Ich empfehle jedem Menschen, einen Zungenschaber zu verwenden. Warum?

Wir putzen uns zweimal täglich die Zähne. Das hält sie sauber, gesund und beugt Karies sowie Parodontitis vor. Doch unser Mund besteht aus mehr als nur Zähnen. Wer säubert eigentlich die Zunge?

In diesem Beitrag zeige ich dir die Vorteile eines Zungenschabers für die Mundhygiene und erkläre, wie du ihn richtig verwendest.

 

Was ist ein Zungenschaber und warum brauche ich einen?

Auf den Zungenschaber hat mich das erste Mal eine Zahnarzthelferin bei einer Zahnreinigung gebracht. Sie benutzte einen Einmalschaber und zeigte mir, wie viel daran hängen blieb – ich war sprachlos und auch ein wenig angeekelt.

Doch beginnen wir langsam: Ein Zungenschaber ist ein kleines Werkzeug, mit dem du Deine Zunge säubern kannst. Er ist meist rund und hat zwei Griffe. Mit ihm kannst Du Deine Zunge einmal von hinten nach vorne abschaben und dabei vorsichtig den Belag entfernen.

Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen – diese erkläre ich Dir gleich noch. Jeder Typ hat natürlich Vor- und Nachteile. Ich finde: Hauptsache, ein Zungenschaber wird verwendet, weil er die Mundhygiene wirklich verbessert und einfach Sinn macht.

Wir putzen uns zweimal täglich die Zähne – ein Leben lang. Wir müssen nicht einmal darüber nachdenken, so selbstverständlich ist das Zähneputzen für uns. Einmal gründlich schrubben, den Mund ausspülen und schon ist der Mund sauber? Nicht ganz – denn die Zunge wird dadurch nicht gereinigt. Auf der Zunge finden sich – genau wie auf den Zähnen vor dem Putzen – Bakterien, Ablagerungen und Essensreste, die anschließend fröhlich vor sich hin fermentieren.

Essen wir zum Beispiel um 21 Uhr noch ein Stück Schokolade und putzen uns um 22 Uhr nur die Zähne, sind zwar die Zähne und die Mundschleimhäute sauber, auf der Zunge finden sich aber immer noch Schokoladenreste. Das sieht jeder, der anschließend einen Zungenschaber verwendet – wie viel daran noch hängen bleibt … Diese Reste würden die ganze Nacht über Bakterien als Nahrungsgrundlage dienen und damit das Risiko für Mundgeruch, Karies und Parodontitis erhöhen.

Es ist also nur konsequent, auch einen Zungenschaber zu verwenden.

Zungenschaber aus Metall auf orangem Hintergrund

 

Die Vorteile eines Zungenschabers auf einen Blick

Was sind die wichtigsten Vorteile eines Zungenschabers? Schauen wir sie uns genauer an.

 

Biofilm wird entfernt

Wir haben in unserem Mundraum ein eigenes Mikrobiom aus Hunderten verschiedener Mikroorganismen, die ihn als Lebensraum nutzen. Kommt es zu einer Überwucherung oder zu Dysbalancen, drohen Erkrankungen wie Parodontitis. Bakterien siedeln sich, wenn sie wachsen und von uns ausreichend Nahrung (z. B. Zucker) erhalten, in einem Biofilm an. Ein Biofilm ist eine Art Schleim, in dem sich die Bakterien einkapseln und verstecken.

Durch den Zungenschaber wird der Biofilm mechanisch aufgebrochen und entfernt. Studien zeigen, dass durch regelmäßiges Schaben bis zu 80 % des Biofilms entfernt werden.

 

Essensreste werden entfernt

Manche schrubben ihre Zunge mit der Zahnbürste. Das funktioniert natürlich auch, um Beläge zu lockern und anschließend auszuspülen. Effektiver ist jedoch der Zungenschaber, denn er ist durch seine Form und Oberfläche ideal an die Zungenoberfläche angepasst. Mit ihm kannst Du Essensreste und Ablagerungen vorsichtig in einer Bewegung vom Zungengrund bis zur Zungenspitze entfernen.

 

Reduziert Mundgeruch

Mundgeruch entsteht sehr häufig durch Ablagerungen auf unserer Zunge. Essensreste sammeln sich dort an, denn die Oberfläche der Zunge ist perfekt geeignet, um sie zu „speichern“. Sie werden anschließend von den dort lebenden Bakterien fermentiert. Dabei entstehen Abbauprodukte, die für den klassischen Mundgeruch (Halitosis) verantwortlich sind.

Wer morgens und abends beim Zähneputzen auch die Zunge schabt, kann Mundgeruch deutlich reduzieren.

Mundgeruch Frau mit Händen vor dem Mund

Mundgeruch ade!

