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N-Acetylcystein (NAC, ACC) – Schleimlöser, Immunstärkung & mehr!

von Martin Auerswald, M.Sc.
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N-Acetylcystein ist die synthetische Form der semi-essenziellen Aminosäure Cystein. N-Acetylcystein (auch ACC, NAC) ist ein bewährtes Nahrungsergänzungsmittel und wird besonders bei Atemwegserkrankungen, viralen Infekten und zur Immunstärkung eingesetzt. Hier erhältst Du einen ausführlichen Überblick über N-Acetylcystein, seine Funktion, Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen.

 

Was ist N-Acetylcystein?

Cystein ist eine natürlich im Körper vorkommende, schwefelhaltige Aminosäure. N-Acetylcystein ist die synthetische Form davon, quasi Cystein mit einer kleinen Säuregruppe. Ganz ähnlich wie bei Aspirin (Salicylsäure mit Acetyl-Gruppe).

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Die Molekul-Struktur von L-Cystein.

In den sechziger Jahren fand man heraus, dass Thiole (chemische Stoffgruppe) im Körper sehr potent Schleim lösen können. N-Acetylcystein wurde als erste Wahl hergenommen, weil die Aminosäure im Körper reichlich vorkommt und nur wenige bis gar keine Nebenwirkungen bekannt sind.

N-Acetylcystein ist ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten kennen es in der Form von ACC-Hustenlöser (Hexal) aus der Apotheke, als Brausetabletten oder Kapseln. In dieser Form wird es verwendet, um Schleim abzuhusten, die wichtigste Anwendung ist daher bei Husten und verschleimten Atemwegen.

Doch N-Acetylcystein kann noch viel mehr! Es ist gut erforscht, hat wichtige Funktionen im Körper und eignet sich für noch mehr interessante Anwendungen.

Kaum eine Aminosäure ist so vielseitig und wichtig für den Körper und ist gleichzeitig so arm an Nebenwirkungen und Risiken. Eine Studie, bei der männlichen Teilnehmern täglich 11,6 g Cystein gegeben wurde, drei Monate lang, kam zum Schluss, dass es ein sicheres Ergänzungsmittel ist.

 

N-Acetylcystein als Nahrungsergänzungsmittel kaufen – Empfehlung

Die meisten kennen die ACC-Hustenlöser Brausetabletten aus der Apotheke. Doch es ist ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel und was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, empfehle ich eine andere Quelle:

Ich selber verwende seit einem Jahr das N-Acetylcystein vom Vitaminversand24 – dieses Produkt hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (180 Kapseln â 750 mg zu einem unschlagbaren Preis von 23,95 €), ist gut formuliert, wird schnell geliefert und hält sehr lange.

Cystein gibt es auch als Pulver oder Presskapseln zu kaufen. Aufgrund der Säuregruppe schmeckt es jedoch absolut furchtbar und ich empfehle, lieber auf die Produktlösung von Vitaminversand24 zurückzugreifen.

 

N-Acetylcystein – Funktionen im Körper

Man weiß noch nicht genau, wie der Wirkmechanismus bei der Schleimlösung ist. Man weiß aber, dass es funktioniert und nur wenige Nebenwirkungen und Risiken birgt.

Der wichtigste Faktor bei der Einnahme ist, dass die Bioverfügbarkeit mit der Acetyl-Gruppe im Darm sehr viel höher ist als ohne. Einfaches Cystein würde auch gehen, im Dünndarm kann der Körper jedoch nicht so viel aufnehmen.

N-Acetylcystein hat eine Halbwertszeit von 2 Stunden im Körper was bedeutet, innerhalb von 2 Stunden wird die Hälfte in der Leber in Cystein abgebaut. Das Cystein wird dann im Körper verschieden verwendet:

  • als Cysteinquelle
  • zur Bildung von Glutathion
  • zur Entgiftung
  • als Antioxidans

 

Cysteinquelle

Cystein ist eine semi-essenzielle, schwefelhaltige Aminosäure, die der Körper selbst bilden kann, dass jedoch leider nur sehr ineffizient schafft. Es ist daher besser, diese Aminosäure über die Nahrung aufzunehmen. Der Bedarf des Körpers liegt bei 2 g täglich.

