Übergewicht zählt zu den wichtigsten Ursachen für chronische Entzündungen im Körper. In diesem Beitrag erfährst Du, wie Übergewicht chronische Entzündungen begünstigt, auslösen oder weiter verstärken kann.

Außerdem zeigen wir Dir, was Du tun kannst, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und wieder mehr Energie und Wohlbefinden zu gewinnen.

 

Übergewicht – ein Problem des Schönheitswahns?

Übergewicht betrifft etwa 60 % aller Erwachsenen in Deutschland – rund jeder Dritte gilt als adipös. Erhöhtes Körpergewicht zählt zu den wichtigsten Ursachen für chronische Entzündungen. Diese sogenannten stillen Entzündungen begünstigen nahezu jede chronische Erkrankung. Sie schwelen im Hintergrund und stellen eine erhebliche Belastung für Gesundheit, Lebensqualität und Wohlbefinden dar.

Deshalb sollten wir auch über Übergewicht sprechen, wenn es um chronische Entzündungen geht.

Für viele ist das sicher ein unangenehmes Thema, da man sich schnell persönlich angegriffen fühlt. Häufig höre ich auch Aussagen wie: „Übergewicht ist doch nicht so schlimm“, „ein bisschen Übergewicht ist gesund“ oder „wir sind alle dem Schönheitswahn und unrealistischen Schönheitsidealen verfallen“.

Doch darum geht es nicht.

Verstehe mich nicht falsch: Ich selbst habe ebenfalls ein paar Kilogramm Reserve. Das ist völlig normal und aus meiner Sicht für einen gesunden Stoffwechsel sogar sinnvoll – insbesondere, wenn Du kein Leistungssportler oder Ähnliches bist. Ein Körperfettanteil von etwa 10–20 % ist in vielen Fällen unproblematisch.

Problematisch kann es jedoch werden, wenn daraus 10, 20 oder sogar 30 Kilogramm und mehr Übergewicht entstehen. Das lässt sich dann nicht mehr mit Schönheitsidealen erklären – es stellt schlichtweg ein Gesundheitsrisiko dar.

Warum ist das so? Was genau macht Übergewicht so gesundheitsschädlich und entzündungsfördernd?

 

Wie Übergewicht chronische Entzündungen begünstigt und verstärkt

Im Anschluss findest Du 12 wichtige Gründe, warum Übergewicht chronische Entzündungen begünstigt. Dabei erfährst Du, was in Deinem Körper passiert und warum Übergewicht einer der maßgeblichen Treiber stiller Entzündungen sein kann.

Das passiert in Deinem Körper, wenn Du übergewichtig bist – ganz ohne Wertung, sondern reine Biochemie:

  1. Die Fettzellen vermehren sich und schwellen an. Irgendwann sind sie so stark gefüllt, dass sie auch ohne konkreten Auslöser Fettsäuren ins Blut abgeben. Das nennt man den „Spill-over-Effekt“.
  2. Die Triglyzeridwerte im Blut steigen an und beeinträchtigen die Wirkung von Insulin an den Rezeptoren. Eine direkte Folge können Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes sein.
  3. Wenn das Fettgewebe zunimmt, wandern Makrophagen (Fresszellen) in das Fettgewebe ein und bilden Entzündungsbotenstoffe wie IL-1ß und TNF-α. Dadurch beginnt eine Entzündungsreaktion. Warum genau das passiert, ist noch nicht vollständig geklärt.
  4. Bereits dadurch sind viele übergewichtige Menschen chronisch entzündet. Die Entzündungsstoffe gelangen über das Blut in den gesamten Körper und fördern eine systemische Entzündung.
  5. Durch die chronischen Entzündungen oxidieren Fettsäuren im Blut und Fettgewebe – dabei können Transfette entstehen. Auch das erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weitere Beschwerden.
  6. Ein entzündeter Stoffwechsel arbeitet anders: Der Körper steht unter Stress und lagert leichter weiteres Fett ein. Das Übergewicht nimmt zu – ein klassischer Teufelskreis.
  7. Fettgewebe ist hormonell aktiv. Der Abbau von Östrogen wird gehemmt, wodurch eine Östrogendominanz bei Frauen – aber auch bei Männern – entstehen kann. Das Immunsystem verändert sich und arbeitet weniger effizient. Autoimmunerkrankungen nehmen zu.
  8. Bei chronischen Entzündungen arbeitet auch die Schilddrüse häufig nicht optimal und kann leichter in eine Unterfunktion rutschen. Die Stoffwechselleistung sinkt weiter – der Teufelskreis verstärkt sich.
  9. Übergewichtige Menschen haben ein um 300–500 % erhöhtes Risiko für verschiedene Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs.
  10. Fettgewebe bildet unter anderem Angiotensinogen – ein Hormon, das die Blutgefäße verengt. Bluthochdruck kann die Folge sein.
  11. Übergewicht und erhöhte Triglyzeridwerte begünstigen eine Leptinresistenz. Das natürliche Sättigungsgefühl funktioniert schlechter, während Heißhungerattacken zunehmen können.
  12. Übergewicht verändert außerdem die Darmflora und kann eine Dysbiose fördern. Über den Vagusnerv stehen Darm und Gehirn in engem Austausch. Eine gestörte Darmflora wird mit psychischen Erkrankungen und Depressionen in Verbindung gebracht – was wiederum emotionales oder unkontrolliertes Essen begünstigen kann.

