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Kalte Hände – was steckt dahinter und was hilft?

von Lisa Krowicki
Veröffentlicht: Zuletzt bearbeitet:
Kalte Hände die eine Teetasse halten

Kalte Hände (und Füße) können überaus lästig sein. Oftmals sind sie schlicht das Resultat einer niedrigen Umgebungstemperatur und damit typische Begleiterscheinung der kalten Jahreszeit.

Sind die Hände jedoch ständig kalt oder kühlen sie selbst bei angenehmen Temperaturen aus, könnte eine ganze Reihe von Ursachen dahinterstecken. In diesem Artikel möchte ich Dir einen Überblick über mögliche Ursachen geben. Außerdem erhältst Du wertvolle Tipps, die Dir dabei helfen, Deinen Händen kurz- oder langfristig einzuheizen.

 

Warum kühlen Hände und Füße schneller aus als andere Körperregionen?

Kälte ist nicht nur ein unangenehmer, sondern auch potenziell lebensbedrohlicher Reiz. Glücklicherweise hat uns Mutter Natur mit ausgeklügelten Mechanismen ausgestattet, die uns – buchstäblich – bis zu einem gewissen Grad vor Kälte zu schützen vermögen.

 

Gänsehaut

Die Ausbildung von Gänsehaut ist einer dieser Mechanismen. Hierbei ziehen sich winzige Muskeln unter der Hautoberfläche zusammen, was dazu führt, dass sich die Härchen, die unsere Haut bedecken, aufstellen.

Dadurch entsteht ein isolierendes Luftpolster, das uns vor Kälte schützen soll. Bei unseren Vorfahren, die noch wesentlich mehr Körperbehaarung aufwiesen als wir heute, war dieser Effekt bedeutend stärker ausgeprägt.

 

Zittern

Zusätzlich zur Ausbildung von Gänsehaut fangen wir zu zittern an. Dabei spannen und entspannen sich unsere Muskeln abwechselnd und in hohem Tempo, was zur Produktion von Wärme führt.

 

Schutz des Körperkerns

Wenn wir frieren, verengen sich außerdem die Blutgefäße, die die Hautoberfläche unserer Extremitäten durchziehen. Folglich fließt weniger Blut durch die äußeren Hautschichten; Hände sowie Füße werden nicht mehr richtig durchblutet und kühlen aus.

Stattdessen werden nun die lebenswichtigen Organe, darunter Herz und Gehirn, stärker mit Blut versorgt, um sie warm zu halten und ihre Funktion zu gewährleisten.

Wenn kalte Extremitäten das Resultat einer gelegentlichen Kälteexposition sind, ist das kein Grund zu Besorgnis. Einige Menschen leiden jedoch auch dann unter kalten Händen, wenn die Temperaturen im Normalbereich liegen, also angenehm sind; treten zusätzlich noch Verfärbungen auf, könnten verschiedene Ursachen dahinterstecken, die wir gleich noch näher beleuchten werden.

 

Faktencheck: Frieren Frauen tatsächlich leichter als Männer?

Kurz gesagt: Ja, das tun sie. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen kühle bzw. kalte Hände und Füße haben, ist höher als bei Männern. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen einen niedrigeren Ruhestoffwechsel haben und ihnen weniger wärmende Muskelmasse zur Verfügung steht, als das bei Männern der Fall ist.

Frauen haben zudem eine dünnere Haut als Männer [1] – gewissermaßen sind sie also schlechter isoliert, sodass sie leichter Körperwärme verlieren. Eine Studie legt außerdem nahe, dass Frauen eine geringere Kältetoleranz haben [2].

Frau im Schneesturm

Kein Mythos, sondern Fakt: Frauen frieren leichter als Männer.

Von einigen der folgenden Ursachen, die für kalte Hände (und mitunter auch Füße) verantwortlich sind, sind Frauen außerdem häufiger betroffen, darunter: Eisenmangel, Schilddüsenunterfunktion sowie die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes.

