Weidefleisch stammt aus artgerechter Tierhaltung. Ziel dieser Haltungsform ist es, Nutztiere unter möglichst natürlichen und gesunden Bedingungen leben zu lassen – mit viel Bewegung, frischer Luft und Zugang zu Weideflächen.
Davon profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch Du. Fleisch aus Weidehaltung bringt im Vergleich zu Produkten aus industrieller Massentierhaltung zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich. Gleichzeitig wirkt sich diese Form der Tierhaltung in vielerlei Hinsicht positiver auf unsere Umwelt aus.
Das Gute daran: Du musst Dich dabei nicht in ein klassisches Schwarz-Weiß-Denken zwischen „Fleisch oder kein Fleisch“ einordnen. Weidefleisch kann einen gesunden Mittelweg darstellen. Entscheidend ist ein bewusster, verantwortungsvoller und respektvoller Umgang mit tierischen Lebensmitteln – dann steht auch einem saftigen Steak nichts im Wege.
In diesem Artikel erfährst Du, was Weidehaltung genau bedeutet, warum sie für Mensch, Tier und Umwelt Vorteile haben kann und worauf Du achten solltest, wenn Du hochwertiges Weidefleisch kaufen möchtest.
Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören!
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Tierische Lebensmittel – ein geschichtlicher Einblick
Zunächst werfen wir einen Blick auf die geschichtlichen Hintergründe: Wie hat der Mensch früher Fleisch verzehrt? Und wie ist es dazu gekommen, dass wir heute von „Konsum“ sprechen?
Der Weg zum aktuellen Fleisch- und Fischkonsum
Anhand archäologischer Funde wissen wir, dass erste Jagdaktivitäten menschlicher Spezies bereits vor mindestens 450.000 Jahren stattgefunden haben. Darauf weisen unter anderem Funde von Jagdwaffen hin, die vermutlich von frühen Menschenarten wie dem Homo heidelbergensis oder verwandten Populationen hergestellt wurden.
Wahrscheinlich nutzten frühe Homininen jedoch schon deutlich früher tierische Nahrung – möglicherweise bereits seit drei bis vier Millionen Jahren. Ob diese frühen Menschen bereits aktiv jagten oder eher Aas nutzten, wird unter Forschenden noch diskutiert. Mit späteren Arten wie Homo habilis und insbesondere Homo erectus nahm der Anteil tierischer Nahrung in der menschlichen Ernährung jedoch deutlich zu.
Weitere Funde aus Afrika zeigen, dass der Konsum von Meeresfrüchten bereits vor etwa 150.000 Jahren begann. Aus Südostasien stammen zudem Hinweise darauf, dass Menschen schon vor etwa 42.000 Jahren Fischfang auf dem offenen Meer betrieben.
Demnach sind tierische Lebensmittel seit sehr langer Zeit ein Bestandteil der menschlichen Ernährung. Je nach Region machten sie schätzungsweise etwa 20 bis 40 % der Gesamtnahrung aus, während der restliche Anteil überwiegend durch pflanzliche Lebensmittel gedeckt wurde.
Von der Jagt zur industriellen Zucht (und zurück?)
Ich möchte Dir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Etappen geben, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte im Umgang mit Fleisch durchlaufen hat:
1. Jagd auf wilde Tiere
Die ursprünglichste Form der Fleischbeschaffung war die Jagd auf wildlebende Tiere – sowohl an Land als auch im Wasser. Vor über 100.000 Jahren waren Kreativität, Geschick und Mut nötig, um an hochwertiges Fleisch zu gelangen. Die Jagd war harte Arbeit – belohnt wurde sie mit nährstoffreichem Wild.
2. Beginn der Domestizierung
Vor circa 10.000 Jahren wurde der Mensch sesshaft. Bauern domestizierten Tiere und hielten sie als Nutztiere, darunter Rinder, Schafe und Schweine. Die Jagd wilder Tiere rückte damit langsam in den Hintergrund und war im Mittelalter nur noch dem Adel vorbehalten.
3. Industrialisierung
Mit dem starken Wachstum der Weltbevölkerung mussten in der Moderne immer mehr Menschen mit Fleisch und Fisch versorgt werden. Gleichzeitig wurde der verfügbare Raum knapper, und viele Bestände wildlebender Tiere gingen drastisch zurück.
