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Was tun bei Durchfall? Tipps und Mythen

von Martin Auerswald, M.Sc.
Klopapier in Nahaufnahme

Zuletzt aktualisiert am 14. September 2020 um 13:12

Akuter Durchfall (Diarrhö) kann die Lebensqualität stark beeinflussen. Betroffene trauen sich kaum, das Haus zu verlassen, da nie gewiss ist, wann wieder eine Toilette benötigt wird oder verfügbar ist. Zudem sorgt der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten dafür, dass es dem Körper an Kraft fehlt. Doch welche Auslöser liegen der Verdauungsstörung zugrunde? Und helfen Salzstangen und Cola wirklich? Erfahre jetzt mehr zu Ursachen, Mythen und Tipps bei Durchfall.

 

Tipps bei Durchfall – So unterstützt Du Deinen Körper bei Diarrhö

In erster Linie ist es wichtig, die Ursachen der Diarrhö zu ermitteln und zu bekämpfen. Scheue Dich also nicht, Deinen Hausarzt um Rat zu fragen. Zudem gibt es ein paar nützliche Tipps, mit denen Du Deinem vom Durchfall geplagten Körper etwas Gutes tun kannst:

 

Darmflora

Kümmere Dich zuerst um Deine Darmflora, also um die natürlicherweise im Darm angesiedelten Mikroorganismen. Ist diese Besiedelung intakt und ausgewogen, hat Durchfall deutlich weniger Chancen. Die Darmflora aufbauen kannst Du beispielsweise mit einer ausgewogenen Ernährung sowie der Einnahme von Probiotika (lebende Mikroorganismen).

Besonders schnell wirksam sind Milchsäurebakterien. Diese findest Du in folgenden probiotischen Nahrungsmitteln:

Außerdem wirkungsvoll ist Apfelessig. Dieser wirkt leicht abführend und spült tote Mikroorganismen aus dem Darm, während er gleichzeitig Essigsäure-Bakterien und Hefen enthält, die sich dort ansiedeln.

Ein sehr bewährtes Probiotikum auf Reisen und bei akutem Durchfall ist die Hefe Saccharomyces boulardii, welche neben vielen weiteren wertvollen Inhaltsstoffen in folgendem Produkt von edubily* enthalten ist:

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Ballaststoffe

Iss einen geriebenen Apfel, eine Kürbissuppe oder eine Karottensuppe. Diese Gerichte enthalten Pektin, ein sogenanntes Quellmittel, das in der Lage ist, Wasser und möglicherweise auch Giftstoffe im Darm zu binden. Außerdem ist es ein sehr wirksames Präbiotikum, dient Deiner Darmflora also als Nahrungsgrundlage.

Folgende Nahrungsmittel enthalten ebenfalls wertvolle Ballaststoffe und sind gute Tipps bei Durchfall:

Smoothie aus Mango und Birne

Hilft schnell, beruhigt und liefert Ballaststoffe: Der Smoothie.

 

Weniger Abführendes

Bei Durchfall ist der Darm an sich schon in Aufruhr. Um ihn zu beruhigen und den Wasserverlust zu minimieren empfiehlt es sich, weniger abführende Lebensmittel zu sich zu nehmen. Dazu gehören besonders Kaffee, Kakao, Milch, Käse, Chili und Currys.

 

Ätherische Öle

Es gibt Gewürze und Kräuter, die enthalten sehr wirkungsvolle ätherische Öle. Diese wirken antibakteriell und töten die Mikroorganismen ab, die hinter dem Durchfall stecken. Zeitgleich wirken sie beruhigend auf die Darmwand, besonders auf die sogenannten interstitiellen Zellen von Cajal, welche die Darmperistaltik steuern.

Folgende Nahrungsmittel sind besonders empfehlenswert:

Verdauungsprobleme behandeln Kräuter

Kräuter beruhigen den Darm und helfen dabei, die Darmflora schnell wieder auszubalancieren.

 

Viel trinken

Vergiss nicht, viel zu trinken. Durch den besonders dünnen Stuhl verlierst Du viel Flüssigkeit – diese muss im Körper ersetzt werden.

Geeignete Getränke sind vor allem Wasser, Grüntee, Schwarztee und Kräutertee (siehe oben). Cola eignet sich auch, um den Körper zu rehydrieren, ist jedoch nicht so gesund wie die eben genannten Varianten.

Versuche als Faustregel, für jeden “Stuhlgang”, den Du hast, 2 große Gläser Wasser zu trinken, um den Körper hydriert zu halten.

 

Bindende Substanzen

Bindende Substanzen wie Heilerde und Aktivkohle helfen, den Durchfall zu bekämpfen. Das natürliche, mineralische Pulver wird nach Gebrauchsanweisung mit etwas Wasser verrührt und getrunken. Im Darm bindet die Mischung dann Flüssigkeit und Giftstoffe. Beides erhältst Du unter anderem in der Apotheke oder Drogerie.

Die Einnahme empfiehlt sich besonders morgens auf nüchternen Magen.

 

Häufige Ursachen für zu dünnen Stuhl

Die Konsistenz des Stuhls wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst – und liefert gleichzeitig wichtige Informationen über unseren Gesundheitszustand. Tritt Durchfall sehr plötzlich oder sogar immer wieder auf, können folgende Ursachen schuld daran sein:

  • Magen-Darm-Infektionen: Häufigste Ursache. Erreger sind beispielsweise Rota- und Noroviren, Legionellen sowie E.coli-Bakterien.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Der Körper kann bestimmte Stoffe nicht gut verdauen, diese ziehen als Folge viel Wasser in den Darm. Eine große Rolle spielen unter anderem die Laktose-, Sorbit-, Fruktoseintoleranz oder die Glutenunverträglichkeit.
  • Medikamenteneinnahme: Einige Arzneimittel beinhalten Wirkstoffe, die eine Diarrhö begünstigen können (zum Beispiel Antibiotika).
  • Stress: Der Magen-Darmtrakt steht in enger Verbindung mit dem Gehirn. Psychischer Stress wie Überforderung, Angst, Wut oder Trauer sorgen begünstigen Durchfall. Bei Stress wird der Darm weniger durchblutet und sich dort befindliche Nahrungsmittel schnell “abgestoßen”, um mehr Raum und Energie für die Flucht zu haben.
  • Chronische Darmerkrankungen: Hier kommen beispielsweise Morbus Crohn, Colitis ulcerosa sowie das Reizdarmsyndrom infrage.

Ein zusätzlicher Faktor, der oft vergessen wird, ist Alkohol. Wer am Abend zu tief ins Glas geschaut hat, wird in der Nacht oder am darauffolgenden Tag nicht selten von Durchfall geplagt. Die Ursache dafür: Alkohol regt zum einen die Verdauung an, sorgt aber auch gleichzeitig dafür, dass weniger Wasser aus dem Darm in den Körper aufgenommen wird – der Stuhl wird flüssiger.

Menschen stoßen mit Rotwein über einer reich gedeckten Tafel an

Ab und zu muss das sein, kann im Übermaß aber Darmprobleme fördern: Unser alter Freund, der Alkohol.

 

Diese Durchfallmythen halten sich hartnäckig

Noch immer ist ein besonders gängiger Tipp bei Durchfall, den Kinder in der Schule lernen: Cola und Salzstangen.

Tatsächlich sind diese beiden Nahrungsmittel jedoch nicht sonderlich hilfreich. Mittlerweile ist sogar bekannt, dass Cola aufgrund des hohen Zuckergehalts den Durchfall noch verschlimmern kann. Außerdem verliert der Körper bei Diarrhö vor allem den Mineralstoff Kalium. Salzstangen sind zwar gut bekömmlich, enthalten allerdings überwiegend Natrium. Ein deutlich besserer Kaliumlieferant ist die Banane.

Es stimmt, dass die Stärke und das Salz Wasser binden und in den Körper bringen – jedoch gibt es bessere Mittel gegen Durchfall.

Ein weiterer Mythos ist, dass der Durchfall schon von ganz allein wieder vorbeigehen wird und Betroffene einfach nur abwarten müssen. Zwar liegen dem flüssigen Stuhl in der Regel keine schweren gesundheitlichen Probleme zugrunde, jedoch kann der anhaltende Verlust von Flüssigkeit, Vitaminen und Mineralstoffen den Kreislauf stark belasten – gerade bei kleinen Kindern und Senioren.

Fakt ist: Wer aktiv mithilft, dessen Darmprobleme sind wesentlich schneller wieder beseitigt.

Sind dem Durchfall keine eindeutigen Ursachen zuzuordnen oder macht sich bereits eine Kreislaufschwäche bemerkbar, ist in jedem Fall ein Arztbesuch angeraten. Meist verschreibt der Arzt ein Probiotikum, das dann die Krankenkasse übernimmt.

Darmflora unter dem Mikroskop

Wer sich um eine gesunde Darmflora bemüht, wird belohnt und liefert einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit.

 

Fazit – Tipps bei Durchfall

Der heutige Beitrag enthielt ein paar allgemeine und schnelle Tipps bei Durchfall. Besonders der Fokus auf viel trinken, Probiotika und Ballaststoffe sind wichtig und werden gerne unterschätzt. Ein einfacher Becher Naturjoghurt kann manchmal den großen Unterschied ausmachen.

Zusammenfassend empfiehlt sich folgende Vorgehensweise bei Durchfall:

  1. Viel trinken
  2. Den Tag mit Aktivkohle, Heilerde oder Chlorella und viel Wasser beginnen
  3. Sofort auf Abführendes und Reizendes (Getreide, Milchprodukte, Kaffee, Kakao, Chili) verzichten
  4. Sofort hochwertige Probiotika* zuführen (über den Tag verteilt)
  5. Den Fokus auf ballaststoffreiche, natürliche Lebensmittel legen
  6. Grüntee und Kräutertee trinken
  7. Stress reduzieren
  8. Zeit in der Natur (Wald) verbringen, leichte Bewegung integrieren
  9. Wechselduschen auf den Bauch (wirkt beruhigend)
  10. … warten, dass es besser wird. Wenn nicht, einen Arzt aufsuchen (besonders, wenn die Bauchschmerzen zunehmen)

Würdest Du gerne etwas ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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