Du siehst: Das hat nur bedingt etwas mit Schönheitsidealen zu tun. Übergewicht ist ein bedeutender Risikofaktor für nahezu alle chronischen Erkrankungen. Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck treten häufig auf, Autoimmunerkrankungen nehmen zu, ebenso das Risiko für Krebs und Depressionen.

Chronische Entzündungen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die gute Nachricht ist: Wenn Du es schaffst, gleichzeitig Gewicht zu reduzieren und Entzündungen zu lindern, kannst Du viele gesundheitliche Ziele auf einmal erreichen.

 

Übergewicht und seine Ursachen verstehen

Die Frage ist nun: Wie gehst Du Übergewicht sinnvoll an?

Glücklicherweise besteht zwischen Übergewicht und chronischen Entzündungen eine bidirektionale Beziehung. Wenn Du Entzündungen reduzierst, wirkt sich das meist positiv auf Dein Körpergewicht aus – und umgekehrt.

Zu den wichtigsten Ursachen für Übergewicht und chronische Entzündungen gehören:

  • Ungesunde Ernährung
  • Zu wenig Kältereize
  • Schlafprobleme
  • Chronischer Stress
  • Nährstoffmängel (u. a. Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Proteine, Jod etc.)
  • Bewegungsmangel
  • Hohe Giftstoffbelastung
  • Emotionales Essen

Wenn Du diese Punkte Schritt für Schritt in Deinem Alltag angehst und langfristig konsequent dranbleibst, wird sich in vielen Fällen auch das Übergewicht nach und nach reduzieren.

Deshalb: Nimm das Thema ernst – aber setze Dich nicht unter Druck. Gehe Schritt für Schritt vor, in Deinem Tempo. Hier bei SchnellEinfachGesund findest Du viele praktische Tipps und Inspirationen dazu. Wenn Du Dich in unseren Newsletter einträgst, erhältst Du außerdem Zugriff auf zahlreiche wertvolle Inhalte im Mitgliederbereich – darunter kostenlose E-Books und Videokurse.

 

Emotionales Essen

Ernährungspsychologen schätzen, dass Übergewicht zu etwa 70 % aus emotionalen Gründen entsteht.

Wir essen dann nicht, weil wir wirklich hungrig sind, sondern um bestimmte Emotionen hervorzurufen – etwa Sicherheit, Liebe, Zuneigung, Wärme oder Zufriedenheit – oder um unangenehme Gefühle zu unterdrücken.

Versuche daher, zu verinnerlichen, nur dann zu essen, wenn Du tatsächlich Hunger hast.

Wenn Du merkst, dass Du gerade aus emotionalen Gründen essen möchtest, dann mache Dir diesen Moment bewusst. Das ist der erste Schritt: zu erkennen, dass Du gerade essen willst – oder bereits dabei bist –, obwohl eigentlich Emotionen dahinterstehen.

Und wenn es Dir erst im Nachhinein bewusst wird, dass Du gerade emotional gegessen hast, dann nimm bitte einen Hammer und haue Dir mit voller Wucht auf die Finger.

Nein, natürlich nicht.

Mache es Dir bewusst, schreibe es vielleicht in ein Tagebuch – aber verurteile Dich nicht dafür. Sich selbst zu verurteilen macht alles nur noch schlimmer. Wir sind alle nur Menschen. Ich habe auch schon öfter einfach so eine 200-g-Tafel Schokolade verdrückt.

Verurteile Dich nicht dafür. Streichel Dir kurz den Bauch, sei dankbar für die leckere Mahlzeit – und versuche, es beim nächsten Mal schon im Entstehen zu erkennen und bewusst gegenzusteuern.

