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Borreliose – Alles über Symptome, Diagnose und Behandlung

von Martin Auerswald, M.Sc.
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Zecke mit Borreliose

Borreliose ist eine infektiöse Krankheit, die durch den bakteriellen Erreger Borrelia burgdorferi ausgelöst wird – und sie ist innerhalb der Bevölkerung verbreiteter, als so mancher annehmen würde.

Anhand einer großangelegten Untersuchung, die zwischen 2008 und 2011 mit 6.945 Erwachsenen durchgeführt wurde, die zwischen 18 und 79 Jahre alt waren, ergaben sich folgende Prozentzahlen [1]:

  • Prävalenz bei Frauen: 5,8 %
  • Prävalenz bei Männern: 13 %
  • Gesamt: 9,4 %

Das bedeutet, etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland sind von einer chronischen Borreliose betroffen.

Menschen höheren Alters waren deutlich öfters betroffen; und tatsächlich deuten die Ergebnisse der höchsten Altersgruppe darauf hin, dass sich mindestens ein Fünftel der deutschen Bevölkerung im Laufe des Lebens mit Borrelien infiziert.

Diese Zahlen sind erschreckend. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, über Borreliose zu informieren. Dieser Artikel soll einen Teil dazu beitragen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Du bereits (wissentlich) erkrankt bist oder nicht; im Hinblick auf die Verbreitung innerhalb der deutschen Bevölkerung ist es definitiv von Vorteil, über Borreliose im Bilde zu sein und sich das nötige Wissen anzueignen, um sich vor einer potenziellen Infektion zu schützen.

Darum wird es im Folgenden gehen: Wie erfolgt eine Infektion? Wie äußert sich Borreliose? Wie wird die Erkrankung diagnostiziert und behandelt? Was kannst Du tun, um Dich vor den Erregern zu schützen?

 

Was ist Borreliose?

Genaugenommen ist Borreliose ein Überbegriff für eine ganze Gruppe von bakteriellen Infektionskrankheiten. Hierzu zählen unter anderem Lyme-Borreliose (verbreitet in den gemäßigten Klimazonen) und das Zeckenrückfallfieber (verbreitet in den Tropen und Subtropen).

Verursacht werden die Erkrankungen durch Borrelien. Hierbei handelt es sich um aktiv-bewegliche, schraubenförmige Bakterien, die zur Gruppe der Spirochäten zählen.

Borrelien werden in verschiedene Arten unterteilt und je nach Art verursachen sie andere Erkrankungen, die Menschen und/oder Tiere ereilen können. Hier ein Überblick über drei wichtige Arten:

  • Borrelia burgdorferi: Ebenfalls ein Überbegriff für eine Reihe nah verwandter Borrelien, die 1982 durch den Schweizer Forscher Willy Burgdorfer identifiziert wurden und Lyme-Borreliose verursachen. Erstmals beschrieben wurde die Erkrankung übrigens 1975 in der amerikanischen Stadt Lyme auf Long Island bei Ney York. Dies sollte jedoch nicht zu der Annahme verleiten, es handele sich um eine neuartige Erkrankung. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass bereits Ötzi, die in Südtirol aufgefundene Gletschermumie, mit Borrelien infiziert war [2].
  • Borrelia recurrentis: Diese Borrelienart wird durch Läuse übertragen und verursacht Läuserückfallfieber, das unter anderem in Südamerika und Teilen Afrikas verbreitet ist.
  • Borrelia duttoni: Hier findet die Übertragung wiederum durch Zecken statt. Die Art verursacht das Zeckenrückfallfieber.

In Europa ist Lyme-Borreliose die am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung. Doch wie genau erfolgt die Übertragung der entsprechenden Erreger?

 

Kleiner Stich mit fatalen Folgen – so wird Borreliose übertragen

In der Regel erfolgt die Übertragung der Erreger durch den Stich einer infizierten Zecke – einem kleinen Spinnentier, das in bewaldeten und grasbewachsenen Gebieten lebt (bei uns ist es der „gemeine Holzbock“ oder Ixodes ricinus). Tatsächlich können aber auch andere blutsaugende Insekten, wie Mücken oder Bremsen, Borrelien übertragen. Dies ist jedoch eher selten der Fall.

Die Übertragung von Mensch zu Mensch (besonders über sexuellen Kontakt) wird aktuell diskutiert, ist aber gut möglich.

Zecken tragen die Erreger übrigens nicht grundsätzlich in sich. Die Durchseuchungsrate unter den Spinnentieren schwankt zwischen 5 und 35 %. Gebietsweise, insbesondere in Süddeutschland, kann die Rate auch höher ausfallen.

Um Borrelien zu übertragen, muss sich die Zecke also zuvor selbst infizieren. In der Regel nimmt sie die Erreger auf, indem sie das Blut infizierter Tiere, zumeist Rehe oder Mäuse, saugt.

Gut für die Zecke, schlecht für den Menschen: Selbst wenn Zecken Erreger in sich bergen, erkranken sie nicht. Sie übertragen sie lediglich und stellen somit eine Art Medium dar, über das Borrelien auch den Menschen befallen können. Borrelien sind damit klassische Parasiten, die sich an „Endverbraucher“ richten, wie größere Säugetiere und Menschen.

