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Tipps zum Behandeln von Verdauungsproblemen

von Martin Auerswald, M.Sc.
Blüten, Samen und Cherry-Tomaten auf Holztisch

Zuletzt aktualisiert am 30. September 2020 um 14:37

Unser Wohlbefinden hängt eng mit einer funktionierenden Verdauung zusammen. Denn Probleme wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen sind meist alles andere als angenehm. Oftmals lösen sie sogar Bauchschmerzen beziehungsweise -krämpfe aus. Daher ist es gut zu wissen, was man zum Anregen der Verdauung tun kann und wie sich Verdauungsprobleme behandeln lassen.

Eine Auswahl an Tipps, die sich zur Förderung einer gesunden Verdauung bewährt haben und, die auch bei akuten Beschwerden helfen können, findest Du hier.

 

Verdauungsprobleme behandeln – Was musst Du wissen?

“Verdauungsprobleme” ist ein sehr dehnbarer Begriff, unter den viele Symptome fallen. Wir orientieren uns dabei an den klassischen Symptomen des Reizdarmsyndroms, an dem offiziell 10 Millionen Menschen in Deutschland leiden. Inoffiziell sind es eher 40-50 Millionen Menschen, die Probleme mit der Verdauung haben. Darauf konzentrieren wir uns, wenn wir die Verdauungsprobleme behandeln wollen:

  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfung
  • Blähungen

Im Folgenden findest Du eine Auflistung effektiver Tipps und Tricks, mit denen Du Deine Verdauungsprobleme behandeln kannst. Es sind Tipps der gesunden Ernährung und Lebensführung – es soll eine ärztliche Therapie nicht ersetzen, aber ergänzen.

Frische Kräuter in Nahaufnahme vor weißem Hintergrund

Bei Verdauungsproblemen und erhöhtem Bedarf kann ich sehr empfehlen, Kräuter auf dem Balkon/Garten selbst zu ziehen. Frische Kräuter helfen am besten, da der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten ist.

 

Verdauungsprobleme behandeln: Empfehlungen bei  Durchfall

Magen-Darm-Beschwerden mit Heilpflanzen behandeln? Ja, manchmal funktioniert das. Bei Durchfall helfen zum Beispiel diese Heilpflanzen:

  • Pfefferminze
  • Salbei
  • Heidelbeere (besonders wild)
  • Kamille
  • Fenchel-Anis-Kümmel
  • Schafgarbe
  • Aloe Vera

Sie lassen sich beispielsweise in Form eines Tees anwenden. Beim Hausmittel Heidelbeere empfehlen sich getrocknete Beeren oder Muttersaft. In diesen befinden sich durchfallvermindernde Gerberstoffe [3]. Zudem gibt ein Apotheker gerne weitere Auskünfte über Präparate gegen Durchfall, die auf pflanzlicher Basis wirken.

 

Weitere Tipps bei Durchfall

Karottensuppe

Bei Durchfall hilft manchmal eine Karottensuppe. Dieses Hausmittel hat sich bewährt, weil, durch das Kochen der Karotten bestimmte Stoffe freigesetzt werden – etwa saure Oligosaccaride. Sie bewirken, dass sich Beschwerde verursachende Keime schlechter an der Darmwand festsetzen.

Tomatensuppe in weißer Porzellantasche neben Basilikum und Weißbrot

Darüber hinaus bildet sich beim Herstellen der Suppe auch Pektin (ein pflanzliches Polysaccharid). Diese Substanz ist in der Lage, Krankheitserreger zu binden, sodass sie der Körper ausscheiden kann.[1] Die Effekte:

  • Verminderung der Keimbelastung an der Darmschleimhaut
  • Verfestigung des Stuhls

Das sind die Zutaten für eine geeignete Karottensuppe:

  • geschälte Karotten (500 Gramm)
  • Salz (3 Gramm)1
  • optional: 1 TL Kurkuma, Zimt und Ingwer oder ein gutes Curry-Pulver sowie 150 g Kokosmilch
  • Frische Kräuter wie Thymian oder Oregano passen gut dazu
  • Schuss Olivenöl für bessere Vitamin-Aufnahme

So erfolgt die Zubereitung:

  • Zerkleinere die Karotten und koche sie dann für 60 bis 90 Minuten lang in einem Topf mit 1 Liter Wasser.
  • Danach alles mit einem Stabmixer zu einem Brei pürieren.
  • Abschließend noch einmal Wasser hinzugeben, sodass 1 Liter Gesamtmenge entsteht und Salzen. Guten Appetit.1

Um Verdauungsprobleme wie Durchfall zu behandeln, eignet sich zudem der Verzehr von Äpfeln sowie Bananen. Denn diese Lebensmittel enthalten ebenfalls Oligosaccaride.1

 

Lebensmittel gegen Durchfall

Eine kurze Auflistung weiterer gesunder Lebensmittel, die bei Durchfall helfen können:

 

Bei Verstopfung: Tipps zum Anregen der Verdauung

Wenn der Stuhl einfach nicht aus dem Körper möchte, kann ein Anregen der Verdauung oft von Vorteil sein. Dazu bewährt haben sich unter anderem:

  • Bewegung und
  • Hausmittel

Nicht nur die Beine schlafen ein, wenn man lange sitzt. In gewisser Art und Weiße tut das auch die Darmaktivität beziehungsweise der Darm – er wird träge. Ein etabliertes Rezept dagegen ist Bewegung, denn sie bringt die Verdauungsorgane häufig wieder in Schwung. Unter Umständen wirkt sich schon ein kleiner Spaziergang anregend auf die Verdauung aus.

