Placebo Effekt: Es ist was Du denkst was es ist

Placebo Effekt - Viele bunte lustige Kapseln

Hast Du schon mal gehört, dass Patienten auf wundersame Weise genesen? Das Ganze ohne zusätzliche Behandlung vom Arzt!? Auf einmal können sie sofort nach einer Knie-OP wieder laufen, ein Tumor entwickelt sich zurück oder eine Schwangerschaft ist auf einmal doch möglich! Heute möchte ich Dir einen tiefen Einblick in den Placebo Effekt geben; und Dir zeigen, was wirklich dahintersteckt.

Was bedeutet der Placebo Effekt?

Placebo Effekt bedeutet, dass eine Wirkung eintritt, obwohl gar nichts gemacht, kein Medikament (meist eine Zuckerpille) gegeben wurde. Die Wirkung tritt nur ein, weil Du sie erwartest. Wie ist das möglich?

Kennst Du das? Dein Gehirn ist auf eine bestimmte Sache konditioniert und Du musst nicht mehr darüber nachdenken, wie es funktioniert?

Ein Beispiel: Du hast Grippe, also fühlst Du Dich schwach, ausgelaugt, müde. Aber sicher kennst Du Kinder, die noch vor 5 Minuten krank waren und nun wieder durch die Gegend hüpfen? Sie haben mal kurz vergessen, dass sie krank sind, sie haben kein inneres Regelwerk (NLP) aufgebaut. Sie entscheiden selber – überspitzt formuliert – wann sie sich krank fühlen und wann nicht. Was wir von Kindern alles lernen können …

Diese Konditionierungen laufen bewusst und unterbewusst ab. Es gibt bestimmte Trigger (Auslöser), auf die dann eine bestimmte Reaktion folgt1. Hast Du schon mal etwas „instinktiv“ getan? Genau das ist damit gemeint: Ein Auslöser, eine bestimmte Reaktion.

Der Placebo Effekt ist eine Konditionierung

Mit dem Placebo Effekt wird eine Kombination aus bewusster Wahrnehmung und automatisch gesteuerter Reaktion beschrieben. Ein Konditionierungseffekt. Dieser läuft instinktiv, automatisch und unflexibel ab. Der Erfahrungseffekt auf der anderen Seite läuft bewusst, flexibel und adaptiv ab.

Das bedeutet, dass Du durch Deine bisher gemachten Erfahrungen bereits eine bestimmte Reaktion erwartest.

Ein Beispiel: Die klassische Packung Ben & Jerry`s vor dem Fernseher. Vielleicht hast Du als kleines Kind bereits gerne Eis gegessen? Immer, wenn die Sonne schien und Du mit Deinen Freunden draußen gespielt hast gab es ein großes Eis (Konditionierung).

Wenn Du mit Deinen Freunden spielst, empfindest Du Spaß, Gemeinschaft und Freundschaft. Heute vor dem Fernseher möchtest Du das wieder spüren. Doch Deine Freunde sind gerade nicht da.

Die Lösung: Ein großes Eis. Da Du in Deiner Kindheit bereits darauf konditioniert wurdest Gemeinschaft, Freundschaft und Spaß mit einem Eis zu verbinden, kannst Du die gleichen Gefühle jetzt noch einmal hervorrufen (bewusste Wahrnehmung).

Das Problem dabei: Jeden Abend eine Packung Ben&Jerry`s tut Dir und Deiner Gesundheit nicht gut.

Aber was, wenn ich Dir jetzt etwas gebe, das aussieht wie Ben & Jerry`s , schmeckt wie Ben & Jerry`s, aber tatsächlich nur Wasser ist? Die Wirkung wäre trotzdem die gleiche, oder?

Dieser Effekt – diese Konditionierung und die Reaktion auch ohne echten Auslöser – ist der Placebo Effekt. Er funktioniert bei Medikamenten genau wie bei dem Eis. Schauen wir uns doch mal an, wie vielfältig diese Wirkungen sein können:

3 unglaubliche Beispiele für den Placebo Effekt

Placebo und Parkinson

Parkinson zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen, bei der ein Dopaminmangel entsteht. Dieser Neurotransmitter ist für die Informationsübertragung zwischen den Zellen zuständig. Wenn Du gesund bist ist es Dein Antriebshormon, ein Glückshormon. Kennst Du das beflügelte Gefühl beim Essen, Zocken, Sport oder Shoppen? Genau das ist Dopamin.

