Magnesium (Mg) ist ein essentieller Mineralstoff aus der Gruppe der Mengenelemente. Durch nährstoffarme Böden in der Landwirtschaft, ungesunde Ernährung und chronischen Stress leiden viele Menschen unter einem Magnesiummangel. Damit zählt der Mineralstoff zu den klassischen Mangelnährstoffen.

Du fragst Dich, wieso Du Dich nicht konzentrieren kannst? Vielleicht steckt ein Magnesiummangel dahinter, denn Deine Konzentration (siehe. Konzentration steigern) steigt und fällt mit dem Salz der inneren Ruhe. Auch Deine Stoffwechselreaktionen werden über das Mineral gesteuert – kein ATP ohne Magnesium. Ergo: keine Energie.

Im Folgenden erfährst Du alles Wichtige über den Mineralstoff.

 

Welche Funktionen hat Magnesium im Körper?

  1. Mg ist an allen Reaktionen beteiligt, bei denen ATP umgesetzt wird. ATP ist die Energiewährung im Körper, so wie Feuerholz und Heizöl für Deine Wohnung im Winter. Wenn Du Energie möchtest, brauchst Du Magnesium.
  2. Deine Mitochondrien sind Deine Energiekraftwerke. Magnesium trägt zum Mitochondrienwachstum bei, wodurch Du mehr Energie produzieren kannst, sowohl physisch als auch psychisch.
  3. Ca. 65 % des Magnesiums werden in den Knochen gespeichert. Darum ist der Mineralstoff sehr wichtig für Deine Knochenmineralisierung und stabile Knochen im Allgemeinen.
  4. Magnesium ist an der Kontraktion Deiner Muskeln beteiligt. Du bist Sportler? Dann empfehle ich Dir, Magnesium zu ergänzen.
  5. Auch an der Bildung von Sexualhormonen wie Testosteron (5) wirkt es mit. Deshalb ist das Mineral bedeutsam für die Fortpflanzung und auch für den Spaß dabei.
  6. Die Aktivität Deines Darmtraktes wird mit dem Mineralstoff gesteuert. Magen-Darm-Beschwerden können deshalb Anzeichen eines Magnesiummangels sein.
  7. Magnesium ermöglicht DNA-Synthese und Wachstumsprozesse.
  8. Die Regulation der Ionenpumpen in Deinen Zellen wird mithilfe von Mg gesteuert. Dies ist essenziell für die Nervenweiterleitung und Gehirnfunktion.
  9. Die Kontraktion Deines Herzmuskels und der Herzrhythmus werden mit Magnesium gesteuert. Deswegen wird es zur Kardioprotektion eingesetzt und ist sehr bedeutend für Deine Herzgesundheit.
  10. Das Salz der inneren Ruhe verhindert die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Diese erhöhen Cortisol, das im Übermaß Deinen Tag-Nacht-Rhythmus negativ beeinflusst. Auch Melatonin (Schlafhormon) wird mit Magnesium gebildet, wodurch Du besser schlafen kannst (1,3,4).

 

Magnesiummangel Symptome

Folgende Symptome können bei einem Magnesiummangel auftreten:

  1. Müdigkeit
  2. Häufige Muskelkrämpfe (auch nachts)
  3. Heißhunger
  4. Schlechter Schlaf
  5. Hoher Blutzucker und Blutzuckerschwankungen
  6. Nachmittagstief
  7. Fresskoma nach dem Essen (besonders nach dem Mittagessen)
  8. Magensäuremangel
  9. Kaffeesucht
  10. Mangelnde Ausdauer
  11. Schlechte Konzentration und mangelnder Fokus

 

Ursachen für einen Magnesiummangel

Schätzungen zufolge haben 70 bis 80 % aller Deutschen einen Magnesiummangel, bei Diabetikern liegt der Anteil sogar bei 90 %.
Wie Du anhand der Auflistung siehst, kann ein Magnesiummangel viele Ursachen haben.