Spätestens in den 1960er-Jahren begann sich die industrielle Massentierhaltung stark auszubreiten. Damit entfernte der Mensch das Nutztier noch weiter von seinen natürlichen Lebensbedingungen. Auch die Entdeckung und der Einsatz von Antibiotika spielten dabei eine Rolle, da sie halfen, bakterielle Infektionen in großen Tierbeständen besser zu kontrollieren.
Die Tierhaltung wurde seitdem zunehmend effizienter gestaltet – mit dem Ziel, Fleisch möglichst schnell und kostengünstig zu produzieren.
Gleichzeitig wurde Fleisch für viele Menschen immer anonymer. Als Konsumenten kommen wir meist erst mit dem fertigen Produkt in Berührung: ein Filet, verpackt in Plastik und versehen mit Etiketten, die idyllische grüne Wiesen zeigen. (Ironisch, oder?)

Massentierhaltung schadet dem Tierwohl
4. Ignoranz versus Verantwortung
Tierhaltung ist heute für viele Menschen sehr anonym geworden – und wird häufig durch geschicktes Marketing überdeckt. Die grünen, saftigen Wiesen auf den Verpackungen vieler Fleischprodukte spiegeln meist nicht die Realität wider. Enge, verschmutzte Stallanlagen wären schließlich kein besonders verkaufsförderndes Motiv.
So fällt es leicht, die tatsächliche Herkunft des Fleisches zu verschleiern – oder als Konsument schlicht nicht genauer hinzuschauen. Am Ende zählt häufig vor allem eines: der Preis.
Natürlich greift kaum jemand aus reiner Böswilligkeit zu billigem Fleisch aus problematischen Haltungsbedingungen. Vielmehr setzen sich viele Menschen zu wenig mit der Herkunft ihrer Lebensmittel auseinander – und geraten so in ein System, das günstige Preise über andere Aspekte stellt.
Die Nachfrage nach möglichst billigem Fleisch trifft auf eine Industrie, die genau dieses Angebot bereitstellt. Gleichzeitig schaffen gesetzliche Rahmenbedingungen die Voraussetzungen dafür, dass Tiere in großem Maßstab gezüchtet, geschlachtet und verarbeitet werden können.
Laut dem Historiker Yuval Noah Harari beruht die industrielle Tierhaltung dabei weniger auf einem bewussten Hass gegenüber Tieren als vielmehr auf Gleichgültigkeit. Viele Menschen machen sich kaum Gedanken über die Lebensbedingungen der Hühner, Kühe oder Schweine, von denen die Eier, Milch und das Fleisch stammen, die sie konsumieren (Harari, 2015).
Dennoch scheint sich das Bewusstsein langsam zu verändern. Die Schlagzeilen der letzten Jahre haben die industrielle Massentierhaltung immer stärker in die Kritik gerückt: Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest, die sich in dicht gedrängten Beständen besonders schnell ausbreiten können. „Turbohühner“, die in wenigen Wochen auf Schlachtgewicht gezüchtet werden. Oder Sauen, die einen Großteil ihres Lebens auf engem Raum verbringen und dort immer wieder ihre Ferkel säugen.
Ich möchte an dieser Stelle nicht zu emotional werden – doch die industrielle Massentierhaltung gehört zweifellos zu den problematischsten Entwicklungen unserer modernen Lebensmittelproduktion. Harari geht sogar so weit, sie als eines der größten Vergehen der Menschheit gegenüber anderen Lebewesen zu bezeichnen. Vielleicht werden kommende Generationen in einigen Jahrzehnten auf unsere Zeit zurückblicken und sich fragen, wie dieses System so lange bestehen konnte.
Doch es gibt auch positive Entwicklungen. In Deutschland wurde 2023 das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz beschlossen. Es soll mehr Transparenz darüber schaffen, unter welchen Bedingungen Nutztiere gehalten werden. Zunächst betrifft die verpflichtende Kennzeichnung vor allem frisches Schweinefleisch und unterscheidet mehrere Haltungsstufen – von Stallhaltung bis hin zu Biohaltung mit Auslauf oder Weide.
Parallel dazu wächst der gesellschaftliche Druck auf die Fleischindustrie. Tierschutzorganisationen, investigative Reportagen und wissenschaftliche Debatten lenken immer wieder Aufmerksamkeit auf die Bedingungen in großen Tierhaltungsanlagen.