Ein Zeckenstich muss außerdem nicht automatisch bedeuten, dass Borrelien übertragen wurden – nicht jede Zecke trägt sie in sich, nicht immer werden sie übertragen, und nicht immer kommt es zum Krankheitsausbruch. Weitere Faktoren, die hier reinspielen, sind das Entwicklungsstadium der Zecke sowie die Zeit, die sie letztlich mit Blutsaugen verbringt.

 

Borrelien können ihre Gestalt verändern!

Borrelien gibt es in der klassischen Spirochäten-Form (wie ein Korkenzieher) – bei Nährstoffmangel und unter Antibiotika-Gabe können sie ihre Form verändern und die sogenannte L-Form abnehmen. Diese L-Form kann intrazellulär (z.B. in Immunzellen) überleben und sich vor dem Immunsystem „verstecken“ (s. hier).

Die L-Form ist kleiner und komprimierter als die Spirochäten-Form – es gibt sie mit und ohne Zellkern (cell-wall-deficient) – in dieser Form kann das Bakterium eine Antibiotika-Therapie leicht überleben und sich dennoch fortpflanzen und im Körper persistieren.

Aus diesem Grund ist es so wichtig, neben der Antibiotika-Therapie auf eine komplementärmedizinische Behandlung zu setzen, damit die Borreliose nicht chronisch wird.

Da 8 Millionen Menschen eine chronische Borreliose haben, zeigt sich, dass eine Antibiotika-Therapie nicht ausreichend ist und ohne ein gesundes und kompetentes Immunsystem diese Infektion ein Leben lang bestehen kann.

 

Der Zyklus von Zecken

Nachdem Zecken geschlüpft sind, entwickeln sie sich zunächst zu Larven, dann zu Nymphen und schließlich zu adulten Tieren. In jedem Stadium stechen Zecken nur einmal. Das heißt, mit jedem Stich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine infizierte Quelle erwischen und dabei Erreger in sich aufnehmen. Adulte Zecken sind deshalb prozentual häufiger Träger von Borrelien.

Nichtsdestotrotz ist es für Menschen wahrscheinlicher, sich über den Stich einer Nymphe zu infizieren, da sie weitaus kleiner und schlechter zu entdecken sind als ausgewachsene Zecken.

Womit wir auch schon beim nächsten wichtigen Punkt wären: dem Zeitfaktor. Zecken müssen nämlich eine gewisse Zeit mit Blutsaugen verbringen, damit es zur Übertragung der Bakterien kommt. Je länger sie sich am Blut ihres Wirtes gütlich tun – in der Regel müssen mindestens 24 Stunden vergehen –, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Borrelien übertragen werden.

Abbildung einer Uhr

Tick, tack: Sobald eine Zecke gestochen hat und entdeckt worden ist, ist schnelles Handeln gefragt. Je eher Du sie entfernst, desto schlechter stehen die Chancen für die Erreger und desto besser für Dich.

Warum nimmt der Prozess der Übertragung so viel Zeit in Anspruch? Borrelien befinden sich im Darm der Zecke. Beginnt sie damit, Blut zu saugen, verändert sich das Oberflächeneiweiß der Bakterien, so dass sie in der Lage sind, die Darmwand zu passieren. Daraufhin wandern sie in den Speichel der Zecke und gelangen so in den Wirt.

Aus diesem Grund ist es von immenser Bedeutung, Zecken stets zeitnah zu entfernen (mehr dazu erfährst Du weiter unten im Beitrag).

Wichtig zu wissen: Über Borrelien hinaus können Zecken noch andere Erreger übertragen. Hierzu zählen z. B. Klebsiellen, Rickettsien, Anaplasmen und Bartonellen.

 

Symptome einer Borreliose

Borreliose verläuft in drei Stadien und ist von ihrer Symptomatik her breit gefächert. Da die Erkrankung disseminiert (= heißt, sie verbreitet sich über die Blutbahn im ganzen Körper), verändern sich die Symptome und werden mit der Zeit schlimmer.

 

Stadium 1 (früh lokalisiert)

Tage bis Wochen nach der Infektion …

Innerhalb eines Monats kann um die Einstichstelle herum die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans) entstehen. Hierbei handelt es sich um eine ringförmige Rötung der Haut, die zur Mitte hin blasser ist als am Rand. Sie bemisst in der Regel mind. 5 cm, juckt nicht, schmerzt nicht und verblasst allmählich wieder.

Die Wanderröte kann dabei auch an anderen Körperregionen auftreten oder untypisch aussehen (= atypisches Erythema migrans).

Weiterhin können grippeähnliche Symptome auftreten:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • geschwollene Lymphknoten

Die grippeähnlichen Symptome sind oft zyklisch und nehmen alle paar Wochen ab und wieder zu [3].

Die besagte Wanderröte ist das typischste Borreliose Symptom – tritt sie auf, erfolgt die Diagnose schnell und die Behandlung kann umgehend starten, was bei Borreliose von Vorteil ist.

Junge Frau mit Fieber

Das Auftreten einer „Sommergrippe“ kann ein typisches Anzeichen für eine Borreliose im Frühstadium sein.

