
  8. ] Fukata, S., Kuma, K. & Sugawara, M. (1996). Relationship between cigarette smoking and hypothyroidism in patients with Hashimoto’s thyroiditis. Journal Of Endocrinological Investigation, 19(9), 607–612. https://doi.org/10.1007/bf03349026
  9. Vargas-Uricoechea, H., Castellanos-Pinedo, A., Urrego-Noguera, K., Pinzón-Fernández, M. V., Meza-Cabrera, I. A. & Vargas-Sierra, H. (2025). A Scoping Review on the Prevalence of Hashimoto’s Thyroiditis and the Possible Associated Factors. Medical Sciences, 13(2), 43. https://doi.org/10.3390/medsci13020043
  10. Dworschak, P. (2019, 4. Juni). Hashimoto-Thyreoiditis - Symptome, Diagnostik, Therapie. Gelbe Liste. https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/hashimoto-thyreoiditis
  11. Hoang, T. D., Olsen, C. H., Mai, V. Q., Clyde, P. W. & Shakir, M. K. M. (2013). Desiccated Thyroid Extract Compared With Levothyroxine in the Treatment of Hypothyroidism: A Randomized, Double-Blind, Crossover Study. The Journal Of Clinical Endocrinology & Metabolism, 98(5), 1982–1990. https://doi.org/10.1210/jc.2012-4107
  12. Araújo, E. A. & Kerkhoff, S. P. (2021). Gluten intolerance and hashimoto thyroiditis: an integrated review. International Journal Of Nutrology, 14(3). https://doi.org/10.54448/ijn2134
  13. Piticchio, T., Frasca, F., Malandrino, P., Trimboli, P., Carrubba, N., Tumminia, A., Vinciguerra, F. & Frittitta, L. (2023). Effect of gluten-free diet on autoimmune thyroiditis progression in patients with no symptoms or histology of celiac disease: a meta-analysis. Frontiers in Endocrinology, 14. https://doi.org/10.3389/fendo.2023.1200372