Multivitamin-Präparate zählen zu den beliebtesten Nahrungsergänzungsmitteln. In Amerika wurden 2014 über 5,7 Milliarden Dollar Umsatz damit erzielt.
Wie viele unserer Leser fragst Du Dich vielleicht auch, ob ein „Multi“ wirklich sinnvoll ist, denn sie erhalten immer wieder kräftigen Gegenwind.
Aus diesem Grund haben wir Multivitamin-Präparate genauer unter die Lupe genommen. Am Ende sollst Du selbst entscheiden können, ob ein Multi für Dich sinnvoll ist oder nicht. Außerdem erhältst Du Tipps, woran Du ein gutes Produkt erkennst.
Was ist ein Multivitamin?
Ein Multivitamin ist ein Nahrungsergänzungsmittel, das eine Vielfalt an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Meist enthält es typische Mangelnährstoffe, die wir über unsere Ernährung nur schwer oder gar nicht aufnehmen. Einige Multis enthalten außerdem essenzielle Aminosäuren oder sekundäre Pflanzenstoffe.
Ein Multi-Präparat ist sozusagen eine Grundabsicherung mit den wichtigsten Nährstoffen.
Studien haben gezeigt: Multivitamin-Präparate sind gut geeignet, um der zunehmenden Mangelernährung in der Bevölkerung entgegenzuwirken und negative Folgen wie Immun- oder Stoffwechselerkrankungen zu reduzieren [1].
Das Problem: Es gibt keine einheitliche Definition. Enthalten Produkte mindestens drei Vitamine oder Mineralstoffe, bezeichnen Hersteller sie bereits als Multivitamin. Viele verwenden außerdem Inhaltsstoffe mit schlechter Bioverfügbarkeit.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich also.
7 Punkte, die Du beim Kauf eines Multivitamins beachten solltest
Die folgenden 7 Punkte sollen Dir helfen, einzuschätzen, ob ein Multi sinnvoll für Dich ist. Sie erleichtern es außerdem, gute Produkte zu erkennen.
#1 Eine Zertifizierung reicht nicht aus
Die Zulassung eines Multivitamins nach Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) ist keine Garantie für optimale Wirkung.
In Deutschland braucht jedes Nahrungsergänzungsmittel eine Zulassung – hierbei werden aber lediglich die Reinheit und Unbedenklichkeit der Inhaltsstoffe bescheinigt.
Unberücksichtigt bleibt die Dosierung und Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe. Billige Multis enthalten oft Mineralstoffverbindungen, die der Körper nur in geringen Mengen aufnimmt. So hat zum Beispiel Zinkoxid nur eine Bioverfügbarkeit von etwa 60 %. Wesentlich besser ist Zinkglycinat [2].
#2 Achte auf die Nährwertangaben
Auf allen Multivitamin-Präparaten sind die Inhaltsstoffe und ihre Mengen angegeben, in der Regel auch mit den Referenzmengen in Prozent.
Einige Produkte enthalten entweder zu hohe oder zu geringe Mengen. Andere Hersteller versuchen scheinbar, alle Nährstoffe der Erde in eine Kapsel zu pressen – was auch nicht zielführend ist.
Ein gutes Multi sollte eine ausgeklügelte Mischung aus wenigen, aber wichtigen Mineralstoffen und Vitaminen enthalten, die häufig im Mangel vorliegen. Welche das genau sind – dazu kommen wir noch.
#3 Nimmst Du bereits andere Nahrungsergänzungsmittel?
Nahrungsergänzungsmittel sollten maßvoll eingenommen werden. Aufgrund der vielversprechenden Wirkungen neigen viele Menschen dazu, zig Kapseln zu schlucken.
Wenn Du schon andere Präparate einnimmst, dann prüfe, ob deren Inhaltsstoffe eventuell in Deinem Multi enthalten sind. Wenn ja, solltest Du die Dosierung anpassen.
Der nächste Tipp kann Dir dabei helfen.
