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Asthma bei Kindern — Alles was Du wissen solltest

von Martin Auerswald, M.Sc.
Mädchen mit Inhalator im Herbst mit Mütze um Asthma zu behandeln

Zuletzt aktualisiert am 4. Mai 2020 um 9:46

Die Häufigkeit von kindlichem Asthma hat vor allem in den 1970er bis in die 1990er Jahre zugenommen und betrifft heutzutage etwa acht bis zehn Prozent der Heranwachsenden in Deutschland. Etwa ein Drittel der erkrankten Kinder hat die ersten Symptome von Asthma bereits im ersten Lebensjahr. Der Großteil der Betroffenen (circa 80 bis 90 Prozent) entwickelt die Beschwerden bis zum Alter von fünf Jahren.[1] Doch wie äußert sich Asthma bei Kindern und welche Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren gibt es?

 

Wenn Dein Kind Asthma hat: Diese Symptome können auftreten

Was sind die wichtigsten Anzeichen und Symptome für Asthma beim Kind? Eine Übersicht über die häufigsten Symptome:

Als erste Anzeichen für Asthma beim Kind gelten Atembeschwerden. Häufig lassen sich diese durch Probleme beim Ausatmen bemerken. Das ist sowohl im Alltag bemerkbar als auch bei kleinen körperlichen Anstrengungen. Ein leichtes Pfeifen und Röcheln ist dann besonders beim Ausatmen zu hören.

Eine Blaufärbung der Lippen und später auch der Haut können ebenso auftreten. Das zeigt, dass das Blut mit Sauerstoff unterversorgt ist – sauerstoffarmes Blut ist blau, sauerstoffreiches hingegen rot. Wenn das Kind bereits am Morgen und einen großen Teil des Tages über blaue Lippen hat, ist das ein deutliches Zeichen.

Da die Lunge gereizt ist, sind vor allem nachts oder beim Lachen und Weinen Hustenanfälle möglich. Das macht es sowohl Eltern als auch Kind schwer, ohne diesen Stressor durch den Alltag zu kommen, ohne die ständige Angst vor dem nächsten Hustenanfall.

Ähnlich wie bei Erwachsenen können zusätzliche Beschwerden bei Kindern mit Asthma vorkommen:

Des Weiteren ist es möglich, dass Asthmaanfälle ausschließlich beim Sporttreiben entstehen (Anstrengungs-Asthma). Für das Kind kann diese Form von Asthma eine große Belastung und eine Einschränkung des Spielens darstellen. Deshalb ist es für die Eltern wichtig, frühestmöglich einen vernünftigen Umgang mit der Krankheit zu vermitteln, da Bewegung für Kinder besonders wichtig ist, aber das Kind nicht unnötig gefährdet werden sollte.

Um eine möglichst objektive Einschätzung zu erhalten, an welcher Form von Asthma Dein Kind leidet, haben Ärzte ein Stufensystem entwickelt, in das sich die jeweiligen Asthmaformen untergliedern lassen:

  • Stufe 1: Leichtes und gelegentliches (intermittierendes) Asthma, geringfügige Beschwerden wie leichte Atemnot oder unregelmäßiges Husten, beschwerdefreie Phasen ohne Krankheitsanzeichen, die länger als zwei Monate bestehen
  • Stufe 2: Leichtes, aber anhaltendes (persistierendes) Asthma, gelegentliche Atemnot, Zeit ohne Beschwerden unter zwei Monaten
  • Stufe 3: Mittelschweres und anhaltendes (mittelgradig persistierendes) Asthma, Symptome an mehreren Tagen der Woche und auch nachts auftretend
  • Stufe 4: Schweres und anhaltendes (schwergradig persistierendes) Asthma, dauerhaft anhaltende Beschwerden mit häufigem Auftreten in der Nacht[2]

Besonders aufmerksam sollten Eltern also in Bezug auf die Häufigkeit und Dauer der Asthma-Symptome des Kindes sein. Diese Informationen sind zudem essenziell für die Diagnose und Wahl der Behandlungsmethode des Arztes (Allgemein- oder Lungenfacharzt).