  • Aufgrund einer ungesunden Ernährung werden zu wenig magnesiumreiche Lebensmittel konsumiert.
  • Heute werden insgesamt deutlich weniger Lebensmittel verzehrt als noch vor 500 Jahren. Dadurch wird insgesamt auch weniger Magnesium zugeführt. Zum Vergleich: Ein Arbeiter oder Bauer verbrauchte vor 500 Jahren noch 4.000 bis 5.000 Kcal täglich, ein durchschnittlicher Büroarbeiter heute nur ca. 1.800 Kcal.
  • Durch Überzüchtung, Kunstdünger in der Landwirtschaft sowie nährstoffarme Böden ist in den Lebensmitteln deutlich weniger Magnesium enthalten.
  • Wer viel schwitzt, gibt viele Mineralstoffe über die Haut ab. Sportler haben daher einen erhöhten Magnesiumbedarf.
  • Menschen mit hoher Muskelmasse verbrauchen mehr Mineralstoffe.

Ich habe selbst lange an einem Magnesiummangel gelitten. Lies hier gern mehr dazu: Erfahrungsbericht Magnesiummangel.

 

Lebensmittel mit Magnesium

Um einen Mangel zu beseitigen, sollten magnesiumreiche Lebensmittel Deine erste Wahl sein. Die folgenden 8 Lebensmittel enthalten besonders viel des Minerals:

Infographik zu Lebensmitteln mit Magnesium

Klicke hier und folge uns für noch mehr Gesundheitstipps auf Instagram!

Auch Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bergen viel Mg. Allerdings ist die Bioverfügbarkeit (Maß für die Menge der tatsächlich aufgenommenen Nährstoffe) aus Getreide stark eingeschränkt. Deshalb kann ich Dir diese Magnesiumquelle nicht empfehlen (ebenso wie Weizenkleie).

 

Welche Vorteile bietet die Einnahme von Magnesium?

Die Einnahme von Magnesium kommt unserer Gesundheit und unserem Stoffwechsel zugute.

 

#1 Magnesium für besseren Schlaf

Magnesium aktiviert ein Enzym, das Serotonin (Glückshormon) in Melatonin (Schlafhormon) umwandeln kann. Wenn Du vor dem Zubettgehen noch etwas Magnesium einnimmst, kannst Du deshalb besser schlafen (3,6,7). Außerdem wirkt das Mineral auf den Vagusnerv, unseren größten Beruhigungsnerv im Körper.

 

#2 Magnesium für weniger Heißhunger

Starker Stress, zuckerreiche Ernährung und viel Sport können Heißhungerattacken heraufbeschwören. Diese weisen häufig auf einen Mineralstoffmangel hin und nicht auf einen erhöhten Energiebedarf. Daher empfehle ich Dir, bei starkem Hunger zuerst etwas Magnesium einzunehmen. Solltest Du dann immer noch Hunger haben, kannst Du ein Stück dunkle Schokolade essen.

 

#3 Bessere Stoffwechselfunktion

Magnesium ist an mindestens 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt. Daher kann Dein Stoffwechsel erst auf Hochtouren laufen, wenn Du ausreichend damit versorgt bist. Gerade beim Abnehmen (siehe. Die besten Supplements zum Abnehmen) oder Sport ist das sehr wichtig.

 

#4 Stärkere Knochen

Ca. 2/3 des im Körper vorhandenen Magnesiums werden im Knochen gespeichert. Durch die Einnahme von Magnesium kannst Du Deine Knochenmineralisierung verbessern und Deine Knochen stärken (1,3,4,8).

 

#5 Muskelgesundheit

Magnesium wirkt beruhigend auf die Muskulatur und reguliert die Muskelkontraktionen. Bei starker körperlicher Betätigung wird es zunehmend verbraucht. Daher müssen Marathonläufer teilweise nach 30 km aussteigen, da ihre Beine krampfen. Für Deine Muskeln ist es also bedeutsam, mit Magnesium (und Kalium) versorgt zu sein (9,10).