Das Problem dabei: Cystein kommt nur sehr gering konzentriert in Lebensmitteln vor, mit einem Anteil von 0,5 -2 %. Zu den besten Quellen gehören Milchprodukte und Eier mit einem Spitzenanteil von 2,2 %.

Wer jedoch einen erhöhten Cystein-Bedarf hat oder von den Wirkungen von Cystein profitieren möchte, tut sich mit der Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel sehr viel einfacher als mit einer drastischen Erhöhung des Proteinkonsums.

Denn auch ein Bodybuilder mit einer Einnahme von 200-300 g Protein am Tag kommt so höchstens auf 3-5 g Cystein. Dagegen sind drei Kapseln N-Acetylcystein schnell eingenommen, wenn Bedarf besteht.

 

Glutathionbildung

Glutathion ist das wichtigste körpereigene Antioxidans. Das Immunsystem braucht es in jeder einzelnen Körperzelle als wichtige Antioxidans, das freie Radikale neutralisiert.

Glutathion besteht aus drei Aminosäuren: Glycin, Cystein, Glutaminsäure. Zur Bildung von Glutathion ist Cystein der Flaschenhals – der Körper würde gerne mehr bilden, meist ist jedoch Cystein der limitierende Faktor [9]. Es wird daher angenommen, dass bei einer erhöhten Cystein-Einnahme auch mehr Glutathion im Körper gebildet wird. Das ist wichtig bei chronischen Entzündungen und zur Stärkung des Immunsystems [2].

 

Entgiftung

Eine wichtige chemische Eigenschaft von Cystein ist, Schwermetalle binden zu können. Das kommt aufgrund der Schwefelgruppe zustande. In einigen wichtigen Proteinen im Körper kommt überdurchschnittlich viel Cystein vor. Das Metallothionein, das an der Entgiftung von Kadmium, Blei und Quecksilber beteiligt ist, enthält 33 % Cystein. Daher ist Cystein wichtig zur körpereigenen Entgiftung, besonders von Umweltgiften und Schwermetallen.

 

Antioxidation

Cystein ist ein sehr starkes Antioxidans, was besonders durch die Schwefelgruppe zustande kommt, welches freie Radikale neutralisieren kann. Es ist an sich ein starkes Antioxidans, als Glutathion jedoch noch stärker. Außerdem unterstützt es die körpereigene Entgiftung und das Immunsystem.

Damit sollte klar sein, warum Cystein so wichtig für den Körper ist und warum der Körper in einigen Fällen von einer Ergänzung von N-Acetylcystein profitiert. Doch wie kommt seine Wirkung zustande und wie sollte es angewendet werden?

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N-Acetylcystein – Wirkung und Anwendung

N-Acetylcystein wird im Körper zu Cystein abgebaut. Cystein ist eine wichtige Aminosäure, die der Körper nur begrenzt bilden kann und die für viele Gesundheit erhalten Funktionen wichtig sind.

Cystein ist wissenschaftlich erstaunlich gut untersucht und sowohl die Erfahrung als auch die Studienergebnisse zeigen einige interessante Anwendungen auf:

 

Virale Infekte

Bei akuten oder chronischen viralen Infekten benötigt der Körper sehr viel mehr Glutathion als sonst. Außerdem greifen die Viren den körpereigenen Cystein-Pool an und beschleunigen den Abbau von Cystein. Besonders von HIV ist das bekannt.

Konkret sorgt das HI-Virus für den beschleunigten Abbau von bis zu 4 g Cystein am Tag. Durch die Einnahme von Cystein kann das Fortschreiten der Krankheit und die Ausbreitung des Virus damit wahrscheinlich eingedämmt werden.

Dies deckt sich sehr gut mit einer Studie aus dem Jahr 2012, bei denen HIV-Patienten Cystein ergänzt bekamen und gezeigt wurde, dass bereits nach wenigen Tagen die Glutathion Spiegel im Körper signifikant anstiegen [3].

