Der Chaga (Inonotus obliquus) ist ein parasitär auf Birken lebender Pilz. Aufgrund seiner gesundheitlichen Wirkungen gilt er als Heilpilz. Besonders hervorzuheben sind sein hoher Gehalt an Antioxidantien, Melanin, Provitamin D und Betulinsäure. In diesem Beitrag erfährst Du alles Wichtige über den Chaga.

 

Was ist der Chaga?

Der Chaga (auch „Tschaga“), Inonotus obliquus, wird in Deutschland „Schiefer Schillerporling“ oder „Perle des Nordens“ genannt. Er ist ein klassischer parasitärer Pilz, der auf geschwächten Birken gedeiht. Es kann 20–30 Jahre dauern, bis seine charakteristische schwarze Knolle etwa die Größe eines Kinderkopfes erreicht. Im Laufe der Zeit stirbt die Birke durch die Schwächung ab.

Tatsächlich ist die schwarze Knolle nicht der Fruchtkörper, sondern ein steriles Gebilde, dessen Funktion noch nicht vollständig geklärt ist. Klar ist, dass sie nicht der Fortpflanzung dient und dass der eigentliche Pilzkörper – das Sklerotium und Myzel – tiefer im Inneren des Baumes liegt.

Einen besonders wichtigen Stellenwert nimmt der Chaga in der sibirischen und skandinavischen Naturheilkunde ein. Ähnlich bedeutsam in seiner Anwendung ist beispielsweise der Reishi in Ostasien. In der sibirischen Volksheilkunde wird er bei Krebserkrankungen in der Komplementärmedizin eingesetzt.

Auch in deutschen Wäldern ist der Tschaga auf Birken zu finden, jedoch seltener als in Skandinavien, Sibirien oder Osteuropa. Das gesamte Vorkommen des Pilzes allein in skandinavischen Wäldern wird auf mehrere Millionen Tonnen geschätzt.

Der Chaga besitzt so viele interessante gesundheitliche Eigenschaften, weil er Wirkstoffe aus der Birke in sich anreichert. Hierzu zählt die Betulinsäure, die aktuell intensiv in der Onkologie erforscht wird. Dieser Stoff liegt im Chaga im Vergleich zur Birke etwa 1000-fach konzentriert vor.

Die dunkelbraune Farbe des Pilzes geht auf seine Melaninproduktion zurück. Das ist derselbe Stoff, der die Haut des Menschen nach einem Aufenthalt in der Sonne bräunen lässt. Melanin ist ein sehr starkes Antioxidans.

Als Speisepilz eignet sich Chaga nicht. Aus dem getrockneten Pilz lässt sich jedoch ein kräftiger Sud, auch Chaga-Tee genannt, herstellen.

 

Chaga: Gesundheitliche Vorteile und Wirkungen

Alle Heilpilze, so auch Chaga, enthalten ß-Glucane und Triterpene. Deshalb weisen alle die folgenden 5 Wirkungen auf (mehr dazu hier: Heilpilze Wirkung).

  1. Immunstärkung
  2. Regulierung der Darmflora11
  3. Entzündungslinderung
  4. Antitumoral4
  5. Darmstärkung

Chaga entfaltet zudem einzigartige Wirkungen, auf die ich nun näher eingehe.


1. Stark antioxidativ

Der Schillerporling besitzt im getrockneten Zustand einen ORAC-Wert von etwa 120.000 und zählt damit zu den antioxidantienreichsten Nahrungsmitteln der Natur. Vergleichbare Werte finden sich vor allem bei bestimmten Kräutern und Gewürzen.

Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften wirkt der Pilz beruhigend auf den Organismus und kann dazu beitragen, Entzündungen zu lindern.

 

2. Stärkt die Hautgesundheit

Durch den hohen Gehalt an Antioxidantien (siehe ORAC-Wert), Melanin und seine entzündungslindernden Eigenschaften kann sich ein regelmäßiger Genuss positiv auf die Hautgesundheit auswirken. Entzündliche Hauterkrankungen, Hautunreinheiten und Akne können dadurch möglicherweise gelindert werden.

Durch seinen Melanin-Gehalt wird dem Chaga zudem nachgesagt, die natürliche Hautpigmentierung zu unterstützen.

 

3. Stress-Senkung

Insgesamt wird Chaga – ähnlich wie Reishi – eine beruhigende Wirkung nachgesagt. Jemand, der schon einmal in den Genuss einer Tasse Chaga-Tee gekommen ist, kann das sicherlich bestätigen.

