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Magen-Darm-Beschwerden – Ursachen, Symptome, Abhilfe

von Martin Auerswald, M.Sc.
Published: Last Updated on
Junge Frau hält sich den Magen und sitzt auf Sofa

Wie wichtig eine gesunde Verdauung ist, merkst Du immer erst, wenn sie nicht mehr so funktioniert, wie sie soll. Nur, was läuft im Moment schief, wenn Du Bauchschmerzen oder andere Magen-Darm-Beschwerden hast? Schauen wir doch mal genauer hin.

Wie häufig sind Magen-Darm-Beschwerden?

Jeder hat von Zeit zu Zeit Magen-Darm-Beschwerden, die kommen und gehen. Es kann sich dabei um kurzzeitige Symptome handeln, einen akuten Magen-Darm-Infekt, oder etwas Längerfristiges. Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden längerfristig unter Magen-Darm-Beschwerden und fühlen sich damit in ihrere Lebensqualität eingeschränkt.

Häufige Erkrankungen, die chronisch sind:

  • Leaky Gut Syndrom
  • Reizdarmsyndrom
  • Reizmagen
  • Säure-Reflux
  • Verdauungsbeschwerden durch Nahrungsallergien
  • (Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – eigentlich ein anderes Kapitel)

Das Reizdarmsyndrom kommt erstaunlich häufig vor und es wird geschätzt, dass aktuell etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind.

 

Reizdarmsyndrom – Die Leitsymptome

Es ist eine klassische Ausschlussdiagnose – wenn der Arzt die Symptome feststellt, aber nichts anderes diagnostiziert, dann ist es Reizdarmsyndrom. Eine wirklich nachhaltige schulmedizinische Therapie gibt es noch nicht, weil die Ursachen verschieden sind und sich die Symptome individuell zeigen.

Grob werden die Symptome des Reizdarmsyndroms in Leitsymptome eingeteilt:

 

Keine Lust aufs Essen: Appetitlosigkeit

Appetit ist prinzipiell die Lust darauf, etwas zu essen. Egal, ob Du gerade gegessen hast, der Essensduft von dem Imbissstand an der Ecke macht trotzdem Lust auf mehr. Das ist Appetit. Appetitlosigkeit ist also ganz einfach erst einmal nur mangelndes Verlangen auf das Essen. Dies kann Ausdruck von anderen Magen-Darm-Beschwerden sein, aber auch einer anderweitigen Erkrankung.

Mitunter schlagen Dir Medikamente, chronischer Stress oder die Psyche (oft innere Glaubenssätze und Einstellungen) auf den Appetit. Auch Lebensphasen beeinflussen ihn. So haben ältere Menschen oft ein geringeres Hungergefühl.

Behandlungsbedürftig ist die Appetitlosigkeit allerdings nur, wenn sie länger anhält und eine ernste Ursache – zum Beispiel eine Essstörung – zugrunde liegt.

 

Magen-Darm-Beschwerden: Durchfall

Durchfall zählt zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden und kann viele Ursachen haben. Dazu gehören Infektionen mit Bakterien und Viren, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Erkrankungen des Verdauungstraktes wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Leaky Gut Syndrom können Durchfälle ebenfalls auslösen. Infrage kommen außerdem Lebensmittelvergiftungen, psychische und viele andere Ursachen.

Als Durchfall gilt, wenn Du mehr als dreimal am Tag auf die Toilette musst und die Ausscheidung deutlich flüssiger und umfangreicher ist als normal. In der Regel dauert der Durchfall zwei bis drei Tage1. Hält er deutlich länger an, solltest Du unbedingt einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen.

Dann können ernsthafte Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken. Auch mit Babys und älteren Menschen solltest Du recht schnell zum Arzt.

Zu Hause kannst Du Dir mit Elektrolyt-Lösungen und erhöhter Flüssigkeitszufuhr helfen. Außerdem können Heilerde, Chlorella, Huminsäure oder Hausmittel wie geriebener Apfel und Heidelbeertee helfen. Auch die Heilpilze Reishi und Löwenmähne beruhigen den Darm.

 

Magen-Darm-Beschwerden: Verstopfung

Wenn Du mit Bauchschmerzen auf dem „stillen Örtchen“ bist, aber nicht „kannst“, hast Du wahrscheinlich Verstopfung. Gesunde Menschen gehen dem großen Geschäft einmal täglich bis alle zwei bis drei Tage nach. Wird es seltener oder kommt der Stuhl nur mühsam und ist sehr hart, gilt das als Verstopfung2.

Eine vorübergehende Verstopfung ist häufig einer ballaststoffarmen Ernährung und einer unausgeglichenen Darmflora geschuldet. Auch wer zu wenig trinkt oder eine Schilddrüsenunterfunktion hat, kennt das Problem.

Bei einer chronischen Verstopfung kommen neben Ernährungsfehlern für die Magen-Darm-Beschwerden aber noch zahlreiche andere Ursachen in Betracht, darunter Veränderungen im Darm, Erkrankungen wie Divertikulitis, psychische Faktoren oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Ironischerweise kann auch der Missbrauch von Abführmitteln irgendwann zu einer chronischen Verstopfung führen.

