Der Birkenporling (Fomitopsis betulina) ist ein in der europäischen Naturheilkunde bekannter und vielseitig einsetzbarer Vitalpilz. Besondere Bekanntheit erlangte er durch die Gletschermumie Ötzi, die vor über 5.000 Jahren lebte und zwei Exemplare dieses Pilzes bei sich trug.
Heute wird der Birkenporling sowohl in der traditionellen Naturheilkunde als auch zunehmend im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen geschätzt. Erfahre hier alles Wichtige über den Birkenporling, seine Inhaltsstoffe, potenziellen Wirkungen, Anwendungsgebiete und vieles mehr.
Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören!
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Was ist der Birkenporling?
Der Birkenporling, auch Ötzipilz oder Kanbatake genannt, ist ein auf der nördlichen Hemisphäre weit verbreiteter Baumpilz mit bekannten gesundheitlichen Vorteilen.
Bis 2015 lautete seine wissenschaftliche Bezeichnung Piptoporus betulinus oder Polyporus betulinus.
Der Birkenporling befällt ausschließlich Birken. Im Holz verursacht er eine Braunfäule, die insbesondere alte und geschwächte Bäume schädigt und letztlich zum Absterben bringen kann. Auch auf bereits gefällten oder umgestürzten Birken ist er häufig in großer Zahl zu finden.
Durch sein charakteristisches Erscheinungsbild lässt er sich gut von anderen Baumpilzen unterscheiden – nicht zuletzt deshalb, weil er ausschließlich auf Birken wächst. Junge Fruchtkörper erscheinen zunächst als weiße, knotenartige Verdickungen auf der Birkenrinde. Mit zunehmendem Alter entwickeln sie ihre typische tellerartige Form und eine weiß-bräunliche Färbung. Gleichzeitig werden sie immer härter und holziger.
Junge Exemplare sind noch weich und können sogar roh verzehrt werden. Ältere Fruchtkörper, meist ab einem Alter von sechs bis zwölf Monaten, sind dagegen sehr hart und holzig.
Der Birkenporling gehörte über Jahrtausende zu den am häufigsten genutzten Heilpilzen Europas, geriet jedoch in den vergangenen Jahrhunderten zunehmend in Vergessenheit. Heute erlebt das Wissen über seine gesundheitlichen Vorteile ein Comeback. Gleichzeitig wächst das wissenschaftliche Interesse an diesem bemerkenswerten Vitalpilz.
Der „Ötzipilz“ kann mit etwas Kenntnis direkt im Wald gesammelt und selbst verarbeitet werden. Wer bereits geernteten und getrockneten Birkenporling kaufen möchte, findet inzwischen auch zahlreiche Anbieter, die unter hohen Qualitätsstandards produzieren oder nachhaltig Wildsammlungen anbieten. Tatsächlich ist die eigene Ernte jedoch überraschend einfach.
Die Geschichte des Birkenporlings
Der Birkenporling gehörte über Jahrtausende zu den bedeutendsten medizinisch genutzten Pilzen Europas. Er wurde für verschiedene Zwecke geschätzt und eingesetzt. Zu den häufigsten Anwendungen gehörten die Blutstillung, die Verwendung als Zunder, die Unterstützung bei Parasitenbefall sowie sein Einsatz als natürliches Antibiotikum.
Besondere Bekanntheit erlangte der Pilz, als entdeckt wurde, dass die Gletschermumie „Ötzi“ zwei Exemplare des Birkenporlings bei sich trug – auf einer Höhe von über 3.000 Metern. Doch warum machte sich Ötzi die Mühe, diese Pilze mitzuführen?
Zunächst wurde vermutet, der Birkenporling könne eine halluzinogene Wirkung besitzen. Diese Annahme gilt heute jedoch als unwahrscheinlich.
