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Analbeschwerden – Symptome & Ursachen

von Martin Auerswald, M.Sc.
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Yep – Analbeschwerden. Ein absolutes Tabuthema. Aber manchmal müssen hier auch Tabuthemen zur Sprache kommen. Nämlich dann, wenn sie viele Menschen betreffen und mich wiederholt Leserfragen ereilen, was bei Symptom XY zu tun sei. Ein Grund dafür auch: Meine Forschungszeit am Uniklinikum Erlangen im Bereich chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Da lernt man einiges über solche Beschwerden und, dass sie einem das Leben sprichwörtlich zur Hölle machen können.

Erhalte hier einen Überblick über die wichtigsten Symptome und Ursachen.

 

Welche Analbeschwerden gibt es?

Wahrscheinlich spricht niemand gerne über seine Analbeschwerden – vermutlich auch Du nicht. Dabei ist es besonders für Betroffene ratsam, einen Arzt darüber zu informieren. Oftmals lassen sich Analbeschwerden beziehungsweise deren Ursachen nämlich gut behandeln. Eine Übersicht über die gängigsten Unannehmlichkeiten am Anus und deren Gründe haben wir Dir im Folgenden zusammengestellt.

 

Analbeschwerden – worum handelt es sich?

Unter anderem lösen Ursachen wie etwa Marisken (schlaffe Falten an der äußeren Afterhaut, unter denen sich Bakterien und Co. leichter ansammeln) Analbeschwerden aus. Doch was genau, ist eigentlich bei Letzteren zu verstehen? Wenn eine Person an Beschwerden leidet, so hat sie unter anderem eines dieser Symptome am After:

  • Brennen
  • Nässen
  • Jucken
  • Schmerzen
  • Druckgefühl

Symptome des Reizdarmsyndroms:

  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen

Zu den weiteren Analbeschwerden zählen etwa auch:

  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Blut im Stuhl
  • Stuhlschmieren (ungewollter Verlust kleinster Kotmengen)
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Gefühl eines Fremdkörpers im After/Darm
  • Blutungen und Einrisse

Dabei können diese Symptome beziehungsweise Beschwerden durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden.

 

Analbeschwerden: Mögliche Ursachen

Du möchtest wissen, was die Beschwerden verursachen kann? Zu den denkbaren Ursachen zählen:

Marisken

Dabei handelt es sich um Hautlappen an der äußeren Analrandbegrenzung. Sie sind häufig nur stecknadelgroß. Bei manchen Betroffenen bilden sie sich kranzartig, um den Anus herum, aus. Mitunter beeinflussen sie die Analhygiene. Viren, Pilze und Co. können sich an ihnen leichter festsetzen und etwa zu Entzündungsreaktionen führen.

Analfissuren

Wenn Dein Arzt von dieser Beschwerde spricht, so meint er damit einen Riss an der Analkanalhaut. Diese ist sehr empfindlich, weshalb eine Analfissur auch unangenehme Schmerzen und Blutungen verursacht. Zur Entstehung dieser Problematik kommt es beispielsweise durch zu harten Stuhlgang, der den Analkanal überdehnen kann.

Hämorrhoidalleiden

Hämorrhoiden hat jeder – auch Du. Die Gefäßpolster sorgen zusammen mit den Afterschließmuskeln dafür, dass kein Stuhl unkontrolliert aus dem Körper tritt. Durch Gründe wie beispielsweise ständige Verstopfung ist es jedoch möglich, dass es aufgrund des erhöhten Drucks, zu einer Vergrößerung der Hämorrhoiden kommt.

Blut staut sich in ihren Gefäßen an. Brennen, Druckgefühl, Jucken und Nässen sind dann mögliche Symptome. Mit anderen Worten ist von einem Hämorrhoidalleiden also dann die Rede, wenn vergrößerte Hämorrhoiden zu Analbeschwerden führen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn (gesamter Magen-Darm-Trakt betroffen) und Colitis ulcerosa (Entzündung des Dickdarms) sind Autoimmunerkrankungen des Darms. Bei ihnen kommt es zur chronischen und großflächigen Entzündungen im Körper. Etwa 500.000 Menschen sind deutschlandweit betroffen.

Zöliakie gehört auch zum Formenkreis der Darmerkrankungen und ist eine Autoimmunerkrankung, die durch eine starke Glutenallergie ausgelöst wird.

Analthrombosen

Erkennbar sind sie typischerweise als knotenartige, rötliche Schwellungen am Afterausgang. Sie bringen in der Regel Schmerzen mit sich. Eine Analthrombose ist eigentlich ein Blutgerinnsel, das sich in einer Vene des Analrandes gebildet hat. Auslöser ist meist eine zu hohe Schließmuskelspannung – etwa durch starkes Pressen beim Stuhlgang.