Welche Ursachen hat Asthma üblicherweise?

 

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für kindliches Asthma?

Als Kind hatte ich selbst eine leichte Form des allergischen Asthmas. Auf Kur in den Alpen sah ich viele Kinder mit schlimmen Immun-Erkrankungen wie Neurodermitis und auch Asthma. Ich habe mich damals immer gefragt, was die Ursachen für Asthma bei Kindern sind.

Ob und wann ein Kind an Asthma erkrankt, ist wissenschaftlich noch nicht zweifelsfrei erforscht. Allerdings gehen Experten davon aus, dass mitunter eine genetische Veranlagung für das Auftreten der Krankheit verantwortlich sein kann.  Diese genetische Veranlagung macht die Lungenbläschen und die Bronchien sensibler für bestimmte Reizstoffe und die Immunzellen dort neigen stärker zu Entzündungen.

Genetisch heißt: Wenn ein Elternteil von Asthma betroffen ist, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind ebenfalls daran erkrankt. Im Gegensatz zum Vater ist sie höher, wenn die Mutter eine solche Prädisposition (genetisch bedingte Krankheitsanfälligkeit) aufweist.

Hinzu kommen ebenso Umweltfaktoren, die sich entsprechend auswirken können und das Risiko für eine Erkrankung deutlich erhöhen: Wächst ein Kind größtenteils in einer ländlichen Gegend mit Natur und viel frischer Luft auf, sinkt das Risiko für Asthmaerkrankungen. Das ist auch als “Hygiene-Hypothese” bekannt geworden. Sie besagt, dass es für die Entwicklung des Immunsystems von Kindern wichtig ist, auch mal mit Schmutz/Erde, Natur und Allergenen wie Heu und Tieren in Kontakt zu kommen. Dann kann das Immunsystem sich darauf einstellen und es kommt im späteren Kindheits- und Erwachsenenalter seltener zu Allergien, chronischen Entzündungen und sogar Autoimmunerkrankungen und Asthma.

Rothaariges Mädchen auf Blumenwiese mit Pusteblume

Auch wenn es oft nicht den Anschein macht: Aufenthalt in Sonne und Natur sind essenziell für die Entwicklung von Kindern.

Ebenso kann ein Übermaß an Hygiene im Kindesalter die Entstehung von Asthma begünstigen. Das ist die andere Seite der Hygiene-Hypothese. Das Immunsystem der Kinder kommt dabei mit zu wenigen Keimen in Berührung, wodurch sich kein effektiver Immunschutz und beispielsweise allergische Überempfindlichkeiten bilden können.

Auch das Rauchen der Eltern, während oder nach der Schwangerschaft, zählt zu (negativen) Einflussfaktoren, denn dabei wird nicht nur die Lunge der Eltern geschädigt, sondern auch die des Kindes – und das noch ungeborene Immunsystem leidet gleich mit.

Weitere Risikofaktoren: Vitamin D-Mangel3, Kaiserschnitt, ungesunde Ernährung und Stress im Kindesalter.

 

Die zwei Arten von Asthma

Grundsätzlich gibt es eine Unterscheidung in zwei unterschiedliche Arten von Asthma: allergisches und nicht-allergisches Asthma. Die Einteilung erfolgt je nachdem welche Ursache zugrunde liegt und welche Auslöser das kindliche Asthma letzten Endes verursachen.