Die derzeit gängigste Theorie lautet, dass Ötzi den Pilz zu medizinischen Zwecken nutzte. Untersuchungen haben gezeigt, dass er an Borreliose litt. Daher wird vermutet, dass er sich mithilfe des Birkenporlings selbst behandelte oder zumindest versuchte, seine Beschwerden zu lindern.
Der Vitalpilz gedeiht auch in Deutschland
Birkenporling: Gesundheitliche Vorteile und Wirkungen
Alle Heilpilze, so auch der Birkenporling, enthalten ß-Glucane und Triterpene. Deshalb weisen alle die folgenden 5 Wirkungen auf (mehr dazu hier: Heilpilze Wirkung).
- Immunstärkung
- Regulierung der Darmflora11
- Entzündungslinderung
- Antitumoral4
- Darmstärkung
Der Birkenporling entfaltet zudem einzigartige Wirkungen:
- Natürliches Antibiotikum: Für den Birkenporling ist eine antibiotische Breitbandwirkung bekannt, insbesondere gegenüber Staphylokokken, Mykobakterien, Pseudomonaden und Bacillen.
- Antiviral: Bestimmte Nukleinsäuren aus dem Pilz zeigen eine Schutzwirkung gegenüber FSME, einer durch Zecken übertragenen Entzündung der Hirnhäute.
- Anti-ödemisch: Der Birkenporling kann die Rückbildung von Schwellungen und Wassereinlagerungen unterstützen.
- Hautfördernd: Traditionell wird er zur Unterstützung der Hautgesundheit und Wundheilung eingesetzt.
- Magen-Darm-unterstützend: Der Pilz wird traditionell genutzt, um den Magen-Darm-Trakt zu unterstützen und unerwünschte Mikroorganismen zurückzudrängen.
Nun soll es in die Praxis gehen: Wann bietet sich die Einnahme des Birkenporlings an?
Mögliche Anwendungen des Birkenporlings
Aus den bekannten Eigenschaften des Birkenporlings, den bisherigen Studien sowie den Erfahrungen der Naturheilkunde haben sich verschiedene Anwendungsgebiete ergeben. Bei den folgenden Beschwerden und Zuständen wird der Birkenporling traditionell häufig eingesetzt:
- Allergien
- Typ-2-Diabetes
- Arthritis und Arthrose
- Haarausfall
- Hautunreinheiten
- Magen-Darm-Infekte
- Parasitäre Belastungen
- Allgemeine Erschöpfung
- Immunschwäche
- Chronische Infektionen
- Asthma
- Migräne
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Dies sind die wichtigsten traditionellen Anwendungsgebiete des Birkenporlings. Besonders bekannt ist sein Einsatz bei parasitären Belastungen, insbesondere im Magen-Darm-Trakt. Gemeinsam mit der Schmetterlingstramete und dem Zunderschwamm gilt der Birkenporling in der europäischen Naturheilkunde als bewährte natürliche Unterstützung.
Diese Anwendungsgebiete sind gut beschrieben und überliefert. Doch welche Inhaltsstoffe stecken eigentlich hinter diesen Eigenschaften?
Inhaltsstoffe des Birkenporlings
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Birkenporlings im Überblick:
- ß-Glukane (ß-1,3-/1,6-Glukane)
- Heteroglykane
- Triterpene
- Ergosterol
- Piptamin (natürliches Antibiotikum)
- ß-Carotin
- Vitamin E
- Eisen
- Kupfer
- Kalium
- Polyporensäuren
- Agaricin
- Agaricinsäure
- Betulin
- Betulinsäure (aus der Birke)
Diese Inhaltsstoffe machen den Birkenporling zu einem der interessantesten heimischen Vitalpilze und bilden die Grundlage für seine traditionellen Anwendungsgebiete sowie die wissenschaftlich untersuchten Eigenschaften.
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Wie wird der Birkenporling angebaut?
Traditionell wird der Birkenporling wild gesammelt und geerntet. Besonders in älteren Birkenbeständen ist er in Deutschland häufig zu finden. Auf alten oder umgestürzten Bäumen gehört er zusammen mit dem Zunderschwamm zu den häufigsten Birkenparasiten.