Gleichzeitig verändert sich auch das Konsumverhalten vieler Menschen. Zwar steigt die Zahl der Veganer und Vegetarier nicht unbegrenzt weiter an, doch immer mehr Menschen reduzieren bewusst ihren Fleischkonsum. Diese sogenannten Flexitarier machen mittlerweile einen großen Teil der Bevölkerung aus.
Viele Fleischesser hinterfragen zunehmend die Herkunft ihrer Lebensmittel. Tiergerechtere Haltung gewinnt an Bedeutung – und immer mehr Menschen sind bereit, für bessere Qualität und mehr Transparenz auch mehr Geld auszugeben.
Vielleicht bewegen wir uns damit Schritt für Schritt in eine bessere Zukunft: eine Zukunft, in der wieder mehr Tiere Teil unserer Landschaften sind – nicht als bloße Produktionsfaktoren, sondern als Lebewesen, denen wir mit Respekt und Verantwortung begegnen.
Weidehaltung – nah um Ursprung?
Durch die Weidehaltung sollen Tiere möglichst artgerecht und nah an ihrem natürlichen Ursprung gehalten werden.
Ideal sind weite, grüne Weiden mit Rückzugsmöglichkeiten, Bäumen, Wasserstellen und allem, was die Natur bietet. Natürlich gibt es hier auch große Unterschiede.
Die gemeinsamen Vorteile der Weidehaltung für die Tiere sind:
- genügend Auslauf im Freien
- natürliches Licht
- frisches Gras
- Rückzugsmöglichkeiten
- Raum für das natürliche Triebverhalten von Tieren: Rangverhalten, Spieltrieb, Erkundungstrieb
- Interaktion mit Artgenossen (säubern, spielen, kämpfen)
Weidehaltung ist gekennzeichnet durch einen respektvollen Umgang mit Nutztieren – von der Aufzucht bis zur Schlachtung.
Neben den Vorteilen für Tiere kann auch die Natur von Weidehaltung profitieren. Je mehr wir uns wieder zurück zu biodynamischer Landwirtschaft entwickeln, desto mehr werden natürliche Gleichgewichte wiederhergestellt.
Ein funktionierender natürlicher Kreislauf lässt sich gut am Beispiel der Weidekuhhaltung verdeutlichen:
Schlussendlich können die Kühe in einem funktionierenden Ökosystem heranwachsen und sind ebenfalls gesünder. Sie bilden ein besseres Immunsystem aus und sind bei guter Haltung weniger mit Keimen belastet als ihre Artgenossen im Stall. Der Mensch profitiert neben einem besseren Gewissen von einem gesünderen, nährstoffreicheren und wohlschmeckenderen Fleisch.
Weidegras wächst und bindet Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Gut bewirtschaftete Graslandschaften können dabei große Mengen Kohlenstoff im Boden speichern.Kühe fressen das Gras, verdauen es und geben die Nährstoffe anschließend über ihre Ausscheidungen wieder an den Boden zurück.
Dung und organisches Material bieten Lebensraum für zahlreiche Insekten, Mikroorganismen und Pilze.
Diese Organismen tragen dazu bei, Humus aufzubauen und den Boden fruchtbarer zu machen.
Dadurch entsteht ein vielfältiges Ökosystem mit einer großen Artenvielfalt an Insekten, Pflanzen und Vögeln.
Schlussendlich können die Kühe in einem funktionierenden Ökosystem heranwachsen und sind ebenfalls gesünder. Sie bilden ein besseres Immunsystem aus und sind bei guter Haltung weniger mit Keimen belastet als ihre Artgenossen im Stall.
Der Mensch profitiert neben einem besseren Gewissen von einem gesünderen, nährstoffreicheren und wohlschmeckenderen Fleisch.

Weidehaltung in den Bergen Oberbayerns
Warum ist Weidefleisch gesünder? 6 Gründe
Nun möchte ich Dir die gesundheitlichen Vorteile von Weidefleisch aufzeigen.
#1 Weidefleisch schmeckt besser
Durch bessere Haltungsbedingungen können sich die Tiere natürlicher verhalten und bewegen sich deutlich mehr. Sie fressen hochwertige, natürliche Nahrung und entwickeln dadurch eine günstigere Zusammensetzung ihres Muskelfleisches.