 

Erhöht die Mundhygiene und stärkt den Körper

Die „belegte Zunge“ kommt nicht von ungefähr – in der traditionellen chinesischen Medizin und im Ayurveda ist die Zungendiagnostik ein wichtiger Bestandteil der Antlitzdiagnostik. Hier lassen sich viele gesundheitliche Probleme erkennen und ablesen – etwa Probleme des Darms, der Leber, des Stoffwechsels, des Herzens oder auch der Mundhygiene selbst.

Zungenschaben verbessert damit die Mundhygiene, was sich wiederum auf den Rest des Körpers auswirkt – denn beides beeinflusst sich gegenseitig.


Entgiftung

Im Ayurveda ist man davon überzeugt, dass der Körper auch über die Mundschleimhäute und die Zunge entgiftet. Auch das Ölziehen wird dort regelmäßig praktiziert und mit Zähneputzen und Zungenschaben kombiniert. In der traditionellen chinesischen Medizin geht man von Energiemeridianen aus, die vom Mund-Kiefer-Bereich bis in den letzten Winkel des Körpers reichen und ihn beeinflussen.

Ob die Zunge wirklich an der Entgiftung beteiligt ist, sei einmal dahingestellt – in jedem Fall entfernst Du mit dem Schaben aktiv die Ablagerungen auf der Zunge.

Das waren die wichtigsten Vorteile im Überblick. Nun möchte ich Dir ein paar Praxistipps mitgeben, damit Du gut in die Umsetzung kommst.

 

Praxistipps für das Zungenschaben

Ich habe Dir hier die wichtigsten Punkte aufgelistet:

  • Zweimal täglich. Immer, wenn Du Dir die Zähne putzt, wird hinterher auch die Zunge vorsichtig geschabt.
  • Unter fließendem Wasser. So kannst Du den Schaber direkt im Anschluss säubern, und es bleibt nichts im Waschbecken kleben. Da der „Schlonz“ manchmal fest und klumpig sein kann, wird er so direkt weggespült.
  • Von hinten nach vorne. Entsprechend der Zungenmuskulatur streichen.
  • Vorsichtig. Die Zunge ist ein Sensibelchen – lieber etwas zu sanft als zu fest drücken.
  • Bei Würgereiz. Wenn Du den Würgreflex aktivierst, setze den Schaber weiter vorne an. An manchen Tagen ist man anfälliger für den Würgereflex. Setze den Schaber dann einfach etwas weiter vorne an.
  • Oha! Wundere Dich nicht, was da alles am Schaber hängen bleibt – freue Dich lieber darüber, dass Du diesen neuen Schritt gewagt hast.
  • Ausspülen. Der Zungenschaber sollte immer schön sauber sein, sodass sich dort keine neue Bakterienkolonie bilden kann.
  • Bei Mundgeruch. Wenn Du dennoch Mundgeruch hast, kannst Du auch nach den großen Mahlzeiten die Zähne putzen und die Zunge schaben – und auf unsere Hausmittel gegen Mundgeruch zurückgreifen.

 

Zungenschaber vs. Zungenreiniger

Der Zungenschaber kommt ursprünglich aus der asiatischen Medizin und ist ein fester Bestandteil der Morgenroutine im Ayurveda. Dort wird seit jeher ein Zungenschaber aus Kupfer verwendet, seltener auch aus Silber. Warum Kupfer? Weil es antibakteriell wirkt und somit auch eine bakterielle Überwucherung auf der Zunge in Schach hält.

Ein Zungenreiniger ist ein moderneres kosmetisches Werkzeug, mit dem ich zugegebenermaßen wenig Erfahrung habe.

Aus medizinhistorischen und praktischen Gründen würde ich Dir jedoch einen Schaber aus Kupfer empfehlen, da dieser sich seit jeher bewährt hat, günstig ist (5 bis 6 €), leicht gereinigt werden kann und praktisch unkaputtbar ist. Eine einmalige Investition von 5 bis 6 €, und ein guter Schaber hält viele Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte.

 

Worauf ist beim Kauf eines Zungenschabers zu achten?

Achte auf einen Schaber aus Kupfer oder Silber, ohne Lack oder Beschichtungen, von einem guten Hersteller.

Probiere es einfach mal aus – ich denke, der Preis ist überschaubar, und im besten Fall hast Du damit ein bedeutendes Upgrade für Deine Mundhygiene.

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Fazit: Der Zungenschaber

Über die fernöstliche Medizin kommt der Zungenschaber langsam nach Deutschland und setzt sich zunehmend durch. Das ergibt auch Sinn – wir putzen uns täglich die Zähne, aber die Zunge wird häufig vernachlässigt. Mit der Kombination aus Zähneputzen und Zungenschaben ist der Mund wirklich und nachhaltig sauber. Du hast weniger Mundgeruch und ein angenehmes Mundgefühl.

Ich empfehle einen ayurvedischen Schaber aus Kupfer, der nicht viel kostet und lange hält.

Viel Spaß bei der Umsetzung!