Das gilt jedoch auch für akute orale Infekte wie Corona und Influenza: Mehr Cystein bedeutet eine stärkere Immunabwehr und eine größere körpereigene Kraft, das Virus einzudämmen. Ob Cystein auch direkte antivirale Wirkungen hat, ist nicht bekannt. In erster Linie geht es darum, den Abbau durch die Viren zu vermeiden oder zu reduzieren, Schleim zu lösen, in dem sich die Viren vermehren und die Bildung von Glutathion zu erhöhen.

 

Atemwegserkrankungen

Bei Atemwegserkrankungen ist Cystein ein wichtiger Fels in unserer medizinischen Brandung. Seit 50 Jahren wird es medizinisch eingesetzt, besonders bei Husten und verschleimten Atemwegen.

Da Cystein auch bakterielle Bio-Filme aufbrechen und zerstören kann, wird die Anwendung in Zukunft bei multiresistenten Keimen wie MRSA immer wichtiger. Nur wenige Lebensmittel können das, von Oreganoöl, Manuka Honig und Zimt ist es übrigens auch bekannt.

Es löst Schleim, hilft bei trockenem Husten, Reizhusten, Halsschmerzen, indem es die Immunabwehr stärkt.

 

Immunsystem

Das Immunsystem braucht Glutathion und Cystein, um aktiv zu sein und gegen Krankheitserreger zu kämpfen. Denn das Immunsystem kämpft auf zwei Wegen gegen Krankheitserreger: Es frisst Krankheitserreger und infizierte Zellen, oder schießt mit scharfen Waffen, den freien Radikalen:

Mit scharfen Waffen können sie jedoch nur schießen, wenn genug Glutathion da ist, um die gesunden Zellen und sich selbst zu schützen. Daher ist Glutathion wichtig für die Immunabwehr, als Puffer.

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Entzündungen

N-Acetylcystein wirkt stark antioxidativ, erhöht die Bildung von Glutathion und lindert damit effektiv Entzündungen im Körper. Diese Tatsache macht es auch bei der Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen immer wichtiger, erste Studien geben etwa Hinweise auf mögliche Vorteile bei Typ 2 Diabetes.

Die meisten chronische Erkrankungen werden durch Entzündungen ausgelöst und beschleunigt – hier könnte Cystein in Zukunft immer wertvoller werden.

 

Biofilme

Unter Biofilmen versteht man, dass sich Bakterien in einer Art Schleim einkapseln und sich für Körper und Immunsystem nahezu unsichtbar und unangreifbar machen. Bei Staphylococcus aureus Pseudomonaden und anderen Krankheitserregern ist das bekannt. Oft sind es mehrere Krankheitserreger, die zeitgleich in einem Bio-Film vorliegen und sich gegenseitig beschützen und unterstützen.

N-Acetylcystein kann diese Biofilme aufbrechen und lösen und die Krankheitsträger so für das Immunsystem angreifbar machen [5]. Wie Cystein das macht? Wahrscheinlich zerstört es die Polysaccharide, die die Mikroben bilden und den Schleim ausmachen.

Ohne die Polysaccharide wird aus dem Gel eine Flüssigkeit, die dann verläuft. Die Bakterien liegen offen vor, und die Immunabwehr kann ihre Arbeit verrichten.

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Cystein hilft dabei schädliche Biofilme zu zerstören.

 

Schwermetallentgiftung

Wir sind heute immer mehr mit Umweltgift und Schwermetallen belastet, die wir selbst in die Umwelt geben und die sich über die Nahrungskette im Menschen anreichern. Cadmium, Blei, Quecksilber und Arsen sind nur einige Beispiele. Sie begünstigen zahlreiche chronische und degenerative Erkrankungen und wer mit Schwermetallen belastet ist, tut gut daran, sie wieder aus dem Körper zu leiten.