 

#6 Gegen Depressionen

In einer Studie konnte ein klarer Zusammenhang zwischen einem Magnesiummangel und der Entwicklung einer Depression gezeigt werden. Durch die Normalisierung der Blutwerte wurde eine deutliche Verbesserung der Patienten in Hinblick auf ihre Depression erzielt. Magnesium hilft also beim positiv Denken (11).

 

#7 Bessere Blutzuckerkontrolle

Durch die Einnahme von Magnesium wird die Insulinsensitivität verbessert. Nimmst Du Zucker oder Kohlenhydrate zu Dir (siehe. Wie viele Kohlenhydrate am Tag), schüttet Deine Bauchspeicheldrüse Insulin aus, damit Glukose in Deine Muskeln und Leber transportiert werden kann. Funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr, wirst Du insulinresistent, was langfristig zu Diabetes Typ 2 führen kann (12).

Infographik zu Lebensmitteln mit Magnesium

Klicke hier und folge uns für noch mehr Gesundheitstipps auf Instagram!

 

#8 Geringere Blutfettwerte

Magnesium reduziert Deine Blutfettwerte. Durch zu hohe LDL-Cholesterin- und Triglycerid-Werte kann es zu Ablagerungen in Deinen Blutgefäßen kommen, die zu kardiovaskulären Erkrankungen führen. Magnesium verhindert diese Entwicklung (13).

 

#9 Geringerer Blutdruck

Magnesium entspannt die Muskulatur. Dies gilt auch für die feinen Gefäßmuskeln, die Deine Blutgefäße umspannen. Dadurch sinkt Dein Blutdruck (14).

 

#10 Gegen Kopfschmerzen

Auch Kopfschmerzen kann man mit Magnesium in den Griff bekommen. Bei Migränepatienten konnten mit einer Kombination aus Magnesium, Coenzym Q10 und Riboflavin die Symptome gelindert werden (15). Auch bei anderen Arten von Kopfschmerzen kann Mg helfen.


#11 Bessere Durchblutung

Magnesium weitet Deine Blutgefäße, da die Muskeln um die Blutgefäße entspannt werden. Dadurch wird die Durchblutung verbessert. Dies wirkt sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel aus.

 

#12 Bessere Konzentration

Da Mg die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin vermindert, bleibst Du entspannter und kannst Dich besser konzentrieren. Unterstützend kommt hinzu, dass es die Energieversorgung und Durchblutung im gesamten Körper optimiert.

In Prüfungen, bei wichtigen Terminen oder besonderen Ereignissen solltest Du also immer gut mit Magnesium versorgt sein. Auch im Arbeitsalltag ist es empfehlenswert.

 

#13 Reduziert Entzündungen

Bei Rheumapatienten sind die Magnesiumwerte häufig zu niedrig. Dadurch kann es zu Entzündungen kommen, die vor allem die Knie-, Schulter- und Handgelenke belasten (16). Oftmals fehlt diesen Patienten auch Kupfer, Zink und Vitamin B6 (17). 

Bei einem latenten Magnesiummangel besteht bei Rheumapatienten das Risiko einer kardiovaskulären Erkrankung (18).

Auch bei Frauen ohne Rheuma konnte gezeigt werden, dass hohe Magnesiumkonzentrationen im Blut die Marker für Entzündungen reduzieren (19). Deshalb kann ich Dir die Supplementation nur ans Herz legen.

 

#14 Testosteron

Ein Magnesiummangel hängt direkt mit einem Testosteronmangel zusammen. Führst Du Dir ausreichende Mengen des Mineralstoffs zu, könnte das auch Deinen Testosteronspiegel steigern. 

Testosteron ist für Männer und Frauen wichtig, da es das Immunsystem reguliert und für Wachstums- sowie Reparaturprozesse im gesamten Körper benötigt wird.

Junge Frau sitzt am Schreibtisch vor einem Laptop und hält ihre Brille in der Hand Sportler, Diabetiker und Denkarbeiter profitieren von einer zusätzlichen Einnahme


Für wen empfiehlt sich die Nahrungsergänzung mit Magnesium besonders?

Wer profitiert am meisten von einer Nahrungsergänzung mit dem Mineral? Hier unsere Empfehlungen.