 

Warum habe ich kalte Hände? 15 mögliche Ursachen

Im Folgenden möchte ich Dich über mögliche Ursachen informieren, die für kalte Hände sorgen können. Dabei wirst Du feststellen, dass sie recht breit gefächert sind, also von falscher Ernährung, über schlechte Gewohnheiten bis hin zu ernsten Erkrankungen reichen.

 

#1 Niedriges Körpergewicht und Magersucht

Ist der Körper ständig im Kaloriendefizit, nutzt er die verbleibende Energie, um lebenswichtige Organe zu versorgen. Hände und Füße bleiben dabei auf der Strecke und werden schlechter durchblutet. Darüber hinaus fehlt dem Körper die wärmende Fettschicht, was zu mangelnder Isolierung und höherer Kälteempfindlichkeit führt.

Auch im Extremfall, der Magersucht (Anorexie), die durch Angst vor Gewichtszunahme, ein abnorm niedriges Körpergewicht sowie eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Gewichts gekennzeichnet ist, kommt es zu einer geringeren Toleranz gegenüber Kälte, was kalte Hände nach sich ziehen kann.

 

#2 Vitamin-B-12-Mangel

Vitamin-B-12 ist ein essenzielles Vitamin, dessen Aufnahme über die Nahrung erfolgt. Von Bedeutung ist es für die Blutbildung. Außerdem unterstützt es die Funktion unseres Zentralen Nervensystems. Liegt ein Mangel vor, können verschiedene Symptome zutage treten, darunter:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • geringe Leistungsfähigkeit
  • Erschöpfung
  • chronische Müdigkeit
  • blasse Haut

Einige der genannten Symptome sind Anzeichen einer Anämie (Blutarmut), die entsteht, wenn nicht genügend rote Blutkörperchen gebildet werden.

Ein Vitamin-B-12-Mangel kann außerdem Symptome wie Kälte, Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen verursachen. Sollte es Dir an diesem essenziellen Vitamin mangeln, integriere am besten Lebensmittel in Deinen Speiseplan, die die Versorgung sichern. Gute Quellen sind:

  • Innereien (insbesondere Rinderleber)
  • Fisch
  • Kaviar
  • Meeresfrüchte wie Austern
  • Eier
  • Käse

Wie Du siehst, sind die besten Vitamin-B-12-Quellen tierischen Ursprungs. Aus diesem Grund sind Vegetarier und Veganer häufiger von einem Mangel betroffen. Als vegane Alternative taugt die Süßwasseralge Chlorella, die das Vitamin in größerer Menge enthält.

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#3 Anämie und Eisenmangel

Liegt eine Anämie (= Blutarmut) vor, mangelt es am Protein Hämoglobin, auch roter Blutfarbstoff genannt, und/oder an Erythrozyten, den roten Blutkörperchen.

In der Regel wird eine Anämie durch einen Eisenmangel verursacht, denn das essenzielle Spurenelement fungiert als Baustoff für Hämoglobin. Ist nicht genug davon vorhanden, heißt, nehmen wir nicht genug Eisen über die Nahrung auf, kann nicht genug Hämoglobin gebildet werden.

Was bedeutet das für uns? Im Normalfall sorgt Hämoglobin dafür, dass wertvoller Sauerstoff von der Lunge bis in die entlegensten Gewebe unseres Organismus transportiert wird. Ist nicht genug Hämoglobin vorhanden, gelangt folglich auch weniger sauerstoffreiches Blut in unsere Extremitäten, was kalte Hände bedingen kann. Auch Müdigkeit und Blässe sind Symptome einer Anämie.

Hat sich im Zuge einer Blutuntersuchung herausgestellt, dass ein Eisenmangel ursächlich für eine vorliegende Anämie und kalte Hände  ist, kann die Ernährung entsprechend angepasst werden. Das bedeutet, dass die Zufuhr eisenhaltiger Lebensmittel erhöht werden sollte. Besonders eisenhaltig sind:

  • Rinder- und Schweineleber
  • rotes Fleisch
  • Austern
  • Garnelen
  • Eier
  • pflanzliche Produkte wie Spinat, Hirse, Linsen

Beachte: Eisen aus tierischen Quellen wird auch als sogenanntes Häm-Eisen bezeichnet und kann bedeutend leichter vom Körper aufgenommen werden als sein pflanzliches Pendant: Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Produkten. Kombinierst Du pflanzliche Eisenquellen mit Vitamin C (z. B. aus Zitrusfrüchten) kannst Du die Aufnahme optimieren.

