Keine Wirkung ohne Nebenwirkung – Medikamente können Leben retten, Leben verlängern und das Leben wieder lebenswert machen. Doch sie gehen mit Nebenwirkungen einher. Unter anderem interagieren Medikamente mit unserem Nährstoffhaushalt und können die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung hemmen oder ihren Verbrauch sowie ihre Ausscheidungsrate erhöhen.

Darüber wird nur selten aufgeklärt.

Die Folge: Bei der Langzeiteinnahme von Medikamenten kann es zu Mikronährstoffdefiziten kommen, die sich negativ auf Gesundheit, Lebensqualität und den Krankheitsverlauf auswirken können.

Dieser Beitrag und der darin enthaltene Guide sollen über die wichtigsten Medikamente und ihre Wechselwirkung mit Mikronährstoffen aufklären, um Nährstoffdefizite zu verhindern und die Gesundheit bestmöglich zu unterstützen.

Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören! 

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Medikamente und der Nährstoffhaushalt

Seit über 30 Jahren forschen Uwe Gröber und viele andere Mikronährstoff-Experten zu den Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Nährstoffen. An den Mechanismen und Wirkungen von Medikamenten wird intensiv geforscht – dass sie sich jedoch negativ auf unseren Nährstoffhaushalt auswirken können, ist zwar bekannt, wird in der konventionellen Medizin jedoch weitgehend ignoriert.

Im Gegenteil: Meist wird vor der Einnahme von Nährstoffen gewarnt, da diese die Wirkung von Medikamenten negativ beeinflussen können.

Das stimmt – das kann passieren, wenn Nährstoffe unkontrolliert, in unangemessener Dosierung oder in schlechter Qualität eingenommen werden.

Wenn jedoch bekannt ist, welche Nährstoffe durch bestimmte Medikamente beeinflusst werden, kann mithilfe einer Blutanalyse ein Defizit festgestellt und gezielt darauf reagiert werden.

Liegt ein Defizit vor, sollte der entsprechende Nährstoff ergänzt werden. Warnt ein Arzt trotz eines nachgewiesenen Defizits vor der Gabe von Mikronährstoffen, sollte eine zweite Meinung eingeholt werden. Ein guter Arzt warnt bei einem Mikronährstoff-Defizit nicht vor einer kontrollierten und gezielten Supplementierung.

Der unten vorgestellte Guide darf daher gerne als Nachschlagewerk verwendet werden.

 

Beispiele für Medikament-Mikronährstoff-Interaktionen

Da sich viele Menschen nicht vorstellen können, dass Medikamente den Nährstoffhaushalt durcheinanderbringen, möchte ich hierzu einige Beispiele nennen. Aus den molekularen Mechanismen, die zu den jeweiligen Medikamenten bekannt sind, lassen sich Empfehlungen ableiten, auf welche Nährstoffe besonders geachtet werden sollte.

Nährstoffe steuern unsere Gesundheit. Sie sind essenzielle Bausubstanzen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann und die als Co-Faktoren für Stoffwechsel, Wachstum, Regeneration, Hormonbildung und viele weitere Prozesse benötigt werden. Eine unzureichende Nährstoffversorgung gilt als bedeutender Risikofaktor für chronische Erkrankungen, eine geschwächte Immunabwehr, nachlassende Lebensqualität und vorzeitige Alterungsprozesse.

Deshalb ist es wichtig, dass wir heute über dieses Thema sprechen.

 

Antidiabetika und Magnesium

Antidiabetika wie Metformin wirken sich weitreichend auf den Magnesiumhaushalt aus. Da Magnesium ein zentraler Nährstoff für Energie- und Stoffwechselprozesse ist, sollte es insbesondere bei Diabetes in ausreichender Menge vorhanden sein.

Umso problematischer ist es, dass sich viele Diabetes-Medikamente negativ auf den Magnesiumhaushalt auswirken und dadurch einen Magnesiummangel begünstigen können [1–3]:

  • Metformin hemmt die Bildung des Magnesium-Transporters TRPM7 – dadurch sinkt die Magnesiumaufnahme im Darm.
  • Metformin erhöht zusätzlich die Ausscheidung von Magnesium über die Nieren.


Glucocorticoide, die Pille und Vitamin D

Glucocorticoide wie Cortison werden zur Entzündungslinderung und Immunsuppression eingesetzt. Vitamin D reguliert einen großen Anteil unserer DNA – Schätzungen zufolge kontrolliert es die Aktivität von 6.000 unserer 23.000 Gene. Besonders am Immungleichgewicht und der angemessenen Reaktion auf Entzündungsprozesse ist es beteiligt und gilt sogar als wichtigstes Anti-Aging-Hormon.

Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel ist für unsere Gesundheit von fundamentaler Bedeutung.

Glucocorticoide und hormonelle Verhütungsmittel („die Pille“) induzieren ein Enzym namens 1,24-Hydroxylase, das aktives Vitamin D inaktiviert. Dadurch sinkt der Vitamin-D-Spiegel im Blut.

Besonders problematisch ist dies, wenn Glucocorticoide zur Entzündungslinderung bei Infektionen (z. B. COVID-19) eingesetzt werden, da Vitamin D essenziell für unser Lungenepithel sowie für eine stabile Immunfunktion ist.


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Säureblocker und B-Vitamine

Unsere B-Vitamine – insbesondere Vitamin B9 (Folsäure) und Vitamin B12 (Methylcobalamin) – benötigen komplexe Transportmechanismen, um im Darm aufgenommen werden zu können. Das für Vitamin B12 wichtige Transportprotein ist als „Intrinsic Factor“ bekannt und wird im Magen gebildet.