Die Krux an der Sache: Nur bei 30 % der Infektionen kommt es zur Wanderröte und nur 20 % entwickeln grippeähnliche Symptome. Ohne diese typischen Anzeichen bleibt die Infektion oft unerkannt und still, so dass die Erreger Zeit haben, sich im Organismus auszubreiten.

 

Stadium 2 (früh disseminiert)

Wochen bis Monate nach der Infektion …

Da die Erreger Zeit hatten, sich über das Blut in andere Organe auszubreiten, machen sich in diesem Stadium Anzeichen einer systemischen Infektion bemerkbar.

  • Lyme-Karditis: Entzündungen und Rhythmusstörungen des Herzens sind möglich, damit einhergehend Brustschmerzen, Benommenheit, Kurzatmigkeit oder Herzklopfen.
  • Frühe Neuroborreliose: Sind Hirn und Nervenbahnen befallen, kann es zur Entstehung einer Neuroborreliose kommen. Sie äußert sich durch Nervenschmerzen in Form eines brennenden, beißenden oder bohrenden Gefühls. Zudem können Taubheitsgefühle, Gesichtslähmungen und Schwindel auftreten, je nachdem welche Hirnnerven betroffen sind.
  • Häufig wird eine multiple Sklerose diagnostiziert, obwohl es sich tatsächlich um eine Neuroborreliose handelt. Die Symptome können sehr ähnlich sein. Daher unbedingt bei einer MS-Diagnose auch auf Borrelien (und Quecksilber) testen!

Auch die Augen können mit betroffen sein. Infizierte klagen deshalb bisweilen darüber, verschwommen oder doppelt zu sehen.

Überdies können sich bereits in diesem Stadium Gelenkentzündungen entwickeln, die mit schmerzhaften Schwellungen einhergehen.

 

Stadium 3 (spät disseminiert)

Monate bis Jahre nach der Infektion …

  • Lyme-Arthritis: Bei vielen Betroffenen äußert sich Borreliose in diesem Stadium durch ein oder mehrere entzündete Gelenke. Oftmals sind die Knie betroffen, aber auch Entzündungen anderer Gelenke sind möglich (z. B. Ellenbogengelenk). Schwellungen, Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit sind typische Begleiterscheinungen [4].
  • Späte Neuroborreliose: Aufgrund einer fortschreitenden Entzündung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) kommt es zur Ausprägung neurologischer Symptome, die für Betroffene beängstigend sein können. Hierzu zählen ein Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Probleme Gesprächen zu folgen, Lähmungen, Abbau der Leistungsfähigkeit und Beeinträchtigung geistiger Prozesse.
  • Haut: Eher selten, aber möglich ist die Entstehung einer chronischen Hautveränderung, die als Acrodermatitis chronica atrophicans bezeichnet wird. Sie tritt an Armen, Beinen, Fingern und Zehen auf, wo sich die Haut rot verfärbt und anschwillt. Nach einer Weile wird sie dünn.
  • Immunschwäche: Die Borrelien nehmen aktiv Einfluss auf das Immunsystem und können es schwächen, um ihr eigenes Überleben zu vereinfachen.
  • Autoimmunerkrankungen: Je nachdem, wo sich Borrelien einnisten, können sie das Immunsystem fehlleiten und Autoimmunerkrankungen provozieren. Daher kommt es bei Borreliose-Betroffenen häufiger zu bestimmten Erkrankungen wie Hashimoto und Rheumatoide Arthritis.

Da die Symptome teilweise auch mit anderen Erkrankungen in Verbindung stehen, erweist sich die Diagnose oft als schwierig [4].

Die Krankheit verläuft außerdem nicht immer in exakt diesen Stadien [5]. Die Symptome können sich auch überschneiden, also sowohl früher als auch später, einzeln oder in Kombination auftreten. Manche Patienten entwickeln gar keine Symptome, bei anderen machen sich Beschwerden erst im Spätstadium bemerkbar.

 

Wie wird Borreliose diagnostiziert?

Um eine chronische Borreliose zu diagnostizieren, dauert es durchschnittlich 3-5 Jahre – so lange laufen Betroffene von Arzt zu Arzt, berichten von den Symptomen, nur um zu hören, dass „Sie völlig gesund sind“. Daher sollten wir uns jetzt etwas genauer über die Diagnose von Borreliose unterhalten:

Um eine Infektion mit Borrelien zu diagnostizieren, wird Patienten bei klinischem Verdacht Blut abgenommen, das auf Borrelien-spezifische Antikörper untersucht wird (IgG, IgA und IgM-Antikörper, um zu untersuchen, ob es eine akute oder chronische Borreliose ist).

Aufgrund der Tatsache, dass Borrelia burgdorferi verschiedene Genotypen besitzt und der Labordiagnostik noch in anderer Hinsicht Probleme bereitet, existiert jedoch kein Einzeltest. Aus diesem Grund erfolgt die Diagnostik in Stufen.

Im Zuge der Stufe I kommen das ELISA Verfahren (Enzyme-linked Immunosorbent Assay) oder ähnliche Verfahren zum Einsatz. Finden diese Tests Antikörper gegen Borreliose auf – sind sie also positiv oder ist das Ergebnis grenzwertig –, erfolgt Stufe II zur Sicherung der Ergebnisse: Immunoblot (dient zur exakteren Bestimmung der Antikörper).

Besteht Verdacht auf eine Neuroborreliose, müssen Antikörper gegen Borrelien im Nervenwasser nachgewiesen werden ebenso wie entzündliche Veränderungen des Nervenwassers.

Blutprobe

Um eine Borreliose zu diagnostizieren, werden serologische Tests durchgeführt. Die Interpretation der Ergebnisse ist jedoch nicht immer leicht oder eindeutig …

Im Kontext der Bewertung der Blutuntersuchung muss berücksichtigt werden, dass ein Antigentest positiv ausfallen kann, obwohl die Infektion bereits erfolgreich überwunden wurde.

Ergo: Aufgrund eines positiven Tests kann nicht automatisch auf eine bestehende Erkrankung zum Zeitpunkt der Blutentnahme geschlossen werden, da IgG- sowie IgM-Antikörper selbst Jahre nach einer früheren (ggf. symptomlosen) Infektion fortbestehen.

Wurde die Infektion erst kürzlich erworben, fällt die Blutuntersuchung häufig negativ aus. Im Frühstadium muss ein negativer Test also nicht bedeuten, dass keine Borreliose vorliegt. Im Vergleich sind im späteren Stadium nahezu alle Tests positiv.

Ein weiterer Faktor der Beachtung finden muss: Ein falsch-positives Ergebnis kann durch das Vorliegen anderer Erkrankungen zustanden kommen, z. B. mancher Autoimmunerkrankungen, bakterieller Erkrankungen (Syphilis) oder viraler Erkrankungen (Epstein-Barr-Infektion).

Andere Methoden sind den Blutuntersuchungen häufig nachgeschaltet, um das Vorhandensein der Erreger direkt nachzuweisen:

  • Anzucht = Können Erreger aus einem Probematerial eines Patienten angezüchtet werden, gilt der Befall mit Borrelien als gesichert.
  • PCR-Test = Mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion wird das Erbgut des Erregers vervielfältigt und somit nachgewiesen.

Da die Erkrankung teilweise symptomlos verläuft bzw. mit diffusen Symptomen einhergeht, kann die Zeit, die zwischen Infektion und Diagnose verstreicht, bis zu 8 Jahre betragen (im Schnitt 3 bis 5 Jahre).

Eine richtige Diagnose ist daher von großer Bedeutung. Ein besonders wichtiges Diagnostiklabor bildet arminlabs.de. In der Einrichtung, geführt von Dr. Armin Schwarzbach, werden Untersuchungen auf akute sowie chronische Infektionen durchgeführt, die durch Zecken übertragen werden können.

 

Ko-Infektionen

Zecken übertragen häufig nicht nur Borrelien, sondern auch weitere Erreger, sogenannte Ko-Infektionen. Bei einer positiven Borreliose-Diagnose sollte daher auch auf Rickettsien, Anaplasmen und Bartonellen geprüft werden, um die Therapie entsprechend anzupassen.

 

Wie wird Borreliose behandelt?

Wird Borreliose nicht rechtzeitig behandelt, kann sie persistieren, also weiterhin fortdauern. Was die Frage aufwirft: Warum nimmt sich das Immunsystem der Erreger nicht so an, dass sie schließlich beseitigt werden?

Das liegt unter anderem daran, dass Borrelia burgdorferi sich regelrecht vorm Immunsystem versteckt. Genaugenommen überdauern sie, indem sie sich im Bindegewebe oder in Zellen verborgen halten, wo das Immunsystem nur schwer an sie herankommt.

Außerdem sind die Bakterien Meister der Tarnung. Hierzu verändern sie von Generation zu Generation ihre Oberflächenstruktur, so dass sie von bereits existierenden Antikörpern, die das Immunsystem gebildet hat, schlicht „übersehen“ werden.

Darum gilt: Je eher die Behandlung beginnt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass schwere Krankheitsverläufe und Spätmanifestation verhindert werden können. Am besten lässt sich die Erkrankung also im Frühstadium behandeln – Betroffene erholen sich dann recht schnell und vollständig.

 

Antibiotika Therapie

Üblicherweise kommen Antibiotika zum Einsatz, die oral verabreicht werden (meist eine Mischung der folgenden):

  • Doxycyclin
  • Amoxicillin
  • Ceruroximaxetil
  • Azithromycin

Teilweise erfolgt die Gabe von Antibiotika intravenös, um einen möglichst hohen Wirkstoffspiegel im Blut zu gewährleisten.

Die Dauer der Behandlung schwankt dabei zwischen 10 und 30 Tagen. Faktoren, die hier berücksichtigt werden, sind die Art des Antibiotikums sowie Dauer und Schwere der Symptome.

Bitte beachte außerdem, dass eine Nachuntersuchung vonnöten ist, um zu überprüfen, ob die Infektion noch vorliegt oder vorüber ist.

 

Komplementärmedizinische Therapie

Eine Antibiotika-Therapie alleine reicht nur in den wenigsten Fällen, um eine Infektion komplett zu besiegen. Wenn nicht im gleichen Zuge Darmflora und Immunsystem gestärkt werden, ist die Wahrscheinlichkeit einer chronischen Borreliose wahrscheinlich.