 

#1 Sportler

Es konnte gezeigt werden, dass Magnesium die Bereitstellung von Glukose und den Abbau von Laktat verbessert. Dies erhöht Deine sportliche Leistungsfähigkeit, da einerseits mehr Glukose für die Energieproduktion bereitsteht und der schnellere Laktatabbau andererseits Regeneration sowie Ausdauer verbessert (20).

Außerdem wird die Testosteronproduktion bei Sportlern, die Magnesium einnehmen, gesteigert. Dies kann Deine sportliche Leistungsfähigkeit, Deine Regeneration und Deinen Muskelaufbau positiv beeinflussen (5). Volleyballerinnen konnten ihre Leistung deutlich verbessern (21).

Als Leistungssportler hast Du einen etwa doppelt so hohen Bedarf an Magnesium wie ein Nichtsportler (2).

 

#2 Menschen mit hohem Gewicht und/oder hoher Muskelmasse

Wenn Du viel wiegst oder sehr durchtrainiert bist, sind Energieverbrauch und Mineralstoffbedarf stark erhöht, da Dein Stoffwechsel mehr arbeiten muss und Deine Muskeln mehr Magnesium benötigen. 

Bei Übergewichtigen entsteht im Fettgewebe häufig oxidativer Stress (schädliche reaktive Sauerstoffverbindungen). Dieser kann durch eine Magnesiumergänzung reduziert werden (22).

 

#3 Wer viel schwitzt und viel (Wasser) trinkt

Täglich werden über Urin und Stuhl ca. 300 mg Magnesium ausgeschieden. Solltest Du viel trinken, erhöht sich diese Zahl noch. Wenn Du stark schwitzt, gehen mit dem Schweiß pro Stunde ca. 90 mg verloren. Diesen zusätzlichen Bedarf solltest Du decken (23).

Die meisten Menschen haben deshalb einen höheren Tagesbedarf als 300 mg.

 

#4 Wer hohen Blutzucker aufweist (auch Diabetiker)

Magnesium, Chrom und Zink spielen eine wichtige Rolle im Glukosestoffwechsel. Durch Ergänzung dieser Mineralstoffe bei Betroffenen von Diabetes Typ 1 konnte die Glukoseverwertung besser eingestellt werden. 

Die Ergänzung mit Magnesium kann sinnvoll für Dich sein, wenn Du mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zu kämpfen hast (23). Auch Typ-2-Diabetiker profitieren, wenn ein Mangel beseitigt wird; daraus resultiert ein sinkender Langzeitblutzucker.

 

#5 Konzentrationsprobleme 

Magnesium beruhigt die Nerven und verbessert die Durchblutung. Dadurch ist Dein Gehirn bestens mit Sauerstoff versorgt, und Du kannst entspannt sowie fokussiert Dein nächstes Ziel erreichen (4).

 

#6 Chronische Müdigkeit

Wenn Du Dich permanent schlapp und ausgelaugt fühlst, könnte Dir Magnesium fehlen. Der Mineralstoff liefert Dir Energie.

Bei Chronic Fatigue-Patienten (chronisches Erschöpfungssyndrom) wurde gezeigt, dass es ihnen mit Magnesium deutlich besser ging (24).

 

#7 Schwangere

In der Schwangerschaft solltest Du besonders gut mit Mg (und allen weiteren Mikronährstoffen) versorgt sein, damit sich Dein Kind bestens entwickelt – sowohl physisch als auch psychisch. 

Zudem wird die Gesundheit der Mutter so gewährleistet (25).


Warum Magnesium abends einnehmen?

Magnesium aktiviert den Vagusnerv und dadurch den Parasympathikus. Dieser ist für die Entspannung des gesamten Nervensystems und Körpers zuständig. Nimmst Du Mg abends ein, kommst Du schneller zur Ruhe.

