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Was ist der Unterschied zwischen CBD und anderen Hanfprodukten?

von Martin Auerswald, M.Sc.
CBD-Öl THC Hanf auf braunem Holztisch

Der Markt für hanfbasierte Gesundheitsprodukte ist in den letzten Jahren weltweit explodiert. Mal sind sie im Bioladen als Müsli-Zutat zu finden, mal in der Apotheke als Medikament und mal im Internet als Nahrungsergänzungsmittel.

Mal ist die Rede von essenziellen Fettsäuren, mal von exotischen Abkürzungen wie THC, CBDA oder CBD und mal von Phenolen, Terpenen und dem Entourage-Effekt, wenn es um die gesundheitsfördernden Eigenschaften dieser Produkte geht. Und obwohl die meisten Verbraucher da nur Bahnhof verstehen, läuft das Geschäft blendend.

Das merke ich besonders auf Apotheker- und Medizinmessen, die ich regelmäßig besuche. Cannabis-Produkte sind keine Randerscheinung mehr, sie werden sowohl von Verbrauchern als auch von immer mehr Medizinern und Apothekern geschätzt.

Doch noch ist nicht immer klar, was sich hinter den Abkürzungen und Stoffen verbirgt. In diesem Beitrag gebe ich Dir einen kurzen Überblick über die Abkürzungen und was dahinter steckt.

 

Was ist CBD?

Höchste Zeit, sich einmal besser über diese Inhaltsstoffe und ihre Wirkungsweise zu informieren. Zum Beispiel über Cannabidiol, das sich hinter der Abkürzung CBD versteckt.

Es ist der aktive Inhaltsstoff in vielen Hanfprodukten. Und das nicht nur, weil es frei erhältlich ist. Forscher haben entdeckt, dass CBD jede Menge interessante Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat:

Es ist im Gegensatz zu THC nicht psychoaktiv und greift in den körpereigenen Endocannabinoid-Haushalt ein. Es hat eine schwache Bindung an den CB1- und eine stärkere Bindung an den CB2-Rezeptor und wirkt dort ähnlich wie ein körpereigenes Endocannabinoid. Das sind Botenstoffe/Hormone, welche stark entzündungs- und schmerzlindernde Funktionen haben.

Daher ist CBD in der Forschung aktuell sehr stark vertreten und wird bei Indikationen eingesetzt, bei denen die Linderung von Schmerzen, Angstzuständen und chronischen Entzündungen eine Rolle spielt. Dazu gehört Krebs, Autoimmunerkrankungen, Gelenkerkrankungen, Depressionen, Nervosität und Schlafprobleme.

CBD zeigt in seltenen Fällen Nebenwirkungen, gilt aber als sicher und unproblematisch.

CBD-reiche Hanfsamen mit braunem Holzlöffel

CBD wird aus den Hanfsamen gewonnen, THC auf den Blüten.

 

CBD vs. THC

Wer sich jetzt darüber freut, dass in Deutschland ein legales Rauschmittel erhältlich ist, wird schnell eine ziemliche Enttäuschung erleben. Denn für die psychoaktive Wirkung von Cannabis ist ein anderer Inhaltsstoff verantwortlich, das THC (Tetrahydrocannabidol). Er sorgt für bekannte Effekte des Cannabiskonsums wie Euphorie, Entspannung, gesteigerten Appetit und Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und wird auch für viele der Risiken des Cannabiskonsums verantwortlich gemacht.

In Deutschland sind daher nur Produkte zulässig, die einen THC-Anteil von unter 0,2% haben. Lediglich auf ärztliche Anordnung dürfen THC-haltige Medikamente in der Apotheke abgegeben werden. Mit der Nutzung von Hanf zu Rauschzwecken hat CBD also nichts zu tun.

 

CBD vs. Hanfsamen

Auch die gesundheitlichen Vorteile von Lebensmitteln wie Hanfsamen sind nicht auf CBD zurückzuführen. Denn auch, wenn sie durchaus einmal geringe Mengen dieses Inhaltsstoffs aufweisen können, ist die Konzentration einfach zu niedrig, um einen nennenswerten Effekt zu haben.