Fehlt Dopamin, fehlt Dir auch die Laune. Bei Parkinson noch viel schlimmer: typische Symptome sind langsame bis keine Bewegung (Akinese), Muskelstarre (Rigor) und Zittern (Tremor) ².

Nun kommt der Placebo Effekt ins Spiel. In einer Metastudie3 von 1999 wurde herausgefunden, dass die Scheinmedikamente bei 9-59% der Patienten die Symptome verbessern³. Und das ganz ohne Wirkstoff!

Wie das geht? Durch die Erwartung, dass Dir etwas hilft, wird bereits Dopamin freigesetzt. So konnte festgestellt4 werden, dass alleine durch die Erwartung, dass ein Medikament wirkt, das Belohnungssystem aktiviert wird. Und Belohnungssystem bedeutet Dopaminausstoß4.

Das heißt: Alleine dadurch, dass die Patienten dachten, es würde ihnen bald besser gehen, kam es zu einem Dopaminausstoß. Dadurch wirkten sie den Symptomen der Krankheit (Dopaminmangel) entgegen und es ging ihnen besser.

Placebo beim Sport

Jetzt denkst Du Dir: „Wow, tolle Sache, dass man Parkinson-Patienten so einfach helfen kann“. Doch es kommt noch besser: Auch für gesunde Menschen lässt sich der Placebo Effekt nutzen. Zum Beispiel im Sport:

Im Jahre 2000 wurde Powerliftern (die Maschinen, die 500kg heben können) ein Steroid für verbesserte Leistung versprochen, doch nur ein Placebo gegeben5. Das Resultat: Alle Athleten verbesserten Ihre Leistung (dann 550kg anheben) mit dem Placebo und ihre Leistung fiel ohne Placebo wieder ab5.

Und nicht nur Leistungssportler werden mit der richtigen Erwartung besser. Gewöhnlichen Studenten6 wurde eine Placebo-Tablette aus Milchzucker verabreicht und versprochen, dass sie nun viel mehr Bankdrücken können.

Und tatsächlich: Die Studenten konnten ihre Leistung deutlich verbessern. Heißt für Dich: Du brauchst keine teuren Wunderheilmittel oder gar Steroide, um im Sport besser zu werden. Wenn Du glaubst, dass eine Sache funktioniert; wird sie in den meiste Fällen auch so funktionieren6. Bei der Homöopathie verhält es sich übrigens genauso.

Am wichtigsten für die Wirkung ist der feste Glaube an das Resultat. In einer weiteren Studie7 wurde Profi-Radfahrern während des Trainings entweder ein Kohlenhydrat-Präparat oder ein Placebo gegeben. Einer Gruppe wurde gesagt, dass sie ein Placebo bekam (obwohl es das Kohlenhydrat-Präparat war), die andere Gruppe, dass sie Kohlenhydrate bekam (obwohl es ein Placebo war), eine dritte Gruppe bekam mit einer 50:50 Chance ein Placebo oder Kohlenhydrate7.

Wie Du Dir schon denken kannst, verbesserte die Gruppe, der erzählt wurde, sie bekäme Kohlenhydrate, ihre Leistung um 4% – obwohl es ein Placebo war. Und die Gruppe, die dachte, sie bekäme ein Placebo, tatsächlich aber Kohlenhydrate? Keine Besserung – wie zu erwarten!

Das Interessante: Keinerlei Verbesserung zeigte die Gruppe, die eine 50:50 Chance für ein Placebo oder Kohlenhydrate hatte. Heißt für Dich: Unsicherheit ist der direkte Weg, Deine Ziele nicht zu erreichen.

Placebo und Allergien

Genauso, wie Du Dein Gehirn darauf konditionierst, bestimmte Gefühle zu erzeugen, konditionierst Du auch Dein Immunsystem. Denn beide interagieren miteinander. Hast Du beispielsweise eine Pollenallergie, wird Dein Immunsystem reagieren, wenn Pollen im Anflug sind. So bekommst Du Schnupfen, Migräne oder Husten.