Mithilfe von Mg können Serotonin (Glückhormon) und GABA (Gamma-Aminobuttersäure) gebildet werden, die für gute Laune und Entspannung sorgen. So lässt es sich deutlich leichter einschlafen. Außerdem hilft der Mineralstoff bei der Umwandlung von Serotonin zu Melatonin (Schlafhormon), das Dich ins Land der Träume eintreten lässt.

 

Wer sollte kein Magnesium einnehmen?

  • Da Magnesium und Calcium teilweise antagonistisch wirken, solltest Du bei einem niedrigen Calciumspiegel kein Magnesium ergänzen. Korrigiere also zunächst Deine Calciumwerte (Vitamin D, grünes Gemüse, Milchprodukte).
  • Wenn Du bereits sehr gut mit Mg versorgt bist und einen hohen Blutwert besitzt, brauchst Du es nicht extra einzunehmen. Dies kann Deinen Körper aus dem Gleichgewicht bringen und führt teilweise zu Durchfall (4).

 

Normwerte von Magnesium im Blut

Die Normwerte im Vollblut sind mit 0,7 bis 1,1 mmol/l angegeben. Dabei ist nur 1 % des im Körper vorhandenen Magnesiums im Blut verfügbar. Das Vollblut ist damit ein schlechter Indikator für Deine Versorgung mit Mg.

Besser geeignet ist eine RBC-Magnesium-Messung. Dabei wird die Magnesiumkonzentration in Deinen roten Blutkörperchen gemessen. Dies ist ein guter Indikator für Deine langfristige Versorgung mit Magnesium, da die roten Blutkörperchen auch als Magnesiumspeicher dienen.

Frage also am besten bei Deiner nächsten Blutmessung nach, ob eine RBC-Messung verfügbar ist. Wenn nicht, sollte Dein Blutmagnesiumspiegel nicht unter 0,9 mmol/l fallen.

 

Wie viel Magnesium einnehmen?

Der Tagesbedarf liegt bei den meisten Menschen bei ca. 400 bis 500 mg. Bei Sportlern und Menschen mit hohem Stresslevel und/oder einem höheren Körpergewicht kann der Bedarf auf bis zu 800 mg täglich ansteigen.

Im Idealfall deckst Du diesen Bedarf durch gesunde Ernährung ab.

In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass es nahezu unmöglich ist, so viel über die Ernährung aufzunehmen. Gerade bei Sportlern ist die ausreichende Versorgung mit Magnesium kritisch.

Deshalb gilt: Probiere es einfach aus. Beginne mit einer Tagesdosis von zusätzlich 300 mg und steigere Dich langsam auf 500 mg. Beobachte dabei Dein Wohlbefinden und nutze anschließend die Dosis, mit der es Dir am besten geht.

 

Hat Magnesium Nebenwirkungen?

Es gibt von allem ein Zuviel – auch an Magnesium. Eine Überdosis erkennst Du an flüssigem Stuhl. Dieser kann jedoch auch ein Hinweis dafür sein, dass Dein aktuelles Mg-Ergänzungsmittel nicht sehr bioverfügbar ist (ich empfehle Magnesium-Glycinat und -Citrat). Oder Dein Körper ist bereits vollkommen mit Mg abgesättigt.

Wechsle in diesen Fällen das Präparat oder reduziere die Dosierung.

Wenn Du Mg im höheren Grammbereich täglich ergänzt, ist mit Konzentrations- und Herz-Kreislauf-Problemen zu rechnen. 

Magnesiumüberdosierungen, die über einen flüssigeren Stuhl hinausgehen, sind mir jedoch nicht bekannt. Dennoch ist es wichtig, darauf hinzuweisen.

 

Welches Magnesium ist das beste?

Auf dem Markt gibt es dutzende Anbieter von Magnesiumpräparaten und neben hochwertigen Produkten auch einige Mogelpackungen. 

 

Magnesiumoxid

Magnesiumoxid ist eine anorganische Darreichungsform und kann vom Körper nur schlecht resorbiert werden. In hohen Mengen wirkt es abführend. Enthalten ist es vor allem in günstigen Produkten. Zusammen mit Magnesiumhydroxid wird die Löslichkeit und die Bioverfügbarkeit deutlich verbessert. Sie steigt von ca. 40 % auf 70 %.