Du bist Dir über Deine Eisenwerte im Unklaren und suchst nach einer bequemen Methode, sie bestimmen zu lassen? Dann folge gern unserer Empfehlung: Der Lykon myHealth & Fitness*. Mithilfe dieses Tests kannst Du neben Eisen noch andere wichtige Vitalparameter bestimmen lassen. Mit dem Rabattcode Gesund15 sparst Du 15 %.

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#4 Psychische Ursachen

Menschen, die häufig unter Angst oder Stress leiden, im schlimmsten Fall sogar wiederkehrenden Panikattacken ausgesetzt sind, neigen ebenfalls zu kalten Händen, da die Durchblutung der Extremitäten, also der Hände und Füße vermindert wird.

Um andauernden Stress und ständige Anspannung zu reduzieren, gibt es verschiedene Methoden, die sich auszutesten lohnen:

  • Yoga
  • Meditation
  • autogenes Training
  • progressive Muskelentspannung

Auch Adaptogene, also hormonähnliche Substanzen, die dem Körper helfen, mit Stress umzugehen, können wertvolle Unterstützung bieten.

Gestresste Frau am Arbeitsplatz

Leidet der Geist, leidet der Körper. Kalte Hände stellen eines von vielen Symptomen dar, die auf eine psychische Belastung hinweisen.

 

#5 Rauchen

Eine schädliche Lebensgewohnheit wie Rauchen bewirkt auf Dauer eine Schädigung der Blutgefäße und sorgt für deren Verengung, was unter anderem kalte Hände nach sich ziehen kann.

Mit der Zeit kann Rauchen außerdem Blutgefäße im Herzen schädigen, sodass es für unseren „Motor“ schwerer wird, Blut durch den Körper bis hin zu Händen und Füßen zu pumpen.

 

#6 Bewegungsmangel

Wem es aus beruflichen oder anderweitigen Gründen an Bewegung mangelt und viel Zeit im Sitzen verbringt, der leidet des Öfteren unter kalten Händen, denn Bewegungsmangel ist der Durchblutung abträglich.

Was kannst Du tun, um Deinen Alltag bewegungsreicher zu gestalten?

  • Such Dir eine Sportart, die Dir Spaß macht.
  • Geh nach Feierabend spazieren.
  • Geh zu Fuß auf Arbeit oder fahre mit dem Rad, anstatt mit Auto oder Bus von A nach B zu gelangen; entscheide Dich, Treppen zu steigen, anstatt im Fahrstuhl zu entspannen.
  • Achte darauf, regelmäßig aufzustehen und führe, wenn möglich, kleine Übungen durch, die die Durchblutung anregen.
  • Schon mal daran gedacht, im Stehen zu arbeiten? Stehen ist nicht nur besser für die Körperhaltung (und damit die Durchblutung), sondern sorgt auch für mehr Fokus.

 

#7 Schlafmangel

Schläfst Du zu wenig oder leidet die Qualität Deines Schlafes aufgrund mangelnder Schlafhygiene, fühlst Du Dich erschöpft. Ein erschöpfter Körper ist nicht mehr in der Lage, die Temperatur optimal zu regulieren, sodass Kältegefühle und natürlich auch kalte Hände resultieren können.

Damit sich Dein Körper erholen kann, wird eine Schlafdauer von mind. 7 Stunden angeraten. Zudem sollten die Bedingungen im Schlafzimmer stimmen. Unter anderem sollte es möglichst dunkel sowie leise sein. Elektrische Geräte sollten nachts ausgeschaltet werden. Außerdem sind frische Luft und kühle Temperaturen dem Schlaf zuträglich.