Analfisteln

Menschen, bei denen dieses Phänomen festgestellt wird, haben eine tunnelähnliche Verbindung zwischen dem Enddarm und der Afterhaut. Bei M. crohn und C. ulcerosa kommen sie häufiger vor. Von Natur aus ist diese „Röhre“ nicht vorgesehen. Analfisteln sind unter anderem die Folge von einer Entzündung der Proktodealdrüsen (Duftdrüsen). Die Gänge bringen Analbeschwerden wie Jucken und Brennen mit sich.

Analekzeme

Sie treten oftmals als Begleiterscheinung von Neurodermitis (chronische Hautentzündung) in Erscheinung. Ein Analekzem ist also eine Entzündung im Afterbereich, die chronische oder akut sein kann. Das starke Jucken, das die meisten Patienten verspüren, ist dabei besonders unangenehm.

Infektionen

Selbstverständlich können Analbeschwerden auch durch Infektionen mit Krankheitserregern verursacht werden. So löst mitunter ein Pilz am After Symptome wie Afterjucken aus. Die Infektion kann sich auch von Bakterien außem am After nach innen ausweiten – das kommt jedoch seltener vor. Häufiger ist eine Infektion von innen, von der Darmflora ausgehend.

Reizdarmsyndrom

Von diesem Syndrom sind 10 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Es kommt zu einem oder mehreren der Leitsymptome: Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall. Es ist eine Ausschlussdiagnose – wenn Symptome bestehen und keine andere Erkrankung als Ursache gefunden werden kann, ist es das Reizdarmsyndrom. Mittels Ernährung kann es einigermaßen kontrolliert werden.

Dysbalancierte Darmflora

Viele Darmerkrankungen werden durch eine aus dem Takt geratene Darmflora ausgelöst. Du trägst etwa 30-40 Billionen Mikroorganismen im Darm mit Dir herum, diese beeinflussen Deine Gesundheit ganz maßgeblich. Die falschen Mikroorganismen können ernsthafte Probleme mit sich führen, wenn sie toxische Stoffe produzieren oder die Darmschleimhaut befallen.

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Die richtigen Mikroorganismen hingegen … produzieren Vitamine und Nährstoffe wie Vitamin K2 und Neurotransmitter … produzieren wichtige Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren … beugen Infektionen vor … stärken das Immunsystem

 

Was tun bei Beschwerden?

Aufgrund der Tatsache, dass es viele verschiedene Ursachen für Analbeschwerden gibt, solltest Du Dich bei einem Verdacht in jedem Fall von einem Arzt untersuchen lassen. Ein Mediziner verfügt über die nötigen Mittel, um die jeweiligen Auslöser festzustellen. Zudem kann er anschließend an die Diagnose die Behandlung einleiten.

Unterschätze niemals die Rolle der Ernährung auf die Darmgesundheit. Mit Ernährung sind die meisten der heute genannten Beschwerden und Ursachen positiv beeinflussbar. Nicht immer heilbar – aber Du kannst mit den richtigen Nahrungsmitteln die Beschwerden stark verbessern. Nahrungsergänzungsmittel können zusätzliche Unterstützung bieten.

Einige Ernährungstipps bei Analbeschwerden und generell Darmbeschwerden möchte ich gerne noch mit Dir teilen:

 

Ernährungstipps bei Darmbeschwerden

Ein paar schnelle Ernährungstipps – der Fokus liegt auf probiotischen, schonend zubereiteten und entzündungshemmenden Lebensmitteln:

  1. Schonend zubereiten – eher dünsten und kochen als braten und frittieren
  2. Fleisch im Naturzustand zubereiten – ohne Zusatzstoffe, nicht verarbeitet
  3. Fisch und Meeresfrüchte
  4. Grünes Gemüse (Spinat, Brokkoli) und Beeren, wenn vertragen
  5. Olivenöl für die heiße und kalte Küche
  6. Entzündungslindernde Gewürze: Ingwer, Kurkuma, Zimt
  7. Obst nach Saison
  8. Leinsamen und Flohsamen zur Erhöhung der Ballaststoffe
  9. Kräutertee (Kamillentee, Pfefferminztee) nach dem Essen und abends
  10. Eher Tee als Kaffee
  11. Probiotische Nahrungsmittel – täglich, verschiedenes: Apfelessig, Naturjoghurt, Kefir, Kombucha, eingelegtes Gemüse
  12. Nahrungsergänzungsmittel bei Darmentzündungen: Hericium-Extrakt, Curcumin, Omega-3-Fettsäuren

 

Fazit

Mit Rektalbeschwerden ist nicht zu spaßen, die Ursachen können einen großen Einschnitt in Lebensqualität und Gesundheit bedeuten. Es ist daher wichtig, die Symptome zu beobachten und die Ursachen mit einem Arzt zu besprechen. Neben Medikamenten ist eine angepasste, gesunde und naturbelassene Ernährung wichtig.

Habe ich etwas Wichtiges vergessen? Möchtest Du gerne etwas ergänzen? Ich freue mich über Deinen Kommentar oder E-Mail!

 

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