Wiederholt sich dieses Spiel oft genug kann es sein, dass Du eine allergische Reaktion zeigst, wenn gar keine Pollen in der Nähe sind. Beispielsweise kann Dir ein Freund während des Spazierengehens sagen, dass wieder viele Pollen unterwegs sind (Auslöser). Abends fühlst Du Dich dann schlapp und hast einen Husten. Doch in der Luft waren gar keine Pollen messbar8?

In einer Studie an Krebspatienten konnte gezeigt werden, dass die typischen Symptome von Erbrechen und Übelkeit nach der Chemotherapie durch die Krankenhausumgebung hervorgerufen werden10.

Als Patient wird man bereits vorher darauf konditioniert, die Symptome zu zeigen. In einer Vergleichsgruppe, die Zuhause behandelt wurde, konnte gezeigt werden, dass die Symptome nicht auftreten müssen (keine Konditionierung).

Somit bieten sich für zukünftige medizinische Anwendungen viele Möglichkeiten, den Placebo Effekt zu integrieren. Damit könnte der Gebrauch von teilweise gesundheitsschädlichen Pharmazeutika reduziert werden. In der Homöopathie wird der Placebo Effekt schon lange genutzt, um Dein Immunsystem entsprechend reagieren zu lassen.

Wie Du Dein Gehirn auf Heilung konditionierst

Jetzt denkst Du Dir: Sehr spannend, wie kann ich das Wissen über den Placebo Effekt jetzt für mich nutzen?

Zum einen würde ich Dir empfehlen, meinen Artikel über NLP zu lesen. Wenn das System auch etwas anders funktioniert, geht es darum, Dir jeden Tag ausführlich vorzustellen, wie Du Dich gesund oder noch leistungsfähiger fühlst.

Außerdem solltest Du Deine Regeln analysieren: Sagst Du Dir bereits bei einem kleinen Schnupfen: „Oh man, ich bekomme eine Grippe.“ Wie oft hattest Du anschließend auch eine Grippe? 😉

Änderst Du die Regeln, die Du Dir selbst stellst, änderst Du auch Deine Immunreaktion. Das bedeutet: mehr Gesundheit, mehr Freude, mehr Leistung.

Ein weiteres nützliches Tool neben neuen Regeln: Meditation. Meditation lernen ist simpel und jeder kann es – im hinterlegten Beitrag erfährst Du, wie. Wenn Du Dir Deine Gesundheit bildlich ausmalen kannst, wird Dein Körper darauf reagieren. Dein Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen dem, was Du Dir bildlich vorstellst und dem, was wirklich passiert.

Einer der besten Experten auf dem Gebiet der Selbstheilung ist Dr. Joe Dispenza. Mit der folgenden Meditation bekommst Du einen guten Einstieg, um Dich selbst zu „heilen“. Bei mir hat mein gesamter Körper reagiert und jede Zelle vibriert. Ausprobieren lohnt sich!

 

Dr. Joe Dispenza: Tipps und Tricks eines Placebo-Profis

Dr. Joe Dispenza ist ein amerikanischer Wissenschaftler, Berater, Autor, Trainer der Selbstheilung und der Beeinflussung unseres Gehirns. Mit der Kombination aus Neurowissenschaften, Epigenetik und Quanten-Physik untersucht Dispenza mit seinen Kollegen mit neuesten, wissenschaftlichen Methoden die Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gehirn und Immunsystem.

In seinem Buch: You‘re the Placebo , beschreibt er eindrucksvoll, welche Erfahrungen die Menschen mit seinen Methoden gemacht haben und welche unglaublichen Heilungen erreicht werden konnten. So verschwanden Tumore bei Krebspatienten, konnten Querschnittsgelähmte wieder laufen und eine Trainerin konnte mit geschlossenen Augen 360° um sich herumschauen.

Wenn Dich das Thema weiter interessiert, kann ich Dir das Buch (Du bist das Placebo – Bewusstsein wird Materie)* sehr empfehlen.

Außerdem beginnt Dr. Dispenza in diesem Jahr mit einwöchigen Workshops, die Du auf seiner Seite (http://www.drjoedispenza.com/) findest. Außerdem findest Du dort viele Online-Kurse, Webinare und weitere Bücher.

