Hast Du schon einmal vom Chaga gehört? Dabei handelt es sich um einen Heilpilz, der als Parasit auf alten Birken wächst. Er kann im Wald gesammelt, getrocknet und anschließend extrahiert oder als Chaga-Tee zubereitet werden.

Geschmacklich erinnert Chaga-Tee an Schwarztee und ist deutlich milder als Reishi. Außerdem ist er sehr ergiebig und vielseitig einsetzbar.

Erfahre hier mehr über die Zubereitung und die Vorteile von Chaga-Tee.

 

Der Chaga Pilz – König der Wälder und Unterstützer des Immunsystems

Was der Reishi für die Chinesen ist, ist der Chaga-Pilz für die Bewohner Sibiriens: ein jahrtausendealtes Naturmittel, das für seinen Geschmack, seine stärkenden Eigenschaften und seine gesundheitlichen Wirkungen geschätzt wird.

Chaga ist ein Heilpilz, der nicht am Boden wächst, sondern als Primärzersetzer auftritt. Das bedeutet, er befällt alte, geschwächte Bäume – genauer gesagt Birken – und baut sie ab. Im weitesten Sinne ist er ein Parasit, im engeren Sinne ein Zersetzer.

In der Natur findet ein ständiger Erneuerungsprozess statt. Neues Leben entsteht, altes vergeht. Organismen, die alte, geschwächte oder tote Pflanzen abbauen, sind genauso wichtig wie Sträucher und Bäume, die neues Leben hervorbringen. Diese abbauenden Organismen werden Destruenten genannt – viele Pilze und Heilpilze gehören dazu. Auch Shiitake und Schmetterlingstramete sind typische „Baumpilze“.

Der Chaga wächst vorwiegend auf Birken und ist dort als eine Art schwarzer Tumor erkennbar. In alten Birkenbeständen kommt er relativ häufig vor.

Ein Grund, warum er nur schwer kultiviert werden kann: Er wächst sehr langsam. Es dauert 10 bis 20 Jahre, bis ein Exemplar die Größe eines Kinderkopfes erreicht und ergiebig wird.

Von daher ist ein wenig Demut angebracht, wenn Du einen Chaga-Pilz in der Natur erntest. Im Vergleich zu Champignons oder Steinpilzen musste dafür viel Zeit vergehen.

Chaga-Brocken in einer Schüssel Chaga lässt sich als Tee zubereiten


Chaga Tee Rezept und Zubereitung

Portionen: 1
Zubereitungszeit: 2 Minuten
Ziehzeit: 3 Stunden

ZUTATEN

Für 1 Portion:

  • 1–2 EL Chaga-Granulat oder -Pulver
  • 1 Liter Wasser
  • Ein hitzebeständiger Topf mit Deckel oder eine Teekanne mit Stövchen
  • Gewürze und Honig zur Verfeinerung (siehe unten)


ZUBEREITUNG

Chaga-Granulat mit dem Wasser einmal zum Kochen bringen und anschließend nur noch heiß halten – idealerweise bei 70–90 °C. Der Tee sollte nicht dauerhaft kochen, um möglichst viele der Triterpene zu erhalten.

Im Topf mindestens 3 Stunden bei geschlossenem Deckel ziehen lassen. Noch besser ist es, den Tee in eine Teekanne zu geben und auf einem Stövchen warmzuhalten. Wenn das Teelicht nach etwa 3–4 Stunden erloschen ist, ist der Tee fertig.

Den Tee abgießen und heiß genießen.

Übrigens: Das Granulat kann mit der halben Wassermenge noch ein- bis zweimal erneut aufgekocht werden.

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Warum ist Chaga Tee so gesund?

Pilze sind unterschätzte Helfer für unsere Gesundheit. Sie gehören zu den effektivsten Immunmodulatoren der Natur. Das bedeutet, dass sie das Immunsystem beeinflussen und unterstützen sowie Stoffwechsel, Entgiftung und Darmgesundheit positiv beeinflussen können.

Chaga zählt zudem zu den Lebensmitteln mit der höchsten antioxidativen Kapazität. Ein Sud aus dem Pilz wirkt beruhigend und kann Entzündungen wirksam lindern. Tatsächlich ist die antioxidative Kraft von Chaga und Reishi vor allem mit der von Kräutern und einigen Gewürzen wie Ingwer, Zimt oder Nelken vergleichbar.

Ein Problem bei Pilzen ist, dass ihre wertvollen Inhaltsstoffe in den Zellen gut geschützt sind. Salopp gesagt: Die menschliche Verdauung kann Pilzzellen nur schwer „aufknacken“.

Speisepilze werden gekocht oder gebraten, um sie bekömmlicher zu machen. Baumpilze wie Chaga werden seit Jahrtausenden zu einem Sud verarbeitet. Durch die hohe Temperatur werden die Zellstrukturen aufgeschlossen und die wertvollen Inhaltsstoffe gehen in das Wasser über.

Dieser Prozess wird Extraktion genannt. Er kann mit heißem Wasser erfolgen, aber auch unter hohem Druck und bei niedrigen Temperaturen im Labor oder mithilfe von Alkohol.

Wenn Du Dir einen Chaga-Tee zubereitest, machst Du Dir im Grunde die Heißwasserextraktion zunutze.

 

Die Vorteile von Chaga Tee für die Gesundheit

Aufgrund der Extraktion ist der Chaga Tee mit vielen wertvollen Inhaltsstoffen aus dem Chaga Pilz angereichert, wie ß-Glukane, Melanin [1], Triterpene, Betulinsäure, B-Vitamine, Kalium und Polyphenolen.

Nicht vergessen: Der Chaga ist das Nahrungsmittel mit dem höchsten ORAC-Wert in der Natur. Entsprechend vielfältig sind auch seine Vorteile.

 

#1 Entzündungslindernd

Bei chronischen Entzündungen kommt es zur Bildung großer Mengen freier Sauerstoffradikale. Diese können auf Dauer zu Zellschädigungen beitragen, das Krebsrisiko erhöhen und Entzündungsprozesse im Körper fördern [3,6].

Dank seines hohen Gehalts an Antioxidantien kann Chaga-Tee dazu beitragen, solche Entzündungsprozesse im Körper zu lindern.

 

#2 Beruhigend

Die Triterpene des Chaga wirken direkt auf den Vagusnerv, den größten parasympathischen (beruhigenden) Nerv im Körper. Dies beginnt bereits im Darm, wo die Inhaltsstoffe aufgenommen werden.

Durch seine entzündungslindernden Eigenschaften und sein angenehmes Aroma wirkt eine Tasse Chaga-Tee sehr beruhigend.

 

#3 Könnte das Krebswachstum verhindern

In der sibirischen Volksheilkunde wird Chaga seit Jahrtausenden bei Tumorerkrankungen eingesetzt. Auch in der Wissenschaft zeigt sich, dass dieser Pilz interessante Eigenschaften im Zusammenhang mit Krebsprävention besitzen könnte. Besonders die Betulinsäure wird intensiv untersucht und könnte ein wichtiger Baustein in der Krebsforschung sein [6–7].

 

#4 Immunstärkend

Dank der β-Glukane kann Chaga-Tee das Immunsystem nachhaltig unterstützen. β-Glukane binden an Zellen des Immunsystems und aktivieren diese über komplexe Signalkaskaden [2].

Dadurch kann die Immunabwehr den Körper effektiver vor Krankheitserregern schützen.

 

#5 Darmschützend

Pilze können die Darmflora positiv beeinflussen, indem sie das Wachstum günstiger Darmbakterien fördern. Gleichzeitig können sie Entzündungen im Darm lindern und das Immunsystem unterstützen.

 

#6 Leberunterstützung

Der hohe Gehalt an Bitterstoffen und Polyphenolen kann den Gallenfluss anregen und die natürlichen Entgiftungsprozesse des Körpers unterstützen. Chaga-Tee gilt daher als beliebtes Detox-Getränk und wird häufig ähnlich wie Ingwer oder Kurkuma eingesetzt.

 

#7 Anregend

Nach zwei Tassen Chaga-Tee wirst Du vielleicht feststellen: Obwohl kein Koffein enthalten ist, wirkt der Tee anregend. Grund dafür sind verschiedene Effekte, die dazu beitragen können, dass Stoffwechselprozesse im Körper reibungsloser ablaufen.

 

#8 Antiallergisch

Extrakte aus Chaga scheinen in Reagenzglasversuchen die Ausschüttung von Histamin zu beeinflussen [4]. Ob und in welchem Ausmaß sich dieser Effekt auf den Menschen übertragen lässt, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt.

 

#9 Hautunterstützung

Chaga zeichnet sich durch seine dunkle Farbe aus, die auf das Farbpigment Melanin zurückgeht. Das ist derselbe Stoff, der die Haut nach Sonneneinstrahlung bräunen lässt. Melanin ist ein starkes Antioxidans und trägt zum Schutz vor oxidativem Stress bei.

Dies könnte ein Grund sein, warum Chaga-Tee häufig mit einer positiven Wirkung auf die Hautgesundheit in Verbindung gebracht wird.

In der Anti-Aging-Szene wird Chaga zudem als interessantes Lebensmittel diskutiert.

 

#10 Durchblutungsfördernd

Nur wenige Lebensmittel wirken sich so positiv auf die Mikrozirkulation aus wie Chaga. Unter Mikrozirkulation versteht man die zahlreichen kleinen Blutgefäße in Deinem Körper (Kapillaren), die zusammen rund 300.000 Kilometer lang sind – das entspricht etwa der Entfernung von der Erde zum Mond.

Diese kleinen Blutgefäße versorgen einen Großteil unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Chaga kann dabei helfen, die Durchblutung zu unterstützen und die Blutgefäße zu erweitern, sodass Sauerstoff und Nährstoffe besser transportiert werden können.

Chaga an einer Birke Chaga wächst auch in Deutschland

 

Womit mache ich Chaga Tee?

Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Chaga-Granulat oder Chaga-Pulver. Beides ist in guter Qualität und aus Wildsammlung (Sibirien, Baltikum oder Skandinavien) im Internet erhältlich.

