Olivenöl – So gesund ist das flüssige Gold!

von Martin Auerswald, M.Sc.
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Oliven und Olivenöl in Glasschale auf weißem Hintergrund

Olivenöl ist eines der gesündesten Öle der Welt. Es steckt voller gesunder Fette und ist einer der Gründe, warum die mediterrane Ernährung als so gesund angepriesen wird13. Olivenöl ist beileibe kein Allheilmittel – aber es ist sehr lecker, vielseitig verwendbar und hält zahlreiche unerwartete Gesundheitswirkungen bereit.

Olivenöl wird aus Oliven, die am Olivenbaum wachsen, gewonnen. Ein qualitativ hochwertiges Öl sollte extra nativ sein und durch Kaltpressung hergestellt werden. Es wird nicht nur als Zutat im Pesto verwendet, sondern auch als gesundes Öl zum Kochen, Braten, in gesunden Salaten, Dips (s. Guacamole Rezept) und sogar als Naturkosmetik.

Du musst jedoch aufpassen, dass Du das richte Öl nimmst, da es große Qualitätsunterschiede gibt!

Hier erfährst Du das Wichtigste über Olivenöl, warum es so gesund ist und was hochwertiges Olivenöl kennzeichnet.

 

Inhaltsstoffe von Olivenöl

Folgende Inhaltsstoffe sind im Olivenöl enthalten und machen es zu einem der gesündesten Öle der Welt:

Gesättigte Fettsäuren: 14 %

Dieser Anteil an gesättigten Fettsäuren ist überschaubar und deutlich geringer als in tierischen Produkten.

Einfach ungesättigte Fettsäuren: 73 %

Dies ist auf die Ölsäure zurückzuführen, die wichtigste Fettsäure im Olivenöl. Die Ölsäure ist ein Grund dafür, warum es so gesund ist, denn ihr werden zahlreiche Gesundheitswirkungen nachgesagt, auf die wir gleich zu sprechen kommen. Außerdem ist Ölsäure eine vom Körper bevorzugte Speicherform von Fett, weil sie sehr stabil ist.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: 11 %

Auf die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) entfallen nur wenige Prozentpunkte. Es handelt sich hierbei überwiegend um Omega-6-Fettsäuren, die im Übermaß Entzündungen im Körper begünstigen können.

Der Anteil im Olivenöl ist allerdings sehr überschaubar und wird durch die große Menge Ölsäure kompensiert. Solltest Du Dir wegen diesen Omega-6-Fettsäuren Sorgen machen, dann achte auf ausreichend gesunde Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Algen, Meeresfrüchten, Bio-Eiern und Fleisch aus Weidehaltung.

Antioxidantien: Sehr viele!

Olivenöl ist voller gesunder Antioxidantien. Die wertvollsten und bekanntesten davon sind Oleoropein, Oleocanthal und Hydroxytyrosol. Sie schützen das wertvolle Öl davor, ranzig zu werden, geben ihm seine bittere Note und sind darüber hinaus sehr gesund.

Vitamin E

Wie die meisten pflanzlichen Öle hat auch Olivenöl viel Vitamin E zu bieten (14,3 mg/100 ml). Dieses schützt das Öl vor Licht sowie Sonne und bewahrt es davor, ranzig zu werden19. Vitamin E ist sehr stabil und deshalb selbst nach längerer Lagerzeit oder nach dem Erhitzen noch reichlich vorhanden.

Zwischenfazit Inhaltsstoffe: Aufgrund der Summe seiner zahlreichen, gesunden Inhaltsstoffe ist Olivenöl als sehr wertvolles Öl einzustufen. Außerdem ist es sehr stabil und eignet sich sowohl für die kalte als auch für die warme Küche.

Olivenöl, mediterrane Kräuter, Zitrone und Oliven auf einer schwarzen Schieferplatte

Gesundes Olivenöl sollte in keiner Küche fehlen.

 

Wie viele Kalorien hat Olivenöl?

  • 100 ml des Öls enthalten 884 kcal
  • Ein Esslöffel (EL) enthält 119 kcal
  • Ein Teelöffel (TL) enthält 40 kcal

Öl/Fett ist der energiedichteste Makronährstoff. Eine geringe Menge Öl hat mehr Kalorien, als man denkt. Natürlich ist es richtig, dass zu viel Fett schnell zu einem Kalorienüberschuss und dadurch zu einem Überschuss an Hüftgold führt, aber im Falle des Olivenöls würde man an der falschen Stelle Kalorien einsparen. Warum? Ganz einfach: dieses Öl ist nicht nur sehr sättigend, sondern auch äußerst gesund und schmackhaft.

Du solltest dieses Öl also in angemessenem Maß verwenden, um Deine Nahrung schmackhafter zu machen. Achte aber darauf, nicht zu viel zu nutzen, um die Kalorien einer Mahlzeit nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

 

Welches Olivenöl ist das beste?

Vorab: “Das Beste“ oder “tollste Olivenöl“ gibt es nicht. Tausende Hersteller, große wie kleine im gesamten Mittelmeerraum, produzieren in Kleinarbeit und in jahrhundertelanger Familientradition Olivenöl erster Güteklasse. Aus diesen das Beste auszuwählen, wäre nicht zielführend.

Es gibt dennoch eines, das ich gerne empfehlen möchte. Dieses folgt gleich im Anschluss.

Wenn Du gutes Olivenöl kaufen möchtest, habe ich hier die wichtigsten Qualitätskriterien aufgelistet, an denen Du Dich orientieren kannst. Die kleine Liste soll Dir helfen, ein qualitativ hochwertiges von einem qualitativ minderwertigen Olivenöl zu unterscheiden.

Flasche Olivenöl mit frischen Oliven auf schwarzer Platte

 

Qualitätskriterien für ein hochwertiges Olivenöl:

  • Erste Güteklasse
  • Kaltgepresst
  • Dunkle Glasflasche (Schutz vor Licht)
  • Virgin, extra nativ
  • Naturtrüb
  • Leicht bitterer und adstringierender Geschmack (das sind die Antioxidantien)
  • Besser nicht vom Discounter (oft gepanscht)
  • Besser nicht aus Italien (sehr oft gepanscht)
  • Geerntet und angebaut im Mittelmeerraum, im Optimalfall in Griechenland (durchgehend die besten Erfahrungen und die hervorragensten Ergebnisse der Stiftung Warentest)

Das sind nicht viele Qualitätskriterien, aber sie machen den Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Öl aus.

Untersuchungen der letzten zehn Jahre haben ergeben, dass die Mafia in Italien einen Großteil des Handels mit Olivenöl kontrolliert. Laboruntersuchungen zeigten, dass das meiste Olivenöl aus Italien mit billigem Rapsöl oder Sonnenblumenöl gestreckt oder mit qualitativ schlechtem Olivenöl verschnitten wurde.

Deshalb bin ich der Meinung, dass man um Olivenöl aus Italien einen großen Bogen machen und besser auf Produkte aus Griechenland (gerne auch aus Mallorca) ausweichen sollte. Auch wenn das Italienische häufig die günstigere Wahl ist, empfehle ich Dir, auf die Qualität zu achten und lieber einen Euro mehr auszugeben. Am Ende dankt es Dir auch Deine Gesundheit.

Die besten Ergebnisse und Erfahrungen habe ich mit Olivenöl aus Griechenland, genauer von den Inseln Kreta und Lesbos, gesammelt. Dieses Öl kaufe ich beim südländischen Lebensmittelhändler bei mir um die Ecke. In großen Supermärkten mit mehr Auswahl oder in den besagten südländischen Lebensmittelläden findest Du meist zahlreiche Olivenöle. Dort kannst Du mit den oben aufgelisteten Qualitätskriterien ein qualitativ hochwertiges Öl auswählen.

Wenn Du die einfache Lösung bevorzugst, dann habe ich hier eine klare Kaufempfehlung für Dich – am besten gleich etwas mehr davon, weil der Literpreis dann bedeutend günstiger ausfällt:

 

Sehen wir uns an, was Olivenöl so gesund macht:

 

Olivenöl und Oliven auf Holztisch mit Wald im Hintergrund

 

So gesund ist Olivenöl – 15 starke Argumente

Es ist wirklich eines der gesündesten Öle der Welt, vielleicht sogar das gesündeste überhaupt. Dieser Aussage möchte ich nicht ohne weiteres zustimmen, aber wissenschaftliche Studien haben in den letzten Jahren zahlreiche Gesundheitswirkungen zutage gefördert, die ich hier mit Dir teilen möchte. Ich finde, diese vielen Gesundheitseffekte sind starke Argumente dafür, Olivenöl in die tägliche Ernährung zu integrieren.

Es zählt zu den gesunden Lebensmitteln, die ich empfehle jeden Tag zu konsumieren (neben Leinsamen, Apfelessig, Ingwer, Nüssen und Joghurt). Die Vorteile von Olivenöl auf einen Blick:

  • Steckt voller gesunder Fette
  • Ist reich an Antioxidantien
  • Ist stark entzündungshemmend
  • Könnte vorbeugend vor Schlaganfällen wirken
  • Könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen
  • Unterstützt beim Abnehmen
  • Könnte gegen Alzheimer helfen
  • Senkt den Blutzucker und hilft bei Typ 2 Diabetes
  • Hat Krebs bekämpfende Eigenschaften
  • Wirkt antibakteriell
  • Wirkt wie ein Schmerzmittel
  • Senkt den Blutdruck
  • Unterstützt gesunde Gelenke
  • Schützt die Leber

 

#1 Olivenöl enthält viele gesunde, einfach ungesättigte Fettsäuren

Die einfach ungesättigten Fettsäuren sind die Stars unter den Fettsäuren. Sie werden vom Körper bereitwillig und schnell verbrannt, sind sehr stabil, senken den Cholesterinspiegel und wirken sich in keiner Weise negativ auf die Gesundheit aus, auch nicht in hohen Mengen.

Gesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben hingegen in hohen Mengen negative Begleiterscheinungen.

 

#2 Olivenöl ist reich an Antioxidantien

Die genannten Antioxidantien aus dem Olivenöl sind sehr stark und sehr stabil. Sie sind aufgrund ihrer Wirkungen durchaus mit denen von Astaxanthin und Curcumin, zwei der stärksten Antioxidantien in der Natur, vergleichbar.

Ein sehr effektives Nahrungsergänzungsmittel, um Entzündungen im Körper zu reduzieren, ist Olivenblattextrakt*, in dem die Antioxidantien aus dem Olivenöl konzentriert vorliegen.

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Wenn Du es gerne ausprobieren möchtest, kann ich Dir dieses Produkt sehr empfehlen.*

 

#3 Olivenöl ist stark entzündungshemmend

Aufgrund der Ölsäure, dem Vitamin E und den Antioxidantien wirkt Olivenöl, wenn es täglich konsumiert wird, stark entzündungshemmend7. Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen aller Art wie Autoimmunerkrankungen, chronischen Darmerkrankungen, Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren ist Olivenöl ein bewährtes, wissenschaftlich erwiesenes und gesundes Naturheilmittel. So kannst Du auch dauerhaft Dein Immunsystem stärken.

 

#4 Olivenöl könnte vorbeugend gegen Schlaganfälle wirken

In einer Studie mit 148 Patienten wurde Olivenöl hinsichtlich seiner Fähigkeit, Schlaganfällen vorzubeugen, untersucht20. Die Personengruppe, die das meiste Olivenöl konsumierte, hatte das mit Abstand geringste Risiko.

Aufgrund seiner stark entzündungshemmenden und cholesterinsenkenden Wirkung liegt daher der Schluss nahe, dass dieses Öl durchaus Schlaganfällen vorbeugen könnte.

 

#5 Olivenöl könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Nicht nur Schlaganfälle, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen aller Art, wie z.B. Arteriosklerose, könnte Olivenöl bedeutend entgegenwirken12. Hier wirken gleich mehrere Faktoren zusammen: die Entzündungshemmung, die cholesterinsenkende Wirkung, die Antioxidantien, der gesenkte Bluthochdruck, einfacher Gewichtsverlust (s. schnell abnehmen), die bessere Blutzuckerkontrolle…

Insgesamt kann man also sagen, dass man mit diesem Öl Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen könnte.

 

#6 Olivenöl wird mit nachhaltigem Gewichtsverlust und einem guten Stoffwechsel assoziiert

Dank der enthaltenen Inhaltsstoffe und besonders den einfach ungesättigten Fettsäuren eignet sich Olivenöl wie kein anderes Öl für nachhaltigen Gewichtsverlust. Denn Ölsäure wird vom Körper bereitwillig verstoffwechselt, nur selten gespeichert, ist stabil und das Öl als Ganzes könnte, wenn es täglich konsumiert wird, wie ein Stoffwechselturbo wirken.

Die Erfahrungen mit diesem Öl in puncto Gewichtsverlust sind durch die Bank weg positiv!

 

#7 Olivenöl könnte eine starke Waffe gegen Alzheimer sein

Rattenstudien legen den Schluss nahe, dass Olivenöl ß-Amyloidfibrillen1, die zu Alzheimer-Demenz führen, entgegenwirkt. Es beugt nicht nur die Neubildung dieser Fibrillen vor, sondern hilft dem Körper, schon bestehende Fibrillen abzubauen.

Der täglichen Nahrung ein paar Esslöffel hinzuzufügen, könnte daher eine wirkungsvolle Waffe gegen Demenz-Erkrankungen sein15.

 

#8 Olivenöl senkt den Blutzucker und könnte bei Typ 2 Diabetes helfen

Dieses Öl konnte in Langzeitstudien mit Diabetikern den Blutzucker besser stabilisieren als alle anderen Öle. Forscher ziehen das Fazit, Olivenöl als gesundes Nahrungsmittel im Kampf gegen erhöhte Blutzuckerspiegel und Typ 2 Diabetes einzusetzen22-24.

Daher: weniger Margarine, Rapsöl und Sonnenblumenöl, dafür mehr Olivenöl!

 

#9 Die Antioxidantien im Olivenöl haben Krebs bekämpfende Eigenschaften

Mehrere Studien legen diesen Schluss nahe, weil die Antioxidantien so stark sind17,21. Eine Studie21 möchte ich gerne erwähnen: Hier wurde Sonnenblumenöl mit Olivenöl verglichen hinsichtlich ihrer Fähigkeit, das Wachstum von Krebszellen zu stimulieren oder zu hemmen.

Wie erwartet stimulierte Sonnenblumenöl das Wachstum der Krebszellen, während Olivenöl (extra nativ, kaltgepresst) den Krebszellen entgegenwirkte und sie teilweise sogar abtötete. Dieser Effekt wird auf die starken Antioxidantien im Öl zurückgeführt.

 

#10 Olivenöl wirkt antibakteriell

Bei bakteriellen Infekten im Mund- und Rachenraum könnte Olivenöl ebenfalls eine effektive Allzweckwaffe sein: Es eignet sich sehr gut zum Ölziehen und zum Gurgeln.

 

#11 Olivenöl wirkt wie ein Schmerzmittel

Jetzt wird es richtig interessant: Studien legen den Schluss nahe, dass Olivenöl dank seiner Inhaltsstoffe ähnlich wirkungsvoll Schmerzen bekämpft wie Ibuprofen5!

Diese Erkenntnis wird auf die stark entzündungshemmenden Eigenschaften der Antioxidantien zurückgeführt, die in ihrer Wirkung sehr stark dem Ibuprofen ähneln. Olivenöl, Curcumin, Salicylsäure (Aspirin-Vorläufer) und Ingwer sind meines aktuellen Wissens nach die stärksten natürlichen Schmerzmittel überhaupt!

 

#12 Olivenöl senkt das LDL-Cholesterin

In diesem Punkt sind sich fast alle einig: Erhöhte Mengen LDL-Cholesterin erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sofern gleichzeitig chronische Entzündungsprozesse im Körper und gewisse Nährstoffmängel vorliegen.

Olivenöl senkt das LDL-Cholesterin sehr stark.3,9 Im Falle erhöhter Cholesterinwerte wird empfohlen, täglich auf dieses Öl zurückzugreifen, anstatt den Körper mit Statinen (Cholesterinsenker) vollzupumpen.

 

#13 Olivenöl gegen Bluthochdruck

Die entzündungshemmende und antioxidative Wirkung, die Ölsäure, die Vitamine… Dies lässt sich auch auf Bluthochdruck anwenden16. In einer Studie10 konnte gezeigt werden, dass Teilnehmer, die täglich Olivenöl konsumierten, ihre Bluthochdruck-Medikamente um 48 % reduzieren konnten. 48 %! Und das nur, weil sie täglich Olivenöl zu sich nahmen. Stark, oder?

 

#14 Olivenöl für die Gelenke

Die wichtigsten oben genannten Gesundheitseffekte sind ebenso für die Gelenke relevant: Bei Arthritis, Arthrose, rheumatoider Arthritis11,14 und anderen schmerzhaften Gelenkerkrankungen könnte dieses Öl ein wirkungsvolles Gegenmittel sein, um Entzündungen und Schmerzen zu reduzieren5. Wenn Du merkst, dass Olivenöl für Linderung sorgt, dann kannst Du gerne auch auf Olivenblattextrakt* zurückgreifen, da die Antioxidantien hier konzentriert vorliegen.

 

#15 Olivenöl schützt die Leber

Zu guter Letzt soll es noch um unser größtes Stoffwechselorgan gehen: In einer Rattenstudie18 konnte gezeigt werden, dass Olivenöl bei gleichzeitiger Gabe von Giftstoffen, die normalerweise die Leber angreifen, diese vor den Schäden schützen konnte.

Dies lässt sich auf den Menschen übertragen: Das Öl empfiehlt sich bei Lebererkrankungen, Fettleber, Hepatitis und anderen die Leber betreffenden Erkrankungen18.

Die abschließende Frage sollte lauten: Was kann Olivenöl nicht? Gegen gefühlt jede Zivilisationskrankheit scheint es ein Ass im Ärmel zu sein, wissenschaftliche Studien gibt es hier zuhauf. Der nächste logische Schritt wäre nun, Olivenöl in den Ernährungsalltag einzubauen:

Vorteile von Olivenöl in Infographik

 

Ist Olivenöl zum Braten geeignet?

Diese Frage kommt häufig, da Olivenöl meist nur zur kalten Verwendung empfohlen wird. Eine Studie hat gezeigt, dass Olivenöl länger hoch erhitzt werden kann und trotzdem stabil ist4. Idealerweise sollte es mit einem gesättigten Fett wie Bio-Butter oder Kokosöl kombiniert werden, um den Rauchpunkt zu erhöhen.

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Zum Braten kannst Du es also für Gerichte, die kurz gebraten werden, durchaus verwenden.

 

Olivenöl als Pflege für die Haare

Aufpassen, wenn Du dunkle Haare hast: Hier eignet sich Olivenöl nämlich nicht nur gut zur Pflege, sondern auch um die Haare glänzender zu machen. Ein paar Tropfen des Öls in den Händen verreiben und anschließend in den Haaren verteilen. Diese einfache Methode gibt dem Haar nachhaltigen Glanz, ganz ohne Chemie!

Olivenöl in einer Glasschüssel mit frischen Oliven und Olivenzweig

 

Olivenöl Test – Welches ist zu empfehlen?

In den letzten Jahren habe ich verschiedenste Olivenöle getestet und probiert. Nochmal: Es gibt nicht das beste Öl der Welt.

Es gibt gutes und es gibt schlechtes Öl. Gute kannst Du in großen Supermärkten oder in südländischen Lebensmittelgeschäften nun sehr leicht erkennen und erwerben. Wenn Du Dir die Mühe sparen möchtest, habe ich hier eine Kaufempfehlung für Dich: ein sehr gutes Olivenöl aus Kreta von einem kleinen Familienunternehmen – in höchster Qualität.

 

Was kostet ein gutes Olivenöl?

Im Discounter kostet extra natives Olivenöl etwa 5-7 Euro pro Liter. Dass dieses Öl qualitativ nicht das beste ist, brauche ich Dir nicht zu sagen, oder?

Das wirklich gute Öl aus Oliven, das Du möchtest, kostet etwa 10-15 Euro pro Liter. Nur dieses Öl hält die Gesundheitswirkungen in seiner ganzen Fülle bereit.

Und wie gesagt: Bestellst Du größere Mengen auf einmal, z.B. einen 5 l-Kanister, dann sinkt (auch bei hochwertigen Ölen) der Preis sehr schnell auf etwa 8 Euro pro Liter. Gutes Öl kann also, was den Preis betrifft, durchaus mit dem Billigöl aus dem Discounter mithalten, ist aber zusätzlich nachhaltiger und gesünder (und leckerer).

 

Olivenöl – Wie verwenden?

Du kannst Olivenöl für die kalte Küche (gesunde Salate, Dressings, Dips, Saucen) ebenso verwenden wie für die warme Küche (Eintöpfe, Brühe, Braten, Kurzgebratenes).

Theoretisch eignet es sich auch zum Frittieren2,4,8. Davon würde ich Dir aber eher abraten, weil Du so die Entstehung von ungesunden Transfetten förderst. Selbst das beste Olivenöl der Welt wird dann irgendwann ranzig (wenn auch sehr viel später als das übliche Sonnenblumenöl oder Rapsöl).

Meine Empfehlung: Entferne jegliche industriellen Speiseöle (Rapsöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Erdnussöl, Sojaöl, Weizenkeimöl, Margarine) aus Deiner Küche und besorge Dir ein gutes Olivenöl. Wenn Du effizient sein möchtest, dann schaff Dir zusätzlich ein günstigeres Olivenöl für Braten, Eintöpfe und andere Gerichte an, in denen größere Mengen Öl benötigt werden. Das preisintensivere Öl verwendest Du hingegen für die kalte Küche sowie für Kurzgebratenes.

 

Zusammenfassung – Eines der gesündesten Öle der Welt

Das Öl aus Oliven ist sicher eines der gesündesten Öle der Welt. Es ist nicht nur sehr lecker, sondern auch sehr gesund und empfiehlt sich für die kalte und warme Verwendung auf dem täglichen Speiseplan. In der Küche gibt es dahingehend keine Grenzen, es sollte Dein bevorzugtes Öl/Fett zum Kochen sein.

Die vielen großartigen Gesundheitswirkungen, unter anderem in Bezug auf Bluthochdruck, Typ 2 Diabetes und Arthritis, sind auf den hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und die starken Antioxidantien zurückzuführen.

Gutes Olivenöl erkennst Du daran, dass es extra nativ, erste Güteklasse, kaltgepresst, in einer Glasflasche, naturtrüb, leicht bitter und aus Griechenland ist. Öle, die diesen Kriterien entsprechen, kann ich Dir nur nahelegen. Ein gutes Öl kostet etwa 10-15 Euro pro Liter, wobei der Literpreis bei größeren Bestellungen und Kanistern schnell sinkt.

Abschließend noch einmal meine Empfehlung für Dich:

 

Wie ist Deine Haltung zu Olivenöl? Stimmst Du mit mir überein? Was würdest Du gerne ergänzen? Welche weiteren Anwendungen dieses Öls würdest Du vorschlagen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Passende Ernährungsformen:

Weitere interessante Beiträge:

 


  1. Abuznait, Alaa H.; Qosa, Hisham; Busnena, Belnaser A.; El Sayed, Khalid A.; Kaddoumi, Amal (2013): Olive-Oil-Derived Oleocanthal Enhances β-Amyloid Clearance as a Potential Neuroprotective Mechanism against Alzheimer’s Disease: In Vitro and in Vivo Studies. In: ACS Chemical Neuroscience 4 (6), S. 973–982. DOI: 10.1021/cn400024q.
  2. Allouche, Yosra; Jimenez, Antonio; Gaforio, Jose Juan; Uceda, Marino; Beltran, Gabriel (2007): How heating affects extra virgin olive oil quality indexes and chemical composition. In: Journal of agricultural and food chemistry 55 (23), S. 9646–9654. DOI: 10.1021/jf070628u.
  3. Aviram, M.; Eias, K. (1993): Dietary olive oil reduces low-density lipoprotein uptake by macrophages and decreases the susceptibility of the lipoprotein to undergo lipid peroxidation. In: Annals of nutrition & metabolism 37 (2), S. 75–84. DOI: 10.1159/000177753.
  4. Bastida, S.; Sánchez-Muniz, F. J. (2001): Thermal Oxidation of Olive Oil, Sunflower Oil and a Mix of Both Oils during Forty Discontinuous Domestic Fryings of Different Foods. In: Food Science and Technology International 7 (1), S. 15–21. DOI: 10.1106/1898-PLW3-6Y6H-8K22.
  5. Beauchamp, Gary K.; Keast, Russell S. J.; Morel, Diane; Lin, Jianming; Pika, Jana; Han, Qiang et al. (2005): Ibuprofen-like activity in extra-virgin olive oil. In: Nature 437, 45 EP -. DOI: 10.1038/437045a.
  6. Brzosko, S.; Curtis, A. de; Murzilli, S.; Gaetano, G. de; Donati, M. B.; Iacoviello, L. (2002): Effect of extra virgin olive oil on experimental thrombosis and primary hemostasis in rats. In: Nutrition, metabolism, and cardiovascular diseases : NMCD 12 (6), S. 337–342.
  7. Camuesco, D.; Comalada, M.; Concha, A.; Nieto, A.; Sierra, S.; Xaus, J. et al. (2006): Intestinal anti-inflammatory activity of combined quercitrin and dietary olive oil supplemented with fish oil, rich in EPA and DHA (n-3) polyunsaturated fatty acids, in rats with DSS-induced colitis. In: Clinical nutrition (Edinburgh, Scotland) 25 (3), S. 466–476. DOI: 10.1016/j.clnu.2005.12.009.
  8. Casal, Susana; Malheiro, Ricardo; Sendas, Artur; Oliveira, Beatriz P. P.; Pereira, Jose Alberto (2010): Olive oil stability under deep-frying conditions. In: Food and chemical toxicology : an international journal published for the British Industrial Biological Research Association 48 (10), S. 2972–2979. DOI: 10.1016/j.fct.2010.07.036.
  9. Coni, E.; Di Benedetto, R.; Di Pasquale, M.; Masella, R.; Modesti, D.; Mattei, R.; Carlini, E. A. (2000): Protective effect of oleuropein, an olive oil biophenol, on low density lipoprotein oxidizability in rabbits. In: Lipids 35 (1), S. 45–54.
  10. Ferrara, L. A.; Raimondi, A. S.; d’Episcopo, L.; Guida, L.; Dello Russo, A.; Marotta, T. (2000): Olive oil and reduced need for antihypertensive medications. In: Archives of internal medicine 160 (6), S. 837–842.
  11. Gonzalez Cernadas, Leticia; Rodriguez-Romero, Beatriz; Carballo-Costa, Lidia (2014): Importance of nutritional treatment in the inflammatory process of rheumatoid arthritis patients; a review. In: Nutricion hospitalaria 29 (2), S. 237–245. DOI: 10.3305/nh.2014.29.2.7067.
