In diesem Beitrag erhältst Du Tipps, mit denen Du Deine Entgiftung im Alltag anregen kannst.
Warum müssen wir entgiften?
Durch Entgiftung scheidet unser Körper Abfall- und Giftstoffe aus. Unsere wichtigsten Entgiftungsorgane sind:
- Lunge: Dient der Abatmung von Gasen.
- Niere: Dient der Ausscheidung wasserlöslicher Giftstoffe.
- Leber: Fettlösliche Giftstoffe werden wasserlöslich gemacht und über Niere oder Galle ausgeschieden.
- Galle: Wasserunlösliche Giftstoffe werden an den Darm abgegeben.
- Darm: Er entscheidet, welche Nährstoffe aufgenommen werden, und scheidet mit der Galle gebundene Stoffe über den Stuhl aus.
- Haut: Sie kompensiert, was andere Organe nicht entgiften konnten.
- Lymphe: Sie verbindet verschiedene Entgiftungsorgane und ist gleichsam ein Depot für Giftstoffe.
In den Boulevardmedien wird oftmals angeprangert, unser Körper verfüge über eigene Entgiftungsmechanismen und eine Anregung über extra „Detox-Diäten“ sei überflüssig.
Diese Sichtweise widerspricht leider aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen. Zudem wird dabei unterschlagen, dass unser Körper heutzutage einer Vielzahl von Giftstoffen ausgesetzt ist.
Unser Körper muss heute mehr entgiften denn je
Mach Dir einmal Folgendes klar: Seit etwa 100 Jahren existieren in Deutschland Chemie-, Agrar-, Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikindustrien. Zugleich gelangen Schwermetalle in unsere Meere und Unmengen von Smog werden täglich in die Atmosphäre befördert.
Da wir Menschen das Ende der Nahrungskette darstellen, ist unser Körper auch gleichzeitig Endlager für Giftstoffe. Wir verklappen Schwermetalle in der Nord- und Ostsee, wo sie sich in Fischen anreichern. Anschließend ernähren wir uns von den belasteten Fischen und nehmen die Giftstoffe selbst auf.
Die dramatische Zunahme von chronischen Erkrankungen, die in den letzten Jahren verzeichnet werden konnte, hängt auch mit der Giftstoff-Belastung unserer Umwelt und unserer Körper zusammen.
Allein bei den über 300 zugelassenen E-Nummern in Europa handelt es sich überwiegend um Stoffe, die nicht isoliert in der Natur vorkommen. Hinzu kommen organische Toxine wie Benzol- und Phenolderivate, Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium, Rückstände von Antibiotika und Medikamenten in unserem Leitungswasser, Feinstaub in unserer Luft und noch vieles mehr.
Schätzungen zufolge befinden sich 150.000 Stoffe in unserem Körper, die dort nicht hingehören. Gleichzeitig ist unsere Entgiftungsfunktion eingeschränkt. Grund dafür: Unsere moderne, nährstoffarme Ernährung, Stress und wenig Bewegung. Aufgrund dessen lagern sich im Laufe der Zeit immer mehr Giftstoffe in unserem Körper an. Dort beeinträchtigen sie Stoffwechselprozesse und begünstigen chronische Entzündungen sowie chronische Erkrankungen.
Du merkst: Unser Körper muss heutzutage mehr entgiften denn je. Du tust also gut daran, ihn dabei zu unterstützen.
Das Schöne ist, dass dies ohne teure Detox-Shakes möglich ist. Daher möchte ich Dir heute bewährte und natürliche Methoden vorstellen, mit denen Du Deine Entgiftung im Alltag anregen kannst.
Entgiftung im Alltag anregen – bewährte Tipps und Tricks
Wenn es um die körpereigene Entgiftung geht, ist eine gute Heilfastenkur angeraten. Diese Methode ist allerdings nicht für jeden praktikabel und sollte überwiegend unter ärztlicher Anleitung stattfinden.
Wird die körpereigene Entgiftung sehr stark angeregt, können viele gespeicherte Giftstoffe freigesetzt werden, was eine akute Entzündung und sogar eine Rückvergiftung bewirken kann. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich dem Thema Entgiftung Schritt für Schritt anzunähern.
Die nachfolgenden Tipps eignen sich hervorragend dafür und lassen sich gut in den Alltag integrieren. Sie zielen darauf ab, dass gespeicherte Giftstoffe ausgeschieden und neu aufgenommene möglichst nicht gespeichert werden.