Wenn Du ein günstiges, aber gutes Präparat suchst, ist reines Magnesiumoxid in Ordnung.

 

Magnesiumcarbonat

Diese Form ist oft in billigen Mg-Brausetabletten enthalten und weist zusammen mit Mg-Chlorid die schlechteste Bioverfügbarkeit auf (25 bis 30 %). Nimmst Du zu viel ein, wirkt es abführend.

 

Magnesium aus Sango-Koralle

Sango-Koralle ist eine alternative Magnesiumquelle, allerdings keine nachhaltige. Hier profitieren vor allem die Hersteller, aber nicht Du.

Unter uns: Sango-Koralle ist im Grunde Kreide. Kreide würde ich auch nicht empfehlen, obwohl sie reich an Calcium ist. 🙂

 

Magnesiumcitrat

Diese Form weist eine hohe Bioverfügbarkeit auf (65 bis 70 %) und ist sehr günstig. Sie wirkt mehr im Bereich Herz-Kreislauf-Gesundheit. Viele Produkte werben daher mit dieser Form des Magnesiums.

 

Magnesiumthreonat

Diese hochwertige Form besitzt eine hohe Bioverfügbarkeit (70 bis 75 %) und ist im Gehirn sehr aktiv. Allerdings hat Qualität ihren Preis. Auch das Kapselgewicht fällt mit 30 bis 50 mg pro Kapsel niedrig aus.

 

Magnesiummalat

Diese Verbindung hat eine gute Bioverfügbarkeit. Außerdem sind nur wenige Nebenwirkungen des Präparats bekannt.

 

Magnesiumglycinat/bisglycinat

Mit Citrat der Spitzenreiter unter den Magnesiumpräparaten. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist Magnesiumglycinat/bisglycinat sehr gut verfügbar und wirkt nur wenig abführend. Dank des enthaltenen Glycins wirkt es beruhigend und stresslindernd.

 

Magnesiumchlorid

Diese Form wird oral kaum aufgenommen, ist allerdings sehr nützlich bei äußerer Anwendung. Als Magnesiumöl ist es besonders bei Sportlern beliebt, die damit lokal die Muskeln entspannen und regenerieren. Auch als Bad mit Magnesiumsalz funktioniert es. Allerdings geht aus Studien nicht klar hervor, wie viel aufgenommen wird. Dennoch scheint die äußerliche Anwendung zu funktionieren.

 

Weitere Formen mit einer sehr guten Bioverfügbarkeit sind Mg-Ascorbat und Mg-Taurat. Sie sind allerdings nicht gängig.

Diese Übersicht hilft Dir, das beste Produkt für Dich zu wählen.

 

Für optimale Ergebnisse: Kombination von Magnesium mit Vitamin D3 und Vitamin K2

Neben den genannten Vorteilen sorgt der Mineralstoff auch dafür, dass Vitamin D richtig verstoffwechselt werden kann. Daher empfehle ich Dir Magnesium mit Vitamin D einzunehmen. Letzteres ist ein weiterer Mangelnährstoff (siehe: Vitamin D Mangel), weshalb die Kombination mit Magnesium nützlich ist (26).

Außerdem kann erst durch Vitamin K2 der Calciumstoffwechsel mit Vitamin D und Magnesium aktiviert werden. Deshalb rate ich Dir, Vitamin D mit Vitamin K2 und Magnesium einzunehmen, um bestens mit allen Nährstoffen versorgt zu sein und den Synergismus zwischen allen drei Nährstoffen zu nutzen.