Wer Hanfsamen knabbert, nimmt allerdings viele Nährstoffe und Antioxidantien zu sich. Die kleinen Körner enthalten zum Beispiel eine stolze Menge der Mineralien Zink, Magnesium und Eisen. Gerade im Rahmen einer vegetarischen oder veganen Ernährung ist es nicht immer einfach, genügend Zink aufzunehmen.

Darüber hinaus weisen sie einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren auf (darunter pflanzliche Omega 3-Fettsäuren) und viele Terpene, die ähnlich wie ätherische Öle in Kräutern und Gewürzen wirken.

Hanfsamen können also eine gute Ergänzung auf dem Speiseplan darstellen. Sie können beispielsweise ins Müsli oder in einen Salat eingestreut werden oder zum Brotbacken verwendet werden. Außerdem kann aus den Samen Hanfmilch gemacht werden, wie sie aus dem Supermarkt als veganer Milchersatz bekannt ist.

Medizinischer Cannabis bei der Trocknung

Trocknung von medizinischer Cannabis nach der Ernte.

 

Über die Dosierung und Anwendung von CBD

Was CBD nicht ist, dürfte jetzt klar sein. Aber wenn es weder zur Berauschung noch zur verbesserten Nährstoffaufnahme führt, wozu wird es dann eingenommen? Die Antwort liegt in der Forschung. Verschiedene Studien haben nämlich festgestellt, dass CBD sich positiv auf verschiedene Vorgänge im Körper auswirkt.

So hat es beispielsweise eine antientzündliche Wirkung, die mittlerweile in zahlreichen Experimenten bestätigt wurde. Darüber hinaus kann es entspannend wirken und möglicherweise Übelkeit oder Schmerzen lindern. Um eine solche Wirkung zu entfalten, muss es aber in ausreichender Konzentration aufgenommen werden.

CBD-Produkte enthalten daher in der Regel ein Extrakt. Schließlich möchte niemand täglich ein Pfund Hanfblätter verspeisen, und wenn es der Gesundheit noch so förderlich ist. Bei CBD-Öl reichen hingegen einige Tropfen. Wer an CBD interessiert ist, sollte also auf Hanfprodukte mit einer ausreichenden Dosierung achten.

Übliche Dosierungen von CBD reichen von 1 % bis 20 %. Als Einstieg empfiehlt sich eine Menge von 0,5 bis 20 Milligramm CBD täglich. Drei Tropfen 5-prozentiges CBD Öl liefern Ihnen 15 Milligramm. Diese Menge kann bereits ausreichen, um Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Stress und Übelkeit zu lindern. Falls sich keine Nebenwirkungen bemerkbar machen, kannst Du die Dosis nach einigen Tagen erhöhen.

Bei starken Schmerzen, Autoimmunerkrankungen, Parkinson, multipler Sklerose, Depressionen oder Fibromyalgie sind auch höhere Dosierungen von 20 – 100 mg möglich. Bei akuten Schüben und starken Lebererkrankungen bis zu 300 mg.

Die maximale Dosierung wird zurzeit bei 800 Milligramm am Tag angegeben. Sie gilt für Krebspatienten, Epileptiker und Menschen mit anderen lebensbedrohlichen Krankheiten.

 

Fazit

CBD ist kein Trend, sondern scheint sowohl Gesundheitsberufe als auch Anwender zu überzeugen. Bei einigen Anwendungen gehört es zu den stärksten zur Verfügung stehenden Nahrungsergänzungsmitteln. Die Dosis sollte angepasst und vorsichtig gesteigert werden.

Bei weiteren Fragen und Tipps stehen wir Dir gerne zur Verfügung.

Wie sind Deine Erfahrungen mit CBD-Öl? Würdest Du gerne etwas ergänzen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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