Fleisch von Tieren aus Weidehaltung weist daher häufig eine höhere Qualität auf als Fleisch von Tieren, die ihr Leben überwiegend in engen Stallanlagen verbringen.
Auch der Genussfaktor spielt eine Rolle. Lebensmittel, deren Herkunft wir kennen und wertschätzen, werden oft bewusster konsumiert – und dadurch auch intensiver wahrgenommen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Schlachtung. Werden Tiere vor der Tötung starkem Stress ausgesetzt, kann sich dies negativ auf die Fleischqualität auswirken. Ursache sind biochemische Prozesse im Muskelgewebe, die durch Stresshormone ausgelöst werden. Studien zeigen, dass eine möglichst stressarme Schlachtung zu einer besseren Fleischqualität führen kann – etwa in Bezug auf Fleischfarbe, Wasserhaltevermögen und Zartheit.²
#2 Weidefleisch enthält weniger Schadstoffe
Tiere in Massentierhaltung stehen auf engstem Raum – häufig sogar in ihren eigenen Exkrementen. Die Luftqualität im Stall ist geprägt von Feinstaub und konzentrierten Verdauungsgasen. Bakterien, Viren und Parasiten haben hier leichtes Spiel und vermehren sich, wodurch die Tiere anfälliger werden und häufiger krank sind. Die Folge sind hohe Mengen an Antibiotika, die in der Massentierhaltung eingesetzt werden (über 140.000 Tonnen pro Jahr).
Und der Mensch? Der isst einen Teil dieser Bakterien und Antibiotika einfach mit.
Deshalb kann Weidefleisch eine gute Alternative sein. Die Tiere sind deutlich weniger von Bakterien und Krankheiten befallen. Antibiotika werden nur sehr selten oder gar nicht eingesetzt.
#3 Weidefleisch hat eine bessere Fettsäure-Zusammensetzung
Schlechte Cholesterinwerte und Omega-3-Mangel sind in der Bevölkerung ein weitverbreitetes Problem. Wir essen zu viele ungesättigte Omega-6-Fettsäuren und große Mengen Industriefette (Transfette).
Weidefleisch weist häufig ein günstigeres Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren auf als Fleisch aus intensiver Stallhaltung. In vielen Fällen liegt dieses Verhältnis ungefähr im Bereich von 3:1, was aus ernährungsphysiologischer Sicht als besonders vorteilhaft gilt.
Ein ausgewogenes Verhältnis dieser Fettsäuren wird mit einer geringeren Neigung zu chronischen Entzündungsprozessen sowie mit einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit in Verbindung gebracht.
In der durchschnittlichen westlichen Ernährung – auch in Deutschland – liegt das Verhältnis jedoch häufig deutlich höher. Schätzungen zufolge beträgt es oft etwa 15:1, was auf eine relativ hohe Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren bei gleichzeitig vergleichsweise geringer Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren hinweist.
Weidefleisch enthält bis zu fünfmal mehr Omega-3 als Fleisch aus Massentierhaltung und weniger Transfettsäuren. Enthalten sind außerdem größere Mengen an konjugierter Linolensäure, welche gesundheitsförderliche Effekte hat und präventiv gegen viele Krebsarten wirken kann [4,5].
Übrigens: Die Fettmaserung, die als Qualitätsmerkmal für Rindfleisch gilt (intramuskuläres Fett), schmeckt zwar gut, ist für das Tier jedoch katastrophal. Beim Menschen gilt eine hohe Menge intramuskuläres Fett als Marker für Typ-2-Diabetes.

#4 Weidefleisch enthält mehr Proteine
Ein Bericht aus der US-amerikanischen Lebensmittel- und Agrarforschung zeigt, dass Fleisch aus artgerechter Haltung häufig einen höheren relativen Proteinanteil aufweist [6,7].
Ein möglicher Grund dafür ist die stärkere Bewegung der Tiere sowie ihre natürlichere Fütterung. Tiere aus Weidehaltung sind in der Regel etwas magerer, wodurch der relative Anteil an Muskelprotein im Fleisch höher ausfallen kann.
Durch die regelmäßige Bewegung auf der Weide wird zudem die Muskulatur stärker beansprucht. Das kann sich auch auf die Struktur des Bindegewebes auswirken, insbesondere auf die kollagenen Bestandteile des Muskels. Kollagen gilt dabei als wichtiger Bestandteil von hochwertigem Fleisch und wird häufig mit artgerechter Haltung in Verbindung gebracht.