Suchst Du nach konkreten Produktempfehlungen? Finde hier einen Überblick mit Marken, denen wir vertrauen, weil wir ihre Produkte sorgfältig getestet haben. Und das Beste? In vielen Fällen erhältst Du einen Rabattcode, mit dem Du bares Geld sparst:

 

Magnesiummangel beseitigen – das Magnesium-Protokoll

Was kannst Du tun, wenn Du nicht ausreichend mit Mg versorgt bist? Hier folgt ein einfaches Magnesium-Protokoll für Dich, um innerhalb von 2 bis 3 Tagen optimal versorgt zu sein:

  1. Starte direkt nach dem Aufstehen mit einer Kapsel Edubily oder Naturtreu Magnesium (ca. 200 mg). Anschließend nimmst Du alle zwei Stunden eine solche Kapsel und die letzte vor dem Schlafengehen. Insgesamt kommst Du so auf ca. 900 mg Magnesium.
  2. Wiederhole dieses Vorgehen zwei bis drei Tage, bis sich eine leicht abführende Wirkung einstellt.
  3. Reduziere die Zufuhr dann auf die üblichen 400 bis 500 mg Magnesium am Tag und profitiere von mehr Energie, Konzentration und Lebensfreude.

 

Zusammenfassung und Fazit

Magnesium ist ein faszinierender Mineralstoff, der zahlreiche Wirkungen entfaltet. Hier noch einmal das Wichtigste im Überblick:

  • Es ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt, darunter auch jede Reaktion bei der ATP umgesetzt wird.
  • Es sorgt für Energie, starke Knochen, Konzentration, besseren Schlaf, ein gesundes Herz, leistungsfähige Muskeln und gute Laune.
  • Schätzungsweise sind ca. 70 bis 80 % der Deutschen mit Mg unterversorgt. Lass deshalb am besten den Magnesiumgehalt Deiner roten Blutkörperchen (RBC-Messung) bestimmen.
  • Durch Stress, Sport, starkes Schwitzen, hohe Wasseraufnahme, eine nährstoffarme Ernährung und geringeren Nährstoffgehalt in Lebensmitteln ist Dein Magnesiumbedarf erhöht.
  • Gute Magnesiumquellen sind Nüsse, Kakao, Kerne wie Leinsamen und grünes Gemüse.
  • Magnesium hilft Dir bei verschiedenen Problemen wie Diabetes, Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Blutzuckerwerten, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Heißhungerattacken, Entzündungen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.
  • Nimm Magnesium am besten abends ein, in Kombination mit Vitamin D und K, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

 