 

Probiotika

Parallel zu einer Antibiotikatherapie solltest Du Deinen Körper immer mit Probiotika versorgen. Denn leider zerstören Antibiotika nicht nur die krankmachenden Erreger, sondern auch die guten, nützlichen Bakterien. Insbesondere die Darmflora ist davon betroffen. Wird sie angegriffen, gerät unsere Verdauung aus dem Takt (Verstopfung, Durchfall) und unerwünschte Erreger können sich im Darm ansiedeln (z. B. Clostridium difficile).

Unsere Empfehlung für Dich: Bio Darmbakterien von unserem Partner edubily in Kapselform. Das Präparat ist hochdosiert und enthält pro Kapsel eine Vielzahl an wertvollen Milchsäurebakterien verschiedener Stämme, die Dir und Deinem Darm zugutekommen.

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Antibiotika sind im Zuge der Borreliose-Behandlung zweifelsohne von großer Bedeutung, aber sicherlich fragst Du Dich jetzt, was Du noch tun kannst, um die Infektion in den Griff zu bekommen und Deinen Körper zu unterstützen. Im Folgenden findest Du einige Praxistipps, die sich bewährt haben.

 

#1 Ketogene Ernährung

Die ketogene Ernährung ist ein Ernährungskonzept, in dessen Zuge die Zufuhr von Kohlenhydraten so weit heruntergeschraubt wird, dass der Körper seinen Energiebedarf mittels Fetten und Ketonkörpern deckt – nicht länger mittels Glukose.

Begründet wurde sie übrigens aus therapeutischen Zwecken. Mithilfe dieser Ernährungsform wurden Kinder behandelt, die an Epilepsie litten – erfolgreich behandelt, wohlgemerkt [6–7].

Auch in Hinblick auf Borreliose hat sich die ketogene Ernährung als hilfreich erwiesen, da sie zuckerarm ist und den Erregern somit keine optimalen Lebensbedingungen mehr zur Verfügung stehen.

Kurz gesagt: Borrelien lieben Glukose, aber verabscheuen Ketone – denn sie können nur Glukose und Milchsäure als Nahrungsquelle verwenden. Werden diese im Zuge einer ketogenen Ernährung reduziert und stattdessen mehr auf Fett und Ketone gesetzt, schränkt dies das Wachstum der Borrelien ein.

Neben einer ketogenen Ernährung können exogene Ketone eine gute Empfehlung sein, um schnell und effektiv in die Ketose zu kommen.

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#2 Artemisia Annua Tinktur

Artemis Annua (einjähriger Beifuß) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Korbblütler zählt und im Rahmen der traditionellen chinesischen Medizin gegen Malaria zum Einsatz kommt.

Eine neue Studie (in vitro) legt nahe, dass Artemis Annua auch im Kontext von Borreliose zur Anwendung kommen könnte. In der Studie wurden verschiedene pflanzliche Arzneimittel auf ihre antimikrobielle Wirkung hin untersucht und mit Antibiotika verglichen. Es sind weitere Studien erforderlich, doch die Ergebnisse geben Grund zur Hoffnung, dass sich eine Anwendung von Artemis Annua Tinktur bei Borreliose auszahlen könnte [8].

 

#3 Nährstoffe

Nährstoffe, die im Kontext einer Borreliose Unterstützung bieten können, sind Vitamin C und D, Cystein und Zink.

  • Vitamin C: Im Fall einer Infektion ist unser Immunsystem gefragt. Damit es effektiv gegen Erreger vorgeht, muss die Nährstoffversorgung stimmen – unter anderem mit ausreichend Vitamin C.
  • Vitamin D: Es ist allgemein ratsam, mit ausreichend Vitamin D versorgt zu sein, denn neben zahlreichen anderen Funktionen, die es erfüllt, wird es außerdem für die Entwicklung von Immunzellen benötigt. Zudem ist ein Mangel mit schädlichen Auswirkungen bei bakteriellen Infektionen verknüpft [5;9]
  • Cystein: Die Aminosäure Cystein ist an der Bildung des Master-Antioxidans Glutathion beteiligt, dient auf aufgrund seiner Fähigkeit, Schwermetalle zu binden, der Entgiftung und unterstützt das Immunsystem. Jene Eigenschaften machen es für den Kampf gegen Infektionskrankheiten geeignet [10].
  • Zink: Eine Studie deutet daraufhin, dass das essenzielle Spurenelement Zink einen Einfluss auf die Virulenz von Borrelia burgdorferi nimmt [11]. Darüber hinaus ist Zink überaus bedeutsam für das Funktionieren unseres Immunsystems [12].

 

#4 Schwarzkümmelöl

Eine in vitro Studie aus dem Jahr 2019 deutet darauf hin, dass bestimmte organische Öle eine gute Ergänzung zu traditionellen Behandlungen darstellen könnten, da sie eine antimikrobielle Wirkung besitzen [13].

Schwarzkümmelöl ist eines dieser Öle. Es wird durch Kaltpressung aus Schwarzkümmelsamen gewonnen und kommt seit Jahrtausenden bei entzündlichen Erkrankungen zum Einsatz (z. B. Akne, Ekzeme, Neurodermitis). Nicht ohne Grund, denn das wertvolle Öl enthält jede Menge wertvolle Inhaltstoffe, deretwegen es für die Bekämpfung chronischer Entzündungen geradezu prädestiniert ist.