 

4. Immunstärkung

Durch den hohen Gehalt an ß-Glukanen und Antioxidantien wird das Immunsystem nachhaltig gestärkt. Der Körper neigt insgesamt weniger zu Entzündungen und das Immunsystem ist ausgeglichener.

 

5. Vitalisierung und Anregung

Chaga wirkt beruhigend, gleichzeitig aber auch anregend. Wie ist das möglich? Mit „anregend“ ist hier Folgendes gemeint: ein beruhigtes Nervensystem, eine bessere Durchblutung, weniger Entzündungen und weniger Müdigkeit. Also nicht die Art von Anregung, die wir von Kaffee kennen. Körper und Geist können insgesamt reibungsloser funktionieren.

 

6. Antiviral

In Laborstudien konnte nachgewiesen werden, dass Betulinsäure antivirale Eigenschaften besitzt. Das Immunsystem wird einerseits dabei unterstützt, besser gegen Viren vorzugehen. Gleichzeitig können sich Viren schlechter in den Wirtszellen vermehren. Auch Cordyceps und Schmetterlingstramete zeigen diese Wirkung, teilweise sogar in noch stärkerem Maß.

 

7. Antibakteriell

Ein Sud aus dem Schillerporling zeigt in Reagenzglasversuchen einen deutlich antibakteriellen Effekt. Wie stark sich dieser Effekt auf den menschlichen Körper oder einen Befall der Magen- und Darmschleimhaut übertragen lässt, ist aktuell nicht bekannt. Durch die allgemeine Stärkung des Organismus kann jedoch von einer Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte ausgegangen werden.

Dies sind die wichtigsten bekannten Vorteile und Wirkungen des Chaga. Sie machen ihn zu einem äußerst vielseitigen Heilpilz und erklären, warum er so breit eingesetzt wird. Die meisten dieser Eigenschaften sind wissenschaftlich gut beschrieben.

Nun zur Praxis: Wann bietet sich die Einnahme an?

Chaga-Brocken  Getrockneter Chaga

 

Mögliche Anwendungen des Chaga

Basierend auf klinischen Erfahrungen und dem Wissen um seine Eigenschaften sind zahlreiche Anwendungsgebiete für Chaga bekannt. Bei folgenden Beschwerden und Zuständen wird die Einnahme häufig empfohlen:

  • chronische Entzündungen im Körper
  • entzündliche Erkrankungen, einschließlich Darmerkrankungen
  • Immunschwäche
  • chronische Infekte
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Nebennierenschwäche
  • Blutzuckerprobleme
  • Bluthochdruck
  • Hautprobleme und Hauterkrankungen
  • Unterstützung der natürlichen Hautpigmentierung

Diese möglichen Anwendungen sind gut beschrieben. Aber durch welche Inhaltsstoffe kommen sie zustande?

 

Inhaltsstoffe des Chaga

Besonders interessant sind ß-Glukane. Sie sind in allen Pilzen enthalten, nicht nur in Chaga. Sie kommen zudem in Getreide (ß-1,3) vor. ß-Glukane aus Pilzen (ß-1,3-1,6) sind allerdings effektiver. Sie aktivieren das Immunsystem stärker und bereits in geringerer Dosis. Pilze regelmäßig zu konsumieren, wirkt sich deshalb positiv auf das Immunsystem aus.

Weitere erwähnenswerte Inhaltsstoffe:

  • Melanin
  • Betulinsäure
  • Lanosterol
  • Trametanolsäure
  • Vitamin B1, B2, B3
  • Inotodiol

Chaga der Powerpilz Infographik

 

Wie wird der Chaga angebaut?

Der Chaga gehört zu den Pilzen, die sich nur schwer kultivieren lassen. Da der Pilz 20–30 Jahre benötigt, um seine charakteristische Größe zu erreichen, stammen die meisten Chaga-Produkte bis heute aus Wildsammlung.

Besonders in den Wäldern Skandinaviens, Sibiriens und Nordamerikas ist der Schiefe Schillerporling häufig zu finden. Dort wird er seit Generationen von erfahrenen Sammlern geerntet und für die Herstellung von Tees, Extrakten und anderen Produkten verwendet.

Mit anderen Worten: Es ist genug Chaga vorhanden. Einige Sammlerfamilien haben sich auf das Sammeln und Ernten des Pilzes spezialisiert. Da es sich meist um Wildsammlungen handelt, sind die Qualität der Sammelgebiete sowie regelmäßige Schadstoffkontrollen besonders wichtig.