Schlafende Frau

Frische Luft, Sonne und Bewegung tagsüber fördern den Schlaf.

Du würdest gerne mehr zum Thema erfahren? Dann lies gerne unseren Artikel zum Thema gesunder Schlaf.

 

#8 Raynaud Syndrom

Das Raynaud Syndrom ist eine Erkrankung, bei der es zu einer krampfartigen Verengung eines Blutgefäßes in Fingern oder Zehen kommt. Das vom Gefäß durchzogene Gewebe wird dadurch nur noch unzureichend durchblutet, wird kalt, taub, verfärbt sich weiß, bisweilen auch blau.

Löst sich die Verengung wieder, nimmt das Gewebe eine rote Farbe an; oftmals geht der Prozess mit einem Kribbeln oder Pochen einher.

Ausgelöst werden die Attacken durch Kälteexposition sowie emotionalen oder körperlichen Stress, beispielsweise durch das Bedienen von Maschinen, die vibrieren.

Überdies gibt es zwei unterschiedliche Formen des Syndroms:

  • Primäres Raynaud Syndrom: Liegen keine anderen Erkrankungen zugrunde handelt es sich um die primäre Form, die vor allem junge Erwachsene (insbesondere Frauen) betrifft.
  • Sekundäres Raynaud Syndrom: Diese Form ist bei Erwachsenen in den 30ern und 40ern verbreiteter und zudem die Konsequenz einer anderen Erkrankung, wie z. B. dem Thoracic-Outlet-Syndrom, heißt, Raynaud ist in diesem Fall als Symptom zu begreifen.

Dem Syndrom begegnet man am besten, indem man …

  • Kälte meidet
  • auf schädliche Substanzen verzichtet (Nikotin etc.)
  • körperlichen und emotionalen Stress reduziert
  • entzündungshemmende Lebensmittel konsumiert
  • sich regelmäßig bewegt

Du möchtest mehr zum Thema lesen? Dann folge gerne diesem Link und informiere Dich in unserem Artikel ausführlicher über das Thema Raynaud Syndrom.

 

#9 Autoimmunerkrankungen

Auch eine Reihe von Autoimmunerkrankungen können für kalte Hände verantwortlich sein und stehen teilweise mit dem Raynaud Syndrom in Zusammenhang.

 

Lupus erythematodes

Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe und Organe angreift. Sie tritt in Schüben auf und betrifft vorwiegend die Haut, kann sich aber auch auf den gesamten Organismus ausweiten und überall im Körper Entzündungen hervorrufen. Symptome sind unter anderem:

  • entzündliche Hautveränderungen im Gesicht, an Brustkorb und Armen
  • schmerzende/entzündete Gelenke, Muskeln und Sehnenscheiden
  • Beschwerden des zentralen Nervensystems,
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Entzündungen der Lymphknoten, des Herzmuskels und der Bauchspeicheldrüse

Die Erkrankung kann zudem das Raynaud Syndrom auslösen, da sie zu einer schlechteren Durchblutung der Extremitäten führen kann.

 

Sklerodermie

Bei Sklerodermie handelt es sich um eine Gruppe seltener Autoimmunerkrankungen. In der Regel betrifft Sklerodermie die Haut sowie das Bindegewebe und bewirkt deren Verdickung und Verhärtung. Häufig manifestiert sich die Erkrankung an den Händen: Schwellungen und Rötungen treten auf, um die Fingergelenke verdickt sich die Haut, die zunehmend straffer wird.

Die Erkrankung kann auch als systemische Variante vorliegen, was dann der Fall ist, wenn innere Organe wie Lunge oder Herz betroffen sind.

Auch Sklerodermie kann mit dem Raynaud Syndrom einhergehen [3]. Ist dies der Fall, liegt in der Regel die systemische Variante vor.

 

Rheumatoide Arthritis

Im Zuge dieser Erkrankung greift das Immunsystem fälschlicherweise die Gelenkknorpel an und zerstört sie sukzessiv, bis schließlich Knochen auf Knochen reibt. Ein Zusammenhang zwischen Rheuma und Raynaud wird vermutet [4].