#4 Ein Bluttest verschafft Klarheit
Nicht unberechtigt ist die Kritik, dass Multivitamin-Präparate nur für teuren Urin sorgen würden. Angeblich würden wir so viele Nährstoffe gar nicht benötigen und ungenutzt wieder ausscheiden.
Das stimmt insofern, dass wir nicht immer alles benötigen. Ein Blutbild kann hier Klarheit schaffen und aufzeigen, woran es denn tatsächlich mangelt.
In meinem Fall waren das Jod, Zink und Magnesium. Trotz gesunder Ernährung. Deshalb nutze ich ein gut dosiertes Multi-Präparat als Grundabsicherung.
Du kannst ganz einfach herausfinden, ob Du Nährstoffmängel hast: mit einem Bluttest für zuhause. Die Blutprobe wird über die Fingerspitze abgenommen und per Post versendet. Ergebnisse und Empfehlungen werden Dir online zur Verfügung gestellt. Danach kannst Du entscheiden, auf welche Nährstoffe (und welche Präparate) Du setzen solltest.
#5 Achte auf Wechselwirkungen
Einige Inhaltsstoffe können sich gegenseitig beeinträchtigen. So bindet Eisen Calcium und hemmt seine Aufnahme im Darm.
Ein Multivitaminpräparat, dessen Inhaltsstoffe überquellen, kann also kein biochemisch ausgeklügeltes Produkt sein.
Es gilt die Empfehlung: Nimm ein Multi-Präparat mit einer Mahlzeit ein. Dadurch werden die Nährstoffe nach und nach aufgenommen und die Gefahr, dass sie sich gegenseitig behindern, ist gering.
#6 Nimmst Du dauerhaft Medikamente ein?
Multivitamin-Präparate enthalten zwar keine pharmakologischen Substanzen, aber sie können dennoch in Wechselwirkung mit Medikamenten treten. So sollten zum Beispiel Blutverdünner wie Warfarin nicht mit Vitamin K2 kombiniert werden.
Wenn Du unter einer behandlungspflichtigen Erkrankung leidest, dann sprich bitte vorher mit Deinem Arzt, am besten mit der Zusatzqualifikation „orthomolekulare Medizin“.
#7 Betrachte das Multivitamin nur als Ergänzung
In Nahrungsergänzung steckt bewusst das Wort „Ergänzung“. Bevor Du ein Multivitamin-Präparat zu Dir nimmst, solltest Du Dich zunächst gesund ernähren. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen nicht die nährstoffreichen Lebensmittel, die uns Mutter Natur bietet.
Bei gesunder Ernährung kannst Du ein gut dosiertes Multivitamin dennoch als Ergänzung nutzen – sozusagen als zusätzliche Versicherung. Denn: Die zunehmende Massenbewirtschaftung der Felder und Obstplantagen hat dazu geführt, dass ein Weizenkorn oder ein Apfel nicht mehr so viele gute Inhaltsstoffe wie früher aufweisen.

Die Ernährung der Zukunft? Nicht wirklich – aber ein Multi ist für eine zusätzliche Grundversorgung zu empfehlen.
Wer profitiert von einem Multivitamin?
Im Grunde kann ein gut dosiertes Multivitamin für jeden eine gute Ergänzung sein. Denn klassische Mangelnährstoffe wie Vitamin D, Selen, Jod, Magnesium oder Zink sind Bestandteile eines guten Multis.
Da bis zu 90 % der Bevölkerung von Nährstoffmängeln betroffen sind, ist der Anteil derer, die von einem Multi profitieren, recht hoch.
Ratsam kann es insbesondere für folgende Personengruppen sein:
- Vegetarier und Veganer
- Menschen, die eine Diät halten
- Menschen mit hohen körperlichen Belastungen (Sportler, Schwerstarbeiter)
- Menschen mit hohen kognitiven Anforderungen (auch das Gehirn verbraucht Nährstoffe)
- Menschen, die unter Stress oder Schlafmangel leiden
- Mütter
Warum haben wir alle Nährstoffmängel?