Fazit – Der Placebo Effekt ist mächtig …

Ich finde den Placebo Effekt hochinteressant und nutze ihn selbst in meinem Alltag. Mit zwölf Jahren hatte ich mal Fußwarzen und kein Medikament hat geholfen. Die Mutter eines Freundes hat die Warzen dann „besprochen“ und das einzige was ich machen musste war, 20 Minuten bei mir Zuhause auf der Couch sitzen. Ob die Mutter meines Freundes wirklich was gemacht hat? Keine Ahnung.

Auf jeden Fall waren die Warzen nach zwei Wochen weg. Ich glaube das wir mit der wissenschaftlichen Erforschung der Zusammenhänge auf dem richtigen Weg sind und durch Menschen wie Dr. Joe Dispenza und die Meditationen vielen Menschen ohne Pharmazeutika (mit vielen, vielen Nebenwirkungen) geholfen werden kann.

Die wichtigsten Punkte heute:

  • Placebo Effekt bedeutet eine bestimmte Gehirn- oder Immunreaktion auf einen bestimmten Auslöser (Trigger) ohne das Vorhandensein des ursprünglichen Grundes
  • In dutzenden Studien konnte gezeigt werden, dass Placebo-Präparate sowohl Krankheiten heilen als auch die sportliche Leistung verbessern können
  • Um selbst durchzustarten fang am besten an zu meditieren, glaube fest an die Wirkung der Methode, die für Dich funktioniert und nutze weitere Informationen wie das Buch (Du bist das Placebo – Bewusstsein wird Materie)* von Dr. Joe Dispenza, um den Placebo Effekt für Dich zu nutzen

PS: Was hältst Du von dem Placebo Effekt? Wendest Du ihn selber an? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

 

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Quellenverzeichnis
  1. Placebo Hrsg./Bearb.: Benedetti, Fabrizio, Enck, Paul, Frisaldi, Elisa, Schedlowski, Manfred, Verlagsort, Verlag, Jahr: Berlin [u.a.], Springer, 2014, S. 4
  2. Placebo Hrsg./Bearb.: Benedetti, Fabrizio, Enck, Paul, Frisaldi, Elisa, Schedlowski, Manfred, Verlagsort, Verlag, Jahr: Berlin [u.a.], Springer, 2014, S. 140
  3. https://www-ncbi-nlm-nih-gov.eaccess.ub.tum.de/pubmed/?term=Shetty+N%2C+Friedman+JH%2C+Kieburtz+K%2C+Marshall+FJ%2C+Oakes+D+(1999)+The+placebo+response+in+Parkinson%E2%80%99s+disease.+Parkinson+Study+Group.+Clin+Neuropharmacol+22(4)%3A207%E2%80%93212
  4. https://www-ncbi-nlm-nih-gov.eaccess.ub.tum.de/pubmed/?term=Scott+DJ%2C+Stohler+CS%2C+Egnatuk+CM%2C+Wang+H%2C+Koeppe+RA%2C+Zubieta+JK+(2008)+Placebo+and+nocebo+effects+are+de%EF%AC%81ned+by+opposite+opioid+and+dopaminergic+responses.+Arch+Gen+Psychiatry+65+(2)%3A220%E2%80%93231
  5. https://e-space.mmu.ac.uk/13266/
  6. https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10413200601123736
  7. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Clark+VR%2C+Hopkins+WG%2C+Hawley+JA%2C+Burke+LM+(2000)+Placebo+effect+of+carbohydrate+feedings+during+a+40-km+cycling+time+trial.+Med+Sci+Sports+Exerc+32%3A1642%E2%80%931647
  8. Placebo Hrsg./Bearb.: Benedetti, Fabrizio, Enck, Paul, Frisaldi, Elisa, Schedlowski, Manfred, Verlagsort, Verlag, Jahr: Berlin [u.a.], Springer, 2014, S. 166
  9. https://www.academia.edu/11972432/Brain_immune_interactions_and_the_neural_basis_of_disease-avoidant_ingestive_behaviour?ends_sutd_reg_path=true
  10. https://www.academia.edu/11972432/Brain_immune_interactions_and_the_neural_basis_of_disease-avoidant_ingestive_behaviour?ends_sutd_reg_path=true

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