  1. Uwe, Gröber , Funktion und Blutwerte: Mikronährstoffe, Beratungsempfehlungen für die Praxis, 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2006
  2. Wonisch, Kompendium der Sportmedizin, 2. Auflage, Springer, 2017, S. 350-352
  3. Biesalski, Hans-Konrad ;  Grimm, Peter ;  Nowitzki-Grimm, Susanne, Taschenatlas Ernährung, 7., unveränderte Auflage 2017, S. 228-229
  4. Koula-Jenik, Heide ;  Adam, Olaf, Leitfaden der Ernährungsmedizin, 2006, Urban & Fischer, Elsevier, München, erste Auflage, S.56-57
  5. Cinar V, Polat Y, Baltaci AK, Mogulkoc R. Effects of mag nesium supplementation on testosterone levels of athletes and sedentary subjects at rest and after exhaustion. Biol Trace Elem Res. 2011 Apr;140(1):18-23. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20352370)
  6. Billyard AJ1, Eggett DL, Franz KB. Dietary mag nesium deficiency decreases plasma melatonin in rats. Magnes Res. 2006 Sep;19(3):157-61. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17172005)
  7. Abbasi B et. al ,The effect of mag nesium supplementation on primary insomnia in elderly: A double-blind placebo-controlled clinical trial. J Res Med Sci. 2012 Dec;17(12):1161-9. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=The+effect+of+mag nesium+supplementation+on+primary+insomnia+in)
  8. Orchard TS et. al, Mag nesium intake, bone mineral density, and fractures: results from the Women’s Health Initiative Observational Study. Am J Clin Nutr. 2014 Apr;99(4):92 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24500155)
  9. Nielsen FH1, Lukaski HC. Update on the relationship between mag nesium and exercise. Magnes Res. 2006 Sep;19(3):180-9. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17172008)
  10. Dominguez LJ et. al Mag nesium and muscle performance in older persons: the InCHIANTI study. Am J Clin Nutr. 2006 Aug;84(2):419-26. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16895893)
  11. Afsaneh Rajizadeh, M.Sc. , Hassan Mozaffari-Khosravi, Ph.D. , Mojtaba Yassini-Ardakani, M.D. ,Ali Dehghani,Ph.D. Effect of mag nesium supplementation on depression status in depressed patients with mag nesium deficiency: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial, Nutrition, March 2017Volume 35, Pages 56–60 (https://www.nutritionjrnl.com/article/S0899-9007(16)30244-1/abstract)
  12. Guerrero-Romero F et. al , Oral mag nesium supplementation improves insulin sensitivity in non-diabetic subjects with insulin resistance. A double-blind placebo-controlled randomized trial. Diabetes Metab. 2004 Jun;30(3):253-8. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15223977)
  13. Olatunji LA, Soladoye AO Effect of increased mag nesium intake on plasma cholesterol, triglyceride and oxidative stress in alloxan-diabetic rats. Afr J Med Med Sci. 2007 Jun;36(2):155-61. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19205579)
  14. Hatzistavri LS et. al, Oral mag nesium supplementation reduces ambulatory blood pressure in patients with mild hypertension. Am J Hypertens. 2009 Oct;22(10):1070-5. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19617879)
  15. Gaul C, Diener HC, Danesch U; Migravent® Study Group. Improvement of migraine symptoms with a proprietary supplement containing riboflavin, mag nesium and Q10: a randomized, placebo-controlled, double-blind, multicenter trial. J Headache Pain. 2015;16:516. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25916335)
  16. Afridi HI et.al, Evaluation of calcium, mag nesium, potassium, and sodium in biological samples (scalp hair, serum, blood, and urine) of Pakistani referents and arthritis patients of different age groups. Clin Lab. 2012;58(1-2):7-18. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22372341)
  17. Kremer JM, Bigaouette J., Nutrient intake of patients with rheumatoid arthritis is deficient in pyridoxine, zinc, copper, and mag nesium. J Rheumatol. 1996 Jun;23(6):990-4. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8782128)
  18. Chavan VU, Ramavataram D, Patel PA, Rupani MP. Evaluation of serum mag nesium, lipid profile and various biochemical parameters as risk factors of cardiovascular diseases in patients with rheumatoid arthritis. J Clin Diagn Res. 2015 Apr;9(4):BC01-5 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26023546)
  19. Chacko SA et. al , Relations of dietary mag nesium intake to biomarkers of inflammation and endothelial dysfunction in an ethnically diverse cohort of postmenopausal women. Diabetes Care. 2010 Feb;33(2):304-10. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19903755)
  20. Hsuan-Ying Chen et. Al, Mag nesium Enhances Exercise Performance via Increasing Glucose Availability in the Blood, Muscle, and Brain during Exercise, Plos One, (https://doi.org/10.1371/journal.pone.0085486)
  21. Setaro L Mag nesium status and the physical performance of volleyball players: effects of mag nesiumsupplementation. J Sports Sci. 2014;32(5):438-45 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24015935)
  22. Morais JB et.al, Role of Mag nesium in Oxidative Stress in Individuals with Obesity. Biol Trace Elem Res. 2017 Mar;176(1):20-26. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27444303)
  23. Lin CC1, Huang YL. Chromium, zinc and mag nesium status in type 1 diabetes. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2015 Nov;18(6):588-92. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26406393)
  24. Cox IM, Campbell MJ, Dowson D. Red blood cell mag nesium and chronic fatigue syndrome. Lancet. 1991 Mar 30;337(8744):757-60. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1672392)
  25. .Dalton LM et.al Mag nesium in pregnancy. Nutr Rev. 2016 Sep;74(9):549-57 (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27445320)
  26. Rude RK, Low serum concentrations of 1,25-dihydroxyvitamin D in human mag nesium deficiency. J Clin Endocrinol Metab. 1985 Nov;61(5):933-40. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3840173)

 

Weitere Artikel, die Dich interessieren könnten: