Der Winter könnte so schön sein: Spaziergänge im Schneegestöber, Schlittenfahrten und kuschelige Abende. In der Realität ist er nicht selten trüb, nass und die kuscheligen Abende verwandeln sich in schniefende und hustende Angelegenheiten auf dem Sofa.
Denn: Winterzeit ist Erkältungszeit.
Glücklicherweise gibt es Hausmittel, die Symptome deutlich lindern und Dein Immunsystem stärken können. In diesem Beitrag zeige ich Dir einige der wertvollsten.
Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode über Immunstärkung – viel Spaß beim Reinhören!
Klassische Hausmittel gegen Erkältung
Vermutlich kann jeder Erwachsene mindestens ein Hausmittel aus der Kindheit aufzählen, das sich laut Oma bewährt hat.
Einige Hausmittel lindern Symptome, andere haben gar keine Auswirkung auf die Erkältung selbst, helfen jedoch dabei, sie zu überstehen, und wirken sich positiv auf das Befinden aus.
Hühnersuppe
Warme Suppen gelten bei Erkältungen als wohltuend. Sie wärmen den Körper von innen, liefern Flüssigkeit und sind leicht verdaulich – ideal, wenn Husten, Schnupfen und Frösteln auftreten. Die Wärme kann zudem das subjektive Wohlbefinden steigern und die Durchblutung der Schleimhäute unterstützen.
Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Hühnersuppe. Ähnlich wie eine Knochenbrühe liefert sie Aminosäuren wie Glycin und Arginin aus dem enthaltenen Kollagen sowie Mineralstoffe und Spurenelemente aus Knochen, Knorpeln und Bindegewebe. Diese tragen zur allgemeinen Nährstoffversorgung bei.
Hühnersuppe wird bei Erkältungen traditionell bevorzugt, da die Zusammensetzung des Hühnerkollagens und bestimmter Peptide als gut verträglich gilt und in Studien entzündungsmoduliernde Effekte beobachtet wurden. Sie eignet sich daher besonders gut als wärmende, leicht verdauliche Mahlzeit in dieser Phase.
Tipp: Verwende ein altes Suppenhuhn oder Hühnerknochen – vor allem Knochen, Haut und Knorpel machen die Brühe besonders nährstoffreich.
Zwiebeln mit Honig
Dabei handelt es sich um ein klassisches Hausmittel gegen Husten, das auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt, geschmacklich jedoch positiv überrascht.
Für die Zubereitung wird eine Zwiebel geschält, fein zerkleinert und in ein Glas gegeben. Anschließend wird sie mit Honig – optional auch mit Manuka-Honig – übergossen. Über mehrere Stunden, idealerweise über Nacht, zieht daraus ein Sirup, der am nächsten Tag eingenommen werden kann.
Optional lassen sich Ingwer oder Knoblauch ergänzen, um das Aromaprofil zu erweitern. Bereits die Kombination aus Zwiebel und Honig liefert jedoch eine bewährte Grundlage.
Honig enthält verschiedene bioaktive Enzyme und sekundäre Pflanzenstoffe, die mit entzündungsmodulierenden Eigenschaften in Verbindung gebracht werden.
Die Zwiebel steuert ätherische Öle sowie schwefelhaltige Verbindungen bei, denen antimikrobielle Effekte zugeschrieben werden und die traditionell zur Unterstützung der Atemwege genutzt werden.

Ingwer, Zwiebeln und andere Hausmittel sind unterschätzt und helfen Dir dabei, schnell wieder auf die Beine zu kommen
Kartoffelwickel
Ein aus der Naturheilkunde bewährtes Rezept gegen Halsschmerzen. Die Kartoffeln werden gekocht und in ein Handtuch gewickelt, wo sie ein wenig zerdrückt werden. Die gespeicherte Wärme kann die Durchblutung fördern und so bei Halsschmerzen zu einer subjektiven Linderung beitragen.
Die Anwendung kann unterstützend wirken, ersetzt jedoch keine medizinische Abklärung. Bei starken, anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden – insbesondere bei Fieber – ist ärztlicher Rat notwendig.
Übrigens: So charmant dieses Hausmittel auch ist – viele greifen lieber zu einer Wärmflasche oder wärmenden Auflagen.
Kräutertee
Tee aus Kräutern und Gewürzen hat sich ebenfalls bewährt, darunter Ingwer, Salbei, Thymian und Spitzwegerich.