 

Suche Dir ein Ventil, das nichts mit Essen zu tun hat

Du erkennst, dass Du aus emotionales Gründen essen möchtest. Und jetzt? Jetzt suchst Du Dir ein Ventil – etwas, das Du stattdessen tust oder konsumierst, anstatt emotional aufgeladen zu essen.

Das kann eine Tasse Kaffee oder Tee sein. Eine kalte Dusche, um Dich zu beruhigen. Ein Spaziergang oder eine kleine Sporteinheit. Musik. Oder ein kurzes Telefonat mit einem geliebten Menschen.

Lenke Dich bewusst ab und richte Deine Energie in die Richtung, in die Du sie haben möchtest.

Das ist jetzt Dein Training, okay? Und wie bei jedem Training gibt es gute und schlechte Tage.

Mal schaffst Du es, zu widerstehen und diszipliniert zu bleiben – und mal nicht. Beides gehört dazu, und beides ist vollkommen in Ordnung.

Zwei Jogger  Suche Dir ein Ventil

 

Das innere Kind in den Arm nehmen

Oft ist es eine innere Stimme, die Dich zum Essen verleiten möchte – und die Dich gleichzeitig niedermacht, wenn Du etwas isst oder über die Stränge schlägst.

Sei Dir bewusst: Diese Stimme ist nicht wirklich Deine eigene. Sie setzt sich aus all den Stimmen zusammen, die andere Menschen Dir im Laufe Deines Lebens mitgegeben haben. Meist stammen sie von Menschen, die uns in der Kindheit nahe standen – Eltern, Geschwistern, Familienangehörigen, Freunden, Lehrern oder anderen prägenden Personen.

Die Mischung aus diesen Erfahrungen sowie Deinen unterdrückten Gefühlen und Emotionen formt das, was oft als „inneres Kind“ bezeichnet wird.

Und dieses innere Kind möchte gesehen, verstanden und in den Arm genommen werden. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Woher kommen diese Gefühle wirklich? Und was braucht Dein inneres Kind eigentlich?

Denn Essen ist häufig nur ein Ersatz für das, wonach sich Dein inneres Kind in Wahrheit sehnt.

Was ist es?

Meditation, Hypnosetherapie und andere therapeutische Ansätze können dabei sehr hilfreich sein.

Auch das Buch Das Kind in dir muss Heimat finden ist ein wertvoller Lesetipp, der Dir dabei helfen kann, Dich selbst besser zu verstehen.

 

Mit negativen Emotionen umgehen lernen

Negative Emotionen gehören zum Leben dazu. Wenn Du sie nicht durch Ablenkung oder eine bewusste Umlenkung Deiner Energie umgehen kannst, dann lerne, Dich ihnen zu stellen.

Habe keine Angst vor ihnen – Gefühle wollen Dir immer etwas mitteilen. Lasse sie zu. Lasse auch Tränen zu. Lerne, Emotionen zu akzeptieren und anzunehmen, wenn sie da sind.

Frage Dich, was sie Dir sagen möchten – und versuche, darauf zu reagieren.

Ein psychologischer Therapeut kann Dich bei vielen der in diesem Beitrag angesprochenen Themen – insbesondere bei emotionalen Belastungen – sehr gut unterstützen. Du musst da nicht alleine durch.

 

Tipps und Routinen, die Dich beim Abnehmen unterstützen

Das Thema Emotionen und emotionales Essen ist sehr wichtig – und gleichzeitig oft unangenehm.

Bitte nimm es deshalb ernst. Viele werden jetzt vermutlich erleichtert aufatmen und sich lieber auf Tipps und Tricks rund um Ernährung und Lifestyle konzentrieren. Aber ich möchte Dich wirklich dazu ermutigen, Deine Emotionen ernst zu nehmen und – wenn nötig – gemeinsam mit einem guten Therapeuten aufzuarbeiten. Denn genau dort liegen häufig die eigentlichen Ursachen für Übergewicht.

Nur die wenigsten Menschen sind – meiner Erfahrung nach etwa 30 % – übergewichtig, weil sie es nicht besser wissen, nicht können oder nicht wollen.

Die folgenden Routinen, Gewohnheiten und Tipps können Dir helfen, nachhaltig und gesund abzunehmen.

Je mehr Du davon umsetzt, desto besser.

Und ganz wichtig: Schritt für Schritt, in Deinem Tempo. Du musst nicht alles perfekt machen. Aber schon einige dieser Punkte können einen Unterschied für Dich machen.