Zur Ausleitung von Schwermetallen gibt es verschiedene Ansätze: Cystein wird dafür immer bekannter und beliebter, da es eine körpereigene Substanz ist. Durch die freie Schwefelgruppe kann Cystein Schwermetalle binden und ausleiten. Mehr Cystein im Körper bedeutet jedoch auch eine verstärkte Bildung von Entgiftungs-Enzymen und Proteinen wie etwa das Metallothionein, das zu 33 % aus Cystein besteht und sehr effektiv Cadmium aus dem Körper schleust.

 

Typ 2 Diabetes

Erste Studien weisen darauf hin, dass N-Acetylcystein bei Typ 2 Diabetes eine wichtige Rolle spielen könnte. Denn es lindert Entzündungen, unterstützt die Immunabwehr und könnte somit auch bei der Regeneration von Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nützlich sein.

Außerdem sind Entzündungen ein Faktor, die den Insulinhaushalt ordentlich durch einander bringen.

Eine Studie aus dem Jahr 2014 gibt noch mehr Grund zur Hoffnung: Denn anscheinend korreliert Cystein im Blut negativ mit Triglyceriden (Blutfett) und Insulinresistenz. Mehr Cystein bedeutet also weniger Blutfette und eine bessere Insulinsensitivität. Weitere Studien könnten dies noch bestätigen.

 

Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto und Rheuma werden mit einem aus dem Takt gebrachten Immunsystem und chronischen Entzündungen in Verbindung gebracht. Außerdem kommt meist eine eingeschränkte Entgiftung über die Leber und eine beschädigte Darmwandwand mit ins Spiel.

Cystein hilft bei diesen Faktoren, indem es Entzündungen lindert, sowie Darm und Leber reguliert [13]. Bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus, multipler Sklerose und Colitis ulcerosa [6] könnte Cystein in Zukunft einer Studie zufolge noch wertvoll werden.

 

Neurodermitis

In einer kleinen Studie wurde Neurodermitis-Patienten eine Creme mit Cystein verabreicht. Bereits kurze Zeit später berichteten die Patienten von einer besseren Haut, weniger Jucken, Kratzen und Entzündungen.

Ob die orale Einnahme von Cystein dies auch bewirkt, ist nicht bekannt. Aber bei Neurodermitis, das durch chronische Entzündungen und einem übereifrigen Immunsystem begünstigt wird, könnte Cystein wertvolle Unterstützung bieten [11].

 

Für den Darm

Cystein löst Biofilme auf, lindert Entzündungen, stärkt die Immunabwehr – auch der Darm profitiert davon. Denn besonders bei einem untersäuerten Magen und bei Immunschwäche kommt es häufig im Dünndarm zu Biofilmen, die Cystein effektiv auflösen kann.

Eine gute Kombination bei Verstopfung oder Biofilmen im Darm ist Sauerkrautsaft, Leinsamen und N-Acetylcystein (getrennt voneinander einnehmen).

Ich vermute allerdings auch, dass Cystein bei der Regeneration der Darmwand hilft [12], was beim Leaky Gut Syndrom und bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen relevant ist [7].

Darmgesundheit

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Chronische Erschöpfung/Müdigkeit

Als wichtigste Ursache für chronische Erschöpfung und Müdigkeit werden virale Infektionen wie EBV angenommen. Wahrscheinlich auch eine erschöpfte Nebenniere.

Cystein unterstützt die Immunabwehr, bekämpft virale Infekte, lindert Entzündungen und könnte damit auch bei der Behandlung von chronischer Müdigkeit relevant sein. Auch eine verbesserte Entgiftung kommt dem zugute.

In diesem Kontext werden 2-3 g N-Acetylcystein am Tag empfohlen.

 

Psyche

Bei einigen psychiatrischen Erkrankungen wird N-Acetylcystein immer häufiger off-label eingesetzt. So wird angenommen, dass Cystein den Glutaminstoffwechsel im Gehirn unterstützt, was bei der Behandlung von Schizophrenie, Zwangsstörungen und Depression wichtig ist [4].