Intervallfasten
Wenn wir nichts essen, verbrennt unser Körper Fett und betreibt Autophagie (= Zellen bauen dabei beschädigte oder überflüssige Bestandteile ab und recyceln sie).
Entgiftungsprozesse sind besonders aktiv, wenn wir fasten. Allerdings kann nicht jeder tagelang aufs Essen verzichten. Deshalb eignet sich Intervallfasten.
Praxistipp: Verzichte auf das Abendessen oder das Frühstück und lass zwischen 2 Mahlzeiten 12 bis 16 Stunden verstreichen. Nach etwa 12 Stunden sind Deine Kohlenhydratreserven aufgebraucht, so dass Dein Körper deutlich mehr Fett verbrennt und ihm die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen, um zu entgiften.
Gut schlafen
Im Schlaf entgiftet Dein Körper am stärksten. Nach der Organuhr der traditionellen chinesischen Medizin ist die Leber zwischen 12 und 4 Uhr am aktivsten. Schläfst Du tief, unterstützt Du Deine Entgiftung.
In unserem Magazin findest Du viele hilfreiche Beiträge zum Thema Schlaf.
Täglich schwitzen
Beim Schwitzen wird die Lymphe angeregt, Fett verbrannt und modernen wissenschaftlichen Ergebnissen zufolge werden Schwermetalle ausgeschieden (s. Sears & Bray, 2012). Daher lautet die Empfehlung: Komm jeden Tag einmal kurz ins Schwitzen, um Stoffwechsel und Entgiftung anzuregen.
Wer hätte gedacht, dass wir schwitzend leicht Schwermetalle ausscheiden können?
Natürlich ist Sport treiben die naheliegendste Methode. Alternativ kannst Du eine (Infrarot-)Sauna besuchen.

Beim Schwitzen scheidet Dein Körper Schwermetalle aus
Infrarotsauna
In einer Sauna dieser Art wird jede Menge Schweiß produziert, Lymphe und Kreislauf werden angeregt und Dein Körper kann aktiv entgiften. In der Infrarotsauna werden besonders viele Giftstoffe gelöst und ausgeschieden, da die Hitze der Infrarotstrahlung sehr viel tiefer in den Körper eindringen kann als die Hitze einer klassischen Sauna.
In Wellnesshotels, Thermen und Schwimmbädern sind Infrarotsaunas zu finden. Sie können aber auch zu Hause installiert werden.
Sport
Welcher Sport regt die Entgiftung am besten an? Hier scheiden sich die Geister.
Ich sage: Hauptsache, Du machst Sport. Hauptsache, Du schwitzt. Hauptsache, Du hast Spaß dabei.
Für welche Sportart Du Dich letztlich entscheidest – ob Krafttraining, Volleyball oder Joggen –, ist zweitrangig.
Tipp: Wenn Du Sport in der Natur treibst, kannst Du Feinstaub besser abatmen. Parallel profitierst Du von Deiner Umgebung. Beispielsweise von ätherischen Ölen, die von Bäumen produziert werden und die Waldluft durchsetzen.
Erden
Dein Körper sollte regelmäßig mit der Erdoberfläche in Kontakt kommen. Auf diese Weise trittst Du nicht nur mit dem erdeigenen Magnetfeld in Verbindung, sondern Du nimmst auch Elektronen von der Erdoberfläche auf. Diese Elektronen fungieren als Antioxidantien, die Entzündungen lindern und die Entgiftung anregen können.
Falls Dir gerade Zweifel kommen: Erden ist kein Hokuspokus, sondern mittlerweile wissenschaftlich gut untersucht.
Wie erdest Du Dich am besten? Indem Du barfuß auf einer natürlichen Oberfläche spazierst, z. B. auf Gras, Sand oder Steinen, oder indem Du in einem natürlichen Gewässer badest.
Durch das Erden speichert Dein Körper außerdem weniger Schwermetalle und durch die Entzündungslinderung werden gespeicherte Giftstoffe leichter ausgeschieden.
Atmen
Atmest Du richtig? Die Frage mag Dir nichtig erscheinen, tatsächlich ist sie aber von großer Bedeutung. Beim Atmen scheidet Dein Körper eine ganze Menge Abfallgase aus. Wie Du atmest, ist dabei entscheidend.