Findest Du einen solchen „befallenen“ Baum, ist Dein Pilzkorb schnell gefüllt. Greife dabei am besten zu den jungen Exemplaren.
Da Vitalpilze nicht nur Nähr- und Vitalstoffe, sondern auch Schadstoffe aus Boden und Baum anreichern können und nicht alle Bestände frei von Schadstoffen sind, ist ein kontrolliert biologischer Anbau sinnvoll.
Immer mehr Anbieter kultivieren daher den Pilz und bieten ihn bereits fertig zerkleinert in Pulverform an. Das spart Arbeit und Mühe, da besonders ältere Exemplare sehr hart, holzig und schwer zu zerkleinern sind.
Birkenporling – wie zubereiten?
Wenn Du einige schöne Exemplare gefunden hast, trockne sie am besten für 1–2 Tage in der Sonne oder, in ein Geschirrtuch eingewickelt, auf der Heizung. Alternativ kannst Du auch einen Dörrautomaten verwenden.
Schneide die Pilze anschließend entweder in Scheiben oder – noch besser – zerkleinere sie zu Pulver. Ein Thermomix ist dafür leistungsstark genug.
Passe beim Schneiden bitte besonders bei älteren Exemplaren auf!
Das Pulver kannst Du nun in Kapseln abfüllen und trocken sowie kühl lagern oder in einem Einmachglas aufbewahren. Die Scheiben lassen sich ebenfalls bis zur Zubereitung in einem Einmachglas lagern.
Traditionell wird der Birkenporling entweder in Kapselform (bis zu 10 g täglich) oder als starker Sud eingenommen.
Für einen Sud bedecke die geschnittenen Fruchtkörper in einem großen Topf etwa 3 cm hoch mit Wasser oder verwende als Dosierung 3–4 EL Pulver pro Liter Flüssigkeit. Koche alles einmal auf und lasse es anschließend etwa 2 Stunden köcheln. Eine Köchelzeit von mindestens 30 Minuten ist wichtig, um die Pilzzellen aufzubrechen und die Inhaltsstoffe zu lösen.
Du wirst feststellen, dass der Birkenporling sehr bitter ist und der Sud verdünnt werden sollte. Ich empfehle, den Sud ebenfalls in ein Einmachglas abzufüllen und im Kühlschrank zu lagern.
Trinke davon täglich 1–3-mal ein Schnapsglas voll, verdünnt in einem Glas Wasser.
Aus den Resten der Fruchtkörper beziehungsweise des Pulvers kannst Du nach der Zubereitung des Suds eine Tinktur herstellen. Lege sie dafür für mehrere Wochen in 70 % Ethanol oder DMSO ein (zum Beispiel in ein Einmach- oder leeres Schraubglas).
Der Birkenporling in Deutschland – Wildfunde
Der Birkenporling ist in Deutschland häufig zu finden. Die jungen Fruchtkörper wachsen im Herbst und können in dieser Zeit gesammelt sowie roh oder angebraten verzehrt werden. Ihr Aroma ist sehr mild und das Fruchtfleisch noch weich.
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Zusammenfassung: Der Birkenporling
Der Birkenporling zählt zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Vitalpilzen in den deutschen Wäldern. Er hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde und wird inzwischen auch wissenschaftlich zunehmend erforscht.
Zu seinen wichtigsten Anwendungsgebieten gehören die Unterstützung des Immunsystems, die Förderung der Magen-Darm-Gesundheit, die Linderung von Entzündungen sowie die Bekämpfung von Parasiten und chronischen Infekten. Darüber hinaus werden seine potenziellen antitumoralen Eigenschaften intensiv untersucht.
Welche Erfahrungen hast Du mit dem Birkenporling gemacht? Hast Du Tipps zur Zubereitung oder Anwendung? Gibt es etwas, das Du ergänzen möchtest? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!
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