Neurotransmitter stehen im Zentrum der neuronalen Aktivitäten in Deinem Gehirn. Diese Botenstoffe regulieren Deine Stimmung, Deinen Antrieb, Deine Motivation und auch Deine Entspannungsfähigkeit.
In unserem Gehirn spielt sich ein wahres Feuerwerk an Ereignissen ab. Sekündlich müssen wir mehrere hundert Reize verarbeiten und darauf reagieren.
Wenn Du einen Einfluss auf Deine Energie und Dein Lebensglück haben willst, dann wird Dir dieser Artikel über Neurotransmitter ein gutes Werkzeug sein.
Tauche ein in die Welt der wichtigsten Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin, Acetylcholin und GABA. Entdecke, was Neurotransmitter sind, wie sie Dein Leben beeinflussen und wie Du bestimmen kannst, welcher Neurotransmitter-Typ Du bist. Erfahre auch, ob Du eine Wahrscheinlichkeit für Mängel hast.
Übrigens: In unserem Podcast findest Du zu unserem heutigen Thema eine spannende Episode – viel Spaß beim Reinhören!
[[Spotify-6H5LDLh5qcEBuZFGUkAbXR]]
Was sind Neurotransmitter?
Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die an der Signalübertragung zwischen unserem Körper und unserem Gehirn sowie zwischen Hirnarealen beteiligt sind.
Sie bestimmen, wie wir auf Informationen aus unserem Körper und der Umwelt reagieren und sie sind ein zentrales Element in unserem Nervensystem. Innerhalb unseres Körpers laufen Signalübertragungen über Neuronen ab. Diese bestehen meist aus einem Dendriten als Informationsempfänger und einem Axon als Informationsverteiler, wodurch Informationen zwischen Nervenzellen ausgetauscht werden können.
Da die Neuronen physisch nicht direkt verbunden sind, wird ein Informationsmedium benötigt: die Neurotransmitter.
Sie übertragen die Information von einer präsynaptischen Zelle, also dem Sender via Axon, auf die postsynaptische Zelle, also den Empfänger via Dendrit.
Du kannst sie Dir wie einen Postboten vorstellen, der eine Information, also einen Brief, von einem Sender zum Empfänger bringt.
Welche Informationen übertragen Neurotransmitter?
Um es einfach zu halten, bleiben wir bei zwei exemplarischen Signalen, die unsere Neurotransmitter übertragen:
- Aktivierende Signale: Neurotransmitter wie Dopamin oder Acetylcholin wirken aktivierend und steuern Prozesse des sympathischen Systems wie Antrieb, Konzentration und Motivation.
- Entspannende Signale: Neurotransmitter wie GABA oder Serotonin wirken deaktivierend und steuern Prozesse des parasympathischen Systems wie Entspannung, Ruhe und Erholung.
Wichtig zu wissen ist, dass unser Körper eine Balance anstrebt und das Neurotransmitter-System fein reguliert. So kann unser Körper schnell auf äußere Umstände reagieren, eine entsprechende Reaktion auslösen und auch wieder auflösen.
Ein Beispiel: Tritt im Straßenverkehr eine Notsituation auf und musst Du einem Auto ausweichen, wird unser Sympathikus aktiv. Es kommt zur Ausschüttung verschiedener Hormone und Neurotransmitter – darunter auch Dopamin und Acetylcholin. Diese ermöglichen Dir eine schnelle, fokussierte Reaktion auf die Situation im Straßenverkehr.
Wenn Du gesund zuhause auf der Couch angekommen bist, greift Dein Körper regulierend ein und leitet Entspannungsprozesse über den Parasympathikus ein, zum Beispiel via GABA und Serotonin.
Vier Neurotransmitter im Fokus
Um einen Überblick über Deinen Neurotransmitter-Haushalt zu bekommen, stellen wir vier Neurotransmitter vor.
Dopamin
Dopamin ist ein aktivierender Neurotransmitter und sorgt hauptsächlich dafür, dass wir motiviert sind, Begeisterung empfinden und in Aktion treten. Dopamin beeinflusst die Hirnareale, die für Bewegung zuständig sind. Es versetzt uns auch in den sogenannten Flow-Zustand.
Biochemisch wird Dopamin unter anderem aus der Aminosäure L-Tyrosin synthetisiert. Die Umwandlung erfolgt dann von L-Dopa zu Dopamin.
Acetylcholin
Acetylcholin sorgt für Fokus sowie eine gute Denk- und Merkfähigkeit. Es ist auch wichtig für unsere Motorik.
Der Neurotransmitter wird aus Cholin und Acetyl-CoA synthetisiert.
Serotonin
Serotonin ist unser Neurotransmitter für Selbstvertrauen, Zufriedenheit und Vertrauen. Es hat auch hormonelle Wirkungen im Darm, indem es die Darmperistaltik reguliert.
Gebildet wird Serotonin aus der Aminosäure L-Tryptophan mit der Zwischenstufe 5-HTP.
GABA
GABA, also Gamma-Aminobuttersäure, wirkt ebenfalls beruhigend und sorgt für Entspannung und innere Ruhe.
Es wird aus der Aminosäure Glutamat gebildet.
Neurotransmitter-Typen – wie sie Dein Leben bestimmen
Wir alle verfügen über unterschiedliche Grundausprägungen im Neurotransmitterhaushalt und häufig dominiert ein bestimmter Neurotransmitter.
Darüber lassen sich auch verschiedene Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensmuster erklären, was äußerst spannend ist!
Der Dopamin-Typ
Dopamin-Typen sind meist die Macher in unserer Gesellschaft. Sie sind motiviert, willensstark und durchsetzungsfähig. Sie denken sehr rational sowie fakten- und ergebnisorientiert.
Sie brauchen oft eine höhere Reizvariation und fühlen sich eher im Kraftsport als im Ausdauersport wohl.
Ein Überschuss an Dopamin kann zu Unausgeglichenheit, Impulsivität und Aktionismus führen, wodurch auch ein Risiko für Schlafprobleme oder sogar Burnout besteht.
Wer zu wenig Dopamin hat, wird sich schwieriger motivieren können, neigt zu Antriebslosigkeit und hat Probleme, Entscheidungen zu treffen.
Möglichkeiten, um Dopamin zu erhöhen:
- Gute Aminosäurenversorgung, speziell L-Tyrosin
- B-Vitamine als Cofaktoren in der Dopaminbildung
- Adaptogene wie Rhodiola Rosea und Ginkgo biloba
- Sonnenlicht
- Guter Schlaf
- Musik
- Kraftsport
- Wohl dosierter Kaffeekonsum
- Erledigen von Aufgaben
Der Acetylcholin-Typ
Menschen mit einer Acetylcholin-Dominanz sind hochkreativ, offen für neue Ideen und sehr auf ihre Sinne bezogen. Sie stehen Problemen lösungsorientiert gegenüber und können sehr routiniert und taktisch vorgehen. Dabei sind sie nicht festgefahren, sondern auch flexibel und spontan.
Acetylcholin-Typen tauschen sich gern mit anderen Menschen aus, sind charismatisch und legen Wert auf gute Beziehungen.
Ein Überschuss an Acetylcholin kann zu paranoiden Verhaltensweisen, Panik, Überempfindlichkeit und Ängstlichkeit führen.
Ein Mangel macht sich durch Konzentrations- und Merkprobleme bemerkbar – im Allgemeinen fühlen sich Denkprozesse dann langsamer an.
Möglichkeiten, Acetylcholin zu erhöhen:
- Cholin aus Eiern, Nüssen, Sprossen oder Soja-Lecithin
- Auf den Folsäurehaushalt achten
- Acetyl-L-Carnitin
- Ginkgo und Ginseng
- Omega-3-Fettsäuren
- Cholinesterase hemmen, zum Beispiel durch Kaffee, Blaubeeren, Zink, Rosmarin, Zimt, Grünen Tee, Minze oder Ginseng
Der GABA-Typ
GABA ist ein entspannender Neurotransmitter. GABA-Typen sind ruhig, ausgeglichen und können auch in stressigen Situationen entspannt bleiben. Wenn Du eine GABA-Dominanz hast, legst Du meist Wert auf Routinen und Traditionen, die Dir Stabilität geben. Du bist emotional stabil und schwer aus der Ruhe zu bringen.