Für die Aktivierung des Intrinsic Factors ist ein ausreichend saurer pH-Wert im Magen erforderlich. Werden Säureblocker wie Pantoprazol eingenommen, kann die Aufnahme von Vitamin B12 beeinträchtigt werden, wodurch langfristig ein Mangel entstehen kann.

Ähnlich verhält es sich auch bei Folsäure und anderen B-Vitaminen.

     

    Statine, Coenzym Q10 und das Diabetes-Risiko

    Statine werden eingesetzt, um die körpereigene Cholesterinsynthese zu hemmen, wenn erhöhte LDL-Cholesterinwerte vorliegen. Trotz begrenzter Studienlage ist dies nach wie vor gängige Praxis. Statine – allen voran Lovastatin – hemmen dabei ein Enzym namens HMG-CoA-Reduktase. Dieses gilt als Schrittmacher-Enzym bei der Bildung von Isopren. Aus Isopren stellt der Körper unter anderem Cholesterin, Steroidhormone, Vitamin-K2-Derivate und Coenzym Q10 her.

    Daher ist ein Coenzym-Q10-Mangel bei langfristiger Einnahme von Statinen weit verbreitet.

    Da Coenzym Q10 ein essenzieller Bestandteil der Energiegewinnung in unseren Mitochondrien ist, kann ein Mangel die Energieproduktion und den gesamten Stoffwechsel beeinträchtigen.

    Entsprechend wird die Einnahme von Statinen mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht [4].


    Dies sind einige Beispiele dafür, wie Medikamente mit dem Nährstoff-Haushalt interagieren. Die im Quellenverzeichnis hinterlegten Bücher kann ich als Literatur sehr empfehlen.

    Medikamente als Nährstoffräuber (1)

     

    Was tun bei Medikamenteneinnahme?

    Wenn Medikamente eingenommen werden, bedeutet das nicht automatisch, dass zusätzlich Nährstoffe ergänzt werden müssen. Es bedeutet jedoch, dass bestimmte Nährstoffe regelmäßig kontrolliert werden sollten.

    Hier kann eine Blutanalyse sinnvoll sein. Liegt ein Defizit vor, sollte dieses durch eine angepasste, gesunde Ernährung oder – falls notwendig – durch eine gezielte Nahrungsergänzung ausgeglichen werden, um dem Körper optimale Voraussetzungen für Gesundheit und Regeneration zu bieten.

    Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, wichtige Mikronährstoffe bequem testen zu lassen – teilweise auch von zuhause aus. Dazu gehören unter anderem Vitamin D, Vitamin B12, Eisen, Selen oder Omega-3-Fettsäuren.

    Wer seine Blutwerte kennt, kann deutlich gezielter handeln und vermeiden, Mikronährstoffe wahllos oder unnötig einzunehmen.


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    Gratis Guide: Medikamente und mit welchen Mikronährstoffen sie interagieren

    Im Anschluss findest Du einen Guide zum Download, der unseren Newsletter-Abonnenten kostenlos zur Verfügung steht. Darin findest Du eine alphabetisch nach Medikamentenklassen sortierte Übersicht darüber, mit welchen Nährstoffen verschiedene Medikamente interagieren und worauf besonders geachtet werden sollte.

    Außerdem enthält der Guide Empfehlungen für hochwertige Nährstoffe und Extrakte sowie exklusive Rabattcodes für unsere Leser.

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    Fazit

    Dieser Beitrag ist mir sehr wichtig – denn ein Großteil der Bevölkerung nimmt dauerhaft Medikamente ein, ohne über die Interaktion mit Nährstoffen Bescheid zu wissen. Dadurch wird unbewusst ein Defizit riskiert – und Einschränkungen für die Gesundheit.

    Der Guide zum Download soll aufklären. 

    An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an Uwe Gröber, Professor Kisters und Dr. Anne Fleck für ihre hervorragende Aufklärungsarbeit in diesem Gebiet.

    Hast Du noch Fragen zum Thema? Würdest Du gerne etwas ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

     


    1. Institute of Medicine. (2005). Dietary Reference Intakes for Energy, Carbohydrate, Fat, Fatty Acids, Cholesterol, Protein, and Amino Acids. National Academies Press. https://doi.org/10.17226/10490
    2. Slavin, J. (2013). Fiber and prebiotics: Mechanisms and health benefits. Nutrients, 5(4), 1417–1435. https://doi.org/10.3390/nu5041417
    3. Paddon-Jones, D., et al. (2008). Protein, weight management, and satiety. The American Journal of Clinical Nutrition, 87(5), 1558S–1561S. https://doi.org/10.1093/ajcn/87.5.1558S
    4. Calder, P. C. (2015). Functional roles of fatty acids and their effects on human health. JPEN Journal of Parenteral and Enteral Nutrition, 39(1 Suppl), 18S–32S. https://doi.org/10.1177/0148607115595980
    5. Ordovas, J. M., et al. (2018). Personalized nutrition and health. BMJ, 361, k2173. https://doi.org/10.1136/bmj.k2173
    6. Fleck, A. (2021). Energy!: Der gesunde Weg aus dem Müdigkeitslabyrinth – Mit 30-Tage-Selbsthilfeprogramm. Rowohlt Verlag.
    7. Gröber, U., & Kisters, K. (2017). Arzneimittel als Mikronährstoff-Räuber: Was Ihr Arzt und Apotheker Ihnen sagen sollten. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
    8. Gröber, U. (2010). Mikronährstoffe: Metabolic Tuning – Prävention – Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.
    9. Sattar, N., Preiss, D., Murray, H. M., Welsh, P., Buckley, B. M., de Craen, A. J., et al. (2010). Statins and risk of incident diabetes: A collaborative meta-analysis of randomised statin trials. The Lancet, 375(9716), 735–742. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(09)61965-6