Spitzwegerich hilft bei Husten und unterstützt die Entschleimung der Atemwege, Ingwer wirkt durchblutungsfördernd und unterstützt das Abschwellen der Atemwege. Außerdem stärkt er das angeborene Immunsystem dabei, die Krankheitserreger ausfindig zu machen und zu beseitigen.
Kamillentee und Pfefferminztee mit etwas Honig sind zwar nicht die erste Wahl bei einer Erkältung, die ätherischen Öle (z. B. Apigenin aus der Kamille) wirken aber beruhigend, entzündungslindernd und fördern Verdauung sowie Durchblutung.
Nährstoffe
Insbesondere Vitamin A, C, D sowie Zink spielen eine wichtige Rolle für die normale Funktion des Immunsystems. Sie sind an der Integrität der Schleimhäute, der Aktivierung von Immunzellen und der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt.
Bei einem akuten Infekt kann der Bedarf an diesen Mikronährstoffen erhöht sein, da das Immunsystem verstärkt arbeitet. Eine ausreichende Versorgung kann den Körper in dieser Phase unterstützen. Studien zeigen, dass insbesondere Vitamin C, Vitamin D und Zink – vor allem bei bestehendem Mangel oder frühzeitiger Einnahme – mit einer moderaten Verkürzung der Krankheitsdauer und einer Verbesserung einzelner Symptome assoziiert sein können (siehe Quellenverzeichnis).
Ein gutes Protokoll für den akuten Fall beinhaltet (tägliche Einnahme):
- je 10.000 IE Vitamin A und Vitamin D
- 2 x 1 g Vitamin C
- 30 mg Zink
- + immunstärkende Extrakte wie Echinacea oder Heilpilze (z. B. Reishi, Cordyceps, Mandelpilz)
Inhalation
Auch bewährte Maßnahmen wie Erkältungsbäder und Inhalationen können die Selbstfürsorge bei Erkältungsbeschwerden sinnvoll ergänzen. Inhalationen mit warmem Wasserdampf werden häufig als angenehm empfunden und können dazu beitragen, die Atemwege zu befeuchten. Ätherische Öle wie Eukalyptus sind dabei weit verbreitet und finden sich in vielen Haushalten.
Bei empfindlichen Personen empfiehlt es sich, das ätherische Öl sparsam in heißes Wasser zu geben und den aufsteigenden Dampf mit einem Handtuch über dem Kopf zu inhalieren. Die direkte Anwendung im Badewasser wird hingegen nicht von allen gut vertragen. Für diesen Fall bieten speziell formulierte Erkältungsbäder eine gut dosierte und verträglichere Alternative.

Nasenspray, Hustenbalsam und Co.
Es gibt viele Mittel, die äußerlich gegen Erkältungssymptome helfen. Sie bestehen nicht selten aus pflanzlichen Inhaltsstoffen oder lassen sich selbst zu Hause anrühren:
Nasensprays können bei einer Erkältung eine sinnvolle Unterstützung sein, da sie helfen, die Nasenschleimhäute zu befeuchten und das Abschwellen zu fördern. Besonders gut geeignet sind isotonische oder leicht hypertone Lösungen auf Meersalzbasis, da sie die Schleimhäute reinigen, ohne sie zusätzlich zu reizen. Wichtig ist, Nasensprays bewusst und zeitlich begrenzt einzusetzen – idealerweise nur während der akuten Erkältungsphase. Abschwellende Sprays sollten nicht über mehrere Tage hinweg verwendet werden, um eine Gewöhnung der Nasenschleimhaut zu vermeiden.
Nasenspülungen: Hierbei wird eine Salzlösung durch die Nase geleitet, um Sekrete, Krankheitserreger und Reizstoffe mechanisch auszuspülen. Wer möchte, kann dafür eine fertige Spüllösung verwenden oder mit geeigneten Salzen selbst eine Nasenspüllösung herstellen. Voraussetzung ist stets eine korrekte Dosierung und hygienische Anwendung.
- Erkältungsbalsam kennt wohl jeder aus der Kindheit. Es wird auf Brust, Hals und Rücken gerieben. Es regt die Durchblutung an und hält durch ätherische Öle die Atemwege frei. Meist enthalten: Kampfer und Menthol.