Ein Überschuss an GABA kann dazu führen, dass Du lethargisch wirst und Probleme hast, Dich aufzuraffen.
Ein GABA-Mangel kann zu Ängstlichkeit, Unausgeglichenheit und ständigem Gedankenkreisen führen. Damit verbunden sind auch Schlafstörungen.
Möglichkeiten, GABA zu erhöhen:
- Glutamatreiche gesunde Lebensmittel wie Nüsse, Eier, Bohnen, Brokkoli, Spinat und Banane
- Grüner Tee
- Yoga
- Meditation
- Ätherische Öle wie Lavendel oder Zirbe
- Kräuter wie Baldrian, Hopfen und Passionsblume
- Entspannende Musik
Der Serotonin-Typ
Serotonin-Typen sind offen für neue Erfahrungen und haben ein gutes Ur-Vertrauen. Sie sind selbstbewusst und bereit für Abenteuer und energiereiche Aktivitäten. Sie benötigen viele Sinnesreize. Gleichzeitig können sie meist auf eine gute Schlafqualität vertrauen, da Serotonin die Vorstufe unseres Schlafhormons Melatonin ist.
Ein Überschuss an Serotonin macht sich durch Nervosität und emotionale Extreme bemerkbar.
Ein Mangel kann zu Schlafproblemen und Ängstlichkeit führen.
Möglichkeiten, Serotonin zu erhöhen:
- Gute Versorgung mit Aminosäuren, insbesondere L-Tryptophan
- Omega-3-Fettsäuren
- Vitamin D
- B-Vitamine
- Magnesium
- Lebensmittel wie Kakao, Bananen und Avocados
- Johanniskraut
- Bewegung
Neurotransmitter testen
Es gibt auch Möglichkeiten, Deinen Neurotransmitter-Haushalt zu testen. Ein Fragebogen, der auf den Forschungen des amerikanischen Arztes Eric Braverman beruht, hilft Dir, Deinen Neurotransmitter-Typen und auch Mängel zu bestimmen.
Der Test ist wissenschaftlich zwar nicht belegt, wird aber von vielen Therapeuten und Ärzten als Zusatz zu einer umfassenden Anamnese eingesetzt.
Der Neurotransmitter-Test wurde von Patrick Meinart übersetzt und zur Verfügung gestellt.
Hier geht’s zum Neurotransmitter-Fragebogen.
Hier geht’s zum Video zur Auswertung des Neurotransmitter-Fragebogens.
5 Tipps für eine gute Neurotransmitterbalance
Wie eingangs erwähnt, ist eine gute Neurotransmitterbalance entscheidend. Wir haben zwar meist eine gewisse Ausprägung, sollten aber weder einen Mangel noch einen Überschuss ausbilden.
Um Deinen Körper bei der Regulation der Neurotransmitter zu unterstützen, bieten sich Dir einige Möglichkeiten:
1. Ernähre Dich proteinreich
Du hast gesehen, dass Neurotransmitter Aminosäuren benötigen, um gebildet zu werden. Mit einer eiweißreichen Ernährung stellst Du sicher, dass diese Bausteine vorhanden sind. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, eingeweichte Hülsenfrüchte, Chlorella oder eiweißreiches Gemüse wie Bohnen oder Brokkoli.
2. Achte auf eine gute Blutzuckerregulation
Dies trägt dazu bei, dass unser Gehirn gesund bleibt. Die Verfügbarkeit von Neurotransmittern und ihren Bausteinen im Gehirn ist von unserem Blutzuckerstatus und Insulin abhängig. Ernähre Dich von komplexen Kohlenhydraten, guten Fetten und Proteinen und vermeide stark zuckerhaltige Produkte, die Deinen Blutzucker zu sehr beeinflussen. Regulierend wirken auch Zimt, Apfelessig, gute Fette sowie Sport.
3. Sorge für einen guten Schlaf
Tagsüber spielt sich ein wahres Feuerwerk in Deinem Gehirn ab und viele Reize werden verarbeitet. Guter Schlaf ist wichtig, damit wir uns regenerieren und eine gesunde Neurotransmitterbalance herstellen können.