Du möchtest mehr über Schwarzkümmelöl erfahren? Insbesondere über seine Wirkungen und möglichen Anwendungen? Dann lies gerne unseren Beitrag über Schwarzkümmelöl, den ich Dir hier mit verlinke.

 

#5 Vitalpilze

Der Reishi und der Cordyceps sind zwei äußert wertvolle Heilpilze, die je mit zahlreichen gesundheitlichen Wirkungen überzeugen. Zurückzuführen sind sie auf ihre Inhaltsstoffe.

Beide Heilpilze wirken immunstärkend, entzündungshemmend und bieten darüber hinaus Unterstützung bei viralen und bakteriellen Infekten. Auch im Fall von Borreliose können sie von daher Unterstützung bieten. Während der Reishi das Immunsystem fördert, vermag der Cordyceps sogar direkt gegen die Borrelien anzugehen.

Neugierig geworden? In unseren Artikeln erfährst Du mehr über die Heilpilze Cordyceps und Reishi.

Mico Cord Cordyceps Extrakt

 

#6 Stevia Extrakt

Stevia enthält Steviolglykoside, welche gezielt Borrelien angreifen und abtöten können, teilweise sogar effektiver, als Antibiotika. Flüssige Stevia-Extrakte scheinen hierbei am effektivsten zu sein.

Einnahme: Früh, mittags und abends je 3 Tropfen Extrakt in Wasser. Täglich die Dosis steigern. Wird es zu süß, auch in Kapselform verwenden.

 

#7 Gesunde, nährstoffreiche Ernährung

Natürlich – alles, was das Immunsystem stärkt und Deinen Körper mit Nährstoffen versorgt, hilft Dir dabei, die Borrelien anzugehen. Dabei findest Du bei uns noch viele weitere hilfreiche Beiträge und Ebooks im Mitgliederbereich (trage Dich dazu in den Newsletter ein).

 

#8 Katzenkralle

Es mehren sich Hinweise darauf, dass Katzenkralle-Extrakte und -Tinkturen auch stark immunstärkend und antibakteriell gegen Borrelien wirken könnten. Einige erste Studien scheinen dies zu bestätigen, aber hier bleibt noch abzuwarten, ob sich das in der Praxis bewährt.

 

Post-Lyme-Syndrom

Wurde die Antibiotikatherapie abgeschlossen und treten dennoch weiterhin Borreliose Symptome auf, spricht man vom sogenannten Post-Lyme-Syndrom (selten und fälschlicherweise auch als „chronische Borreliose“ bezeichnet).

10 bis 20 % der Menschen, die eine Behandlung erfuhren, haben weiterhin mit Beschwerden zu kämpfen, die bis zu 6 Monaten oder länger andauern können. Die meisten Betroffenen erholen sich schließlich davon.

Typische Post-Lyme-Symptome sind:

  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • schmerzende Muskeln
  • schmerzende/geschwollene Gelenke
  • schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • mangelnde Konzentrationsfähigkeit
  • Sprachprobleme

Die Ursachen für das Syndrom sind bislang unklar, so dass sich verschiedene Hypothese herausgebildet haben.

Einige Experten glauben, dass die fortbestehenden Symptome Anzeichen für eine besonders hartnäckige, anhaltende Infektion durch nicht abgetötete Erreger darstellen. Hierfür gibt es bislang keine Beweise. Aus diesem Grund erfährt die Begrifflichkeit „chronische Borreliose“ mitunter scharfen Gegenwind, da sie impliziert, dass die Erreger trotz Behandlung fortbestehen, was bei Post-Lyme jedoch nicht der Fall ist [14].

Andere Experten nehmen an, dass die Symptome nicht länger mit Borreliose in Zusammenhang stehen und gänzlich andere Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sind [14].

Wiederum andere gehen davon aus, dass die Erreger eine Autoimmunreaktion bedingen, die die genannten Symptome verursacht, so dass sie bestehen bleiben, selbst nachdem die eigentliche Infektion abgeklungen ist. Diese Annahme fußt auf der bekannten Tatsache, dass nach einigen Infektionen Autoimmunerkrankungen auftreten können. [14]

Da man bezüglich der Ursache im Trüben fischt, besteht auch hinsichtlich der Behandlung des Syndroms Uneinigkeit. Teilweise werden langfristig Antibiotika verschrieben; diese Methode ist jedoch umstritten und in Placebo-kontrollierten Studien wurde deutlich, dass sie keinen Nutzen bringt – was Sinn ergibt, wenn man davon ausgeht, dass keine Erreger mehr vorhanden sind, die das Antibiotikum abtöten könnte.

Zudem muss beachtet werden, dass eine langfristige Gabe von Antibiotika mit Gefahren behaftet ist (Antibiotikaresistenz, Durchfall, Nieren- oder Leberschäden, allergische Reaktionen) [14]. Aus diesem Grund beschränkt sich die Behandlung häufig auf eine Linderung der Beschwerden durch die Gabe anderer Medikamente.