Achte im Alltag auf Deine Atmung: Ist sie oberflächlich und kurz (als wärst Du gestresst) oder ist sie tief und geht in den Bauch (als wärst Du entspannt)?
Die Art und Weise Deiner Atmung ist nicht nur wichtig für die Entgiftung im Alltag. Sie spielt außerdem eine Rolle für Dein Stressempfinden und Deine Energieversorgung. Stichwort: Sauerstoff.
Zimmerpflanzen
Zimmerpflanzen sehen nicht nur schön aus, sie tragen durch ihre Farbe und ihr Aroma aktiv zur Stresslinderung bei und filtern Feinstaub aus der Luft. Messungen zufolge eignen sich Efeu, Lavendel, Grünlilie und andere üppige Grünpflanzen am besten. Wichtig ist jedoch auch, dass Dir die Pflanzen gefallen und Du Freude daran hast, sie zu pflegen.
Sonnenlicht
Verbringe regelmäßig Zeit in die Sonne. Durch die natürliche Strahlung (u. a. Infrarotstrahlung) produziert der Körper Glückshormone und Vitamin D. Auch der Kreislauf wird angeregt.
EMF reduzieren
Elektromagnetische Felder können bewirken, dass Dein Körper mehr Giftstoffe speichert (vor allem Schwermetalle).
EMF zu reduzieren ist also eine wichtige Stellschraube. Achte darauf, nicht den ganzen Tag Dein Handy unmittelbar neben Dir liegen zu haben. Nutze bevorzugt LAN statt WLAN und versuche, die EMF-Belastung im Alltag möglichst minimal zu halten.
Kalt duschen
Eine Morgenroutine lässt Dich motiviert und entspannt in den Tag starten. Sie kann überdies Deine Entgiftung anregen. Eine kalte Dusche etwa kurbelt den Kreislauf an und beschleunigt die Darmentleerung.
Tipp: Konzentriere Dich während der kalten Dusche auf eine tiefe Atmung.
15 Lebensmittel zur Entgiftung im Alltag
Wichtig sind nicht nur die Lebensmittel selbst, sondern auch Qualität und Variation. Dadurch stellst Du eine optimale Nährstoffversorgung sicher.
- Kaffee
- Grüntee
- Ingwer
- Kurkuma
- Kombucha
- Apfelessig
- Keimlinge und Sprossen
- Grünes Gemüse
- Wildkräuter
- Heilpilze (wie Reishi, Cordyceps, Chaga, Eichhase, Maitake)
- Frische Beeren
- Leber von Weidetieren
- Fisch und Meeresfrüchte
- Chlorella
- Zwiebelgewächse

Mithilfe der Ernährung kannst Du Deine Entgiftung im Alltag anregen – jeden Tag aufs Neue!
Nährstoffe zur Entgiftung im Alltag
Achte darauf, dass es Dir an folgenden Nährstoffen nicht mangelt, denn sie spielen eine Rolle bei der Entgiftung.
- Vitamin C
- N-Acetylcystein
- Omega-3-Fettsäuren
- B-Vitamine
- MSM
- Zink
- Kupfer
- Selen
- Mangan
- Eisen
Wählst Du gesunde, naturbelassene Lebensmittel, solltest Du gut versorgt sein.
In manchen Fällen kann dennoch eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. So zum Beispiel bei Omega-3-Fettsäuren. Sie sind über die Nahrung nur schwer zu decken, aber für die Entgiftung im Alltag fundamental. Enthalten sind die wertvollen Fettsäuren in Fisch- und Algenöl.
Seit längerem nehme ich selbst ein Omega-3-Produkt, das mich überzeugt. Wenn Du es für 6 Monate testen möchtest (mit Omega-3-Test), schreibe mir gern eine Nachricht.
Fazit – Entgiftung im Alltag anregen
Ob wir gesund oder krank sind, entscheidet sich oftmals an unseren täglichen Gewohnheiten. Unterstützt Du Deinen Körper jeden Tag bei der Entgiftung, wird er es Dir danken.
Der Nutzen genannten Tipps erschöpft sich übrigens nicht in der Entgiftungsanregung. Sie lindern Stress, regen Deinen Stoffwechsel an und fördern Deine Verdauung.
Habe ich etwas vergessen? Würdest Du gerne eine wichtige Entgiftungsmaßnahme im Alltag ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!
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