4. Stärke Deinen Darm
Neurotransmitter werden unter anderem im Darm gebildet, so zum Beispiel Serotonin. Außerdem hat unsere Darmgesundheit einen unmittelbaren Einfluss auf unser Gehirn über die Darm-Hirn-Achse.
5. Reduziere Deinen Gebrauch von Stimulanzien
Stimulanzien wie Kaffee oder auch einige Nootropika können zu einer Verschiebung Deiner Neurotransmitter-Balance führen. Eine Überaktivierung von aktivierenden Botenstoffen wie Dopamin oder Acetylcholin ist die Folge. Setze Stimulanzien mit Bedacht ein und sorge für einen guten Ausgleich, zum Beispiel durch reichlich Schlaf, Meditation und Kaffeeverzicht ab 14 Uhr.
Bonustipps für eine ausgeglichene Hirnchemie
Eine weitere Möglichkeit, Deinen Körper bei der Regulation der Neurotransmitter zu unterstützen, sind Adaptogene. Dies sind natürliche, in Pflanzen und Pilzen vorkommende hormonähnliche Substanzen, die Deinen Körper unterstützen, sich an äußere Umstände und Stress anzupassen.
Sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber verschiedensten Stressoren, die täglich auf uns wirken und ansonsten unseren Neurotransmitterhaushalt stark fordern. In Phasen mit erhöhter physischer, psychischer und emotionaler Belastung stärken und beruhigen uns Adaptogene zugleich.
Präventiv eingesetzt, können sie uns mehr Energie, Gelassenheit, Gesundheit und Wohlbefinden schenken.
Suchst Du nach konkreten Produktempfehlungen? Finde hier einen Überblick mit Marken, denen wir vertrauen, weil wir ihre Produkte sorgfältig getestet haben. Und das Beste? In vielen Fällen erhältst Du einen Rabattcode, mit dem Du bares Geld sparst:
Fazit – Neurotransmitter bestimmen Deinen Alltag
Ist es nicht spannend, wie Neurotransmitter unser tägliches Verhalten beeinflussen? Mit dem Wissen aus diesem Artikel bist Du nun in der Lage, ein Gefühl für Deinen Neurotransmitter-Haushalt zu bekommen und entsprechend zu reagieren.
Im Grunde tragen auch hier wieder die wichtigsten Basistipps zu einer gesunden Balance bei. Allen voran guter Schlaf, Stressreduktion und eine vitale Ernährung. Gepaart mit regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft steht Deinem glücklichen, selbstbewussten und motivierten Ich nichts mehr im Wege.
- Structure of Biological Neuron. (2013). ResearchGate. https://www.researchgate.net/figure/Structure-of-biological-neuron_fig2_258524366
- Sachs, B. D., et al. (2013). The effects of congenital brain serotonin deficiency on responses to chronic fluoxetine. Translational Psychiatry, 3(8), e291. https://doi.org/10.1038/tp.2013.65
- Rao, T. S. S., et al. (2008). Understanding nutrition, depression and mental illnesses. Indian Journal of Psychiatry, 50(2), 77–82. https://doi.org/10.4103/0019-5545.42391
- Picciotto, M. R., Higley, M. J., & Mineur, Y. S. (2012). Acetylcholine as a neuromodulator: Cholinergic signaling shapes nervous system function and behavior. Neuron, 76(1), 116–129. https://doi.org/10.1016/j.neuron.2012.08.036
- Valenzuela, C., Puglia, M. P., & Zucca, S. (2011). Focus on: Neurotransmitter systems. Alcohol Research & Health, 34(1), 106–120. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3860557/
- White, H. L., & Scates, P. W. (1990). Acetyl-L-carnitine as a precursor of acetylcholine. Neurochemical Research, 15(6), 597–601. https://doi.org/10.1007/bf00973749
- Foley, T. E., & Fleshner, M. (2008). Neuroplasticity of dopamine circuits after exercise: Implications for central fatigue. Neuromolecular Medicine, 10(2), 67–80. https://doi.org/10.1007/s12017-008-8032-3