  12. Khaw, Kay-Tee; Sharp, Stephen J.; Finikarides, Leila; Afzal, Islam; Lentjes, Marleen; Luben, Robert; Forouhi, Nita G. (2018): Randomised trial of coconut oil, olive oil or butter on blood lipids and other cardiovascular risk factors in healthy men and women. In: BMJ open 8 (3), e020167. DOI: 10.1136/bmjopen-2017-020167.
  13. Konstantinidou, Valentini; Covas, Maria-Isabel; Muñοz-Aguayo, Daniel; Khymenets, Olha; La Torre, Rafael de; Saez, Guillermo et al. (2010): In vivo nutrigenomic effects of virgin olive oil polyphenols within the frame of the Mediterranean diet: a randomized controlled trial. In: The FASEB Journal 24 (7), S. 2546–2557. DOI: 10.1096/fj.09-148452.
  14. Kremer, J. M.; Lawrence, D. A.; Jubiz, W.; DiGiacomo, R.; Rynes, R.; Bartholomew, L. E.; Sherman, M. (1990): Dietary fish oil and olive oil supplementation in patients with rheumatoid arthritis. Clinical and immunologic effects. In: Arthritis and rheumatism 33 (6), S. 810–820.
  15. Martinez-Lapiscina, E. H.; Clavero, P.; Toledo, E.; San Julian, B.; Sanchez-Tainta, A.; Corella, D. et al. (2013): Virgin olive oil supplementation and long-term cognition: the PREDIMED-NAVARRA randomized, trial. In: The journal of nutrition, health & aging 17 (6), S. 544–552. DOI: 10.1007/s12603-013-0027-6.
  16. Moreno-Luna, Rafael; Munoz-Hernandez, Rocio; Miranda, Maria L.; Costa, Alzenira F.; Jimenez-Jimenez, Luis; Vallejo-Vaz, Antonio J. et al. (2012): Olive oil polyphenols decrease blood pressure and improve endothelial function in young women with mild hypertension. In: American journal of hypertension 25 (12), S. 1299–1304. DOI: 10.1038/ajh.2012.128.
  17. Owen, R. W.; Giacosa, A.; Hull, W. E.; Haubner, R.; Spiegelhalder, B.; Bartsch, H. (2000): The antioxidant/anticancer potential of phenolic compounds isolated from olive oil. In: European journal of cancer (Oxford, England : 1990) 36 (10), S. 1235–1247.
  18. Priore, Paola; Cavallo, Alessandro; Gnoni, Antonio; Damiano, Fabrizio; Gnoni, Gabriele V.; Siculella, Luisa (2015): Modulation of hepatic lipid metabolism by olive oil and its phenols in nonalcoholic fatty liver disease. In: IUBMB life 67 (1), S. 9–17. DOI: 10.1002/iub.1340.
  19. Quiles, J. L.; Ramirez-Tortosa, M. C.; Ibanez, S.; Alfonso Gonzalez, J.; Duthie, G. G.; Huertas, J. R.; Mataix, J. (1999): Vitamin E supplementation increases the stability and the in vivo antioxidant capacity of refined olive oil. In: Free radical research 31 Suppl, S129-35.
  20. Samieri, C.; Féart, C.; Proust-Lima, C.; Peuchant, E.; Tzourio, C.; Stapf, C. et al. (2011): Olive oil consumption, plasma oleic acid, and stroke incidence. In: Neurology. DOI: 10.1212/WNL.0b013e318220abeb.
  21. Solanas, Montserrat; Grau, Laura; Moral, Raquel; Vela, Elena; Escrich, Raquel; Escrich, Eduard (2010): Dietary olive oil and corn oil differentially affect experimental breast cancer through distinct modulation of the p21Ras signaling and the proliferation-apoptosis balance. In: Carcinogenesis 31 (5), S. 871–879. DOI: 10.1093/carcin/bgp243.
  22. Sutherland, Wayne H.F.; Jong, Sylvia A. de; Walker, Robert J.; Williams, Michael J.A.; Murray Skeaff, C.; Duncan, Ashley; Harper, Michelle (2002): Effect of meals rich in heated olive and safflower oils on oxidation of postprandial serum in healthy men. In: Atherosclerosis 160 (1), S. 195–203. DOI: 10.1016/S0021-9150(01)00561-5.
  23. Tripoli, Elisa; Giammanco, Marco; Tabacchi, Garden; Di Majo, Danila; Giammanco, Santo; La Guardia, Maurizio (2005): The phenolic compounds of olive oil: structure, biological activity and beneficial effects on human health. In: Nutrition Research Reviews 18 (1), S. 98–112. DOI: 10.1079/NRR200495.
  24. Tuck, Kellie L.; Hayball, Peter J. (2002): Major phenolic compounds in olive oil: metabolism and health effects. In: The Journal of nutritional biochemistry 13 (11), S. 636–644.