Neuerdings ist es möglich, Chaga-Myzel auch in Bioreaktoren zu kultivieren. Diese Anbaumethode steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und bedarf weiterer Optimierung.

Üblicherweise werden Chagaprodukte aus der charakteristischen schwarzen Knolle oder dem darunterliegenden Sklerotium gewonnen. Das Sklerotium gilt als besonders reich an bioaktiven Inhaltsstoffen und Antioxidantien und wird daher häufig für hochwertige Extrakte verwendet.

 

Chaga-Tee selber zubereiten

Aus dem Pilzgranulat lässt sich ein köstlicher, an Schwarztee erinnernder und anregender Chaga-Tee zubereiten. Meine liebste Art, den Pilz zuzubereiten, ist die folgende:

Man nehme 2 Esslöffel Chaga-Granulat und koche es in 1 Liter Wasser auf. In einem Schnellkochtopf reichen 40–60 Minuten, in einem offenen Topf sollte der Sud mindestens 2 Stunden köcheln. So lange dauert es, bis die Pilzwände vollständig aufgeschlossen sind und die wertvollen Inhaltsstoffe in den Sud übergehen.

Von diesem Tee trinke ich bei akuter Immunschwäche, Heuschnupfen, Müdigkeit oder wenn ich meine Haut unterstützen möchte drei Tassen täglich. Für eine nachhaltige Unterstützung des Immunsystems im Alltag genügt eine Tasse pro Tag.

Das Granulat lässt sich bis zu dreimal aufkochen, ohne dass es seinen intensiven Geschmack wesentlich einbüßt. Nach dem ersten Aufkochen musst Du es also nicht sofort entsorgen.

Aus dem Granulat kannst Du noch mehr Inhaltsstoffe extrahieren. Durch das Kochen werden nämlich nur die wasserlöslichen Bestandteile gelöst. Gib das Granulat in ein kleines Einmach- oder Marmeladenglas und übergieße es mit 100 ml 70-prozentigem Alkohol.

Nach etwa 2–4 Wochen hat der Alkohol auch die wasserunlöslichen Inhaltsstoffe herausgelöst. Diese Tinktur kannst Du wie eine Art Medizin einnehmen, also 1–2-mal täglich einen Esslöffel in Wasser.

Chaga-Tee in einer Tasse und in einer Kanne, daneben Chaga-Brocken  Chaga lässt sich als Tee zubereiten

 

Der Chaga in Deutschland – Wildfunde

Wenn Du mit offenen Augen durch Deutschlands Wälder spazierst, wird Dir der Chaga hin und wieder begegnen. Befindest Du Dich nicht gerade auf Privatgrund oder in einem Naturschutzgebiet, kannst Du den Pilzkörper vorsichtig mit einem Messer entfernen und mitnehmen.

 

Chaga kaufen – ein Überblick über die besten Produkte

Viele der auf dem Markt erhältlichen Chaga-Produkte unterscheiden sich deutlich in ihrer Qualität. Wer Heilpilze kaufen möchte, sollte auf einen hochwertigen und transparenten Anbieter achten.

Hinsichtlich der Extrakte arbeite ich mit der spanischen Firma Hifas da Terra zusammen. Das Unternehmen kultiviert in Galizien (Spanien) seit über 20 Jahren Heilpilze unter streng biologischen Bedingungen. Die Produktion habe ich mir im Juli 2019 persönlich angesehen – deshalb vertraue ich dieser Firma.

Suchst Du nach konkreten Produktempfehlungen? Finde hier einen Überblick mit Marken, denen wir vertrauen, weil wir ihre Produkte sorgfältig getestet haben. Und das Beste? In vielen Fällen erhältst Du einen Rabattcode, mit dem Du bares Geld sparst:

 

Zusammenfassung Chaga 

Der Chaga ist ein sehr gesunder, anregender und antioxidativer Heilpilz. Als Extrakt in Kapselform oder als Chaga-Tee lässt er sich leicht in den Alltag integrieren. Hinsichtlich seiner Wirkungsweise ist er das Pendant zum Reishi. Ich genieße ihn gerne und regelmäßig in Form von Tee.