 

Sjögren-Syndrom

Im Fall dieser Autoimmunerkrankung attackiert das Immunstem Speichel- sowie Tränendrüsen. Zudem scheint die Erkrankung ebenfalls mit Raynaud in Verbindung zu stehen [5].

 

#10 Gefäßerkrankungen

Neben Autoimmunerkrankungen können sich auch Gefäßerkrankungen wie die folgenden durch kalte Hände (bzw. Füße) manifestieren.

 

Buerger-Syndrom

Dieser Erkrankung betrifft die Arterien der Arme und Beine. Genauer: Es kommt zu Entzündungen und zum Verschluss betroffener Gefäße, was zu Kältegefühlen in den Extremitäten führen kann; zudem kann sich das Raynaud Syndrom ausbilden [6].

 

Atherosklerose

Hierbei verengen sich Blutgefäße aufgrund von Plaqueablagerungen. Sind Arterien betroffen, die das Blut zu den Gliedmaßen transportieren, resultieren oftmals Kältegefühle.

 

Akrozyanose

Die Durchblutungsstörung tritt vorwiegend bei jungen Frauen auf und macht sich bei kühlen Temperaturen durch eine Blaufärbung der Finger, Zehen, Nase und Ohren bemerkbar.

 

Aortenbogen-Syndrom

Der Aortenbogen ist ein Abschnitt der Aorta (Hauptschlagader), die dem Herzen entspringt. Vom Aortenbogen zweigen wiederum mehrere Arterien ab, die unter anderem die Arme mit Blut versorgen. Verengen sich diese Gefäße, sinkt der Blutdruck in den Armen. Die Folge? Kalte Hände.

 

Flammer-Syndrom

Das „Flammer-Syndrom“ bezeichnet eine Regulationsstörung, die die Gefäße betrifft und sich anhand zahlreicher Symptome äußern kann, darunter kalte Hände, niedriger Blutdruck, verlängerte Einschlafzeit, vermindertes Durstgefühl und eine allgemein erhöhte Empfindlichkeit.

Das Syndrom tritt häufiger bei Frauen als bei Männern auf, eher bei Schlanken als bei Übergewichtigen; weiterhin sind vermehrt Menschen betroffen, die in geschlossenen Räumen und nicht etwa im Freien arbeiten [7].

 

#11 Karpaltunnelsyndrom

Der Karpaltunnel ist ein Kanal, der sich im Bereich der Handwurzel befindet. Durch diesen kleinen Tunnel verläuft der sogenannte Mittelarmnerv (Nervus medianus), der die Muskelbewegung in der Hand steuert und für ein Gefühl in Handflächen und Fingern sorgt.

Im Fall des Karpaltunnelsyndroms wird der Mittelarmnerv im Tunnel eingeklemmt, was zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen und Schmerzen in den Händen führt.

Ursächlich für das Syndrom sind ein von Natur aus enger Karpaltunnel, Vererbung, eine fortwährende Belastung des Handgelenks durch körperliche Arbeit, Handgelenksverletzungen, Entzündungen etc.

Betroffene des Syndroms leiden zudem häufig am Raynaud Syndrom [8] und weisen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber niedrigen Temperaturen auf.

 

#12 Schilddrüsenunterfunktion

Im Fall einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse nicht genug Schilddrüsenhormone, was eine ganze Reihe von Symptomen heraufbeschwören kann, darunter: Kropfbildung, unerklärliche Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Müdigkeit, Depression, Antriebsarmut, Haarausfall, trockene Haut, ein erhöhter Cholesterinspiegel – und eine deutlich geringere Toleranz gegenüber Kälte.

Eine Unterfunktion der kleinen schmetterlingsförmigen Drüse, die sich nahe beim Kehlkopf befindet, verursacht also keine kalten Hände, sorgt aber dafür, dass der Körper anfälliger auf niedrige Temperaturen reagiert.