#5 Weidefleisch enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe
Der Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen hängt stark von der Qualität der Böden ab, auf denen die Weidegräser wachsen, sowie vom eingesetzten Zusatzfutter.
Studien zeigen, dass Weidefleisch mehr Vitamine enthält. Hervorgehoben werden Vitamin A, B-Vitamine und Vitamin E. Auch Antioxidantien wie Glutathion oder Superoxiddismutase (SOD) sind in höheren Mengen enthalten [7,8].
Ernähren sich Tiere artgerecht (Gras, statt Kraftfutter), produzieren die Bakterien in ihrem Rumen mehr Vitamin K2 – was später auch im Fleisch zu finden ist.
#6 Das Organfleisch kann bedenkenlos gegessen werden
Weniger Schadstoffe, mehr Vitamine und Mineralstoffe – davon profitiert nicht nur das Muskelfleisch, sondern auch die Organe. Weidehaltung trägt zu einer besseren Organgesundheit der Tiere bei.
Organe wie Leber, Niere und Herz sowie Knochen können vom Weidetier bedenkenlos gegessen werden. Sie haben eine hohe Qualität und Nährstoffdichte. Hier findest Du mehr dazu: Sind Innereien gesund?

Auch Nutztiere haben Triebe: Schweine sind neugierig und verspielt
Weidefleisch essen: 5 Tipps für einen gesunden Genuss
Der Weg von der industriellen Massentierhaltung hin zu verantwortungsvoller Weidehaltung ist sicher kein leichter Schritt für die Industrie. Doch schon jetzt kann jeder Einzelne von uns eine bewusste Entscheidung treffen.
Für einen guten Einstieg und zur Unterstützung einer artgerechteren Tierhaltung findest Du hier fünf Tipps:
Menge reduzieren: Wie bereits unsere Vorfahren zeigen, bestand der Großteil der menschlichen Ernährung aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Wurzeln, Gemüse und Beeren – schätzungsweise etwa 60 bis 80 %. Entsprechend müssen wir keine großen Mengen Fleisch konsumieren. Stattdessen lohnt es sich, Fleisch bewusster zu genießen. Das gelingt besonders dann, wenn wir von der Qualität unserer Lebensmittel überzeugt sind.
- Fastfood konsequent meiden: Die tierischen Bestandteile von Fastfood – und leider auch vieler Restaurantgerichte – stammen häufig aus Massentierhaltung.
- Das ganze Tier nutzen: Weidefleisch ist häufig mit Mehrkosten verbunden. Nicht aber, wenn Du auch die Innereien verwertest. Herzhafte Knochenbrühen sind sehr nahrhaft, Leber kann gut mit Hackfleisch vermengt und gebraten werden und Herz kann wie Gulasch zubereitet werden. Vielleicht findest Du Gefallen an diesen Fränkischen Leberknödeln.
- Anbieterauswahl: Finanziell lohnt es sich, wenn Du Weidefleisch direkt beim Erzeuger kaufst. Viele Bauern bieten auch größere Mengen an. Wenn Du eine große Gefriertruhe hast, kannst Du dadurch den Preis reduzieren. Teuer ist Fleisch meist, wenn Du es in Bio-Supermärkten kaufst.
- Verantwortung übernehmen. Wenn Du noch mehr für artgerechte Tierhaltung tun möchtest, kannst Du dies durch Spenden an Tierschutzorganisationen. Gute Organisationen, die wir auch unterstützen, sind ProVieh und Vier Pfoten.
Weidefleisch kaufen – Tipps zum Starten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an hochwertiges Weidefleisch zu gelangen. Besonders empfehlenswert ist es, sich direkt vor Ort ein Bild zu machen und Fleisch bei Höfen in der eigenen Region zu kaufen. Häufig ist das günstiger, als man zunächst denkt – vor allem dann, wenn Du größere Mengen einkaufst und portionsweise einfrierst.
Auch Wochenmärkte sind eine gute Anlaufstelle. Dort verkaufen regionale Anbieter ihre Produkte, und nicht selten wird Fleisch aus artgerechter Haltung angeboten.