Darüber hinaus können Borrelien viele Folgeerkrankungen auslösen, wie z. B. Autoimmunerkrankungen (Hashimoto), chronische Müdigkeit und Fibromyalgie (Schmerzsyndrom, das sich durch Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen äußert).

 

Ist Borreliose ansteckend?

Es gibt keine direkten Hinweise darauf, dass Borreliose von Mensch zu Mensch übertragen werden kann; und dass obwohl die Erreger in Körperflüssigkeiten gefunden werden konnten (Muttermilch und Speichel). Auch stillende Mütter, die an Borreliose leiden, müssen sich folglich keine Sorgen machen [15].

Einzige ausnahme: Borrelien scheinen sexuell übertragbar zu sein. Damit zählt die Borreliose zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Tritt Borreliose während der Schwangerschaft auf, kommen umgehend Antibiotika zum Einsatz. Eine Übertragung der Erkrankung auf das ungeborene Kind (wie im Fall von Syphilis) ist unwahrscheinlich; eine unbehandelte Borreliose kann jedoch mit einem ungünstigen Schwangerschaftsausgang assoziiert sein [16].

Auch eine Ansteckung vom Tier auf den Menschen ist nicht möglich. Lediglich eine infizierte Zecke kann vom Tier auf den Menschen übergehen und so die Infektion bewirken.

 

Wie kann man Borreliose vorbeugen?

Das Wichtigste vorab: Solltest Du schon einmal an Borreliose erkrankt gewesen sein, bedeutet das leider nicht, dass Du immun bist. Aktiv Prävention zu betreiben, ist also weiterhin von großer Bedeutung. Im Folgenden erhältst Du einige Tipps.

  • Vermeide Zeckenstiche, indem Du beim Aufenthalt im Freien lange Kleidung und festes Schuhwerk trägst. Ideal sind helle Kleider, denn so lassen sich die schwarzen Tierchen leichter erkennen.
  • Meide den Weg durch hohes Gras oder Gebüsch und nutze stattdessen befestigte (Wander-)Wege.
  • Nutze einen wirksamen Insektenschutz. Beachte jedoch, dass derartige Mittel nur wenige Stunden wirken und überdies keinen vollständigen Schutz bieten (im Zweifelsfall wandert die Zecke so lange auf der Haut umher, bis sie eine unbehandelte Stelle findet).
  • Auch Schwarzkümmelöl und ätherische Öle halten Zecken größtenteils ab.
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur (Waldgebiete, Unterholz, hohes Gras) solltest Du Dich selbst, Deine Kinder und ggf. mitgeführte (Haus-)Tiere auf Zecken untersuchen. Beachte dabei, dass sich die kleinen Blutsauger häufig in Körperbereichen befinden, die schwer einzusehen sind (Kopfhaut, Achselhöhlen, Leistengegend). Prinzipiell können sie sich aber auch an jeder anderen Region festsetzen.
Wald und Feld bei Sonnenuntergang

Sich in der freien Natur aufzuhalten, ist eine Wohltat für Körper und Geist. In Hinblick auf Zecken ist jedoch Vorsicht geboten. Das soll nicht etwa heißen, auf Wanderungen und dergleichen zu verzichten; nur sei Dir stets der Gefahr bewusst und kontrolliere Dich nach einem Ausflug sorgfältig.

 

Besonders aufpassen solltest Du im Frühjahr und Sommer, denn in den warmen Jahreszeiten sind Zecken besonders aktiv. Aufgrund der globalen Erwärmung und der zunehmenden Tendenz zu milderen Wintern steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass die Spinnentiere auch in den kälteren Jahreszeiten auf Beutefang gehen und somit potenziell Erreger übertragen. Im Endeffekt kommt es also auf die Temperaturen an (bei etwa 7 °C werden Zecken aktiv).

Warte im Fall der Fälle nicht ab: Hat die Zecke bereits gestochen, ist schnelles Handeln gefragt, um die Wahrscheinlichkeit für die Übertragung von Erregern zu minimieren.

Wie wird eine Zecke entfernt? Entferne sie immer fachgerecht mit einer Zeckenzange oder einer feinen Pinzette, indem Du sie knapp über der Haut fasst und langsam, senkrecht sowie gleichmäßig herausziehst. Drehe die Zecke beim Herausziehen nicht und übe auch keinen Druck aus, damit keine Körperflüssigkeit (und somit Erreger) in die Wunde gelangt. Desinfiziere die Stelle danach, damit es nicht zu einer Infektion kommt.

Sollte der Kopf beim Entfernen stecken bleiben – mach Dir keine Sorgen. Das Risiko für eine durch Zecken übertragene Erkrankung wird dadurch nicht erhöht. Lediglich das Infektionsrisiko steigt. In der Regel stößt der Körper den Kopf nach einer Weile von selbst ab.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, eine Zecke, die Dich gestochen hat, im Labor auf Borreliose zu testen. Behalte jedoch im Hinterkopf, dass ein positiver Befund nicht bedeuten muss, dass Du Dich mit Borreliose infiziert hast (gleichzeitig kann ein negatives Ergebnis zur falschen Annahme verleiten, keine Borreliose zu haben).