- Pfefferminzöl erfüllt einen ähnlichen Zweck wie klassische Erkältungsbalsame, lässt sich jedoch vielseitiger anwenden. Es kann äußerlich auf Brust oder Rücken aufgetragen, dem Badewasser zugesetzt oder zur Inhalation in heißem Wasser verwendet werden. Du kannst es auch in eine Duftschale über einem Teelicht geben. Alternativ kann ein kräftiger Pfefferminztee als milde Form der Inhalation dienen und die Atemwege befeuchten. Wie bei allen ätherischen Ölen gilt: sparsam dosieren und bei empfindlicher Haut oder Atemwegen vorsichtig anwenden.
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Natürliche Präparate gegen Erkältungssymptome
Reichen Hausmittel allein nicht aus, können ergänzend bestimmte Präparate zur Linderung von Erkältungssymptomen eingesetzt werden. Dabei ist es wichtig, zwischen produktivem und trockenem Husten zu unterscheiden. Hustenstillende Mittel sollten bei schleimbildendem Husten nur zurückhaltend verwendet werden, da das Abhusten von Sekret ein wichtiger Reinigungsmechanismus der Atemwege ist.
In vielen Fällen sind schleimlösende oder reizlindernde Präparate sinnvoller. Diese sind auch in pflanzlicher Form erhältlich und zielen vor allem auf eine symptomatische Erleichterung ab:
Spitzwegerich-Hustensaft: Wird traditionell zur Beruhigung gereizter Schleimhäute eingesetzt und kann Hustenreiz lindern. Übrigens schmeckt er auch sehr gut.
Fenchelhonig oder Ingwerhonig: Fenchel wirkt mild krampflösend, Honig legt sich schützend auf die Schleimhäute im Rachen und kann Halsschmerzen lindern.
Eukalyptuspräparate: Können das subjektive Atemgefühl verbessern und die Nasenatmung erleichtern. Sie sind jedoch nicht für alle Personengruppen geeignet und sollten individuell vertragen werden.
N-Acetyl-Cystein (NAC): Wird als Schleimlöser eingesetzt und kann das Abhusten erleichtern. Eine gezielte „Immunstärkung“ oder Verkürzung der Erkältung ist dadurch nicht belegt.
Pflanzliche Arzneimittel wie Umckaloabo: Gehören zur Phytotherapie und können bei Erkältungsbeschwerden unterstützend wirken. Auch Präparate auf Basis von Echinacea oder ausgewählten Kräutern werden eingesetzt, wobei die Effekte moderat ausfallen können.
Heiße Getränke: Warme Getränke wie Kräutertees oder heißer Ingwer mit Zitrone und Honig tragen zur Flüssigkeitszufuhr bei und werden häufig als wohltuend empfunden.
Grundsätzlich gilt: Eine Linderung der Symptome ist nicht gleichbedeutend mit einer schnelleren Genesung. Erkältungen dauern in der Regel mindestens eine Woche, bei Husten oft länger.
Ausreichend Ruhe bleibt daher entscheidend. Leichte Bewegung, etwa ein Spaziergang an der frischen Luft bei trockenem Wetter, kann das Wohlbefinden unterstützen, solange sie als angenehm empfunden wird.
Fazit: Durchhalten
Es gibt kein Wundermittel gegen Erkältungen. Erwischt es uns, müssen wir es durchstehen. Dennoch machen Haus- und Hilfsmittel Symptome erträglicher und helfen der Genesung auf die Sprünge.
Abseits von den genannten Hausmitteln ist die beste Medizin übrigens Schlaf. Zwei Vorteile: Dein Körper kann regenerieren und Du verschläfst die Erkältungssymptome.
Ansonsten empfehlen wir, aktiv Prävention zu betreiben und Dein Immunsystem zu stärken, sodass Du seltener krank wirst. Dazu findest Du bei uns im Magazin hilfreiche Beiträge.
- Pham H, Rahman A, Majidi A, Waterhouse M, Neale RE. Acute Respiratory Tract Infection and 25-Hydroxyvitamin D Concentration: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2019 Aug 21;16(17):3020. doi: 10.3390/ijerph16173020. PMID: 31438516; PMCID: PMC6747229.
- Van Straten M, Josling P. Preventing the common cold with a vitamin C supplement: a double-blind, placebo-controlled survey. Adv Ther. 2002 May-Jun;19(3):151-9. doi: 10.1007/BF02850271. PMID: 12201356.
- Mossad SB, Macknin ML, Medendorp SV, Mason P. Zinc gluconate lozenges for treating the common cold. A randomized, double-blind, placebo-controlled study. Ann Intern Med. 1996 Jul 15;125(2):81-8. doi: 10.7326/0003-4819-125-2-199607150-00001. PMID: 8678384.
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