Zu den Gründen für allergisches Asthma gehören:

  • Pollen (etwa Birke, Gräser)
  • Tierhaare
  • Hausstaubmilben
  • Schimmelpilzsporen (das war früher auch mein Kryptonit)
  • bestimmte Stoffe am Arbeitsplatz (zum Beispiel Mehl, Holzstaub)
  • Lebensmittel wie Weizen, Milch, Nachtschattengewächse, Junk Food

Bei nicht-allergischem Asthma sind es eher unspezifische Faktoren, die zu einem Asthmaanfall führen können. Dazu zählen mitunter:

  • psychische oder emotionale Ursachen
  • körperliche Belastung
  • kalte und verschmutzte Luft (beispielsweise durch Rauch, Chemikalien)
  • bestimmte Medikamente (etwa gegen Bluthochdruck)

Solltest Du Dir unsicher sein, welche Form von Asthma bei Deinem Kind vorliegt, hilft ein Besuch beim Arzt weiter. Dieser kann mittels unterschiedlicher Allergietests herausfinden, ob es sich um eine allergische Ausprägung der Krankheit handelt oder nicht.

Ob nur Verdacht auf Asthma  besteht oder ob es bereits diagnostiziert wurde – einige Lebensmittel und Ernährungstipps können zur Besserung entscheident beitragen:

 

Ernährungstipps bei Asthma oder Verdacht auf Asthma

Die Ernährung wird bislang auch bei Asthma stark unterschätzt. Denn die Überempfindlichkeit der Immunzellen in der Lunge und der Lungenbläschen muss irgendwo herkommen, genau wie die zu Trockenheit oder übermäßigem Schleim neigende Schleimhaut in der Lunge.

Bei Asthmatikern habe ich bereits deutliche Besserungen der Symptomatik beobachten dürfen, wenn die Ernährung ein wenig mit in die Rechnung genommen wurde.

Einige Ernährungstipps bei Asthma:

  1. Milch und Weizen meiden. Diese beiden Lebensmitteln können Asthma verursachen oder verschlimmern. Sauerteigprodukte und Naturjoghurt werden besser vertragen.
  2. Zucker reduzieren. Auch Zucker kann seinen Teil beitragen und den Stoffwechsel des Kindes unnötig belasten. Dazu gehören auch Softdrinks und Fruchtsäfte.
  3. Mehr Kräuter und Gewürze. Diese wirken stark entzündungshemmend und anti-allergen – aus der Erfahrung lieben Kinder frische Kräuter und exotische Gewürze im Essen.
  4. Pilze. Pilze unterstützen generell das Immunsystem und dürfen gerne häufiger pro Woche auf den Tisch kommen. Die Heilpilze Reishi und Mandelpilz zeigen besonders starke anti-allergene und anti-asthmatische Wirkungen.
  5. Probiotisch. Eine gesunde Darmflora ist absolute Grundlage für das Kind, um ein gesundes Immunsystem und eine Immunkompetenz aufzubauen. Probiotische Lebensmittel wie Naturjoghurt, Kombucha, Kefir und Apfelessig helfen dabei.
  6. Fisch! Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Meeresfrüchten und Fischöl helfen ebenso dabei, das Lungengewebe zu regenerieren und das Immunsystem zu beruhigen. Des Weiteren enthält Fisch viele für die Immunabwehr wichtige Nährstoffe, wie Zink und Selen.
  7. Zusatz: Vitamin D-Mangel beseitigen. Auch wichtig, wird sehr unterschätzt.

 

Zusammenfassung

In Deutschland sind 8 Millionen Menschen von Asthma betroffen, Tendenz stark steigend. Wichtig ist besonders bei Kindern, das Asthma frühzeitig zu erkennen und dann zu handeln. Und auch wenn die Krankheit feststeht, gibt es immer noch Dinge, die zur Unterstützung des Immunsystems unternommen werden können.

Eine gesunde Ernährung sollte in jedem Fall eine Rolle spielen, genauso wie Aufenthalte in der Natur und leichte körperliche Betätigung. Denn die Entwicklung des Kindes sollte durch zu enge Kontrolle, Aufsicht und Verbote nicht behindert werden.

Hast Du Erfahrungen mit Asthma, vielleicht auch bei Kindern? Was hat geholfen, was würdest Du gerne ergänzen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

 

Weiterführende Quellen

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