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4 Kommentare

Claudius 27. März 2019 - 19:05

Hallo Martin Auerswald,
sehr interessanter Artikel. Ich kenne mich gefühlt mit allen regionalen OlivenölenHerstellern aus Sardinien aus und bin davon sehr begeistert. Allerdings sagen mir alle – niemals Kanister! Da mischen wir, Massenware.

Auch in Kreta und Griechenland wird viel gepanscht.
Hast Du die Möglichkeit ein Öl biochemisch zu analysieren?

Egal, wie auch immer – ich habe nach Auskunft von sardischen Spitzenköchen und deutschen Wiederverkäufern die Info “das Beste” kommt aus Alghero. Aber – und da finde ich Deinen Artikel wieder sehr gut, was ist das Beste. Ein gutes Olivenöl hat eine “natürliche” Schärfe. Die bei zertifiziert biologischer Herstellung wieder entfällt. Warum, Martin?

Woran das liegt weiß ich nicht, bin nur Konsument – würde Dir aber gerne eine Probe schicken.
DENN… wie so oft, die guten Sachen gibt es nicht bei uns im Supermarkt/Discounter. Das fängt schon bei Tomaten an.

Beste Grüsse und nochmal Lob für die www.!

Beste GRüsse aus Sardinien,
Claudius.

Martin Auerswald, M.Sc. 29. März 2019 - 8:58

Hallo Claudius,
Danke für die netten Worte und das Feedback 🙂 Und für Deine Insights aus dem Olivenöl-Geschäft vor Ort. Ich arbeite leider in keinem chemischen Labor, um das zu untersuchen (in einem medizinisch-biologischen Labor, ohne HPLC oder GC).
Bio-Olivenöl kann auch scharf schmecken – die Schärfe kommt durch die Polyphenole, die bei biologischem Anbau und schonender Herstellung höher konzentriert sein müssten als in konventioneller Herstellung. Oder würdest Du mir da widersprechen? 🙂
Der Goldweg ist zu wissen, wo das Essen herkommt, das wir essen. Also auch, wo unser Olivenöl herkommt, wer es verarbeitet, und wie es am Ende bei mir landet. In der Praxis ist das leider unmöglich für alle Nahrungsmittel durchzuführen. Es muss aber auch nicht das Premium-30€-Olivenöl sein, ich suche hier immer nach einem guten Mittelweg für die Leser, der sowohl ein gutes Preis-Leistungsverhältnis als auch gute gesundheitliche Effekte hat. Aber gerade bei Olivenöl ist der Markt sehr groß – könntest Du mir ein besseres Olivenöl empfehlen, auf das ich verweisen könnte?
Viele Grüße,
Martin

Carsten Johannes 14. August 2019 - 8:33

Moin Martin,
ich bin ein sehr fleißiger Leser deines Blogs. Vielen Dank für deinen Input. 🙂

Ich habe gerade mein Morning Routine umgestellt und aufgrund dieses Artikels folgenden Morning Smoothie erstellt: Joghurt, Olivenöl, Apfelessig, Leinsamen / Chiasamen, Nüsse, viel Obst der Saison + optional Haferflocken –> Das Ganze in den Smoothie Mixer und man hat einen gute Basis an Stoffen für den Tag.
Was meinst du dazu? 😉

Viele Grüße
Carsten

Martin Auerswald, M.Sc. 14. August 2019 - 14:52

Hey Carsten,
Danke für das Feedback! 🙂
Ein ähnliches Rezept macht auch meinen morgendlichen Smoothie aus, zusammen mit Proteinpulver. Allerdings packe ich kein Olivenöl und Apfelessig rein aus geschmacklichen Gründen. Und versuche, damit täglich zu kochen.

Viele Grüße,
Martin

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