Kaum zu glauben, dass wir alle Nährstoffdefizite haben, oder? Hier die Ursachen dafür:
- Durch massenhafte Düngung, industrielle Landwirtschaft, Monokulturen und fehlende Brachzeiten laugen die Böden aus.
- Die Belastung unseres Körpers mit Umweltgiften (z. B. Schwermetalle, Mikroplastik, EMF) erhöht den Bedarf bestimmter Nährstoffe, um jene abzubauen und auszuscheiden.
- Wir verbringen heute viel Zeit im Sitzen und essen insgesamt weniger als unsere Vorfahren. Dadurch nehmen wir auch weniger Nährstoffe auf.
- Durch Belastungen (Leistungssport, Stress, Medikamente) steigt der Bedarf bestimmter Nährstoffe an.
- Pflanzliche Lebensmittel werden heute auf Ertrag gezüchtet (Masse), nicht auf Qualität (Nährstoffe). Bio-Produkte sollten deshalb erste Wahl sein.
- Tierische Produkte aus Massentierhaltung enthalten weniger Nährstoffe als jene aus artgerechter Haltung. Ein Grund, warum wir von Produkten aus industrieller Erzeugung abraten.
- Verarbeitete Lebensmittel enthalten weniger Nährstoffe als naturbelassene.
Was gehört aus unserer Sicht in ein gutes Multivitamin?
Damit Du ein gutes Multivitamin erkennen kannst, möchten wir Dir kurz die wichtigsten Inhaltsstoffe nennen. Hauptsächlich sollte es typische Mangelmineralien und -vitamine enthalten, dazu zählen:
- Vitamin A (als Retinylpalmitat, NICHT als ß-Carotin)
- B-Vitamine in bioverfügbarer Form (vor allem B9 und B12)
- Vitamin C (erhöht die Bioverfügbarkeit anderer Inhaltsstoffe)
- Vitamin D
- Vitamin E (wenn möglich, verschiedene Tocopherole und Tocotrienole)
- Vitamin K2
- Selen
- Jod
- Zink
Auch weitere Spurenelemente wie Chrom oder Mangan können in einem Multi enthalten sein.
Ein Bonus sind Vitalstoffe wie PQQ, Coenzym Q10 und Alpha-Liponsäure.
Was gehört nicht unbedingt in ein Multivitamin-Präparat?
Da Kalium, Magnesium und Calcium zu den Mengenelementen zählen und im Vergleich zu Spurenelementen wie Zink oder Jod in größeren Dosierungen notwendig sind, ergeben sie in einem Multi wenig Sinn. Deshalb empfehlen wir besonders Magnesium separat zu nutzen.
Vitamin D und Vitamin K2 sind als Kombiprodukte erhältlich. Auch hier benötigen wir meist höhere Dosierungen, die ein Multi nicht bieten kann. Vor allem im Winter brauchen die meisten Menschen deutlich mehr Vitamin D.
Mein Multi enthält etwas Vitamin D. Im Sommer genügt das als Grundversorgung. Im Winter stocke ich zusätzlich noch mit Vitamin D + K2 auf.
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Fazit – ein Multi für die Grundabsicherung
Wie Du siehst, ist es gar nicht so einfach, gute Nahrungsergänzungsmittel ausfindig zu machen. Wenn Du nicht nur den oft zitierten „teuren Urin“ produzieren möchtest, dann musst Du die Produkte genauer analysieren.
Genau deshalb ist es unsere Motivation, mit derartigen Beiträgen Licht ins Dunkel zu bringen.
In unseren bisherigen Artikeln haben wir bereits zu anderen Vitaminen (Vitamin D, Vitamin K) Mineralien (Zink, Magnesium) und Aminosäuren (Taurin, essenzielle Aminosäuren) geschrieben.