 

Depression

Die Ursachen der Depression sind individuell; ein fehlgesteuerter Glutaminstoffwechsel, chronische Entzündungen, eine beschädigte Blut-Hirn-Schranke und ein dereguliertes Immunsystem scheinen eine Rolle zu spielen. Auch der Darm wird immer häufiger mit Depressionen in Verbindung gebracht. Der off-label-use von Cystein bei Depressionen wird aktuell klinisch untersucht.

 

Leber

Einige Viren wie Hepatitis-Viren nisten sich besonders gerne in der Leber ein, sowie einige Würmer wie der Leberwurm. Hierbei könnte Cystein bei der Regeneration und Bekämpfung helfen. Ebenso unterstützt Cystein in der Leber den Abbau von Giftstoffen, lindert Entzündungen und erhöht die Bildung von Glutathion. Bei Leberbeschwerden wird daher immer häufiger auch N-Acetylcystein empfohlen.

 

Antidot

Bei einer Vergiftung mit Paracetamol oder Acrylnitril wird N-Acetylcystein als Antidot (Gegenmittel) eingesetzt. Entweder, es wird 72 Stunden oral in hohen Dosen gegeben oder 20 bis eine 20 Stunden intravenös. Dadurch wird der Abbau besagter Stoffe in der Leber unterstützt und die Leber vor Schäden geschützt.

Dies waren die wichtigsten Wirkungen und Anwendungen von N-Acetylcystein. In der wissenschaftlichen Forschung tut sich gerade eine ganze Menge und in den nächsten Jahren könnten noch einige interessante Studien ans Licht kommen. Bis dahin bezeichne ich N-Acetylcystein gerne als unterschätzte Vielzweckwaffe für die Gesundheit.

 

Nebenwirkungen von N-Acetylcystein

N-Acetylcystein gilt als eines der sichersten Nahrungsergänzungsmitteln überhaupt. Doch da es in seiner Form N-Acetylcystein nicht 100 % bioidentisch ist, und es häufig in höheren Dosierungen eingesetzt wird, ist es nicht ganz frei von Nebenwirkungen. Denn in der Natur kommt es relativ selten vor und in keiner Weise wird es in der Natur hochdosiert eingenommen.

Gelegentlich kommt es zu Nebenwirkungen, die man genau beobachten sollte. Daher wird empfohlen, immer nur mit geringen Dosierungen zu starten und sich langsam zu steigern.

Gelegentliche Nebenwirkungen sind:

Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Hypotonie, Nesselsucht, Hautausschlag, Bauchschmerzen und Überempfindlichkeits-Reaktionen. Selten kann es zu starken Überempfindlichkeits-Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen.

Dies ist jedoch nur bei sehr hohen Dosierungen in der Klinik vorgekommen, nicht bei den Dosierungen, die hier empfohlen werden.

Einzelbeispiele aus der Klinik haben 50-100 g N-Acetylcystein am Tag eingesetzt, was absurd hoch ist. Zumal es den Betroffenen meistens bekannt ist, ob sie eine Unverträglichkeitsreaktion gegen N-Acetylcystein haben.

Bei den üblichen Dosierungen von 1-4 g am Tag sind diese Nebenwirkungen sehr, sehr selten. Dennoch wird empfohlen, mit geringen Dosierungen zu starten und die Verträglichkeit genau zu beobachten.

 

Wechselwirkungen von N-Acetylcystein

N-Acetylcystein sollte nicht mit Antitussiva (hustenstillende Mittel) eingenommen werden, da es sonst zu Problemen in den Atemwegen kommen könnte.

Es gibt noch keine guten Informationen, ob sich Cystein während der Schwangerschaft lohnt und ob es zu Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kommen kann. Da wird empfohlen, während der Schwangerschaft kein N-Acetylcystein einzunehmen.

N-Acetylcystein scheint einige Antibiotika zu inaktivieren, wenn sie zeitgleich eingenommen werden. Dies gilt für Tetracycline, Aminoglykoside und Penicilline (Ergebnisse aus in-vitro-Studien). Es wird daher empfohlen, zwischen der Einnahme von N-Acetylcystein und Antibiotika mindestens 2 Stunden Pause zu halten, besser 3-4 Stunden.