Eine weitere Möglichkeit sind Bio-Supermärkte. Sie verfügen meist über geprüfte Bezugsquellen und bieten Fleisch aus ökologischer oder besonders tiergerechter Haltung an. Oft liegen Informationsmaterialien zu Herkunft und Haltung aus, oder Du erhältst Auskünfte auf Nachfrage.
Beliebt sind zudem Portale wie besserfleisch.de oder kaufnekuh.de, bei denen meist erst bei hoher Nachfrage geschlachtet wird. Somit wird eine komplette Verwertung des Tieres gewährleistet.
Übrigens: Auch bei Nahrungsergänzungsmittel wie Whey Protein oder Kollagen ergibt es Sinn, auf Weidehaltung zu achten.
Suchst Du nach konkreten Produktempfehlungen? Finde hier einen Überblick mit Marken, denen wir vertrauen, weil wir ihre Produkte sorgfältig getestet haben. Und das Beste? In vielen Fällen erhältst Du einen Rabattcode, mit dem Du bares Geld sparst:
Fazit – Weidefleisch ist besser für alle
Fleisch und Innereien sind ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung und liefern wertvolle Proteine, Fettsäuren, Mineralstoffe und Vitamine. Gleichzeitig ist die industrielle Massentierhaltung mit erheblichen Problemen verbunden.
Gerade als gesundheitsbewusster Mensch lohnt es sich daher, auf einen bewussten und hochwertigen Konsum tierischer Produkte zu achten.
Davon profitieren nicht nur wir selbst, sondern auch Tiere und Umwelt.
- [1] Wikipedia
- [2] Schiffer, KJ. (2015): Hofschlachtung von Rindern per Kugelschussmethode. Universität Kassel.
- [3] Harari, YN. / Neubauer, J. (2015). Eine kurze Geschichte der Menschheit. Pantheon-Verlag.
- [4] Daley, CA., et al. (2010): A review of fatty acid profiles and antioxidant content in grass-fed and grain-fed beef. In: Nutr J. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20219103.
- [5] Aldai, N., et al. (2011): Length of concentrate finishing affects the fatty acid composition of grass-fed and genetically lean beef: An emphasis on trans-18:1 and conjugated linoleic acid profiles. In: Animal. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22440357.
- [6] Gerrior, S. / Bente, I. (2002): Nutrient Content of the U.S. Food Supply, 1909-99: A Summary Report. U.S.D.A – Center for Nutrition Policy and Promotion. Home Economics Research, Nr. 55. URL: https://books.google.de/books/about/Nutrient_Content_of_the_U_S_Food_Supply.html?id=LVJzHQAACAAJ&redir_esc=y.
- [7] Cordain, L. (Jahr unbekannt): The Paleo Diet. Nutritional Differences Between Grass and Grain Fed Beef. In: ThePaleoDiet.com. URL: https://thepaleodiet.com/wp-content/uploads/2015/08/PaleoPaper-beeffed.pdf.
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- Gerrior, S. / Bente, I. (2002): Nutrient Content of the U.S. Food Supply, 1909-99: A Summary Report. U.S.D.A – Center for Nutrition Policy and Promotion. Home Economics Research, Nr. 55. URL: https://books.google.de/books/about/Nutrient_Content_of_the_U_S_Food_Supply.html?id=LVJzHQAAC AAJ&redir_esc=y.
- Leheska, JM., et al. (2008): Effects of conventional and grass-feeding systems on the nutrient composition of beef. In J Animal Sci. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18641180.
- Callaway, T., et al. (2009): Diet, Escherichia coli O157:H7, and cattle: a review after 10 years. In: Curr Iss Mol Biol. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22440357.
- Krueger, NA., et al. (2008): Prevalence and Concentration of Campylobacter in Rumen Contents and Feces in Pasture and Feedlot-Fed Cattle. In: Foodbor Path Dis. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18687033.
- Nutrition Data: Beef, variety meats and by-products, liver, cooked, braised. URL: https://nutritiondata.self.com/facts/beef-products/3469/2.
- Ideal, Anita (2019): Die Kuh ist kein Klimakiller!: Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können. Metropolis Verlag
- Michalk, Christoph (2019): Gesundheit optimieren – Leistungsfähigkeit steigern: Fit mit Biochemie
Gesundheit optimieren – Leistungsfähigkeit steigern: Fit mit Biochemie. Springer Verlag