Ich würde Dir eher zu Granulat oder ganzen Chaga-Stücken raten, denn bei Pilzprodukten gibt es teils deutliche Qualitätsunterschiede. Bei Granulat lässt sich meist besser nachvollziehen, was tatsächlich verarbeitet wurde. Bei Pulver ist die Herkunft und Zusammensetzung oft schwieriger zu beurteilen.

Hochwertiges Chaga-Granulat aus Wildsammlung – frei von Schadstoffen und sorgfältig geprüft – ist nicht immer leicht zu finden. Die Suche nach guter Qualität lohnt sich jedoch.

 

Chaga Tee veredeln

Wenn Du magst, kannst Du den Tee mit Gewürzen und Extras veredeln, um ihn geschmacklich und gesundheitlich zu ergänzen. Es bieten sich an:

  • Honig
  • Ingwer
  • Kurkuma
  • Zimt
  • Nelken
  • Roter Tee (Pu-Erh-Tee)
  • Schuss Apfelessig
  • Auch andere Vitalpilze wie Reishi, Cordyceps und Löwenmähne eignen sich als Ergänzung.

 

Welcher Chaga Tee ist der beste?

Die Zubereitung entscheidet viel über die Wirksamkeit und den Geschmack – jedoch auch der Chaga selbst. Achte beim Kauf auf kontrollierte Wildsammlung in Skandinavien oder Sibirien sowie auf höchste Qualität.

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Fazit – der gesunde und leckere Pilztee

Ein Tee aus einem Baumpilz – das klingt zunächst etwas abstrus. Doch er schmeckt überraschend gut und kann, regelmäßig getrunken, den Körper auf vielfältige Weise unterstützen.

Ich persönlich kaufe mir gelegentlich eine Packung mit 200 g Granulat und trinke eine Woche lang jeden Tag einen Liter Chaga-Tee – im Grunde wie eine kleine Kur. In dieser Zeit ersetzt das Getränk meine allnachmittägliche Kanne Grüntee.



  1. Burmasova, M. A., A. A. Utebaeva, E. V. Sysoeva, and M. A. Sysoeva. “Melanins of Inonotus Obliquus: Bifidogenic and Antioxidant Properties.” Biomolecules 9, no. 6 (Jun 24 2019). https://dx.doi.org/10.3390/biom9060248.
  2. Fan, L., S. Ding, L. Ai, and K. Deng. “Antitumor and Immunomodulatory Activity of Water-Soluble Polysaccharide from Inonotus Obliquus.” Carbohydr Polym 90, no. 2 (Oct 1 2012): 870-4. https://dx.doi.org/10.1016/j.carbpol.2012.06.013.
  3. Balandaykin, M. E., and I. V. Zmitrovich. “Review on Chaga Medicinal Mushroom, Inonotus Obliquus (Higher Basidiomycetes): Realm of Medicinal Applications and Approaches on Estimating Its Resource Potential.” Int J Med Mushrooms 17, no. 2 (2015): 95-104. https://dx.doi.org/10.1615/intjmedmushrooms.v17.i2.10.
  4. Javed, S., K. Mitchell, D. Sidsworth, S. L. Sellers, J. Reutens-Hernandez, H. B. Massicotte, K. N. Egger, C. H. Lee, and G. W. Payne. “Inonotus Obliquus Attenuates Histamine-Induced Microvascular Inflammation.” PLoS One 14, no. 8 (2019): e0220776. https://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0220776.
  5. Liu, Z., D. Yu, L. Li, X. Liu, H. Zhang, W. Sun, C. C. Lin, J. Chen, Z. Chen, W. Wang, and W. Jia. “Three-Phase Partitioning for the Extraction and Purification of Polysaccharides from the Immunomodulatory Medicinal Mushroom Inonotus Obliquus.” Molecules 24, no. 3 (Jan 22 2019). https://dx.doi.org/10.3390/molecules24030403.
  6. Song, Y., J. Hui, W. Kou, R. Xin, F. Jia, N. Wang, F. Hu, H. Zhang, and H. Liu. “Identification of Inonotus Obliquus and Analysis of Antioxidation and Antitumor Activities of Polysaccharides.” Curr Microbiol 57, no. 5 (Nov 2008): 454-62. https://dx.doi.org/10.1007/s00284-008-9233-6.
  7. Sun, Y., T. Yin, X. H. Chen, G. Zhang, R. B. Curtis, Z. H. Lu, and J. H. Jiang. “In Vitro Antitumor Activity and Structure Characterization of Ethanol Extracts from Wild and Cultivated Chaga Medicinal Mushroom, Inonotus Obliquus (Pers.:Fr.) Pilat (Aphyllophoromycetideae).” Int J Med Mushrooms 13, no. 2 (2011): 121-30. https://dx.doi.org/10.1615/intjmedmushr.v13.i2.40.

 

Weitere Pilze, über die wir berichtet haben:

  • Maitake
  • Mandelpilz
  • Eichhase
  • Austernpilz
  • Schopftintling