 

Interessante off-label-use: Neues aus der Forschung

In einer interessanten Mausstudie wurde untersucht, ob sich die Gabe von N-Acetylcystein auf die Überlebenschance bei einer Malariainfektion positiv auswirkt. Interessanterweise stieg die Überlebenschance der Mäuse von 20 auf 100 %, wenn sie während der Infektion N-Acetylcystein eingenommen haben.

Es wird vermutet, dass das Cystein die Leber vor Schäden und freiem Häm schützt, das bei Malaria in großer Zahl anfällt, weil die roten Blutkörperchen angegriffen werden. Ob dies auch auf den Menschen übertragbar ist, ist noch nicht klar.

Cystein sollte zwar nicht zeitgleich mit Antibiotika eingenommen werden, könnte aber dennoch wertvoll sein.

Denn viele Antibiotika schädigen die Mitochondrien in unseren Körperzellen, welche die Energie produzieren.

Zur Erinnerung: Auch Mitochondrien waren mal Bakterien und können durch Antibiotika geschädigt werden. Cystein scheint die Mitochondrien während der Antibiotikagabe zu schützen [10].

 

Fazit – N-Acetylcystein ist mehr als nur ein Schleimlöser

N-Acetylcystein gehört zu den am meisten unterschätzten Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt. In der Forschung tut sich eine ganze Menge und seine Anwendung ist sehr viel breiter gefächert als nur bei Atemwegserkrankungen und zum Abhusten von Schleim.

Es ist ein wichtiger Flaschenhals bei der Bildung von Glutathion, unterstützt die Immunabwehr, lindert Entzündungen, unterstützt die Entgiftung und vieles mehr.

Wenn Du N-Acetylcystein kaufen möchtest, empfehle ich bei längerer Einnahme das Produkt vom Vitaminversand24 aufgrund eines sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, beginne bitte mit geringen Dosierungen von einer Kapsel am Tag und steigere Dich langsam.

Cystein ist wahrscheinlich wertvoller, als wir ahnen, besonders bei Immunerkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie Immunschwäche könnte es immer häufiger zur Anwendung kommen.

Was hältst Du von N-Acetylcystein? Nimmst Du es auch ein? Würdest Du gerne etwas fragen oder ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

 