 

Das Wichtigste aus diesem Artikel für Dich zusammengefasst

Das war ein ziemlich langer Artikel, nicht wahr? Deshalb habe ich Dir die wichtigsten Punkte hier noch einmal zusammengefasst:

  • (Lyme) Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch den Erreger Borrelia burgdorferi ausgelöst wird.
  • Hauptsächlich Zecken, aber auch Bremsen und Mücken, sind Überträger der Erreger, obwohl sie selbst nicht erkranken.
  • Nicht jede Zecke ist mit Borrelien infiziert (die Durchseuchung schwankt gebietsweise).
  • Je länger eine Zecke mit Blutsaugen verbracht hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Erreger übertragen wurden.
  • Deshalb ist rasches Handeln gefragt: Entferne Zecken umgehend und warte nicht ab. Gehe unbedingt vorsichtig dabei vor (mit einer Zeckenzange oder Pinzette knapp oberhalb der Haut ansetzen und die Zecke langsam, senkrecht sowie gleichmäßig herausziehen, ohne den Körper zu beschädigen.)
  • Ist eine Infektion erfolgt, äußern sich die Symptome in drei Stadien. Früh treten Wanderröte und grippeähnliche Symptome zutage; in späteren Stadien können Gehirn, Gelenke, Herz, Haut und Augen mit betroffen sein.
  • Wichtig: Nur bei 30 % der Infektionen kommt es zur Wanderröte und nur 20 % entwickeln grippeähnliche Symptome, weshalb die Erkrankung oftmals unerkannt bleibt und sich die Erreger unbemerkt im Organismus ausbreiten können.
  • Es kann bis zu 8 Jahre dauern, bis die Erkrankung diagnostiziert wird. Gängig sind serologische Testverfahren, wobei ein positives Ergebnis nicht auf eine akute Infektion hinweisen muss, da best. Antikörper noch Jahre fortbestehen (wichtigstes Diagnostiklabor: arminlabs.de.).
  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass Borreliose von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
  • Die Behandlung erfolgt durch die Gabe von Antibiotika. Achte während der Therapie darauf, parallel Probiotika zu Dir zu nehmen, um Deine Darmflora zu unterstützen (z. B. durch Bio Darmbakterien von unserem Partner edubily).
  • Wichtig: Eine Nachuntersuchung, um festzustellen, ob die Infektion vorbei ist oder nicht.
  • Zur weiteren Unterstützung haben sich bewährt: die ketogene Ernährung, Artemisia Annua Tinktur, die Nährstoffe Vitamin C, D, Zink und Cystein, Schwarzkümmelöl und die Vitalpilze Reishi sowie Cordyceps.
  • In 10 bis 20 % der Fälle kommt es trotz erfolgreicher Antibiotikatherapie zum Post Lyme Syndrom, also einem Fortbestehen von Borreliose Symptomen (bis zu 6 Monate und länger).
  • Es ist anzunehmen, dass mindestens ein Fünftel der deutschen Bevölkerung im Laufe des Lebens an Borreliose erkrankt. Zudem sorgt eine zurückliegende und überstandene Infektion nicht für Immunität – Du kannst Dich also erneut mit Borrelien infizieren.
  • Aus diesem Grund solltest Du präventive Maßnahmen ergreifen, z. B. lange, helle Kleidung tragen, wenn Du im Freien unterwegs bist, und Dich anschließend gründlich auf Zecken absuchen.

Wir hoffen wie immer, dass Dir der Artikel gefallen hat. Hast Du noch Fragen? Hinterlasse gerne einen Kommentar!

 

 

Quellen

 

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6 Kommentare

Antje 14. Juli 2021 - 16:53

Danke für den Artikel-allerdings könntest Du hier diesen Absatz noch einmal überdenken:
„Die Behandlung erfolgt durch die Gabe von Antibiotika. Achte während der Therapie darauf, parallel Antibiotika zu Dir zu nehmen, um Deine Darmflora zu unterstützen (z. B. durch Bio Darmbakterien von unserem Partner edubily).
Viele Grüße Antje

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 14. Juli 2021 - 18:56

Danke Antje, der Fehler wurde behoben!
Liebe Grüße,
Martin

Antworten
Kathrin 17. Juli 2021 - 17:31

Hallo Martin, herzlichen Dank für Deinen umfassenden und hilfreichen Beitrag. Zur Behandlung der Borreliose vermisse ich in dem Beitrag, die von vielen Heilpraktikern favorisierten Borreliosenosoden und Globuli. Was meinst du dazu?
Liebe Grüße,
Kathrin

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 19. Juli 2021 - 11:06

Hi Kathrin,
Nosoden und Globuli sind nicht mein Fachgebiet und mir auch wissenschaftlich nicht haltbar genug, um darüber zu berichten. Daher schreibe ich auf dieser Website nicht darüber 🙂
Liebe Grüße,
Martin

Antworten
Heike 19. September 2021 - 9:49

Hallo Martin,
hast du Erfahrungen, bzw. was hältst du von der Behandlung mit „Karde“?
Gruß Heike

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 24. September 2021 - 10:11

Hi Heike,
Noch nicht selbst nein, aber viele Therapeuten mit denen ich zusammenarbeite, mit guten Ergebnissen.
Liebe Grüße,
Martin

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