Sind organische Ursachen oder ernste Erkrankungen ausgeschlossen, kannst Du Dir einfach selbst helfen: Viel Obst und Gemüse, Pilze, Beeren, Nüsse und Samen, Apfelessig, Kombucha und mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich bringen die Dinge wieder ins Rutschen. Bewegung, Kaffee, Grüntee oder natürliche Quellmittel wie Leinsamen lassen die Magen-Darm-Beschwerden ebenfalls oft verschwinden. In hartnäckigen Fällen hilft mitunter ein Einlauf oder Rizinusöl.

 

Magen-Darm-Beschwerden: Bauchschmerzen

Der Stuhl funktioniert, wie er soll und trotzdem geht es Dir im Bauch herum? Bauchschmerzen sind oft die Folge von Bauchkrämpfen. Die entstehen, indem sich die Muskulatur dieses Bereichs krampfartig zusammenzieht. Bauchschmerzen sind ein Symptom mit vielen Ursachen.

Psychischer Druck, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, ungesunde Ernährung, Reizdarm, Parasiten, Blinddarmentzündung, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und viele mehr. Nicht immer liegt die Ursache aber im Darm. Regelbeschwerden oder Endometriose können Dir ebenfalls Bauchschmerzen bescheren.

Halten die Schmerzen länger an, werden stärker oder gesellen sich weitere, ernsthafte Symptome hinzu, solltest Du schnellstens zum Arzt. Bei gelegentlichen, leichten Bauchschmerzen tun oft aber schon Ruhe, Wärme und leichte Kost gut. Typische Tees wie Pfefferminztee, Kamillentee oder die Mischung aus Fenchel, Anis und Kümmel verschaffen Dir dann Erleichterung. Moderate Bewegung, Wechselduschen und eine schonende, natürliche Ernährung wirkt sich in den meisten Fällen ebenfalls positiv aus.

 

Magen-Darm-Beschwerden: Blähungen

Ups, weht da ein (Darm-)Wind? Dass Dein Darm ab und zu überschüssige Gase nach draußen entsorgt, ist völlig normal, auch wenn es gesellschaftlich als anstößig gilt. Blähungen heißen diese Magen-Darm-Beschwerden erst dann, wenn mehr als gelegentlich und in größerem Umfang Südwinde wehen.

Häufig liegt die Ursache in der Ernährung. Blähende Lebensmittel wie Kohl oder Hülsenfrüchte3 vermehren dann die Darmgase. Auch Nahrungsmittelintoleranzen wie Laktoseintoleranz oder Fruktoseintoleranz führen zu teils quälenden und schmerzhaften Blähungen.

Die auch Flatulenz genannten Beschwerden sind an sich nicht gefährlich, selbst wenn sie mitunter mit Bauchschmerzen durch den Blähungsdruck einhergehen. In größerem Ausmaß bedeuten sie, dass ein Lebensmittel nicht gut vertragen und verdaut wurde sowie, dass die Darmflora in Aufruhr ist.

Wenn Du öfter darunter leidest und keine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Darmerkrankung hast, genügt meist schon eine angepasste Ernährung, um die Darmwinde einzudämmen. Meide blähende Lebensmittel sowie Weizen und Milchprodukte, eine übermäßige Völlerei und bewege Dich im moderaten Rahmen. So lösen sich die Gase. Auch die typischen Verdauungstees und probiotische Lebensmittel4 können Dir eine Linderung verschaffen.

Gemüse- und Obststand in Nahaufnahme

Egal was es ist – es gibt Ursachen und es gibt ein Kraut, das dagegen gewachsen ist.

 

Fazit – Die typischen Reizdarm Symptome und einfache Lösungsansätze

Übliche Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Bauchschmerzen sind von Zeit zu Zeit völlig normal und kein Grund zur Sorge. Werden sie chronisch und scheint auch keine Ernährungsintervention zu helfen, solltest Du abklären, ob es sich um das Reizdarmsyndrom handeln könnte.

Davon sind mehr Menschen betroffen, als man denkt, da der Darm immer noch ein Tabuthema ist – zumindest, was Darmerkrankungen angeht.

Hilft nichts und nehmen die Symptome zu, dann suche am besten einen Gastroenterologen auf, um eine mögliche Diagnose abzuklären. Das muss Dir auch nicht peinlich sein – Millionen Menschen in Deutschland geht es wie Dir. Und was Du möchtest, ist eine gute Lebensqualität und Gesundheit. Manchmal hilft es, sich Klarheit zu verschaffen, was da gerade in einem vorgeht – um auch entsprechend reagieren zu können.

 

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Quellenverzeichnis
  1. Lecturio: Durchfall (Diarrhoe): Ursachen, Symptome und Arten der Krankheit. URL: https://www.lecturio.de/magazin/diarrhoen/ (10.05.2020).
  2. Lecturio: Verstopfung. URL: https://www.lecturio.de/lexikon/verstopfung (10.05.2020).
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27382323
  4. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19785495

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