 

Tipps und Inspirationen für nachhaltigen Gewichtsverlust und Entzündungslinderung

  • Ernähre Dich so gesund und naturbelassen wie möglich.
  • Räume alles aus Deinem Haushalt, was künstliche Zusatzstoffe oder zugesetzten Zucker enthält.
  • Verabschiede Dich auch von industriellen Speiseölen. Besonders problematisch sind Rapsöl, Sonnenblumenöl und Sojaöl.
  • Schlafe ausreichend und arbeite aktiv an Deiner Stresskompetenz.
  • Bewege Dich täglich mindestens 10.000 Schritte.
  • Trinke morgens direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser und eine Tasse Kaffee, bewege Dich anschließend 15–20 Minuten (z. B. Spazierengehen, Joggen oder Krafttraining) und dusche danach kalt. Diese Morgenroutine ist ein echter Burner – wortwörtlich.
  • Achte darauf, dass jede Mahlzeit Proteine und Ballaststoffe enthält.
  • Versuche, täglich etwa 2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu Dir zu nehmen. Bei einer 80 kg schweren Person wären das beispielsweise 160 g Protein pro Tag.
  • Häufig genannte Fatburner für den Alltag sind L-Carnitin und Cordyceps-Extrakt.
  • Lass Deine Schilddrüsenwerte überprüfen – angestrebt wird häufig ein fT3-Wert von über 3,5 pg/ml.
  • Komm einmal täglich richtig ins Schwitzen.
  • Arbeite möglichst im Stehen oder stehe zumindest alle 30–60 Minuten kurz auf und bewege Dich ein paar Schritte.
  • Dusche morgens kalt und taste Dich langsam an Eisbäder heran.
  • Probiere Intervallfasten aus und lasse zwischen Abendessen und Frühstück idealerweise 12–16 Stunden verstreichen.
  • Stärke Deinen gesamten Körper durch Krafttraining – im Fitnessstudio oder zuhause. Ausdauersport ist ebenfalls wichtig, aber nur die halbe Miete.
  • Versuche, Kohlenhydrate bevorzugt nach dem Sport zu essen und Dich ansonsten stärker auf Proteine und gesunde Fette zu konzentrieren. Das gilt insbesondere für Getreideprodukte.
  • Verzichte abends möglichst auf hochkalorische Snacks vor dem Fernseher oder beim Lesen. Früchtetee, etwas Obst, Beeren oder ein Proteinshake können gute Alternativen sein – auch wenn das zunächst etwas Umgewöhnung erfordert.
  • Berechne Deinen persönlichen Kalorienbedarf und verschaffe Dir einen Überblick darüber, wie viel Du tatsächlich täglich isst. Vielleicht sind die Portionen schlicht zu groß. Ein Ernährungsberater kann Dich dabei unterstützen.
  • Beschränke Süßigkeiten, Zucker und andere „ungesunde“ Lebensmittel bewusst auf einen Tag pro Woche. Das kann motivierend wirken und sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken. Wichtig: Das ist kein Freifahrtschein zum hemmungslosen Schlemmen, sondern eine bewusste und genussvolle Ausnahme.
  • Der wichtigste Punkt überhaupt: Dranbleiben! Entscheidend ist die langfristige Konsistenz im Alltag – nicht eine zweiwöchige Radikal-Kur oder zweimal im Jahr eine „Slim-Fit-Challenge“. Bleibe konstant und geduldig.

Zu den meisten dieser Punkte findest Du bei SchnellEinfachGesund passende Beiträge. Außerdem erhältst Du im Mitgliederbereich Zugriff auf kostenlose E-Books und Videokurse. Zugang bekommst Du über unseren Newsletter.

Eine Tafel Milchschokolade  Es geht nicht um Perfektion – sondern um eine bewusste Lebensführung


Fazit

Übergewicht ist nicht nur ein ästhetisches Thema, sondern hat weitreichende gesundheitliche Konsequenzen. Indem Übergewicht chronische Entzündungen im Körper auslöst und verstärkt, gerät der Organismus aus dem Gleichgewicht und das Risiko für nahezu alle chronischen Erkrankungen steigt deutlich an.

So erhöht starkes Übergewicht unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes um bis zu 500 %, für Brustkrebs um bis zu 600 % und für Depressionen um etwa 300 %. Auch das Risiko für weitere Krebsarten, Bluthochdruck, Hauterkrankungen, Leaky-Gut-Syndrom, Arthritis und viele andere Beschwerden nimmt deutlich zu.

Hier bei SchnellEinfachGesund erfährst Du in unseren kostenlosen Inhalten, wie Du nachhaltig gesund Gewicht verlieren und Schritt für Schritt zu der Gesundheit zurückfinden kannst, die die Natur für Dich vorgesehen hat.