Hast Du weitere Fragen zum Chaga? Würdest Du gerne etwas ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

 

 


  1. Balandaykin, M. E., and I. V. Zmitrovich. “Review on Chaga Medicinal Mushroom, Inonotus Obliquus (Higher Basidiomycetes): Realm of Medicinal Applications and Approaches on Estimating Its Resource Potential.” Int J Med Mushrooms 17, no. 2 (2015): 95-104. https://dx.doi.org/10.1615/intjmedmushrooms.v17.i2.10.
  2. Burmasova, M. A., A. A. Utebaeva, E. V. Sysoeva, and M. A. Sysoeva. “Melanins of Inonotus Obliquus: Bifidogenic and Antioxidant Properties.” Biomolecules 9, no. 6 (Jun 24 2019). https://dx.doi.org/10.3390/biom9060248.
  3. Fan, L., S. Ding, L. Ai, and K. Deng. “Antitumor and Immunomodulatory Activity of Water-Soluble Polysaccharide from Inonotus Obliquus.” Carbohydr Polym 90, no. 2 (Oct 1 2012): 870-4. https://dx.doi.org/10.1016/j.carbpol.2012.06.013.
  4. Geng, Y., Z. M. Lu, W. Huang, H. Y. Xu, J. S. Shi, and Z. H. Xu. “Bioassay-Guided Isolation of Dpp-4 Inhibitory Fractions from Extracts of Submerged Cultured of Inonotus Obliquus.” Molecules 18, no. 1 (Jan 16 2013): 1150-61. https://dx.doi.org/10.3390/molecules18011150.
  5. Gery, A., C. Dubreule, V. Andre, J. P. Rioult, V. Bouchart, N. Heutte, P. Eldin de Pecoulas, T. Krivomaz, and D. Garon. “Chaga ( Inonotus Obliquus), a Future Potential Medicinal Fungus in Oncology? A Chemical Study and a Comparison of the Cytotoxicity against Human Lung Adenocarcinoma Cells (A549) and Human Bronchial Epithelial Cells (Beas-2b).” Integr Cancer Ther 17, no. 3 (Sep 2018): 832-43. https://dx.doi.org/10.1177/1534735418757912.
  6. Javed, S., K. Mitchell, D. Sidsworth, S. L. Sellers, J. Reutens-Hernandez, H. B. Massicotte, K. N. Egger, C. H. Lee, and G. W. Payne. “Inonotus Obliquus Attenuates Histamine-Induced Microvascular Inflammation.” PLoS One 14, no. 8 (2019): e0220776. https://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0220776.
  7. Liu, Z., D. Yu, L. Li, X. Liu, H. Zhang, W. Sun, C. C. Lin, J. Chen, Z. Chen, W. Wang, and W. Jia. “Three-Phase Partitioning for the Extraction and Purification of Polysaccharides from the Immunomodulatory Medicinal Mushroom Inonotus Obliquus.” Molecules 24, no. 3 (Jan 22 2019). https://dx.doi.org/10.3390/molecules24030403.
  8. Nomura, M., T. Takahashi, A. Uesugi, R. Tanaka, and S. Kobayashi. “Inotodiol, a Lanostane Triterpenoid, from Inonotus Obliquus Inhibits Cell Proliferation through Caspase-3-Dependent Apoptosis.” Anticancer Res 28, no. 5a (Sep-Oct 2008): 2691-6.
  9. Song, Y., J. Hui, W. Kou, R. Xin, F. Jia, N. Wang, F. Hu, H. Zhang, and H. Liu. “Identification of Inonotus Obliquus and Analysis of Antioxidation and Antitumor Activities of Polysaccharides.” Curr Microbiol 57, no. 5 (Nov 2008): 454-62. https://dx.doi.org/10.1007/s00284-008-9233-6.
  10. Sun, Y., T. Yin, X. H. Chen, G. Zhang, R. B. Curtis, Z. H. Lu, and J. H. Jiang. “In Vitro Antitumor Activity and Structure Characterization of Ethanol Extracts from Wild and Cultivated Chaga Medicinal Mushroom, Inonotus Obliquus (Pers.:Fr.) Pilat (Aphyllophoromycetideae).” Int J Med Mushrooms 13, no. 2 (2011): 121-30. https://dx.doi.org/10.1615/intjmedmushr.v13.i2.40.
  11. Zheng, W. F., T. Liu, X. Y. Xiang, and Q. Gu. “Sterol Composition in Field-Grown and Cultured Mycelia of Inonotus Obliquus.” Yao Xue Xue Bao 42, no. 7 (Jul 2007): 750-6.


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