Was ist die beste Bewegung? Im Grunde die, die Dir Spaß macht und den Darm nicht allzu sehr belastet. Lockeres Joggen, Radfahren, Schwimmen, Wandern. Leichte Ballsportarten wie Tischtennis oder Federball. Körpergewichtstraining mit geringer Intensität (siehe Crossfit oder Paleo Fitness für Beginner).

Hausmittel, die zum Behandeln von Verdauungsproblemen – hier Verstopfung – einsetzbar sind, gibt es viele. So etwa die Folgenden:

  • Pflaumensaft: Ratsam sind 100 Milliliter vor dem Essen – am besten gleich am Morgen.
  • Getrocknete Pflaumen (naturbelassen, keine Zusatzstoffe)
  • Agar-Agar: Von der aus Meeresalgen bestehende Gelatinealternative empfehlen sich zwei Mal pro Tag etwa 5 bis 10 Gramm mit etwas Wasser.
  • Kollagen-Pulver (20g täglich)
  • Sauerkrautsaft: Bewährt haben sich zum Anregen der Verdauung circa 50 bis 100 Milliliter vor jedem Essen.[2]
  • Kaffee – regt die Verdauung an.
  • Magnesium – 500-600 mg täglich
  • Haferflocken (eingeweicht)
  • Heilerde oder Aktivkohle früh auf nüchternen Magen mit viel Wasser
  • Zitronensaft
  • Ein Fußschemelchen für besseren Stuhlgang
  • Wenn gar nichts hilft, akut mit Bittersalz oder Rizinusöl nachhelfen
Frisch geschnittenes Gemüse auf Holzbrett und in Tonschalen

Immer empfehlenswert bei Darmproblemen: Selbst kochen und zubereiten, auf verarbeitete Lebensmittel verzichten.

 

Vorschläge zum Behandeln von Blähungen

Tipps, die bei Blähungen helfen können, sind unter anderem diese:

  • Blähende Nahrungsmittel reduzieren: Zu diesen zählen beispielsweise Hülsenfrüchte, Knoblauch, Zwiebeln oder Blumenkohl. Aber auch Getreide aller Art, Milchprodukte und Zucker. Eine angepasste Paleo Ernährung hat sich hier bewährt. Gegen die größten Hürden bei der Paleo Ernährung gibt es auch gute Praxistipps.
  • Keine Kohlensäurehaltigen Getränke: Flüssigkeit ist eigentlich immer gut – auch weil sie verdauungsanregend wirkt. Jedoch sollte diese bei Blähungen nicht unbedingt mit Kohlensäure versetzt sein, weil so zusätzliche Gase, in den Körper gelangen.
  • Beruhigende Kräuter/Gewürze: Besonders helfen Pfefferminze, Fenchel, Anis, Kümmel

 

Tipps gegen Bauchschmerzen

Hier hilft in erster Linie eine gesunde und naturbelassene Ernährung wie Paleo, Clean Eating oder Ayurveda als Grundlage. Dazu beruhigende Kräuter und anregende Lebensmittel, wie sie in diesem Beitrag genannt werden.

Außerdem helfen vielen Betroffene bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, um die Schmerzen zu reduzieren, die auf Krämpfe, Entzündungen im Körper und Darm, eine Darmdysbiose und eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit zurückgeführt werden können:

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Lebensmittel, die den Darm bei Bauchschmerzen beruhigen können:

 

Fazit – Verdauungsprobleme behandeln

Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen lassen sich unter Umständen mit Hausmitteln behandeln. Verdauungsprobleme behandeln geht nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit altbewährten Hausmitteln, Superfoods oder Nahrungsergänzungen.

Sollten die Beschwerden jedoch nicht zurückgehen beziehungsweise sich verschlimmern, ist ein Gang zum Hausarzt empfehlenswert, um tiefer liegende Probleme zu erkennen und zu beseitigen.

Quellen
  1. Achmüller, Arnold: Verdauung und Entschlackung: Kraut und Wurzel. Bozen: Edition Raetia 2018. S. 30-40.
  2. Gesundheitsverbund HBH-Kliniken: Ballaststoffreiche Ernährung. URL: https://www.glkn.de/media-glkn/docs/Singen/Sonstiges/Kueche/1113_Brosch_Ballaststoffr_Ernaehrung_02_2012.pdf (05.06.2019).
  3. Pervin et al. (2016): J Nutr Biochem. 2016 Feb;28:103-13. doi: 10.1016/j.jnutbio.2015.10.006. Epub 2015 Oct 26. Preventive and therapeutic effects of blueberry (Vaccinium corymbosum) extract against DSS-induced ulcerative colitis by regulation of antioxidant and inflammatory mediators.

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