Quellenverzeichnis
  1. Achari, A. E., and S. K. Jain. “L-Cysteine Supplementation Increases Adiponectin Synthesis and Secretion, and Glut4 and Glucose Utilization by Upregulating Disulfide Bond a-Like Protein Expression Mediated by Mcp-1 Inhibition in 3t3-L1 Adipocytes Exposed to High Glucose.” Mol Cell Biochem 414, no. 1-2 (Mar 2016): 105-13. https://dx.doi.org/10.1007/s11010-016-2664-7.
  2. Arranz, L., C. Fernandez, A. Rodriguez, J. M. Ribera, and M. De la Fuente. “The Glutathione Precursor N-Acetylcysteine Improves Immune Function in Postmenopausal Women.” Free Radic Biol Med 45, no. 9 (Nov 1 2008): 1252-62. https://dx.doi.org/10.1016/j.freeradbiomed.2008.07.014.
  3. Borges-Santos, M. D., F. Moreto, P. C. Pereira, Y. Ming-Yu, and R. C. Burini. “Plasma Glutathione of Hiv(+) Patients Responded Positively and Differently to Dietary Supplementation with Cysteine or Glutamine.” Nutrition 28, no. 7-8 (Jul 2012): 753-6. https://dx.doi.org/10.1016/j.nut.2011.10.014.
  4. Dean, Olivia, Frank Giorlando, and Michael Berk. “N-Acetylcysteine in Psychiatry: Current Therapeutic Evidence and Potential Mechanisms of Action.” Journal of psychiatry & neuroscience : JPN 36, no. 2 (2011): 78-86. https://dx.doi.org/10.1503/jpn.100057.
  5. Dinicola, S., S. De Grazia, G. Carlomagno, and J. P. Pintucci. “N-Acetylcysteine as Powerful Molecule to Destroy Bacterial Biofilms. A Systematic Review.” Eur Rev Med Pharmacol Sci 18, no. 19 (Oct 2014): 2942-8.
  6. Guijarro, L. G., J. Mate, J. P. Gisbert, J. L. Perez-Calle, I. Marin-Jimenez, E. Arriaza, T. Olleros, M. Delgado, M. S. Castillejo, D. Prieto-Merino, V. Gonzalez Lara, and A. S. Pena. “N-Acetyl-L-Cysteine Combined with Mesalamine in the Treatment of Ulcerative Colitis: Randomized, Placebo-Controlled Pilot Study.” World J Gastroenterol 14, no. 18 (May 14 2008): 2851-7. https://dx.doi.org/10.3748/wjg.14.2851.
  7. Hou, Y., L. Wang, D. Yi, and G. Wu. “N-Acetylcysteine and Intestinal Health: A Focus on Its Mechanism of Action.” Front Biosci (Landmark Ed) 20 (Jan 1 2015): 872-91. https://dx.doi.org/10.2741/4342.
  8. Hultberg, M. “Cysteine Turnover in Human Cell Lines Is Influenced by Glyphosate.” Environ Toxicol Pharmacol 24, no. 1 (Jul 2007): 19-22. https://dx.doi.org/10.1016/j.etap.2007.01.002.
  9. Jain, S. K., D. Micinski, L. Huning, G. Kahlon, P. F. Bass, and S. N. Levine. “Vitamin D and L-Cysteine Levels Correlate Positively with Gsh and Negatively with Insulin Resistance Levels in the Blood of Type 2 Diabetic Patients.” Eur J Clin Nutr 68, no. 10 (Oct 2014): 1148-53. https://dx.doi.org/10.1038/ejcn.2014.114.
  10. Moreira, P. I., P. L. Harris, X. Zhu, M. S. Santos, C. R. Oliveira, M. A. Smith, and G. Perry. “Lipoic Acid and N-Acetyl Cysteine Decrease Mitochondrial-Related Oxidative Stress in Alzheimer Disease Patient Fibroblasts.” J Alzheimers Dis 12, no. 2 (Sep 2007): 195-206. https://dx.doi.org/10.3233/jad-2007-12210.
  11. Nakai, K., K. Yoneda, Y. Murakami, A. Koura, R. Maeda, A. Tamai, E. Ishikawa, I. Yokoi, J. Moriue, T. Moriue, and Y. Kubota. “Effects of Topical N-Acetylcysteine on Skin Hydration/Transepidermal Water Loss in Healthy Volunteers and Atopic Dermatitis Patients.” Ann Dermatol 27, no. 4 (Aug 2015): 450-1. https://dx.doi.org/10.5021/ad.2015.27.4.450.
  12. Song, Zh, G. Tong, K. Xiao, F. Jiao le, Yl Ke, and Ch Hu. “L-Cysteine Protects Intestinal Integrity, Attenuates Intestinal Inflammation and Oxidant Stress, and Modulates Nf-Kappab and Nrf2 Pathways in Weaned Piglets after Lps Challenge.” Innate Immun 22, no. 3 (Apr 2016): 152-61. https://dx.doi.org/10.1177/1753425916632303.
  13. Wang, G., J. Wang, H. Ma, G. A. Ansari, and M. F. Khan. “N-Acetylcysteine Protects against Trichloroethene-Mediated Autoimmunity by Attenuating Oxidative Stress.” Toxicol Appl Pharmacol 273, no. 1 (Nov 15 2013): 189-95. https://dx.doi.org/10.1016/j.taap.2013.08.020.
  • Xie, S., W. Zhou, L. Tian, J. Niu, and Y. Liu. “Effect of N-Acetyl Cysteine and Glycine Supplementation on Growth Performance, Glutathione Synthesis, Anti-Oxidative and Immune Ability of Nile Tilapia, Oreochromis Niloticus.” Fish Shellfish Immunol 55 (Aug 2016): 233-41. https://dx.doi.org/10.1016/j.fsi.2016.05.033.

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