Wie Du Deine Schilddrüse unterstützen kannst:

  • Ernähre Dich gesund.
  • Bewege Dich regelmäßig.
  • Achte auf eine gute Mikronährstoffversorgung.
  • Nutze Temperaturreize wie Hitze und Kälte für Dich.
  • Stärke Dein Immunsystem.
  • Kurble Deine Entgiftung an.

Wenn Du mehr über eine gesunde Schilddrüse erfahren möchtest, lies gerne unseren ausführlichen Beitrag zum Thema, den ich Dir verlinkt habe.

 

#13 Niedriger Blutdruck

Ursächlich für niedrigen Blutdruck ist ein Missverhältnis zwischen Gefäßvolumen und zirkulierendem Blutvolumen, das resultieren kann durch: geringen Gefäßwiderstand, zu geringes Blutvolumen, zu geringen Blutrückstrom zum Herzen oder eine zu schwache Pumpfunktion des Herzens.

Typische Symptome sind: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Herzrasen, Atembeschwerden sowie kalte Hände und Füße.

Liegen die Werte unter 100/110 zu 60 mmHg gilt der Blutdruck als niedrig. Unterschieden wird außerdem zwischen:

  • Primäre Hypotonie: Hierbei handelt es sich um die Form, die am häufigsten auftritt. Ursachen sind meist nicht erkennbar. Besonders oft sind junge, schlanke Menschen (insb. Frauen) betroffen.
  • Sekundäre Hypotonie: In diesem Fall ist der niedrige Blutdruck Symptom einer Grunderkrankung, wie z. B. einer Schilddrüsenunterfunktion oder Herzerkrankung.

 

#14 Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerspiegel Betroffener dauerhaft erhöht ist. Dies führt mit der Zeit zu Schädigungen an Blutgefäßen, Nerven und Organen. Werden die Gefäße und Nerven der Extremitäten in Mitleidenschaft gezogen, kann sich das durch ein Kribbeln bzw. durch kalte Hände und Füße bemerkbar machen.

 

#15 Medikamente

Einige Medikamente können Kältegefühle verursachen, die sich auch auf die Hände niederschlagen. Hierzu zählen Betablocker, die zur Behandlung von Bluthochdruck und anderen Herz-Kreislauf-Komplikationen verschrieben werden. Weitere Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Schwindel und Übelkeit.

Sollten Deine Kältegefühle die Folge einer Medikamenteneinnahme sein, könntest Du mit Deinem Arzt über mögliche Alternativen sprechen.

 

Was kann ich gegen kalte Hände tun? Tipps und Tricks auf einen Blick

Erst einmal vorab: Sollten Kältegefühle in Händen und Füßen mit anderen Symptomen einhergehen, solltest Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Werden zugrundeliegende Erkrankungen diagnostiziert, die sich (u. a.) durch kalte Hände äußern, wird Dich Dein Arzt über entsprechende Behandlungen informieren.

Im Folgenden findest Du einige Tipps und Tricks, die dafür sorgen, dass Deine Hände (und Füße) in akuten Situationen wieder warm werden. Andere vermögen die Durchblutung Deiner Extremitäten nachhaltiger zu verbessern, sodass Du im Allgemeinen nicht mehr so anfällig niedrigen Temperaturen gegenüber bist.

Beachte jedoch, dass die Ursache, die für Deine kalten Hände verantwortlich ist, eine wichtige Rolle spielt und dass nicht jeder Tipp taugt, um jeder Ursache zu begegnen.

Tipps und Tricks gegen kalte Hände:

  • Achte darauf, Dich angemessen zu kleiden und schütze bei niedrigen Temperaturen Deine Extremitäten (Handschuhe, Socken, Mütze). Statte Dich bei Bedarf mit mehreren Schichten aus, um Dich warmzuhalten (Stichwort: Zwiebelprinzip).
  • Bewege Dich täglich, um Deine Durchblutung anzuregen. Treibe Sport, geh spazieren, integriere kleine Übungen in Deinen (Arbeits-)Alltag.
  • Massiere kalte Hände oder Füße, um die Durchblutung anzuregen.
  • Trockene Deine Hände stets sorgfältig ab, denn auch Verdunstungskälte zieht eisige Finger nach sich.
  • Achte auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die Dich mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt.
  • Reduziere Stress durch Entspannungstechniken wie z. B. Meditation.
  • Prüfe, ob Du genug Schlaf abbekommst und optimiere ggf. Deine Schlafhygiene.
  • Vermeide schädliche Substanzen wie Nikotin.
  • Achte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn Dein Wasserhaushalt wirkt sich auf die Fließeigenschaften Deines Blutes aus – wie wäre es zum Beispiel mit einem heißen Ingwertee?
  • Ergänze Deine Ernährung gegebenenfalls mit Jod, Selen, Proteinen und Vitamin A für eine gesunde Thermogenese und iss regelmäßig rote Beete und Ingwer für eine gesunde Durchblutung
  • Cordyceps kann ebenfalls bei der Anregung von Durchblutung und Stoffwechsel helfen.

 

Exkurs zur gezielte Kälteexposition: kalt duschen und Eisbaden

Heutzutage leben wir in einem Zeitalter der Wärme, und obwohl die Assoziation naheliegend ist, meine ich damit nicht die Erwärmung unseres Planeten, sondern die Tatsache, dass Kälte zu einem Reiz geworden ist, dem wir nur noch selten ausgesetzt sind, da es eine Fülle an Möglichkeiten gibt, die uns davor bewahren, zu frieren.

Zurecht! Schließlich ist Kälte unangenehm und schädlich, nicht wahr?

Nun ja, nicht unbedingt. Tatsache ist, dass Du Kälte ganz gezielt für Dich und Deine Gesundheit nutzen kannst. Dabei ist die Dosis entscheidend. Setzt Du Dich kurzzeitig und regelmäßig der Kälte aus, zum Beispiel im Zuge einer kalten Dusche oder während eines Eisbads, profitierst Du von den Effekten, die sich ergeben, wenn Du Deine wohlig warme Komfortzone verlässt.

Durch regelmäßige Kälteexposition zwingen wir unseren Körper zu Adaption und sorgen dafür, dass er besser mit Kälte umgehen kann. Genaugenommen führen niedrige Temperaturen zu einer Stärkung des Immunsystems und zur vermehrten Bildung von braunem Fettgewebe, das Deine Stoffwechselleistung erheblich verbessert und Dich auf Dauer resistenter gegen Kälte macht [9].

Bitte beachte: Bist Du in irgendeiner Form geschwächt (Erkältung, Immunschwäche etc.), solltest Du darauf verzichten, Dich niedrigen Temperaturen auszusetzen.

Das Thema fasziniert Dich? Dann lies gern unseren Artikel über die Effekte einer kalten Dusche.

Vereister See

Das Eisbad in freier Natur stellt die Königsdisziplin dar und bedarf mentaler Vorbereitung.

 

Fazit zum Thema kalte Hände

Es gibt eine Vielzahl an Ursachen, die für kalte Hände und ggf. auch Füße sorgen können – Erkrankungen, bestimmte Verhaltensweisen, wie z. B. Rauchen, sowie eine unausgewogene Ernährung können sich auf die Durchblutung der Extremitäten auswirken.

Natürlich kannst Du kurzfristige Maßnahmen ergreifen, die dafür sorgen, dass Deine Hände wieder warm werden; langfristig lohnt jedoch die Identifikation der genauen Ursache, die für Deine kalten Hände verantwortlich ist, um nachhaltigere Erfolge zu erzielen.

 

 

Quellen

 

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2 Kommentare

Angelika Franke 30. Oktober 2021 - 19:06

Endlich weiß ich den Fachbegriff für meine außergewöhnlich angeschwollenen und gekrümmten Finger.
Ihr habt mir auch noch einige entzündungshemmende Lebensmittel genannt, die ich als solche noch nicht
kannte.
Ich bedanke mich sehr für diesen hoch interessanten Beitrag.!

Antworten
Martin Auerswald, M.Sc. 31. Oktober 2021 - 11:49

Gerne Angelika, und danke für das nette Feedback!
Liebe Grüße,
Martin

Antworten

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