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Die größten Mythen über Blasenschwäche auf dem Prüfstand

von Maxi Auerswald
Toiletten-Häuser aus Holz

Zuletzt aktualisiert am 6. Mai 2020 um 14:47

Hast Du manchmal ein Problem und gehst es intuitiv völlig falsch an? Evolutionär gesehen war es tendenziell sinnvoller, Dich vor Situationen, die Dir Angst verursachen oder einfach nur unangenehm sind, zu drücken. Kleine Kinder machen das ganz wunderbar vor, indem sie sich einfach die Augen zu halten und so das Problem „wegmachen“.

Leider ist dies oftmals die denkbar schlechteste Herangehensweise. Besonders körperliche Beschwerden, die uns peinlich sind, ertragen wir lieber stillschweigend. In diese Kategorie fällt ganz besonders Inkontinenz oder auch Blasenschwäche, also der unfreiwillige Verlust von Urin oder auch einfach der schlagartig auftretende Harndrang.

Aufgrund unserer Anatomie sind wir Frauen deutlich häufiger von einer schwachen Blase betroffen als Männer. Abgesehen von dieser schlichten körperlichen Tatsache, kursieren leider zahlreiche Mythen über Blasenschwäche, die wir im weiteren Verlauf entlarven werden:

 

Mythos #1 – Blasenschwäche ist selten

Wie zuvor erwähnt sind Frauen häufiger als Männer betroffen, aber ist Blasenschwäche nicht trotzdem eine Randerscheinung? Leider nein, da diese Beschwerden vielfältige Ursachen wie beispielsweise Schwangerschaft, Übergewicht, Infektionen und die hormonelle Umstellung des Körpers in den Wechseljahren haben.

Gemäß Prof. Peschers (Chefärztin für Gynäkologie) ergeben Schätzungen, dass mindestens 30 % der Frauen nach den Wechseljahren betroffen sind. Aber um einen weiteren Mythos gar nicht erst entstehen zu lassen: Das Problem betrifft nicht nur ältere Frauen in und nach den Wechseljahren, sondern kann auch junge Frauen betreffen.

Diagramm zum Thema Inkontinenz Quelle: TENA.de

 

Mythos #2 – Blasenschwäche ist nicht behandelbar

Das ist falsch, denn so vielfältig die Ursachen sind, ergeben sich auch verschiedenste Ansatzpunkte. Sich aus Scham vor der ärztlichen Beratung zu drücken, ist also definitiv keine Option.

Neben Tipps zu Ernährung und Bewegung, können bei manchen Betroffenen auch Verhaltenstherapien, medikamentöse Behandlungen und evtl. sogar operative Eingriffe zur Heilung oder zumindest Besserung der Symptome führen.

 

Mythos #3 – Weniger trinken hilft gegen Blasenschwäche

Schlechte Idee, denn je weniger Du trinkst, desto höher ist die Konzentration an Harnsäure und Harnstoff in Deinem Urin, die auf Dauer auch Blase und Harnleiter belasten können. Definitiv sinnvoll ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. 2l) mit Getränken, die nicht harntreibend sind.

Also lieber mehr stilles Wasser und nicht koffeinhaltige Tees – es gibt auch spezielle Blasentees – und weniger harntreibende Getränke wie z. B. Kaffee und Alkoholika.

Unser Geheimtipp ist übrigens Ingwertee, da dieser antibakteriell und immunstärkend wirkt. Nicht nur bei Blasenschwäche eine super Sache.

Urin-Teststreifen auf Auswertungs-Bogen

 

Mythos #4 – Kein Sport als Ausweg aus der Blasenschwäche

Nicht weniger, sondern die richtige körperliche Belastung ist hier der Schlüssel zum Erfolg. So gibt es klassisches Beckenbodentraining, das dir z. B. Dein Physiotherapeut oder auch ein gutes Video-Tutorial näherbringt. Zudem gibt es sanfte Sportarten, die bei regelmäßiger Durchführung Deine Blasenfunktion unterstützen können, z. B.:

  • Pilates
  • Yoga
  • Walking
  • Radfahren
  • Schwimmen

Da auch Gewichtsreduktion ein Ansatzpunkt sein kann, um Deine Beschwerden zu lindern, empfehlen wir Dir neben ausreichender Bewegung, mal einen Blick auf unser Abnehmprotokoll zu werfen.

Toiletten-Schild auf weißer Wand

 

Mythos #5 – Eine basische Ernährung hilft gegen Blasenschwäche

Eine basische Ernährung soll durch konsequente Nahrungsauswahl die Zahl säure-bildender Lebensmittel wie Zucker, Alkohol, Fleisch, Eier und Fisch gesund für den Körper sein. Auch in Hinsicht auf Blasenschwäche kommt dieser Vorschlag immer häufiger.

Doch eine basische Ernährung (die biologisch streng genommen keinen Sinn macht) könnte im Extremfall zur Folge haben, dass der Urin neutral oder sogar basisch wird. Dann verliert er seine leicht antibakterielle Funktion, die wichtig ist, um den Harnleiter frei von Bakterien zu halten. Die Symptome könnten sich dadurch nur noch weiter verschlimmern.

 

Mythos #6 – Außer Antibiotika hilft nichts bei Blaseninfekten

Antibiotika sind eine beliebte Standardmethode vieler Ärzte bei Blaseninfekten. Leider ist die Effizienz dieser Behandlung eher schlecht, da die Verfügbarkeit der Antibiotika in Blase und Harnleitern nur sehr gering ist. Zudem wird dadurch die Darmflora geschwächt und die Entstehung resistenter Keime unterstützt.

Nachhaltig ist diese Therapie auch nicht: Solange die Ursachen für die Entstehung der Blaseninfektion – eine Immunschwäche etwa – bestehen bleiben und die Blasenschwäche fortdauert, wird die Infektion wieder auftreten.

 

Zusammenfassung

Dieser kurze Beitrag hat hoffentlich etwas Licht ins Dunkel der Mythen rund um Blasenschwäche gebracht – schreib uns gerne Deine persönliche Erfahrungen und Deine besten Tipps & Tricks rund um das Thema Blasenschwäche!

Interessiert Dich das Thema und würdest Du gerne mehr darüber erfahren? Schreib uns das gerne unten in die Kommentare oder per E-Mail!

 

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